Am 18.05.23 um 09:16 schrieb stefan:
Deshalb setzen gewisse Parteien ja auch auf Eigenverantwortung, bei Quarantäne, Rasen auf Autobahnen, Umweltschutz, Brennstoff beim Heizen, Umstieg auf Elektrofahrzeuge, sozialverträglichem Umgang mit dem Vermögen, etc.
Nicht auf Eigenverantwortung gesetzt, sondern knallharte Verbotspolitik gefordert hingegen wird, wenn es um Drogen geht, oder Tanzen an Feiertagen, Seenotrettung, Informationen über Abtreibung, religiös motivierte Kleidung, Gendern, daß sich Leute unter 18 gegenseitig ihre Nacktfotos schicken, Containern, Bau von Windenergieanlagen dichter an Wohnbebauung...
Bei Abgleich mit den jeweiligen parteipolitischen Positionen sieht man dann schnell, daß "Eigenverantwortung" lediglich eine Chiffre ist für "jede Schweinerei soll erlaubt sein" ist. Im Kontext Marktwirtschaft werden es die Unternehmerparteien ja sicherlich begrüßen, wenn der Kunde zu ihrem Profit auf jegliche Art und Weise über den Tisch gezogen werden kann.
Bei Sachen, die sie nicht wollen, wird aber ausschließlich auf Verbote gesetzt, mit Strafen je härter desto besser. Da könnte man doch glatt den Eindruck bekommen, daß denen schon ganz klar ist, daß nichts anderes funktioniert als Verbote. Dabei bieten sich doch gerade Drogen angesichts der ausschließlichen Eigenschädigung (wenn die Beschaffungskriminalität wegfällt) als Paradegebiet für Eigenverantwortung an.
Hanno