er Laptops?

May 04, 2025 Last reply: 1 year ago 196 Replies

Als Ersatz für einen durch eine Windows-Update zerschossenen Laptop suche ich jetzt einen gebrauchten, aufgearbeiteten Lenovo-Laptop, von dem zu erwarten ist, dass Linux mit den im Kernel integrierten Treibern läuft. Bei rund sechs Jahre alten Thinkpads ist das recht wahrscheinlich.



Problem: wenn ich die Bewertungen von darauf spezialisierten Shops betrachte, die via Amazon oder eigenständig verkaufen und versenden, ist das Bild sehr durchwachsen. Angepriesen wird i.d.R. eine sorgfältige Überholung sowie eine Klassifizierung nach Erhaltungsgrad. Die hohe Zahl von Kunden, die darüber jammert, dass als "hervorragend" bewertete Exemplare zerkratzt und/oder defekt ankamen oder sonstwie problematisch sind - etwa weil ein schlecht erhältlicher oder fest eingebauter Akku schon am Ende seiner Lebensdauer war, dann sieht das für mich eher so aus, als ob alles, was reinkommt, auch wieder rausgeht, nachdem es kurz abgestaubt wurde.



Das würde jedenfalls die Mischung aus vielen guten und vielen grottigen Bewertungen erklären. Wenn Unternehmen oder Leasinggeber nach einer festen Zeitspanne Laptops aussondern und gesammelt verkaufen, entsteht halt so eine Mischung. Nach Projektende für evtl. Folgeprojekte oder Beratung i.W. in den Schrank gelegte Laptops sind oft auch nach vielen Jahren noch taufrisch, während ein Laptop, den ein Vertreter im Auto oder auf der Baustelle mit sich herumschleppt, schon nach kurzer Zeit verschlissen sein kann.



Insofern hier die Frage nach guten und schlechten Erfahrungen mit dem Kauf eines gebrauchten Laptops/Notebooks aus solchen oder ähnlichen Quellen. Vielleicht gibt's hier ja auch jemand, der näher am Geschäft war und und von daher Empfehlungen geben kann, wo man besser kauft und wo nicht. Bin für jeden Hinweis dankbar.



Zur technische Seite noch: einen neuen Laptop zu kaufen ist nicht nur teurer, sondern auch ein Glücksspiel, wenn es um Linux geht, weil es i.d.R. lange dauert, bis passende Treiber geschrieben sind, in den Kernel wandern und bis sich herumspricht, wie ein konkretes Exemplar zu bewerten ist.



Am 04.05.2025 So. um 09:39 schrieb Wolfgang Strobl:

Ein Windows-Update kann sehr wohl eine Windows-Installation zerschießen. Aber kaum einen Laptop, also die Hardware.

Schon aus rein Akku-technischen Gründen würde ich von einem gebrauchten Gerät absehen. Und zwecks Linux: Wer mit Linux arbeitet hat kaum sehr anspruchsvolle Anwendungen. Das können heute eigentlich alle aktuellen Laptops der unteren Preiskategorie. Und bei einem neuen Laptop ist ja i.d.R. auch Windows dabei. Ich selber habe auch Linux aber glücklicherweise auch Win 11 als Dualboot. So kann ich immer darauf zurückgreifen bei Anwendungen die Linux nicht hat.

J.J.

Am 04.05.25 um 09:39 schrieb Wolfgang Strobl:

..

Moin, bisher sind (nicht nur) wir hier mit/bei Lapstore gut gefahren.. auch wenn es mal einen Garantiefall gab wegen Speicherfehler: Gutes Abwickeln. Die Akkus waren locker innerhalb der Specs.

Aktuell laufen hier noch T60P, T550, X250, X270.

Viele Grüße und Erfolg, Olaf

Ich denke, das kann alles passieren, und es gibt die ganze Bandbreite. Ich bin auch skeptisch was "Überholung" betrifft, wahrscheinlich wird da kurz mit Druckluft in die Lüfter reingeblasen, und auf schwarze Thinkpads wird gerne eine mattschwarze Klebefolie draufgeklebt gegen am Foto sichtbare Kratzer (einfacher Aufkleber). Abgestoßene Stellen werden u.U. mit schwarzem Marker übermalt.

Dazu gibt es eine starke Uneinheitlichkeit der Erwartungen beim Bewerten: Manche wären de facto noch mit einem Neugerät unzufrieden, weil auch das ihre Vorstellung von magischer Erfüllung aller Wünsche und Lösung aller Lebensprobleme nicht abdeckt, anderen reicht es, wenn das Teil bootet.

  1. Es gibt auch Firmen/Leute die sowas vor Ort verkaufen. Gerade wenn einem der kosmetische Zustand wichtig ist, kann das sinnvoll sein. Ein Freund hat bei so einer Firma grade ein Notebook gekauft, das wie neu war.
  2. Das mit den aufgeklebten Folien nervt mich, und schreckt mich ab. Ich will lieber ein Metallgehäuse mit kleinen Kratzers von normaler Nutzung als was überklebtes (und wo man vor dem Abziehen der Klebefolie nicht weiß wie es darunter aussieht).
  3. Wegen 2. wären mir oft Käufe von privat lieber, aber es gibt leider sehr viele Leute die glauben ihre uralten Sachen sind mehr wert als der Neupreis, das Verhandeln nervt, die Abwicklung bei privaten Anzeigen auch.

Jein, mit ein bißchen Googlen kann man das oft ganz gut abschätzen. In der Arbeit haben wir einen HP-Laptop, der einen Backport-Kernel braucht, weil die WiFi-Karte zu neu ist. Aber die Grundfunktionen sind meist da.

/ralph

Erstmal: ich würde von der "Überarbeitung" nicht mehr erwarten, als prüfen, einmal von außen reinigen und Lüftung durchpusten.

Ich habe vor einiger Zeit ein X230 bei Luxnote gekauft - Zustand "deutliche Gebrauchsspuren, EU-Tastatur mit deutschen Aufklebern", dafür damals sehr günstiger Preis. Das Gerät war technisch OK, der Zustand angemessen, ich benutze das heute noch als "daily driver". Ein Aufkleber auf der Tastatur fehlte, nach Reklamation wurde ein neuer Satz Aufkleber problemlos nachgeliefert.

Generell, unabhängig vom Händler: ich würde mit Reklamationen rechnen (ein Freund bekam entgegen dem, was er bestellt hatte, eine US-Tastatur mit deutschen Aufklebern - das geht garnicht, weil eine Taste fehlt). Bei guten Händlern funktioniert das Reklamieren ...

Wenn Du Kompromisse bei der Optik eingehen kannst, ist so ein Gebrauchtgerät OK. Wenn Du Bestzustand in einer exotischen Konfiguration suchst (deutsche Tastatur ohne Aufkleber, IPS-Display, ...) wird die Auswahl evtl. schwierig, und bei Reklamationen kann es knifflig werden ("von der Sorte haben wir kein weiteres Gerät da").

cu Michael

Was erwartet du da? Ich bin zufaellig Erstnutzer von sowas weil wir in der Firma alle paar Jahre so ein Teil als Rechner bekommen. Das ist eine Arbeitshure die keinen besonders interessiert. Meiner muss immer viel leiden weil ich den viel durch die Gegend schleppe und er auch schon in meinem Motorradkoffer vor sich hin klappert oder eine Wasserflasche undicht wurde. Bei meinem aktuellen ist IMHO eine USB-Buchse ausgeleiert weil da mal einer gegen gelaufen ist als ein Stick drin steckte. Aber wird bald getauscht. :) Andere haben das Teil drei Jahre auf der Dockingstation stehen ohne ihn mehr wie dreimal aufgeklappt zu haben, den genutzt werden die natuerlich immer mit externem Monitor/Tastatur.

Die Bandbreite ist also gross. Sicher duerfte aber sein das der Akku ziemlich platt ist weil er dauerhaft immer auf 100% gehalten wird.

Was erwartest du das man bei einem Laptop "generalueberholen" kann? Das ist einfach ein Bullshitbingowort.

Genau das!

Google mal was Linus sein Laptop ist: :-)

Als Notebook nutzt Torvalds schon seit einiger Zeit ein MacBook Air mit Apple Silicon CPU, auf dem ein Fedora-Linux läuft.

Unterwegs nutzt Torvalds derzeit ein Apple MacBook Air mit M2-Prozessor . Auf diesem brandneuen Rechner läuft Fedora Workstation 36. Normalsterblichen kann er das noch nicht empfehlen. Da es noch keine Fedora-Portierung für den ARM-64 M2-Prozessor gab, hat er diese selbst erstellt.

Hm...das ist bloed. :-D Ich mache das im uebrigen so aehnlich. Ich passe den Kernel an den Laptop an bis es passt. Kann ich aber Normalsterblichen auch nicht empfehlen. Ich musste z.B etwas basteln bis der Touchscreen vom Laptop funktioniert hat. War aber alles machbar. Bloss glauben heute halt Leute das man Linux nutzen kann ohne das man sich selber einen Kernel kompiliert. War frueher doch ganz normal oder?

Olaf

Ältere Latops (zB noch schöne Thinkpads) haben wegen des M-Prozessors Probleme mit SSE2 und PAE und können leider nur bis Win98 (?).

Man sollte sich vor dem Kauf das User-Manual im Web besorgen und es kritisch lesen. Ärgerlich ist zB eine aufs Mainboard gelötete BIOS- Batterie, weil man beim fälligen Wechsel erst eine CR2032 mit den passenden Lötfahnen besorgen muss..

Ich nutze mit großer Begeisterung zwei Fujitsu-Laptops, die als Windows-PCs beworben werden und die ich sehr preiswert in der Bucht ergattern konnte. Sie arbeiten aber auch gerne mit Linux. Problemlos.

Man sollte aber immer bedenken, dass es meist einen Grund dafür gibt, warum ein altes Teil abgegeben wird. Da muss man gründlich zwischen den Zeilen lesen und sich gut informieren. Auch ob von den vielen netten Gadgets alle an Bord sind.

Grüße, H.

Am 04.05.25 um 12:10 schrieb Heinz Schmitz: ...

Hallo,

das kann ich bestätigen. Leider hat sich Fujitsu aus diesem Marktsegment zurückgezogen, fiel mir vor kurzer Zeit auf.

Peter

Sie bekommen sogar noch BIOS-Updates, und zwar automatisch über das Betriebssystem, ohne irgendwelche Bootsticks. Ich schreibe dies gerade auf einem solchen Laptop (T15G2), das ich, genau wie ein T480 bei Luxnote gekauft habe. Beide Geräte waren in einem hervorragenden Zustand, beim T480 war der Deckel wohl verkratzt, man hat aber eine sehr hübsche Folie in Wabenoptik draufgeklebt, so dass man das gar nicht sieht. Vorher hatte ich mal ein T460 bei Cycletronic gekauft, das kam aber entgegen der Versprechung mit einem fast defekten Akku (noch 25% Leistung), wobei das Gerät anstandslos gegen eines mit einem noch sehr guten Akku ausgetauscht wurde. Die Installation von Linux (hier: Ubuntu

22.04), bzw. das Klonen der schon bestehenden Installation mit Linuxclone lief auf allen Geräten problemlos, da war und ist Lenovo immer eine sehr gute Wahl.

-jw-

Anders als der verklebte Consumer-Kram anderer Hersteller ist der Akkutausch bei Thinkpads idR kein Ding, es gibt sogar für jedes Modell ein entsprechendes YT-Video. Das T480 zb hat zwei Akkus - einen äußeren und einen, für dessen Wechsel man das Gehäuse öffnen muss - genau das habe ich dann auch gemacht.

-jw-

Das variiert. Beim Lenovo X230/X230T läuft Debian mit dem mitgelieferten Kernel problemlos, der X230T incl. Touch (Wacom).

Das Intel N62xx-WLAN-Modul lief zwar, aber in mehreren Exemplaren an manchen Accesspoints[1] nur mit grottenschlechter Performance - das war aber auch mit neuer Firmware und eigenen Kerneln nicht besser. Ich habe dann ein Intel AX210 mit m.2-Adapter eingebaut - das läuft bestens.

cu Michael

[1] insbesondere an meinem zu Hause. Nach Analyse meinte der Kollege, der die Firmware schreibt, daß das am Modul und nicht am AP läge.

Auch bei den professionellen hp ist das schnell erledigt...

ACK! Halt oft eine Abwägung: Je größer und klobiger das Gerät, desto einfacher geht es oft.

/ralph

Mein hp Elitebook irgendwas ist jetzt nicht besonders klobig...

Ich kaufe schon länger fast nur bei Pollin. Es lohnt sich, da immer ein Auge auf die Angebote zu haben und zu kaufen, wenn der akute Bedarf gerade nicht da ist. Das Angebot von heute kenne ich nicht, ist aber immer einen Blick wert.

Das kann ich so nicht bestätigen:

joerg@jazz:~$ acpitool -B Battery #1 : present Remaining capacity : 55410 mWh, 99.59% Design capacity : 57020 mWh Last full capacity : 55640 mWh, 97.58% of design capacity

Das ist von einem T15G2, das schon ein bisschen gelaufen ist, quasi immer mit Netzteil:

joerg@jazz:~$ sudo smartctl -a /dev/nvme0n1 | grep 'Power On' Power On Hours: 4.037

-jw-

Am 04.05.25 um 09:56 schrieb Jürgen Jänicke:

Ach?

Am 04.05.25 um 13:28 schrieb Eric Bruecklmeier:

nimm ein z-book. Die sind "klobiger"

Bei HP muß man einige Kisten fast komplett zerlegen um z.B. Tastatur oder Speicher zu tauschen...

T550 Tastatur: von unten X270 Tastatur: fast komplett zerlegen... falls noch jemand ein beleuchtetes .ch-Keybord für X270---X250... brauchen sollte... oxidiert hier rum.

Schön waren die P50 auf der Arbeit... sind aber inzwischen ausgesondert;-( Einige werden aber 2nd-Live beim Coderdojo haben;-)

Wir haben auf der Arbeit inzwischen HP, früher Lenovo. Haben beide Vor- und Nachteile...

Und wenn wir unsere eigenen refurbisched wiederkriegen erleben wir gelegentlich auch Wunder was Tasturfehlfunktion, falschbestückung Keys, weiterhin zerkratzer Screen etc. angeht. IIRC werden die irgendwo in .fr refurbished...

Was mich bei Thinkpads hält.... thinkwiki, die thinkpad-Mailingliste, die guten Maintenance-Manuals...die gute Linuxunterstützung...etc.

Viele Grüße, Olaf

Am 04.05.2025 um 09:39 schrieb Wolfgang Strobl:

hallo, bei esm-computer.de ~2022 gekauft,

Lenovo ThinkPad T480s Core i7 8550U 8 Gen Full-HD 16 GB 500 GB M.2 nVME SSD Webcam B 489,00 €

kam an wie neu, laeuft bis heute im taeglichen gebrauch ohne irgendwelche schwaechen, akku gefuellt immer noch wie neu, (~8 Std. plus).

esm wurde mir als verlaesslich empfohlen.

73 kalle

Am 04.05.25 um 14:11 schrieb Heino Tiedemann:

Hallo

+1

Bernd Mayer

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