Wenn einem ein gleich riecht er nicht genug ist...

Oct 03, 2024 Last reply: 1 year ago 249 Replies

"Volker Bartheld" schrieb am 13.10.2024 um 11:43:05:

Das ist mir bekannt (ich habe mehr als nur eine Aderendhülse verarbeitet ;-)).

Allerdings sitzt die Hülse auch dann nicht dauerhaft fest auf der Ader, wenn man die Crimpzange wie blöd zusammendrückt. Die Hülse ist nämlich wie geschrieben relativ weich und weitet sich mit der Zeit wieder. Irgendwann sitzt sie dann nur noch lose auf der Ader.

Wird die Hülse allerdings durch eine Schraubklemme dauerhaft zusammengequetscht, passiert das nicht. Hülse und Ader bleiben dann bombenfest eingeklemmt. Hier erfüllt die Hülse auch ihren Zweck, nämlich die Adern einer Litze gebündelt zu halten, so dass sie nicht von der Schraube auseinandergedrückt werden.

Eine Wago-Klemme übt aber deutlich weniger Druck aus als eine Schraubklemme. Folge: die Hülse wird nicht zusammengequetscht, kann sich daher auf längere Sicht weiten und die Ader rutscht raus. Ohne Hülse hat die Wago-Klemme dagegen eine Chance, die Ader festzuhalten.

BTW: wo hört eigentlich Elektrik auf und fängt Elektronik an? ;-)

Gruß

Michael

Beim echten Crimpen war im Gegesatz zum einfachen Quetschen immer von Kaltverschweißung die Rede. Wie sehr das stimmt, weiß ich zwar nicht, aber Stecker aus nicht so viel dickerem Material halten dauerhaft ganz ohne äußeren Druck. Zudem wird die Hülse beim Crimpen nicht einfach nur gequetscht sondern bekommt auch ein Wellenmuster in Längsrichtung.

Also funktionieren Deiner Meinung nach Aderendhülsen fundamental anders als beispielsweise die Kontakte der TE Connectivity/AMP Superseal 282080 Verbinder?

formatting link
Das erstaunt mich.

Ist der Prozeß einer stetig wachsenden Erde auf elektronische Phänomene zurückzuführen?

Volker

Am 11.10.2024 um 16:09 schrieb Volker Bartheld:

Hier nicht. Mein Verstärker (Cambridge Audio 851A) hat Schutzleiteranschluß und diese Masse ist auch an den Eingangsbuchsen. Daher brummte es nach Anschluß des Fernsehers, dessen Masse über die Satellitenschüssel kommt. Hier war ein Audio-Isolator nötig (aus unerklärlichen Gründen ist der Ton über S/PDIF zugespielt zwischen 10..20dB leiser)

Bernd

Interessant. Dabei hat Denon sogar dem AVR-3300 nur ein zweipoliges Netzkabel spendiert. Und das Teil ist schon ein ordentlicher Klopper. Bei der Standbystromaufnahme eigentlich ein totaler Anachronismus und elektronisch der totale Overkill. Jeder moderne Class-D-Receiver steckt das Ding voll in den Sack. Mein AVR ist z. Zt. sowieso Offline - zumindest, bis ich das verbreitete Problem mit der lockeren DSP-Fassung repariert habe:

formatting link

Na supi. Das können meine Quadral Allsonic SM-40 auch so, die sind schaltungstechnisch eh nicht der Hit. Was sich Quadral dabei gedacht hat, den

230V-Wippschalter zur sekundärseitigen(!) Trennung zu verwenden, bleibt rätselhaft. Vielleicht soll das Trafonetzteil das Innenleben immer schön auf Betriebstemperatur halten, wegen des High-End-Gedanken.

Aber mei, die habe ich eh über Ebay-Kleinanzeigen verschenkt, seit ich die Canton AM-5 habe (Gebrauchtkauf). Die wissen, wie man sowas macht. Übrigens auch ohne Schutzleiter angeschlossen, aus unerfindlichen Gründen aber mit einem recht speziellen Stecker. Das ist so ein Kaltgeräteding ohne Pin für den Schutzkontakt.

Vielleicht ist CEE 7/16 im Bühnen- und PA-Umfeld unter der Würde.

Na supi².

Volker

Richtig interessant wird diese Abgrenzung bei Leistungselektronik wie Wechselrichtern, die es ja von 800 Watt für das Balkonkraftwerk bis "Tens of Gigawatts"¹ für HGÜ gibt.

Grüße Marc

¹ wie sagt man das griffig auf Deutsch?

Nicht trittfest genug.

Grüße Marc

--

---------------------------------------------------------------------------- Marc Haber | " Questions are the | Mailadresse im Header Rhein-Neckar, DE | Beginning of Wisdom " | Nordisch by Nature | Lt. Worf, TNG "Rightful Heir" | Fon: *49 6224 1600402

Der Unsinn ist offenbar Mode, wenn ich über Blauzahn etwas aufs Autoradio spiele ist das auch recht leise, selbst wenn man die Handylautstärke in den roten Bereich dreht. Schaltet man dann aufs Radio zurück, erlebt man mal die volle NF-Ausgangsleistung (nach Murphy wird dann auch gerade Werbung herausgetrötet). Ist irgendwie mit mehreren Bimmelbüchsen und Radios verifizierbar.

Bernd

Stimmt, kann durchaus sein. Und vermutlich gibt es Kaltgerätekabel (die 3- poligen mit Schoku funtionieren ja auch, bleibt lediglich die eine Leitung unbelegt) auch in größeren Längen. Bei diesen Rasierapparatedingsen habe ich das noch nicht gesehen.

Volker

Michael Landenberger wrote on 13.10.2024 22:13:

Das ist mir gänzlich unbekannt. Das Material ist hart und leicht federnd, wie Messing mit hohem Kupferanteil. Sogar Kupfer ist leicht duktil.

Es gibt Crimp-Zangen für bis zu 250 EUR. Diese pressen einen Vierkant oder Sechskant. Es gibt stets formschlüssige Einpressungen. Meine billigen Zangen für etwa 6..10 EUR pressen zwei kleine Stege in das halbrunde Paket hinein. Dadurch ist ein Formschluß gegeben.

Ein solcher Formschluß reicht bei weitem aus, damit eine Aderendhülse nicht von selbst abfällt. Man kann sogar mit Daumen und Zeigefinger relativ kräftig daran zerren. Jedoch permanentes Wackeln und Zerren würde die Aderendhülse schließlich lösen.

formatting link

So ist es.

Mit dem Wort 'weiten' bin ich gar nicht einverstanden. Aderendhülsen in Federklemmen ist inkompetenter und gefährlicher Unfug.

Bei Reihenklemmen in Schaltschränken werden grundsätzlich Kabelpinne aufgequetscht.

Federklemmen mit Schließhebel (WAGO) sind unterschiedlich mit solchen ohne Schließhebel. Steckdosen mit Federklemmen haben mit Litze ein Problem: Die Pinne von Quetsch-Kabelpinnen haben einen viel zu großen Durchmesser. Man müßte einen Adapter anfertigen...

Kaltverschweißungen kommen (unvermutet) recht oft vor.

formatting link
Im Bild ist ein rot gekennzeichneter Temperatursensor in Form eines Kabelschuhes sichtbar. Der dürfte vernickelt sein, während reale Kabelschuhe verzinnt sind. Die Schraube ist wohl verzinkt, wegen ihrer härteren Farbe.

Wenn die Schraube angezogen wird, verreibt sie weichere Materialien. Weicheres Material wird quasi in die andere Oberfläche unter hohem Druck einmassiert. Auch der Kühlkörper aus Alu unten wird anschmiegend verpreßt. Das sind alles Kaltverschweißungen. Manchmal knacken Schrauben beim Lösen. Da hat sich dann eine Kaltverschweißung gelöst. Am Schraubenkopf und/oder an Gewindeflanken (nicht bei Fettigkeit). Kaltverschweißungen dichten auch ab.

Beim Anpressen von Kabelschuhen aus verzinntem Kupfer entsteht ebenfalls eine Kaltverschweißung mit der Litze.

Der oben angesprochene Temperatursensor vergrößert die Oberfläche des Kühlkörpers und reduziert dadurch den effektiven Wärmewiderstand. Im gezeigten Beispiel allerdings nur vernachlässigbar.

Ist so pauschal gesagt falsch. Auch für Federklemmen ohne Schließhebel dürfen ggfs. Aderendhülsen verwendet werden:

formatting link
Dort steht u.a. "Es muss eine gasdichte Crimpart gewählt werden", also die Aderendhülsen die man "mal so" wieder abziehen kann sind nicht ok. Ansonsten: weit genug und grade rein, dann OK.

Thomas Prufer

Ich habe eine Vierkantzange für knapp 20 Euro.

Grüße Marc

--

---------------------------------------------------------------------------- Marc Haber | " Questions are the | Mailadresse im Header Rhein-Neckar, DE | Beginning of Wisdom " | Nordisch by Nature | Lt. Worf, TNG "Rightful Heir" | Fon: *49 6224 1600402

Ich habe für mein Notebooknetzteil ein Eurostecker-Netzkabel mit 7 Metern für den Garten.

Grüße Marc

Im Fotobereich sind Kaltgerätekabel durchaus üblich, z.B. bei Studiolicht. Bei meinem Elinchrom-Blitz war auch ein längeres (keine Ahnung, zwischen 5-10m) dabei. Ja, heute vermeidet man Kabel möglichst ganz und hat auch für Dauerlicht oft Akkus.

/ralph

Meine presst einen Sechskant und kostete auch nicht 250€ sondern lediglich knappe 30€

MfG Rupert

[...]

"mehrere zehn Gigawatt"

Gruß, Enrik

Ich schrieb ja auch, daß meine Zangen so 6..10 EUR kosteten (u.a. bei Pollin). Ich sah aber bei Händlern meistens Preise 20..50 EUR. Aber nicht selten Preise über 100 EUR, sowie selten Preise über 200 EUR. In der Firma hatte ich eine hochwertige Vierkant benutzt.

Weidmüller benutzt auch einen Trapez-Querschnitt; um 150 EUR.

formatting link
224 EUR
formatting link
Zangen mit 134 Varianten, fast alle mit 3-stelligem Preis.

Marc Haber schrieb:

"zig Gigawatt"

MfG Rupert

Du hast gelesen, daß ich mit meiner Aussage die vorherigen Aussagen von anderen bestätige?

Es wurde ausgesagt, daß Aderendhülsen auf einer Litze deutlich schwächer halten, wenn sie in Federklemmen statt Schraubklemmen verwendet werden - was auch stimmt.

Ich habe bisher nicht wenige verschiedene Federklemmen verwendet. Auch in E27-Fassungen z.B. Diese halten den Draht meist durch scharfe Widerhaken fest und sind oft zu simpel konstruiert.

Angesichts der vielen Voraussetzungen, die erfüllt werden müssen, würde ich auf Aderendhülsen in Federklemmen pauschal verzichten.

Unter dem Link werden auch _nicht_ die WAGO 221 mit Schließhebel angesprochen, sondern

*Steckverbindungen*, die normale und feindrähtige Litzen ausschließen. Federklemmen sind jedoch gar keine Steckverbindungen! Nur deshalb werden dort Aderendhülsen angesprochen!

Join the Discussion

Have something to add? Share your thoughts — no account required.

Didn't find your answer?

Ask the community — no account required