Hi NG
als Ingenieur bin ich persönlich mit gewissen Grundkenntnissen der Thermodynamik ausgestattet worden.
Was mir aber nicht einleuchtet, das wäre die Frage, wie Personen, die nicht mal minimlae Grundlagen v on irgendwas in der Art besitzen politische Entscheidungen von enormer Tragweite treffen, die auf thermodynamischen Grundlagen basieren.
Ich hatte kürzlich ein Gespräch mit einem Bekannten, wo es um die neuen gesetzlichen Regelungen geht, wie in Zukunft Wohnungen zu beheizen seien.
Dabei soll wohl vorgeschrieben werden, dass 60% der Energie aus erneuerbaren Quellen stammen müsse.
Gemeint mit 'dabei' war die Raumheizung und der sonstige Energieverbrauch in Wohnungen (inkl. Häuser o.ä.).
Ich hatte angemerkt, dass überhaupt nicht genug Strom dafür zur Verfügung stehen würde und falls doch, die vorhandenen Stromleitungen in den Gebäuden die Last nicht aufnehmen könnten.
Es ging speziell um die üblichen Gasetagen-Kombithermen, welche wohl zwangsweise ersetzt werden sollen - anscheinend durch Wärmepumpen.
Allerdings erzeugen Kombithermen auch warmes Wasser und zwar mit etwa 18 kW Leistung. Um nun eine Wärmepumpe mit der Möglichkeit der Warmwassererzeugung zu betreiben, muß diese offensichtlich 18kW Äquivalent in Form der Erwärmung von Wasser von z.B. 5°C auf z.B. 50° C ermöglichen.
Bei Luft-Luft-Wärmepumpen gibt es da ein Problem, wenn z.B. -10°C draußen herrscht, da dann enorme Mengen an Luft benötigt werden, die man auf z.B. -50°C abkühlen müßte um z.B. zu duschen oder das Geschirr zu spülen.
Ohne jetzt auf Wirkungsgrade (die natürlich furchtbar wären in dem Beispiel) oder Entropiefragen einzugehen, wird die schlichte Verfügbarkeit von ausreichend abkühlbarer Luft ein Problem.
Außerdem bedeutet so eine Leistung natürlich, dass die Anlage entsprechend dimensioniert sein muß (etwa 18 kW Warmwasser + 18 kW Heizung).
Das geht natürlich alles, wenn Geld keine Rolle spielt.
Was aber, wenn Geld doch eine Rolle spielt?
Dann kann die Wärmepumpe überhaupt nicht so groß dimensioniert werden und die Warmwasserversorgung muß elektrisch erfolgen.
Dann entsteht aber ein anderes Problem:
die elektrische Leistung muß im Niederspannungsnetz in die Wohnungen transportiert werden!
Wenn wir nun eine elektrische Leistung der angeschlossenen Geräte im Bereich 30 kW pro Wohnung haben, dann gibt es schon bei rel. wenig Wohnungen je Gebäude (vielleicht ab 40-50) Probleme mit den Leitungen, da natürlich auch bei gleichzeitiger Benutzung aller Druchlauferhitzer die Leitungen nicht schmelzen dürfen.
40*30kW sind aber 1,2 MW in einem mittleren Mietshaus, was armdicke Steigeleitungen erfordert.
Außerdem sind so hohe Ströme gefährlich, da schon kleinste Widerstände in Klemmen oder Leitungen sofort enorme Wärme abgeben würden.
Außerdem erzeugen starke Ströme auch starke Magnetfelder und auch da sollte man vorsichtig sein, wenn man hunderte von Ampere durch die Leitungen jagt.
Aber das größte aller Probleme ist die Bereitstellung der gigantischen Strommengen 24/7, da 'Erneuerbare' dafür grundsätzlich ungeeignet sind.
Das liegt natürlich daran, dass 24/7 mindestens die maximal abfragbare Last bereitstehen muß und die Sonne nun mal Nachts nicht scheint und auch der Wind nicht immer weht.
TH