Wenn einem ein gleich riecht er nicht genug ist...

Oct 03, 2024 Last reply: 1 year ago 249 Replies

Weil es das Wort "dozens" nicht gibt?

Volker

Durchaus richtig. Es ist aber auch richtig, daß WAGO eine solche komplexe Definition offengelegt hat. Denn erschöpfende Definitionen sind IMO pauschal wichtig. Zuviel bleibt undefiniert!

Es gibt Groß- und Kleinschreibung:

|Mit gesenkten Köpfen trotten die Zehn los, zurück zum Hotel. [Süddeutsche Zeitung, 11.10.2002] |Aber ich bin glücklich, unter den ersten Zehn zu sein. [Bild, 14.02.2004] |Als ich kurz davor stand, haben mir viele Leute vorgerechnet, wann genau ich unter den ersten Zehn sein würde.

Am 17.10.24 um 10:27 schrieb Helmut Schellong:

Im der Luft- und Raumfahrt vielleicht.

Jeder andere speichert im Hinterkopf ab "Aderendhülsen gehen grundsätzlich" und ergänzt das mit dem erlernten (herstellerneutralen) Wissen, wie man Aderendhülsen korrekt verarbeitet.

Hergen Lehmann wrote on 17.10.2024 10:56:

WAGO hätte sich folglich diese ganze Arbeit sparen können?

Daß hier Aderendhülsen prinzipiell verwendbar sind, ist mir schon immer klar gewesen. Jedoch kommt es darauf an: wie und wo denn genau?, und unter welchen Voraussetzungen?

In der Praxis wären mir auch nicht alle Details am Arbeitsort schnell eingefallen. Da bin ich dankbar über ein Erklärblatt - macht Fehler unwahrscheinlicher.

Am 17.10.24 um 14:39 schrieb Helmut Schellong:

Nun, die allermeisten Hersteller von Klemmen sparen sich diese Arbeit tatsächlich. Eine fachgerecht verpresste Aderendhülse verhält sich praktisch identisch zu einem starren Leiter, so das man hier kein Brimborium um einen Sonderfall erfinden muss.

Ich vermute, die Ausführungen von WAGO sind primär ein Kind der Rechtsabteilung, die im Fall von Problemen darauf verweisen möchte "Paragraph 37, Unterpunkt 4, dritter Nebensatz wurde nicht beachtet, also haften wir nicht".

In erster Näherung:

- fachgerechte Verarbeitung der Aderendhülse, möglichst in Sechs- oder Achtkantpressung, um ein annähernd einem starren Leiter entsprechendes Profil zu erhalten.

- Länge annähernd identisch zur geforderten Abisolierlänge für starre Leiter.

Damit sollte jede Art von Klemme klar kommen, die auch mit einem starren Leiter klar kommt.

doch, "dozens of" gibts da als Übersetzung.

Guido

Hergen Lehmann wrote on 17.10.2024 16:08:

Es muß allerdings das Wort 'fachgerecht' spezifisch definiert werden. Beispielsweise muß zwingend ein gasdichtes Crimpen vorgenommen werden. Nur so ist eine Aderendhülse auch innerlich ein kaltverschweißter fester Block. Die Seelen können sich nicht aneinander verschieben. Das ist an entsprechenden Schnittbildern zu erkennen.

Ich habe seit etwa 1970 mit Aderendhülsen gearbeitet. Ohne gasdichtes Crimpen kann die aufgepreßte Hülse ab etwa 30 N Zugkraft recht einfach abgezogen werden. Wenn dabei die Kraftrichtung fluktuiert wird, geht dies noch leichter. Abgezogene Hülsen und Seelenpakete wiesen keinerlei Merkmale einer Kaltverschweißung auf. In den 1970ern und 1980ern gab es praktisch nur Schraubkontakte.

Ja, es kann gut sein, daß dies ein Antrieb war.

Ja, allerdings haben massive Leiter und Seelenbüschel keine bestimmte Orientierung um ihre Achse. N-kantige Aderendhülsen allerdings schon.

Wago ist Litzenfähig, Tyco auch, Weidmüller, Phoenix, MISUMI, hwlok, ... Darunter wird es von der Verbreitung her sehr dünn. Schraubklemmen sind außerhalb Europas nur noch im Gerätebereich zugelassen. Einzig bei Steck-Klemmsteinen gibt es noch Nur-Feste-Leiter-Inseln, aber deren Stern ist schon länger am implodieren.

Tatsächlich gibt es mittlerweile etliche Richtlinien-Gremien, die Aderendhülsen in Käfigklemmen verbieten. Die prominenteste Richtlinie ist die NFPA 70, 2020 also das US-Äquivalent zur DIN VDE

0100-410 und dadurch mit 5 Jahren Verzögerung auch der ganze APAC-Bereich, weil die bis auf die Spannung und das Piping alles aus den USA übernehmen.

Das kann man sich mit einer vernünftigen Klemme alles sparen. Es ist weniger die Arbeit als die geringe Zahl der möglichen Fehlerquellen und die Eigenschaft einer Käfigklemme, nach zig Tausend Wärmezyklen noch selbstnachstellend zu sein.

Falk D.

Bei dir mag das zutreffend sein. Fachleute wissen dagegen, was das bedeutet

Ja, man muss es richtig machen. Eine wirklich bedeutende Anforderung bei jeder Tätigkeit. Interessant, dass du glaubst, auf derlei Triviales noch besonders hinweisen zu müssen

Und schon wieder Unsinn. Eine gewöhnliche Aderendhülse ist bei gewöhnlicher fachgerechter Verarbeitung nie ein kaltverschweißter Block

Stimmt, das verhindert die Reibung

Eigentlich hätte ich jetzt erwartet, du hättest sie erfunden!

Wie einfältig ist das nur?! Was kannst du denn überhaupt?

Natürlich nicht. Das bei deinem Pfusch so und es ist bei fachgerechter Verarbeitung nicht anders.

Ja, und nachts ist es auch kälter als draußen :->

MfG Rupert

Nicht unbedingt!

Mit der Meinung, eine mit Aderendhülse verpresste Litze entspreche anschlusstechnisch einem eindrähtigen Leiter, installierte ich einst eine Leuchte mit gerade verfügbaren WAGO 2273. Natürlich verhielt sich das im Betrieb einwandfrei. Allerdings ließ sich das nicht zerstörungsfrei demontieren, weil die Klemmbleche die Aderendhülsen an ihren Querrillen festhielten.

Ich warte auch jedes Mal darauf dass mir ein KNX-Aktor kaputtgeht wenn ich bei einem Umbau eine Aderendhülse wieder aus der Schraubklemme rausziehen muss. Aber zum Glück hat mein Haus so langsm einen stabilen Zustand erreicht dass ich die Unterverteilung nicht mehr zweimal im Jahr umbaue.

Im übrigen sind 0,5 N Anzugdrehmoment für die Schraubklemmen der MDT-Aktoren ECHT wenig, ich hab mich mit mir selbst darauf geeinigt, den Drehmomentschraubendreher auf 0,8 einzustellen und dann mit dem festen Dreher noch eine Viertelumdrehung weiter. Und so kleine Bits sind auch in keinem Bitkasten.

Grüße Marc

Wie tun sie das, wenn sie es tun?

Bei Aderendhülsen in Schraubklemmen kenne ich an Zerstörung nur, dass die Aderendhülse durch die Schraube zerquetscht wurde. Manchmal haben die Aderendhülsen nur leichte Spuren vom Klemmen. Manchmal haben sie eine so starke zylindrische Prägung oder sind so verbogen, dass man sie nicht nochmal irgendwo einklemmen will. Aber die Schraubklemmen blieben bei mir bisher intakt.

Das ist plausibel. Das Anziehen um einen bestimmten Winkel nach Voranzug führt zu einer recht bestimmten Verspannung.

Das ist ein Anwendungsfall für das Yuppie-Werkzeug mit dem coolsten Namen: "Effetto Mariposa Giustaforza" ;)

Geht zwar vermutlich auch nicht besser, klingt aber gleich viel besser.

/ralph

Darf ich fragen, wie lange dieser Konvergenzprozeß schon andauert? Der Naivling in mir hoffte, daß man diesen Smart-Home-Kram einmal installiert (fachmännisch), dann vielleicht zwei-drei Iterationen bei der Programmierung fährt und die Zeit bis zur Rente mit spaßigeren Dingen verbringt.

------------------------------------^^^ Nm? *)

*) Falls ja, dann also schon initial zu fest und dann noch fester. ;-) Ja, 0.5Nm sind wenig, beim den 10mm Durchmesser so eines Schraubendrehers mußt dann aber mit 50N zwirbeln, bei den üblichen Fingerkräften deutlich spürbar.

Schlitz? Von denen haben mich ca. 1'000 im Altbestand in den Wahnsinn getrieben. Vor 50 Jahren hatte man offenbar noch viel mehr Geduld.

Volker

Ich hatte schon das Phänomen, daß Aderendhülse und Schraube irgendwie "kaltverschweißt" waren (ob durch den Druck, Hitze, Oxidation oder Funkenflug war nicht restlos erklärbar) und ich das Kabel auch bei extrem lockerer Schraube nicht rausziehen konnte. Die Schraube zerstörungsfrei rausdrehen ging auch nicht, da kam irgendwann ein harter Anschlag und nach Überredungsversuchen mit Gewalt platzte entweder der Betätigungsschlitz oder das Gewinde hat sich gefressen. Wenn Du dann brutal am Kabel reißt, gibt es gelegentlich vor dem Crimp nach, manchmal bleibt die Endhülse in der Schraubklemme zurück und manchmal reißt es den ganzen Klemmklotz aus der Isolierung.

Ich mag die Dinger einfach nicht, auch nicht in den Gummisteckern und - kupplungen von Verlängerungskabeln, wo sie auch bei Qualitätsware namhafter Hersteller noch durchaus verbreitet sind.

Da habe ich auch mal gesehen, was passiert, wenn man die Litze ohne Aderendhülse installiert, ein paar Jahre wartet und dann etwas länger 3kW zieht.

Volker

Zu meinen Discozeiten habe ich Idiot die Litzen in den selbst gebauten Verlängerungskabeln vom Licht verzinnt bevor ich sie in die Klemmen gedreht habe. Wollte es halt richtig machen und habe es instinktiv grottenfalsch gemacht.

Zum Glück gingen da nie als nur 200-300 Watt drüber.

Grüße Marc

Einzug war vor etwas mehr als zehn Jahren. Und herrjeh, was hatte ich damals für wenig Ahnung von dem Thema. Da wären zwei Jahre Vorbereitung nicht schlecht gewesen.

Meine Frau hat sich damit abgefunden, im Labor zu leben.

Ja, Nm. Sorry. Ich war schon froh nicht Kilonewton geschrieben zu haben, aber das ist die Größenordnung für die Zugkraft einer Lokomotive im Maßstab DB.

Genau. Und vermutlich auch noch herzlich ungenau weil mein billiger Drehmomentschraubendreher eigentlich erst bei 1 Nm losgeht.

Ich hätte die Schrauben sonst deutlich fester angezogen. Und einen Aktorport habe ich mir überdreht (nach fest kommt ab).

Grüße Marc

*schluck*

*LOL* Für mich wäre sowas mal wieder der Super-GAU. Nicht, weil diese MDT- Aktoren jetzt total unerschwinglich teuer sind, sondern weil ich keine Lizenz für dieses komische ETS besitze und mir unter Gewaltandrohung verboten wurde, an der Programmierung herumzuspielen. Da wirds dann mit dem Anlernen eines neuen Aktors echt schwer. Glücklicherweise gabs die Kabelpeitsche an dem einen Tastsensor, den der Ekeltrickser kaputtgespielt hatte, noch zum Apothekerpreis als E-Teil.

Volker

Bei meinen Eltern gibts GARANTIERT noch reichlich Verlängerungskabel in der Art. Die dann in Kaskade für den elektrischen Rasenmäher oder die Heckenschere eingesetzt werden *). Schließlich muß man die 40m H07BQ-F 3x2,5 PUR-Baustellenkabel ja schonen, die ich ihnen vor Jahren geschenkt habe. Und nimmt stattdessen irgendwelches PVC-Zeugs mit gammligen Plastiksteckern, das sich noch in irgendeiner dunklen Kellerecke findet.

Volker

*) FI war damals noch nicht vorgeschrieben und deswegen auch nicht eingebaut.

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