Bootstrapping

Sep 11, 2024 Last reply: vor 1 Jahr 206 Replies

Am 11.09.24 um 20:25 schrieb Sieghard Schicktanz:

Na, sind wir mal nicht päpstlicher als der Papst. ;) Jedenfalls hab' ich mir die Übersetzung doch nicht erträumt?

Einleuchtend. Und nun sag' mir mal, was das mit diesem Schaltungsprinzip zu tun haben soll. Da wird doch nichts "gerettet" oder überhaupt erst möglich gemacht. Der Verstärker funktioniert ohne genauso, ist nur mit Bootstrap kurzzeitig höher aussteuerbar (bringt impulsmäßig bis 150% der normalen Augangsleistung, wenn man den Angaben in manchem Datasheet glauben kann).

Mehr dürfte auch keinen Sinn ergeben. Was soll ein Leistungsverstärker mit einer Spannung von ein paar 100V anfangen, die mit ein paar mA belastbar ist?

Immer noch?

Stiefelfalle könnte ich verstehen, wenn man fehlerhaft nach statt vor den s abtrennt. Boot ist auch der Kofferraum, aber dann bleibt das s übrig.

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Ja kennt Ihr denn alle Euren Münchhausen nicht mehr?

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Am 11.09.24 um 20:39 schrieb Bernd Mayer:

Bist du sicher? "MKTA-C" klingt mir eher nach "MKT". Und "250VDC" auch nicht gerade nach bipolarem Elko. Mal abgesehen davon: Wie groß wäre einer mit diesen Daten?

Jedenfalls absolut sinnfrei, an dieser Stelle einen Elko einzusetzen. Weiß man, was der von der vorhergehenden Stufe an Gleichspannung kriegt? -- "Um an die Quelle zu kommen, muss man gegen den Strom schwimmen." (Konfuzius)

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Hi Hartmut,

Bevor der Feuerwehrmann ausrückt zieht, hüpft er in seine Stiefel. Das steht sinnbildlich für alle vorbereitenden Startvorgänge, egal ob das nun ein Hochlaufen einer Spannungsversorgung, die Inizialisierung eines FPGA oder der Start eines Betrübsystems ist. Oder ein Bootcamp, das ein neues Team erst einmal zusammenschweißen soll, bevor es zum Einsatz geht. Nachdem nun der Begriff des Booten hoffentlich geklärt ist, was das mit Stiefeln zu tun hat, nimmst den Strap. Das steht für eine Umreifung, bekannt bei Paketen, Oberschenkel bei diversen Damen, Felgenbänder, die Stahleinlage beim Fahrradreifen ... Beim ETEC-Bootstrap muss zuerst durch diesen Strompfad einmal Strom fließen und der Kondensator einmal geladen werden. Erst dann ist die Schaltung wirklich funktionsfähig.

Sooo schwer fand ich das jetzt nicht abzuleiten

Marte

Am 11.09.24 um 23:04 schrieb Marte Schwarz:

Ich schon. ;) Das fuktioniert nicht, wenn der C einmal geladen wird. Der gibt in jeder positiven Halbwelle seine Ladung ab und kriegt in der nächsten negativen eine neue. Deshalb will mir das Idiom "Bootstrap" nicht in den Kopf.

Am 11.09.24 um 20:10 schrieb Michael Schwingen:

Ohoooo, was man so alles "bootstrapping" nennt ...

Am 11.09.24 um 22:13 schrieb Hartmut Kraus:

Hallo,

ich vermute stark, wenn Du einem Kollegen von einem Verstärker mit Ladungsfalle erzählst, dann wird der bei Interesse nachfragen was Du damit meinst.

Mein Wörterbuch am PC (dict) gibt zu bootstrap keine Ladungsfalle her.

"Selbstladend" wird als Computerjargon ausgegeben und in der Elektronik "Hochlaufgeber" für einen Sägezahngenerator oder Integrator.

Hochlaufgeber finde ich auch lustig.

Man könnte genauso fragen, was das Starten eines Computers mit einem Stiefel zu tun hat. Oder man kann den passenden Begriff einfach verwenden.

Gehörst Du zur Generation W?

Bernd Mayer

Am 12.09.24 um 00:42 schrieb Bernd Mayer:

Wer ist denn das schon wieder? ;)

Bipolarer Elko am Laustsprecher bzw Kopfhörerausgang Wird oder wurde oft so gemacht. Lebenszeit ist begrenzt, aber bis zum Ende der Garantie gehts.

w.

Bootstrapping hat im Englischen die Bedeutung von "sich selbst aus dem Sumpf ziehen" wie weiland Till Eulenspiegel.

w.

Hi Hartmut,

Wenn das so dünn ausgelegt würde, dann ja. Typischerweise legt man den aber so aus, dass er niederohmiger aufgeladen, als entladen wird.

Marte

Hi Helmut,

Auch wenn diese Story im Internet zu finden ist, halte ich sie für wenig wahrscheinlich, dass sie ursprünglich Pate stand.

Marte

Hi Helmut,

Doch eher MKT. Die hohe Spannung und MKT, weil man zwingend Kapazitätsänderungen über die Signalhöhe vermeiden möchte, weil das Klirr nach sich zöge.

Wenn ichs recht verstanden hatte, am Eingang. Sonst käme man auch mit

1µF nicht weit.

Die Teile sind weder thermisch noch spannungsmässig belastet. Das hält, solange es nicht schimmelt.

Marte

Am 12.09.2024 um 09:37 schrieb Marte Schwarz:

Irgendwie verstehe ich die ganze Diskussion nicht. Der Begriff "Booten" in der Elektrischen Datumsverarbeitung stammt ja ursprünglich auch von "Bootstrap" und mein selbstverständlich einen Stiefelriemen, das ist doch völlig unstrittig.

Am 12.09.2024 um 08:38 schrieb Helmut Wabnig:

Als Fast-Möllner dachte ich bisher immer, das wäre eine der Erzählungen des Barons Münchhausen, aber so kann man sich täuschen...

Bernd

Am 12.09.24 um 09:45 schrieb Marte Schwarz:

Hm, also hier die Standard-Applikation aus dem Datasheet (die Platine sieht nicht viel anders aus, außer eben einer haarsträubenden Masseführung): ;)

https:/hkraus.eu/hk/app-typisch.jpg

Genau. Es handelt sich um C1. (Hab' schon ein bisschen mit LTSpice simuliert - das Ding soll wie gesagt die Bass-Endstufe werden) ...

Also: C1 bildet mit R1 einen Hochpass, deshalb möchte er schon groß genug sein. Aber 1µF und 22kΩ ergeben eine untere -3dB-Grenzfrequenz von 7,23 Hz, damit kann man schon zufrieden sein. ;)

Aber welche Kapazitätsänderung über die Signalhöhe (0...300mV) könnte da von Belang sein, dass sie einen nennenswerten Klirr erzeugt?

Da wäre ich mir bei Elkos nicht so sicher, erst recht nicht bei bipolaren. Brauchen die nicht wenigstens ein bisschen Spannung in beiden Richtungen, um die Formatierung zu erhalten?

Am 12.09.24 um 09:54 schrieb Eric Bruecklmeier:

Na gut, bin inzwischen überzeugt. ;) Zum ersten Mal las ich was von diesem Schaltungsprinzip in der Zusammenlötanleitung für einen ganz ähnlichen Bausatz (beim großen blauen C gekauft, als die noch moderate Preise hatten, sogar in München im Tal, also schon etwas länger her). ;) Weiß nun nicht mehr, ob ich mir oder gar der Verfasser dieser Anleitung "Bootstrap" als "Ladefalle" übersetzt haben, so fand ich's jedenfalls sinnfällig. ;)

Gut fand ich allerdings den Hinweis in der Anleitung, man möchte bitte sorgfältig arbeiten, denn "Basteln ist keine Akkordarbeit". ;)

Am 12.09.24 um 09:35 schrieb Marte Schwarz:

Na gut, stellen wir das "Problem" erst mal hinten an. ;) Hier stehen nämlich andere an. Hier der Vorschlag aus dem Datasheet für die Brückenschaltung:

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Bestechend einfach, aber so funzt es leider nicht. Hab' erst mal den nichtinvertierenden Teil aufgebaut. Der arbeitet leer ganz gut, aber schon mit ein paar dicken Widerständen als Last dran spielt er verrückt. Bei kleinen Signalpegeln nicht, komischeweise auch voll augesteuert nicht:

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Ja, wirklich 20V RMS auf 4Ω gegeben, das sind ehrliche 100W Asugangsleistung, also die Kühlkörper sollte man nicht unbedingt anfassen. ;) Da fängt's schon an zu begrenzen, aber das ist ok. Nur bei Ausgangspegeln so zwischen 8 und 15V (RMS) spinnt's rum:

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Was ist da los? Bin dankbar für jeden zielführenden Fehlersuchhinweis!

Hi Hartmut,

Wenn man 0,0000...x % Klirr anstrebt, dann ist den Goldöhrchen alles zuwider, was Nichtlinearitäten erzeugen würde.

Das ist aber ziemlich sicher kein Elko. Und selbst bei Elkos ist es recht unkritisch, solange sie nicht heiß werden. Ich hab noch Elkos von den Achzigern im Sammlerbestand, die allesamt noch gut sind.

Marte

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