Wenn einem ein gleich riecht er nicht genug ist...

Oct 03, 2024 Last reply: 1 year ago 249 Replies

Hallo allerseits,


ich sitze gerade über einem Schaltnetzteil, das sich geruhte, statt der eingestellten 13,7V beim Einschalten eine Spitze herauszuhauen, die eine nachgeschaltete TVS mit 30V zum durchlegieren brachte.



Beim Einschalten des zugehörigen Sicherungsautomatenn gab es im Automaten ein deutlich hörbares "Puff", wobei der Automat trotzdem auf Ein einrastete. Das Gerät zeigte dann aber sofort Zeichen von Sicherungs- und Spannungsproblemen wegen des Kurzschlusses der Diode.



Jetzt liegt das NT hier vor mir und liefert völlig unauffällig die



13,7V und während ich noch so nach einem zuverlässigen Ersatz suche, fällt mein Auge auf die Netzgleichrichter.

Ja, "die"!



Zwei Stück, brav zu 100% parallelgeschaltet, siehe Bild oben Mitte:



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Sowas ist mir bisher noch nie aufgefallen, warum macht man denn sowas?



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Der verwendete Typ ist ein D5SBA60


MfG



Frank


Am 03.10.24 um 15:41 schrieb Frank Scheffski:

Hallo,

sind die Dioden nur am Eingang parallel geschalten oder auch am Ausgang? Ich sehe da auch 2 Netzfilter und zwei Gruppen von Kondensatoren rechts und links.

Parallelschaltung am Ausgang halte ich für extrem unprofessionell wegen der nichtlinearen Diodenkennlinie und den Toleranzen der einzelnen Dioden und dazu noch vom Temperaturgang. Eine gleichmäßige Aufteilung des Stromes ist damit unmöglich.

Das wäre dann eine Fehlkonstruktion und ein Grund für eine Reklamation.

Bernd Mayer

Bernd Mayer schrieb am Thu, 3 Oct 2024 17:04:27 +0200:

100% parallel, also Ein- und Ausgangsseitig. Es gibt ein AC-Filter rechts, dann kommt die Gleichrichtung und ein DC-Filter, das offensichtlich die gleiche Drossel hat, wie das AC-Filter.

Man wird sich was dabei gedacht haben, Cosel ist ja jetzt keine Hinterhofschmiede für Chinakracher.

MfG

Frank

Möglicherweise hats da den 1. Gleichriechter (s.u.) gekillt und nun gibt sich das NT scheinheilig bei geringer Last, weil der 2. GR noch etwas funzt.

  1. Weil die damit dokumentieren, dass sie bar jeder Ahnung sind.
  2. weil es dann 2x ggf. baldigst hintereinander bedarfsgerecht magischen Rauch samt PoffFATZTpeeeeeng macht.

IMHO geht das ohne Drosseln zur Symmetrierung garnienichtlangegut.

Schwerer Kunstfehler!

Dabei sieht das ganze eigentlich nicht nach Bastellei aus.

Verräts Du mal Modell und Hersteller? Zwecks weitem Bogen :)

PS, je länger ich das Bild betrachte, machen die GR an der Stelle wenig Sinn:

R_oben geht das Netz rein, dann der übliche Kondi... Kram, Filterdrossel, dann die GR, nochne Filter Drossel, dann O_links ne Speicher-Drossel, dann Schalttrani samt Freilauf-Diode als AC/DC, Zwischenkreis-Kondis, nochnen DC/AC wandler für Ausgangsspannung...

Seltsam, was die GR da machen sollen, da sollte alles AC sein!

Binn mal gespannt, was des Rätsels Lösung wird!

Saludos (an alle Vernünftigen, Rest sh. sig) Wolfgang

Am 03.10.2024 um 15:41 schrieb Frank Scheffski:

Pfusch!

Am 03.10.24 um 17:32 schrieb Frank Scheffski:

Hallo,

Cosel musste ich erst recherchieren

Man muss dann halt dort nachfragen, was die sich dabei gedacht haben. Auf deren Antwort bin ich gespannt.

Parallel geschaltene Dioden oder Gleichrichter habe ich in meinem ganzen Leben noch nie gesehen und würde das auch nie in Betracht ziehen.

Haben die dort auch Praktikanten oder Mitarbeiter der Generation Z?

Bernd Mayer

Bernd Mayer schrieb am Thu, 3 Oct 2024 17:44:27 +0200:

Vor vielen vielen Jahren bin ich hier schon mal mit sowas aufgetreten. Eine magische Box, die aus einem normalen 4V/2Ah Bleiakku einen ex-Akku macht. In Epoxy vergossen eine Reihenschaltung aus einem Leiterbahnmäander und 2 hart parallelgeschalteten Dioden vom Format

1N54xx. Da sind wir auch nicht weitergekommen als bis zu der Stelle mit dem allgemeinen Gelächter. Allerdings ist mir der Mäander, den wir auch nicht aufklären konnten, wieder untergekommen. In einer ex-Helmlampe mit 3 AA-Zellen als Antrieb in einer der Innenlagen des Multilayers. Die Alkaline waren ausgelaufen und hatten den Lötstopp gelöst, da konnte man das im Durchlicht erkennen. Da muß es also irgendeine Bauvorschrift geben, wobei die Leiterbahn im ersten Beispiel viel zu breit war (ca. 3mm), um als Sicherung zu fungieren.

MfG

Frank

Was ist ein ex-Akku?

Das hier wurde wohl ein Einweg-Akku, da er mit den Dioden nicht mehr aufladbar war - oder ein Null-Akku, der zwar aufgeladen, aber nicht mehr entladen werden kann?

Bernd Mayer wrote on 03.10.2024 17:04:

Ich halte das unter gewissen Bedingungen für sinnvoll machbar. Parallele Dioden sind _keine_ parallelen Transistoren!

Wenn parallel geschaltete Dioden aus der gleichen Verpackung stammen, gibt es keine gefährlich großen Abweichungen. Gleiche mechanische Anordnung und Wärmewiderstände müssen aber vorliegen. Weiterhin darf der nutzbare Nennstrom nicht verdoppelt werden, sondern es sollte der Strom für einen Gleichrichter mit maximal 1,7 multipliziert werden. Zwei verbaute Gleichrichter haben immerhin einen deutlich geringeren Wärmewiderstand.

Hallo,

ich verstehe das als "explosionsgeschützt"

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Bernd Mayer

Martin ?rautmann schrieb am Thu, 3 Oct 2024 19:45:59 +0200:

Ex-Schutz. Die nach außen abgebbare Energie ist begrenzt.

Hab nochmal den Schaltplan rausgekramt, es sind 2 Parallele TVS, vermutlich 6V8, die bei Überspannung oder Verpolung eine Schmelzsicherung auslösen, die auch mit eingegossen ist.

MfG

Frank

Helmut Schellong schrieb am Thu, 3 Oct 2024 20:26:45 +0200:

Ist ein 150W-Teil und auch nicht sonderlich kompakt.

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Ist aber kein Billigteil (~150€ brutto) und läuft seit Jahren problemlos in Geräten, die knapp das 100-fache des Netzteils kosten.

MfG

Frank

Aber die Flussspannung ist vom Strom abhängig. Wird diese zu groß, dann übernimmt die andere Diode. Macht man auch gerne bei LEDs.

Gleichfalls.

MfG hjs

Am 03.10.2024 um 21:10 schrieb Frank Scheffski:

Man baut hier 2 Dioden ein, weil man bei EX hier den Ausfall eines Bauteils kompensieren können muss. Für EX-Zone 0 muss man sogar 2 Ausfälle berücksichtigen d.h. 3 Stück parallel schalten.

Gruß Andreas

Andreas Fecht schrieb am Thu, 3 Oct 2024 22:14:08 +0200:

Aha, alles klar. War so zu vermuten, aber so klar hatte es damals keiner ausgesprochen.

Besagter Scheinwerfer ist für Zone 1 und 2 zugelassen, paßt also.

Kannst Du zu dem Mäander noch was sagen?

MfG

Frank

Am 03.10.2024 um 22:41 schrieb Frank Scheffski:

Wahrscheinlich Strombegrenzung für die Schmelzsicherung.

20mm Glasrohrsicherungen haben üblicherweise ein Abschaltvermögen von 80A. Mann muss sicherstellen, dass dieser Wert nicht überschritten werden kann.

Gruß Andreas

Damit sie den Einschaltstromstoß aushalten. Mach ich auch so, wenn viel "C" danach kommt.

w.

Helmut Wabnig <hwabnig@.- --- -.dotat> schrieb am Fri, 04 Oct 2024

09:56:20 +0200:

2x47µF @ 450V bei vorgeschaltetem irgendwas, das vermutlich active PFC ist. Ein Kaltleiter dient zur Einschaltstrombegrenzung.

MfG

Frank

Andreas Fecht wrote on 03.10.2024 22:14:

Mit dieser Begründung habe ich aber Probleme. Fast immer, wenn ich eine defekte Gleichrichter-Diode feststellte, war diese durchlegiert. Nur einmal hatte ich eine hochohmige festgestellt (Bonddraht durch Ladestrom; Brücke aus 4 Einzeldioden).

Jedoch, wie soll eine durchlegierte Diode in einer Brücke von einer Diode in einer parallelen Brücke kompensiert werden? Die Spannung an der Durchlegierten in beiden Richtungen geht doch gegen Null.

Mir leuchten parallele Brücken ein, wenn dadurch pauschal überdimensioniert wird.

Richtig, aber auch von Tj und das kann ein Problem werden. Ich halte das weiterhin für Pfusch!

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