Wärmepumpen-Wahnsinn (2026 Update)

May 06, 2023 Last reply: 2 months ago 4569 Replies

Siehe

formatting link
sind monetär erfassbare Subventionen enthalten. Nicht berücksichtigt sind zum Beispiel die Ewigkeitkosten der Endlagerung und die von der allgemeinen Gesellschaft ohne Geldtransfer getragenen Risiken.

Kürzestfassung: Die 2022 tatsächlich gezahlten Stromgestehungskosten lagen für Solar und Wind um und bei 50 USD/MWh. Für Kernkraft waren es etwa 180 USD/MWh. Wenn man das doppelte dessen, was man für die eigentlichen Solarpanels und Konverter ausgibt, zusätzlich in Batterien oder Pumpspeicher, investiert, kommt man immer noch günstiger weg als mit einem Kernkraftwerk.

---<)kaimartin(>---

Habe ich da was falsch verstanden? Ich dachte, AKW seien nicht sinnvoll / schnell genug in der Leistung modulierbar, um der Lastkurve zu folgen?

cu Michael

Hallo Kai-Martin,

Du schriebst am Sat, 14 Jun 2025 19:05:23 -0000 (UTC):

Da bist Du bisserl vorschnell am Urteilen - die lassen sich oraussichtlich prima in die Konzepte einbinden, wenn die Aufarbeitung zweckdienlich erfolgt. Ein herorstechendes Projekt in diesem Bereich ist der Ausbau des "Hamberger Loch"s, das ja nach seiner Auflassung zu einem Freizeit- und Erholungsbereich werden soll. Da könnte dann nebenbei als Speicher dienen, on dem man außen fast nichts sieht, das aber trotzdem - den Berechnungen zufolge - ein vielfaches der Kapazität des bisher größten deutschen Pumpspeicherwerk (Goldisthal, ca. 8,5GWh) erreichen könnte, nämlich bis zu 90GWh. und damit schon einen guten Teil zur gesamten benötigten Puffer- Kapazität beitragen könnte.

...

Ist das nicht ein beliebtes Stilmnittel einer bestimmten Art von Skeptikern?

Der von Dir entfernte Zusammenhang war: "Solange wir nicht über zuverlässige Speicher und Netze verfügen, kann niemand sagen, was uns der Kram letztlich kosten wird."

Ähnliches ist eben auch mit den Ewigkeitskosten des Bergbaus der Fall. Wie viel das am Ende gekostet haben wird, wird man erst hinterher wirklich wissen. Wobei "hinterher" recht weit in die Zukunft reicht.

Ein Hamberger Loch kenne ich nicht. Meinst Du vielleicht das Hambacher Loch? Das ist ein Tagebau.

Ich meinte oben die Ewigkeitskosten der Steinkohle-Förderung unter Tage. Dadurch sind ganze Landschaften soweit abgesackt, dass sie von Grundwasser geflutet würden. Das passiert nur deshalb nicht schon jetzt, weil das Grundwasser permanent abgepumpt wird und in den Rhein geleitet wird.

Diesen Überblick, was alles geflutet würde, wenn man nicht pumpen würde fand ich schon beeindruckend:

formatting link

---<)kaimartin(>---

Darf ich da Loriot zitieren? "Ja wo laufense denn, wo laufense denn?"

Grüße, H.

Du vermischst hier Begrifflichkeiten. Dezentral sind dieselgetriebene Blockheizkraftwerke, die man im Prinzip überall hinsellen kann. Die Diskussion über die neu zu bauende Nord-Süd Hochspannungsleitung ist kein Zufall, die alten Hauptleitungen waren es auch nicht. Strom läßt sich leichter und billiger tranportieren als Braunkohle oder Wind.

Das ist falsch und lange widerlegt zumindest für einen sehr großen Bereich der Lastkurve, i.e. alles oberhalb von 50 %. Die Schwankungsbreite der Nachfragekurve liegt sehr erheblich darunter. Frankreich exerziert das seit Jahrzehnten erfolgreich vor.

In diesem Bereich ist die Kernkraft schneller regelbar als so ziemlich jede Alternative einschießlich GuD.

Das Betriebsrisiko bei Atomkraftwerken wird man - wie auch die Rückbau- und Entsorgungskosten - der Allgemeinheit anhängen:

formatting link
Natürlich haben die Betreiber Rücklagen gebildet, um die ~1Mrd.€ je Anlagenblock über eine Dauer von 10-15 Jahren stemmen zu können:

formatting link
... aber, oh, wer hätte es gedacht...

formatting link
... da gab es an Eon, RWE, EnBW und Vattenfall im Rahmen des (verfrühten) Atomausstiegs eine Entschädigung von läppischen 2.4 Milliarden Euro, zur Beilegung der Rechtsstreitigkeiten.

Und für den radioaktiven Müll hätten wir lt.

formatting link
von den Betreibern der 25 deutschen Kernkraftwerke einen Fonds von 24,1Mrd.€ zur Finanzierung der Zwischen- und Endlagerung des radioaktiven Abfalls. Ob das wohl reicht? Da scheint sich selbst das Wirtschaftsministerium nicht so ganz sicher:

formatting link
Man möchte aus den 24Mrd.€ eher so 169 "machen". Bis 2100. Inflation also. Von der die realen Entsorgungskosten natürlich vollkommen unberührt bleiben. "Am Ende zahlt der Steuerzahler", so das linksgrünversiffte ARD-Magazin "Monitor". Das finde ich fair, denn der Steuerzahler hat die Atomparteien ja schließlich auch gewählt, während die linksgrünversiffte Hippiebande das schon 1975 nicht wollte:

formatting link
Aber das mit dem Wiedereinstieg ist schon gut so, denn ein Kennzeichen von Idiotie ist, dass der Idiot bei exakt derselben Vorgehensweise ein unterschiedliches Resultat erwartet, gemäß dem Motto: "Irgendwann muss es doch mal klappen!".

formatting link
Mindestens zehn Millionen Idioten. Sehr ernüchternd.

Ach was. Die Asse ist sicher!

formatting link

Kein Problem:

formatting link

Ach was:

formatting link
diese Schwarzseher.

Volker

Es ging - und ich zitiere wörtlich - darum, dass "Solar und Wind bei den Kosten selbst(!) die Kernspaltung erheblich unterbieten". Das insinuiert, dass die Kosten der Kernspaltung irgendwie konkurrenzfähig und sogar spektakulär niedrig wären. Das sind sie nicht. Man mag sich den Luxus dieser Technologie als Dunkelflautenparanoiker gegenüber anderen Möglichkeiten zur Grundlastversorgung vielleicht irgendwie schönlügen, das wars dann aber auch schon.

Zustimmung. Gegen seit Jahrzehnten erprobte und etablierte Massenware wie PV und Windkraft haben es solche High-Tech-Lösungen natürlich enorm schwer. Das Lithiumproblem wurde ebenfalls bereits diskutiert. Daswegen bescheinige ich E- Fuel-Vebrennern auch keine besonders rosige Zukunft - außer auf den Positionspapieren der Automobillobby freilich, die hofft, petrochemische Kraftstoffe wären als "Übergangstechnologie" unerschöpflich.

Auch da bin ich vollkommen Deiner Meinung.

Volker

Nein, Sieghard meinte vermutlich die zahlreichen Renaturierungs- und Ausgleichsflächen, Biotope, Naherholungsgebiete, Naturparks und andere qualitativ hochwertige Projekte, die entstehen, um Abbitte wegen Flächenfraß, Raubbau an der Natur, Bodenversiegelung, usw. zu leisten.

Biotope. Sage ich ja.

Volker

..

Noch so ein Folgekostenposten:

formatting link
Olaf

Meines Wissens ist es zum Teil andersherum. Das ganze Ruhrgebiet war einmal ein Sumpf mit kleinen höhergelegenen Trockeninseln. Durch das Leerpumpen der Bergwerke wurde großflächig der Grundwasserpegel gesenkt. Würde man das jetzt einstellen, versänke die ganze Megagroßstadt.

Am Samstag000014, 14.06.2025 um 20:37 schrieb Sieghard Schicktanz:

Nein, das hatte ich keineswegs vor.

Tatsächlich verbreitern sich nämlich ALLE Ozeane.

Daher stimmte ich dir bei 'Verbreiterung der Ozeane' ja auch zu, allerdings nur halbwegs, weil du ja noch an 'Subduktion' glaubst und ich nicht.

WER das Video gemacht hat, das ist vollkommen irrelevant.

Fakt ist, dass Neal Adams gezeigt hat, dass alle (!!) Kontinente zusammenpassen zu einer geschlossenen Kugel, welche allerdings viel kleiner als die heutige Erde wäre.

Daher müssen die Ozeane NACH den Kontinenten entstanden sein!

(maW: die Ozeane verbreitern sich und zwar alle.)

Ich könnte allerdings auch das Gegenteil tun und den 'Plattentektonikern' Vorsatz vorwerfen.

Es ist genau dieser Punkt ('Subduktion' genannt) den ich speziell für unmöglich halte.

Dafür gibt es eine Reihe von Gründen.

Aber in paar kann ich ja mal aufzählen:

die 'Krustenplatten' sind überhaupt nicht beweglich auf dem Untergrund, weil sie unglaublich schwer sind und mit den darunter liegenden Schichten zusammen kleben.

Die gesamte Erde ist komplett (also auch unterhalb der Ozeane!) bedeckt mit Krustenplatten, weswegen es exakt NULL Bewegungsspielraum auf einer konstant großen Erde für deren Bewegung gäbe.

Die Kruste hat eine geringere Dichte als der obere Erdmantel. Außerdem steht letzterer unter hohem Druck. Daher kann die Kruste nicht in den Erdmantel eindringen, weil dies dem Archimedischen Prinzip widersprechen würde.

Der obere Erdmantel ist nicht flüssig, sondern fest und mit ungefähr

300°C auch bei weitem nicht heiß genug, um Gestein zu schmelzen.

...

..

TH

Der Whirlpool-Heinzzi gaste aus:

Nein.

Am 15.06.2025 um 11:05 schrieb Olaf Schultz:

Die Wismut AG sollte man IMO richtigerweise den Folgen des II. Weltkrieges zuordnen. Es war ein sowjetischer Betrieb und fast alles Uran für das sowjetische Nuklearprogramm. Die "Umfirmierung" in die SDAG Wismut änderte daran nur wenig. Oder kurz: Uranförderung nicht für Energie aus Kernkraftwerken um die es im (Sub)Thread geht.

Natürlich wird man bei einem AKW den Heißdampf einfach über einen Bypass schicken können und den Generator dann schnell auskoppeln können. Aber warum das schneller gehen sollte als z.B. viele gemeinsam gesteuerte Wechselrichter in einem Batteriespeicher oder Solarpark, das kann ich mir nicht vorstellen. Die dürfen wohl nahe an das theoretische Maximum kommen, bezüglich geschwindigkeit der Abschaltung, und eventuell in wenigen Perioden des Wechselstroms offline gehen, wenn man das möchte.

/ralph

Du hast -- dank Themenwechsel -- zweimal recht. Erstens sprach ich nicht über eine Schnellabschaltung sondern die normale Lastfolge und zweitens über Großkraftwerke im Mittellastbetrieb. Natürlich ist kleine Elektronik erheblich schneller.

Am 14.06.2025 um 22:35 schrieb Sieghard Schicktanz:

Ich nehme an, Du meinst dieses Projekt:

formatting link
Die Seite habe ich auf die Schnelle gefunden, weißt Du zufällig mehr, also ob das nur eine Idee ist, oder ob tatsächlich daran gedacht wird, das auch umzusetzen?

Der "originalere" Artikel hier stammt von Ende 2020 gibt zu konkreten Pläne auch nicht viel mehr her.

formatting link
Holger

Warum sollte eine Lastfolge für einen Inverter schwieriger sein als für ein AKW?

Die "kleine Elektronik" skaliert mittlerweile bis weit über die Größenordnung klassischer "Großkraftwerke" hinaus.

Die größten Batteriespeicher haben z.B. um die 2 oder 3 TW, das ist nicht wenig, und mehr als die meisten AKWs haben.

/ralph

Sorry, natürlich GW, ich beschäftige mich tagsüber zuviel mit Festplatten ;)

formatting link

Join the Discussion

Have something to add? Share your thoughts — no account required.

Didn't find your answer?

Ask the community — no account required