Kann man leider nicht, jedenfalls nicht so einfach, wie Du hier suggerierst. Ein vollständig geschmolzener Kern wird sich zum Beispiel nicht von ein paar Zentimetern Stahl, die der "Sicherheitsbehälter in der Praxis ist, aufhalten lassen. Die Eierschale aus Beton, der bei manchen aktuell installierten Atomkraftwerken die charakteristische Kuppel verleiht, ist nicht dafür ausgelegt Radioaktivität zurück zu halten. Seine Funktion liegt darin, Einwirkungen von außen bis hin zum abstürzenden Kampfbomber vomn Reaktor fern zu halten. Sollte der Druckbehälter im laufenden Betrieb versagen, werden seine Bruchstücke locker den Sicherheitsbehälter und die Betonkuppel Kuppel durschschlagen.
Der einzige wirklich sichere Weg wäre, den Reaktor in einer Kaverne einige Hundert Meter unter der Erdoberfläche zu installieren. De Zugangsschächte würde man im Falle eines Falles sprengen und verfüllen. Der einzige Grund, warum dies nicht geschieht, sind die Kosten.
1) Der Reaktor des TMI ist nur teilweise geschmolzen. Das war also keineswegs der schlimmste, mögliche Fall. 2) Im Laufe der Havarie wurden 1500 TBq Radioaktivität in Form von Krypton-85 an die Umwelt abgelassen. Es ist nicht wahr, dass die Barrieren lückenlos standgehalten hätten.Zweimal im Laufe von 30 Jahren, wobei einmal ein halber Kontinent in Mitleidenschaft gezogen wurde und die nähere Umgebung bis auf weiteres nicht normal nutzbar ist, empfiunde ich als ziemlich viel. Atomkraft ist Innerhalb der OECD für etwa 25% der elektrischen Energie verantwortlich. Wenn man auch die anderen Länder und die Anwendungen für Transport und Heizung dazu nimmt sind es etwa 15%. Wenn man den Rest durch Kernkraft ersezten wollte, bräuchte man also etwa die sechsfache installierte Leistung. Und dabei sind die absehbaren Steigerungen im Energiebedarf in China und Indien noch nicht drin. Das Havarie-Risiko wäre ebenfalls sechsfach so groß. Man müsste also mit
12 Kernschmelzen in 30 Jahren rechnen -- Alle zwei bis drei Jahre eine.Hinterher ist man immer schlauer. Leider erst hinterher und leider ist der Ablauf im RBKM nicht die einzige Möglichkeit, wie ein Reaktor sein radioaktives Inventar an die Umwelt entlassen kann.
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