Am 22.11.2011 12:16, schrieb Uwe Hercksen:
Je beliebter die Kompositionen sind, um so mehr werden sie vermutlich von Sängern zwecks Gelderwerb vorgetragen. Dann wären Tantiemen fällig. Das ist doch Konsens.
Am 22.11.2011 12:16, schrieb Uwe Hercksen:
Je beliebter die Kompositionen sind, um so mehr werden sie vermutlich von Sängern zwecks Gelderwerb vorgetragen. Dann wären Tantiemen fällig. Das ist doch Konsens.
Uwe Hercksen schrieb:
Vor Publikum komponieren.
HTH, Holger
Am 22.11.2011 01:13, schrieb Joerg:
Und die haben dann auch alle Geld an den Urheber gesendet?
Am 22.11.2011 12:49, schrieb Horst-D.Winzler:
Ich bevorzuge Strandkörbe.
Gruß Dieter
Am 21.11.2011 20:23, schrieb Joerg:
Aber nicht für die Umwelt.
Dazu müssten erst einmal geistige Tätigkeiten vorliegen. Wenn diese wirklich vorliegen, dann gibt es auch noch genug Kundschaft.
Am 22.11.2011 12:53, schrieb Horst-D.Winzler:
Er wird dann auch ein wenig mehr Auftragsarbeiten erledigen dürfen.
Also schrieb Joerg:
Pauschale Vergütung.
Ähm, Musik(-CDs/Downloads): Zu 99% nein. Digital Restrictions Management hat sich nicht durchgesetzt. Zum Glück. MP3s sind heutzutage nur noch oft mit Wasserzeichen versehen.Anders bei DVDs (Filmen): die sind zu 99% mit CSS "geschützt", was hierzulande schon(=immer noch) als wirksamer Kopierschutz gilt.
Nein. Vorausgechickt: IANAL. Ich versuche da mal kurz zusammenzufassen, soweit ich das verstanden habe; nagel mich nicht auf Details fest... :
Erlaubt:
1) CD ausleihen (von $FREUND/öffentlicher Bibliothek/...) und für sich selbst (und persönlich verbundene Personen) eine Kopie machen 2) einen Dritten eine solche Kopie gegen Aufwandsentschädigung (vulgo: Materialersatz) herstellen lassen 3) Musik von legal erhaltener Kopiervorlage ( siehe 1) ) an persönlich verbundene (! "persönlich verbunden" ist nicht jeder Dahergelaufene im Netz!) Personen weitergebenNicht erlaubt (zivilrechtlich verfolgbar):
- Musik aus unbekannter/öffentlicher (=nicht persönlich verbundener) Quelle herunterladen
- (GEMA-geschützte) Musik öffentlich zum Download anbieten; selbst Fabriziertes darf man freilich anbieten.
Strafbar:
- "Technisch wirksamen" Kopierschutz umgehen
- Gewerbsmäßiges Anbieten von (kopierter!) Musik ohne Erlaubnis, und diese Schwelle ist schnell erreicht. Hingegen: vom Urheber selbst in Verkehr gebrachte Vervielfältigungsstücke (also: Original-Tonträger) dürfen freilich weiterverkauft werden, auch gewerbsmäßig. Da hat der Urheber/Inverkehrbringer nix mehr mitzureden, seine Rechte an dem Vervielfältigungsstück sind mit dem Inverkehrbringen erschöpft.
Solange es jeweils persönlich verbundene Personen und einzelne Vervielfältigungsstücke sind: ja.
Das fällt für mich unter "kulturelle Errungenschaft". :) Seit Menschengedenken haben Menschen ihr jeweiliges Kulturgut unentgeltlich untereinander weitergetragen. Ganz früher durch mündliche Überlieferung(und ausgefeilte Merktechniken), dann schriftlich, seit ca.
200 Jahren fotografisch, seit gut 100 Jahren durch akustische Aufzeichnungen...
Klar, wie konnte ich vergessen :-)
Mal den Teufel nicht an die Wand. Das hatten wir doch gerade in Berlin und in Oakland scheint es auch nicht mehr weit weg zu sein.
Samstag wenn Heimwerkerprojekte anstehen hoere ich meist Lokalsender im Radio. Bluegrass, etwar Rock, auch Mexikanisch. Da ist dauernd was neues bei, manchmal wird auch was vorgestellt wo das Album naechsten Monat rauskommt und so.
Lassen wir doch mal einen Rechtsanwalt zu Wort kommen:
In alemannischen Zimmern ist die durchschnittliche Zahl der CD IME nicht viel unterscheidlich von hier. Ergo ...
Region Codes bei CD? Wie soll das denn gehen.
Bei DVD gibt es die, aber die meisten Leute bekommen davon nichts mit weil nur wenige richtig mehrsprachig sind.
Richtig. Aber ... Brauchen != Wollen
Wenn dem nicht so waere koennten >95% aller Industriebetriebe dichtmachen und die Arbeitslosigkeit waere allseits bei knapp 100%.
Dann frage mal heutige Studenten wieviele sie kaufen und wieviele sie brennen.
Das wuerde ich so nicht unterschreiben. Ich glaube kaum dass Du z.B. im London von vor 150 Jahren wohnen wolltest. Wo man sich im Winter die Lunge raushustete und die Leute mit 40 an einer "unheilbaren Krankheit" starben.
Mache mal Eure Kuenstler nicht kleiner als sie sind. Deutsche Kabarettisten haetten Weltruf wenn mehr Leute die Sprache koennten, die sind richtig gut. Ich kann mir kaum vorstellen dass ausgerechnet die moderne Musik keinen aehnlichen Pool an Talenten hat. Nur kommt da in letzter Zeit IMHO nicht die Welt.
Kraftwerk, Scorpions, Mann das waren noch Zeiten ... "Kraut-Rock" war auch in Amerika richtig beliebt und die Stuecke von vor 20, 30 Jahren sind es immer noch.
In diesem Link geht es um lebend Künstler. Über bereits gestorben, insbesonders wenn sie schon einige 100 Jahre tot sind, sagt er nichts. Leonardo ist aber bereits über 492 Jahre in absentia.
Am 22.11.2011 16:40, schrieb Joerg:
Was hat das jetzt mit aussterbenden Handwerksberufen zu tun?
Wie schon gesagt: Wenn der/die Künstler wirklich gut ist/sind, dann gibt es auch noch genug ehrliche Kundschaft.
Von den 20c pro CD duerften nach Abzug von "Verwaltungskosten" und dergleichen nichtmal 10c bei Autoren ankommen. Wie sollen die denn alle davon leben? Eine riesige WG gruenden und nur noch von Bohnen aus der Dose leben?
Sorry, ich meinte den rechtlichen Schutz. Technischer Schutz ist bei Musik-CD nicht wirklich machbar, allein schon wegen der ganzen "Legacy Player" nicht.
Damit steht dem Missbrauch Tuer und Tor offen. Denn nichtmal ein Richter koennte sich anmassen festzulegen wer Freunde, gute Freunde, nicht so gute Freunde sind.
Deshalb verstehe ich nicht warum z.B. Michael die Spenden und den Wiederkauf von DVDs ueber den Hospizladen fuer unmoralisch haelt. Einen Gebrauchthandel darf man nicht unterbinden, es sei denn der Kaeufer haette eingewilligt.
Nun, sehr gesellige Schueler koennten sich dann auf den Standpunkt stellen dass ihnen alle ihre Klassenkmaeraden und auch die von der 7a,
7c und 7d sehr persoenlich verbunden sind :-)
Frueher konnten sie aber auch eintraeglich von ihren kuenstlerischen Faehigkeiten leben. Es gab noch keine 16x Brenner, die Firma Xerox gab es nicht, und auch keine CNC Msachinchen. Ich hatte mal waehrend eines Fluges bei einem technischen Problem mitgeholfen. Als Dank schenkten mir die Flugbegleiter eine (urheberrechtlich abgesegnete) Kopie eines Oelgemaeldes was in dem Duty Free Heftchen angeboten wird. Das sah aus wie ein Original, war aber von einer Maschine gemalt. Sowas ging vor 200 Jahren nicht.
Heiko Lechner :
ww> Und die haben dann auch alle Geld an den Urheber gesendet?
"Urheber" ist ein reichlich künstliches Konstrukt im Zusammenhang der Musikausübung, dazu muss man gesellschaftlich gesehen erst einmal so etwas wie einen Glauben an einen Geniekult etablieren, um diese Rolle in solcher Breite zu rechtfertigen.
Ansonsten spielt derjenige, der spielt, das, was er sich zum Spielen zurechtlegt, oder klaut etwas, was sich jemand anderes für seine Zwecke zurechtgelegt hat. Das wird dann nicht so heiß gegessen, wenn die faktische musikalische Praxis als im Vordergrund stehend wahrgenommen wird.
Man wird aber kaum erwarten können, dass der existierende Verwertungsbetrieb für die verwaltungstechnische Massenabfertigung sich je von so einem verquasten Begriff mit hochromantischer Anknüpfung des Verständnisses menschlicher Existenz noch emanzipieren wird.
Eher findet sich das in anderen Lebensbereichen wieder, um die eigentlich verblichene Arroganz dero nachmalig unrühmlichen Exzellenzen nicht darben zu lassen. Da clustern sie dann auch noch kräftig - als ob das gegen romantischen Kleister hülfe.
Den Hang zur Zentralisierung, der damit unweigerlich einhergeht, kann man als Motivation unterstellen, aber man kennt das ja auch hier beim Wandeln zum Strome, wo das Clustern eine gewisse Gewähr für Kontrolle und Interessensmaximierung abgibt.
Aber hat da jemand nach bunter Vielfalt des kulturellen Lebens gefragt? Gar noch, dass dies einer Produktivität immens zuträglich sei?
Die Beschreibung von Strukturen, von sozialem Klima und derlei, trägt leicht um einiges mehr, als die von Gallionsfiguren, nur kann man eben mit letzteren, also mit Identifikationsgestalten, Leute leichter an der Nase herumführen.
Joerg :
Die Hirnwindungen sind in dem Theater dermaßen mit Hysterie verstopft, dass schon nicht mehr wahrgenommen wird, wie absurd das ist: In dem Fall straft sich das Märchen tatsächlich als ein solches, Lügen, als da eben dies im relevanten Detail mittlerweile erwiesen ist - da, wo munter Filesharing betrieben wird, werden auch mehr Tonträger abgesetzt.
Tante Emma kann in dieser Skizze nach dem "Verlust" von einer Tafel, statt mit nurmehr 19, hinterher mit 25 rechnen, die sie "hat". So schaut die Wirklichkeit mit abgestandenem Geschmack aus, wenn mit verqueren Analogien Politik gemacht wird. Das geht aber noch viel weiter: Etwa, dass Kreativen dann untersagt wird, sich ein Publikum zu finden, ist die Konsequenz, wie die deutsche GEMA seit einiger Zeit einen Stellungskrieg gegen Youtube führt.
Man darf dabei mit im Hinterkopf behalten, dass die GEMA Einnahmen in der Größenordnung von knapp 10^9 FRZ verwaltet, und die hauptsächlich den Arrivierten plus deren Erben zugute kommen, die ihr Terrain und erträgliches Einkommen vehement (auch gegen entsprechende Änderungswünsche zu Statuten des Vereins) gegen weniger arrivierte Zeitgenossen verteidigen.
Mich befremdet da zudem der Kunstbegriff von "immateriellen Gütern" - wenn es je einen Reichtum über das Teilen von symbolischen Markierungen gibt, dann nur, weil diese eben gepflegt und weiter ausgetauscht werden, wodurch erst ein Begriff von Existenz sinnvoll wird, auch als etwas, das man im Sinn eines Habens anhäufen kann. Ansonsten ist das wertlos, peripher, unnütz.
Maßgeblich ist, die Pflege und den Austausch zu ermöglichen. Das kann man nicht per stupider Übertragung der Gedankenmodelle und gesellschaftlichen Institutionen, die sich der Mensch zur Organisation von Knappheit gegeben hat. Das mutiert zu einem Verhaltensmuster von feudaler Genugtuung, damit kann man solch geteilten Reichtum eine Zeitlang ausbeuten, imperial und exklusiv, danach aber trocknet dieser über kurz oder lang aus. Und kurz bevor so etwas kaputt ist, geht dank Unfähigkeit zu kategorial korrekter Einschätzung nochmal das Hauen und Stechen los, mit Borniertheit bis zum Schluss ist zu rechnen.
Um das in eine Dimension zu fassen: all die Pop-Musik die den Planeten nach westlicher Prägung überschwemmt, stellt vornehmlich eine Ausbeutung der Resourcen dar, die mit der Epoche der europäischen Klassik etabliert wurden. (Das ästhetische Empfinden davor oder weit anderswo wich oder weicht gravierend von diesem Muster ab.) Zuletzt wurde das mit Verfügbarkeit der entsprechenden Medien vor knapp 50 Jahren zur epochalen Erfolgsgeschichte.
Seitdem dümpelt das dahin, als riesiger Massenbetrieb mit entsprechenden Erfolgserwartungen - und da, auf der Ebene, kommt nix Essentielles mehr nach.
Aber die Verwertungsmechanismen laufen seitdem zunehmend Amok.
Seit kurzem wird auch noch die Masche "für immer jung!" aufgelegt, das Verfallsdatum sukzessive adaptiert, um Rechte nicht verfallen zu lassen. So pervers ist das.
Man könnte auch Denkfaulheit dazu sagen, wenn es nicht so arg wäre.
Man könnte aber auch die Parallele ziehen zu einer ähnlich miserablen Analogie mit verwandten Denkfiguren, die noch ärgere Konsequenzen hat - das Wirtschaften unter gesellschaftspolitisch verfasster Ägide gleichzusetzen mit dem Wirtschaften von Privatpersonen. Nein, durch Sparen erzielt man da keinen Reichtum. Da ist ein Kategorienfehler in den Windungen, genauso ähnlich im Schlepp von Gier nach feudaler Genugtuung, die lieber den Ast absägt, auf dem sie selbst sitzt, als einmal einen Denkvorgang zu riskieren, wenn machtvolle Gesten, von repräsentativer Ebene aus gesehen, gar so billig zu haben sind.
Du schriebst dass der Wandel fuer die Umwelt nicht so gesund war und ich wollte lediglich entgegnen dass er es in vielen Gebieten war.
Weniger als erhofft. Ich habe Leute getroffen die ansonsten einen bodenstaendigen und grundehrlichen Eindruck machen, doch wenn es auf das Thema Musik kam hatten die keinerlei Skrupel aber auch alles zu brennen. Wurde ja vom alemannischen Gesetzgeber "genehmigt".
Joerg schrieb:
Und heute ist es eben Rammstein (nicht unbedingt mein Geschmack). Hab=20 mir mal mit einem Internetradio ein paar amerikanische und britische=20 Rocksender angeh=C3=B6rt. Auf je einem amerikanischen und einem schottisc= hen=20 Sender begegnete mir dann tats=C3=A4chlich auch Rammstein, und der=20 schottische Sender behauptet ein "classic rock"- Sender zu sein. Das kam =
denn doch etwas unerwartet f=C3=BCr mich. =C3=9Cbrigens bin ich beim scho= ttischen=20 Sender geblieben, gerade abends kommen da Songs, die ich im deutschen=20 Radio seit Jahren nicht geh=C3=B6rt habe oder auch mal Konzerte.
Guido
Joerg wrote on Tue, 11-11-22 16:26:
Sicher? Ich muß zwar durchaus Amifilme öfter mal ein Stück zurückspulen und mit Untertitel nochmal hören, weil ich die Aussprache einfach nicht verstehe, aber so oft ist das auch wieder nicht und echte Briten dürften weniger Probleme haben. Bei Quebeckies und französischen Filmen dürfte es ähnlich sein, bei Spanieren vs. Mexikanern auch.
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