Reichelt greift an...

Nov 13, 2011 482 Replies

Horst-D.Winzler :

In den U.S.A. wird "Fair Use" als Rechtsprinzip vehement verteidigt.

Am Thu, 24 Nov 2011 13:35:39 +0000 schrieb Ewald Pfau:

Und wo man wirkliche Küstler höchstens mal aus versehen präsentiert bekommt. Wenn man die erleben möchte muß man schon zum Auftritt bzw. Konzert hin ... traurig, wenn die ganzen VoMu-Schlager-Zombies den Bildungsauftrag der Öffentlich-Rechtlichen ausfüllen sollen - örks.

Marc

Am 24.11.2011 16:01, schrieb Marc Santhoff:

Und je mehr Geld die ÖR kassieren um so öder deren Sendungen. Was beweist, das es Geld insbesondere viel Geld auch nicht macht. Fazit, das System hat sich überlebt. Die sog. Grundversorgung hat sich zu einer untergrundigen Versorgung entwickelt.

mfg hdw

[...]

Klar. Doch genauso wie ich nie sagen wuerde "Sollen die Musiker doch alle auf Tournee gehen oder eben Konditor werden" wuerde ich nie sagen "Sollen doch alle alle Ingenieure Freiberufler werden". Man muss nicht dafuer geboren sein, aber das liegt es bei weitem nicht jedem.

Gruesse, Joerg http://www.analogconsultants.com/

Und genau das halte ich fuer verwerflich.

Nein. Siehe Kommentar oben.

Nonsense. Ich finde es nur falsch dass der Staate Eigentumsrechte wegnimmt. Und das hat er getan.

Gruesse, Joerg http://www.analogconsultants.com/

Am Thu, 24 Nov 2011 16:30:20 +0100 schrieb horst-d.winzler:

Eine Behauptung beweist erstmal nicht viel, aber ich finde auch, daß der Selbstversorgerstall ÖR mal ausgemistet gehört. Aber solche Verallgemeinerung paßt hier nicht.

Das mag so aussehen, wenn man nur immer die Top-Programme betrachtet, beim TV 1. und 2. In den Seitenablegern und Spartenkanälen können die ÖR schon, aber scheinbar trauen sie sich nicht für's breite Publikum im Abendprogramm.

Da freut man sich darauf, daß die Gebühren demnächst als Steuer erhoben werden, vielleicht wird dann alles besser. ;)

Marc

Wenns dich interessiert:

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Und dann hat der Endnutzer hier noch nicht einmal das Recht, nach belieben Musik aus dem Internet zu laden. Und bei YouTube werden immer mehr Videos für DE gesperrt.

mfg hdw

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Was kommt als naechstes? GEMA-Steuer auf Klosettpapier weil man da Noten draufkritzeln koennte? Oder auf Zahnpasta weil man durch die frisch geputzten Zaehne ein Liedchen nachpfeifen koennte?

IMHO geht das alles voll in die falsche Richtung. Was mich wundert ist der fehlende oder zumindest viel zu leise Protest gegen solchen Mumpitz.

Gruesse, Joerg http://www.analogconsultants.com/

Am 24.11.2011 18:10, schrieb Marc Santhoff:

Da stimme ich dir zu, es gehört nicht hierher. Was aber durchaus auch hier nicht falsch ist, ist die Generierung von Geld für die ÖR durch den Begriff des "Neuartigen Radios" für Pcs.

Das läßt sich einfach regeln. Die ÖR, so sie für ihre Sendungen/Angebote Geld sehen wollen, sollen sie verschlüsseln. Also ein zeit- und marktkonforme Lösung. Wer deren Lesitung haben will, kann dann selbst entscheiden ob er sie, zumindest für den Preis, will. Wo wäre dann das Problem?

mfg hdw

Joerg, wir habe hier in DE ein immer umfassenderes Problem, das unter der Vorstellung recht gut charakterisiert werden kann, andere seien fürs eigen "Glück" in die Pflicht zu nehmen. Drückt sich unter anderem auch so aus: "Ich habe ja das Recht..." Darum ist es an der Zeit, öfter mal an den Umstand zu erinnern, das Menschen zuerst einmal selbst sehen müssen, wie sie klar kommen bevor sie von anderen etwas verlangen.

mfg hdw

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Joerg, es gibt schon Protest. Selbst die großen Musiklabels kritisieren inzwischen das Verhalten der Gema. Insbesondere mit Hinblick auch auf YouTube. So wie bei uns die Politik funktioniert, ist keine Besserung zu erwarten. Ich wage sogar zu behaupten, das hier die Politik nur noch dann etwas verändert, wenns garnicht mehr unter der Decke zu halten ist, ansonsten nur noch mit sich selbst beschäftigt. Das hier ein rechte Gruppe solange morden konnte, kommt ja nicht von ungefähr.

mfg hdw

Am Fri, 25 Nov 2011 07:04:36 +0100 schrieb Horst-D.Winzler:

Da werden aber viele aufschreien. Um die eigenen Angelegenheiten kümmern? Aber das ist doch anstrengend ...

Ja, ist es. Für die anderen auch.

Lutz

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Horst-D.Winzler schrieb:

ieren

u

Und schon ist die n=C3=A4chste Runde des fr=C3=B6hlichen Abkassierens ei= ngel=C3=A4utet:

Guido

Am Fri, 25 Nov 2011 06:53:34 +0100 schrieb Horst-D.Winzler:

In Riesenschritten von Thema zu Thema - aber es stimmt, die Künstlerfinanzierung und das GEMA-System war eigentlich der Kern der Diskussion.

Ich würde gern mal eine Aufstellung der verschiedenen Geldflüsse sehen, aus der auch entnehmbar bzw. wenigstens abschätzbar ist, wieviel Geld mit den ganzen versteckten Zahlungen auf Medien (Rohlinge, etc.) und Geräte erwirtschaftet wird und wo es bleibt. Dazu dann noch Quellennachweise, so daß man auch noch weiß, wer für die Einführungen dieser Zwangsabgaben zuständig ist.

Ich weiß jedenfalls, daß meine Datenträger (Musik, Filme) alle bezahlt sind. Ausgerechnet, wie viel Kohle noch für Leermedien und Geräte dazu kommt, habe ich noch nicht. Das dürfte womöglich nicht wenig sein ...

Und das alles nur, weil diejenigen, die dem Geld nachweinen, es jahrelang nicht auf die Reihe gebracht haben, ihre Geschäftsmodelle der Realität anzupassen. Ich finde die sind mittlerweile beängstigend mächtig geworden, wenn sie es schaffen, solche Regelungen in Gesetze zu gießen.

Also fallen mitsamt der Gebühren die Informationspflicht und der Bildungsauftrag weg, der Rundfunkstaatsvetrag als ganzes, wie praktisch. Und dann gucken wir alle nur noch eine Abart von Bungasconi-TV der Privaten? Im Radio werden die Werbesendungen vielleicht mal für eine eilige Katastrophenmeldung unterbrochen? Gesponsort von einem Schlauch- oder Pumpenhersteller, und wenn kein Sponsor da ist, wird man nicht informiert? Und wer sich die freiwilligen Gebühren nicht leisten kann ist eh' am Ar***, der braucht auch nicht informiert werden?

Hmmm, interessantes Modell.

Marc

So sehe ich das natuerlich auch. Wenn ich das aber geschrieben haette gaebe es jetzt Aufschreie ueber die poesen kapitalistischen Amis und so.

Was ich moralisch ablehne sind drei Dinge. Zum einen entzieht man dem kleinen Kuenstler einen Teil der Einnahmequellen, per Gesetz. Wie das wenige verbliebene Geld aus der GEMA-Steuer verteilt wird entscheide sicher irgendein Germium und der Kleinkuenstler bekommt nix. Damit leidet viel potenzielles kulturelles Erbgut indem es gar nicht erst entsteht.

Zum zweiten wird ein IMHO zweifelhaftes moralisches Verstaendnis besonders bei juengeren Leuten hervorgerufen. "Ich habe ja die Steuer bezahlt, da habe ich jetzt auch das Recht nach Strich und Faden ..."

Zum dritten bezahlen Leuten die wie ich Festplatten nur fuer echte Daten und als Backup benutzen eine GEMA Steuer die fuer sie eine ungerechte Besteuerung darstellt. Damit die frueher nicht ganz so ehrlichen Leute nun straffrei weitermachen koennen. Sorry, das ist fuer mich moralisch verwerflich.

Gruesse, Joerg http://www.analogconsultants.com/

Am 25.11.2011 15:11, schrieb Marc Santhoff:

Wieviele Künstler hat Reichelt denn unter Vertrag?

Gruß Dieter

Am Fri, 25 Nov 2011 16:24:24 +0100 schrieb Dieter Wiedmann:

Mindestens drei, siehe Impressum unter "Persönlich haftende Gesellschafterin", und gerüchtehalber soll Tante Angelika auf Hawaii einen Ukulelenkurs belegt haben, aber das zählt wohl nicht. ;)

Marc

Joerg wrote on Fri, 11-11-25 16:21:

Sehen wir uns einmal an, wo das herkommt. Aufgenommen wird seit es Radio gibt. Die ersten Sendungen wurden ausnahmlos live eingespielt, Konserven kamen erst deutlich später. Tonbandaufnahmen waren ursprünglich nicht billig, aufgenommen und eventuell kopiert wurden Unikate, nichts, was man problemlos als Massenware im Laden hätte kaufen können.

Radio war ursprünglich mit der Rundfunkgebühr bezahlt und die Produkte in demselben Sinne public domain, in dem der Begriff für Programme aus amerikanischen Hoschulen galt.

Als 1982 die CD aufkam kosteten viele Langspielplatten (nicht alle, wie bei Mode kann man mit gerade "in" seienden Designerlabels grenzenlos abkassieren) zwischen fünf und zehn Mark. Die CD war von Anfang an in der Herstellung *deutlich* billiger und die Musikindustrie versprach, darauf angesprochen, nach einer sehr kurzen Übergangs- und Einführungszeit die Ersparnis in die Preise weiterzugeben. Geschehen ist das nie.

Also ist in vieler Hinsicht nicht das Kopieren neu sondern das Kriminalisieren und das Abkassieren. Daß sich bei den derzeitigen Medienpreisen von praktisch umsonst manches verschiebt und Sachen Kopiert werden, bei denen man zu Cassettenpreisen das Original gekauft hätte, will ich dabei nicht im Abrede stellen.

Dagegen oder gegen gelegentliches Kopieren sage ich ja auch nichts.

Also ich kann mich dran erinnern dass richtig gute LPs eher um die 15DM kosteten, manche auch 20DM. Im Bereich unter 10DM gab es zumindest bei uns im Rheinland nur die Schlager und Schnulzen. Oder Nischenware die kaum jemand wollte, sowie aeltere Platten. Bei Klassik weiss ich es nicht da kaum gekauft, aber billig waren die damals auch nicht.

Allerdings bin ich definitiv der Meinung dass selbst ein zu hoch angesetzter Preis keine Berechtigung zum IP-Klau begruendet. Wer das nicht mitmachen moechte kann Kaufverzicht ueben. Tun das genug Konsumenten dann muessen die Haendler oder der Verlag mit dem Preis runter.

Ich finde es unmoralisch wenn komplette Musikarsenale von Servern oder Kumpels abgesogen werden. Mal einen Song den man nicht mehr bekommt oder so, Schwamm drueber. Aber eine komplette Stones Kollektion oder gar das gesamte CD Rack? Da hoert IMHO der Spass echt auf.

Was ich ueberhaupt nicht abkann, noch nie abkonnte, sind Kommunalstrafen. De fakto ist die GEMA-Steuer auf Datentraeger und Geraete exakt eine solche. Diesmal aber nicht vom Lehrer ausgesprochen sonder vom Staat.

Gruesse, Joerg http://www.analogconsultants.com/

Das wäre schön gewesen. ;-) Die "guten" LPs fingen bei DM 22,50 an. Aber nach oben. Später, viel später kamen LPs auf den Markt für DM 13,50. Da war die Dynamik durch einen Kompressor sehr eingedampft. Dafür war dann mehr drauf.

Später wurden durchaus bruachbare Pressungen für etwa DM 10,- vertrieben.

Klassik lag ursprünglich bei min. DM 22,-.

Das war deine "üblich" Grundsatzrede zu Moral. Nun laß uns zur Wirklichkeit übergehen. Die siehts ja nun "geringfügig" anders aus. Da kann es passieren, daß das aus der Ferne gesehene blütenweiße Wams des Prinzen aus der Nähe betrachtet, häßliche Flecken aufweist. Halt wies Leben nunmal ist. ;-)

mfg hdw

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