Aufkommende große Enttäuschung nach dem Beginn des Studiums

Nov 02, 2007 276 Replies

Hi,

Hey, Du ahnst nicht, wie ähnlich wir uns zu sein scheinen. Wirf mal einen Blick auf meine Internetseite. Aber zur Erklärung gern das Wesentliche: Ich habe in der Tat vor knapp

30 Jahren meinen Kopf durchgesetzt (keine Lust auf Studieren, aber darauf, schnell und gut Geld zu verdienen) und das hat auch einige Jahre richtig gut funktioniert (Eine Entwicklung in der eine Woche Arbeit steckte, sicherte mir für ein paar Jahre ein brauchbares Grundeinkommen:-) Aber dann fingen die, die schön brav die Vorlesungen abgesessen hatten, an, mich in Sachen Erfolg zu überholen, während ich Mühe hatte, mich über Wasser zu halten. Jetzt bin ich in der Qualifikation wieder gleichauf und das ist ein gutes Gefühl, aber die große Karriere in der Industrie oder gar eine in der Forschung (bei der man dann vielleicht mit dran arbeiten könnte, ein paar alte Ausbildungszöpfe neu zu frisieren), das ist heute nicht mehr drin. Und trotz meiner Qualifikation bin ich auf dem Markt nur einer von vielen, der versucht gegen Offshore-Angebote mit unglaublich niedrigen Stundenpreisen anzukommen. Ich weiß also, wovon ich rede. Der Witz ist aber: Ich würde zwar, wenn ich die Uhr zurückdrehen könnte, einiges anders machen, aber ich würde mich dabei nicht in einer Standard-Industriekarriere sehen (Ein paar Jahre Forschung/Entwicklung, dann "Vertriebsingenieur" (=gut bezahlter Handelsvertreter)). Geld ist halt doch nicht alles.

Ein guter Grund, durchaus. Du mußt Dir nur ím Klaren drüber sein, daß es keine Garantie auf einen lebenslang sicheren Arbeitsplatz gibt. Ganze Branchen verändern sich, Berufe verschwinden sang und klanglos (bei den Schriftsetzern gabs noch einige Aufregung, aber sie waren wohl nicht die Letzten), und niemand kann vorhersagen, ob sein Lieblingskonzern nicht nach der Buchhaltung und dem Marketing auch irgendwann das Management nach Osteuropa verlegt...

Kurz und gut: Ich denke, daß Du mit WI nicht falsch liegst, wenn Du Geld verdienen willst, das schrieb ich ja schon. Aber wenn Du forschen willst, mußt Du früher oder später an die Uni und es wird dich in jedem Fall Zeit kosten. Jedes Jahr, das Du älter wirst, bevor Du dich bewirbst, bringt dich aber weiter in Rückstand gegenüber den anderen Bewerbern.

Du wirst Dich also entscheiden müssen, zwischen Deinen Forscherambitionen und dem Versuch, irgendwie noch die Tür zu einer Führungsposition in der Industrie aufzukriegen. Der schon angesprochene MBA wäre beim Letzteren nicht verkehrt. Der kostet allerdings überall kräftig Geld (da lacht man über die 500 Euro Studiengebühr). In Deggendorf wird man dafür dann allerdings "ziemlich verwöhnt" und kann das recht locker nebenberuflich machen.

Gruß Michael Kutscher

www.kutschersoft.de

Peter Meister schrieb:

Schon klar, aber findest Du das etwa auch noch gut?

Gruß Henning

henning paul home: http://home.arcor.de/henning.paul PM: henningpaul@gmx.de , ICQ: 111044613

Zieh ein technisches Studium durch, immer im Wissen, daß das, was Du dort lernst, ein Ansatz ist, aber keineswegs automatisch dafür sorgen wird, daß Du im Beruf auch gut bist. Hochbegabt oder nicht, was gesucht wird, sind Praktiker, die auch über den Tellerrand sehen können, die auch in anderen Disziplinen als dem eigenen Fach Grundkenntnisse haben.

Ralph.

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Gibts nicht. Allerdings kommt ein guter Elektrotechnik-Ingenieur dem schon ziemlich nahe. Für meine beiden bisherigen Anstellungen war ich bei genau zwei Vorstellungsgesprächen, und ich mag mich eher als Durchschnitt bezeichnen.

Ralph.

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Naja, eigentlich nicht. Aber was soll ich dauernd gegen den Strom schwimmen? Mit dem richtigen Produkt zur richtigen Zeit k=F6nnte man sicher Millionen verdienen und gigantsisches Ansehen erlangen. Ich pers=F6nliche setze dann doch lieber auf ein mittleres bis h=F6heres

5stelliges Gehalt, dass ich daf=FCr sicher und regelm=E4=DFig habe.

Peter

Full ACK!

Ich hatte bereits erw=E4htn dass ich h=F6llischen Respekt vor Ingenieuren habe. Zum Beispiel Br=FCckenbauer. Vielleicht ist das nur ein ganz primitiver Job, aber ich bin beeindruckt von solchen Leuten bzw. von dem was sie erbauen.

Vermutlich weil du einen Skill hast, der dich recht gut dastehen l=E4sst und den Anrufern den Eindruck vermittelt, dass nur du deren Problem l=F6sen kannst. Leider kann man seine Karriere nicht so planen dass man als Ingenieur zuverl=E4ssig genau diesen Status erreichen kann.

Peter

Ich wollte eigentlich nur w=E4hrend des Studiums forschen wollen. Einmal so richtig tief reinblicken k=F6nnen (in Chemie habe ich das schon getan, um festzustellen dass es sch=F6neres als Chemie gibt) um sp=E4ter zu wissen was man f=FCr die kommenden Jahre arbeiten will.

Ich habe so eine gewisse Abneigung mich auf ein einziges Fach festzulegen. Der Idealzustand des Grundstudiums w=E4re f=FCr mich aus meiner Sicht ein Kombistudium aus Elektronik/Informationstechnik, IT und Betriebswirtschaft =FCber sch=E4tzungsweise 5 Jahre. Aber nicht blo=DF mit 24 SWS! Man m=FCsste sozusagen gleichzeitig den Bachelor of Arts, of Engeneering und of Science machen k=F6nnen (das ist laut irgend so eines Beh=F6rdenakts aber innerhalb eines Studiengangs kategorisch in Deutschland ausgeschlossen) und sich im Rahmen eines Master-Studiums w=FCrde man sich dann die tats=E4chliche Spezialisierung holen.

ei

Dieser Hinweis ist in der Tat sehr hilfreich. Zieh ich das Studium turbom=E4=DFig mit Pr=E4dikatsabschluss durch bin ich zwar hoch angesehen bei den Personalern, ich habe aber quasi null Zeit etwas zu forschen. Da muss ich wirklich mal dr=FCber nachdenken.

Wie w=FCrdest du eigentlich denken wenn du noch =E4lter w=E4rst, ich sage mal 40. Ich frage weil ich irgendwann so alt sei werde und ich dann mit 40 vielleicht einen MBA "nachmachen" w=FCrde.

ht.

Wer wei=DF schon was in 5 Jahren, geschweige denn in 20 Jahren, nachgefragt sein wird? Deshalb bin ich f=FCr ein breitbandiges Studium, eben um auch die Grundvoraussetzungen zu haben sp=E4ter ohne gro=DFen Aufwand in einen anderen Bereich gehen zu k=F6nnen.

Interessanter Einwand. Im 5. Semester habe ich Wirtschaftsrecht und ich wei=DF dass das ein Bereich ist, der mir =FCberhaupt nicht liegt. In dem Bereich hilft mir meine Begabung nicht.

Peter

In de.soc.studium schrieb Peter Meister :

Unüblich ist es nicht. Gut, "Putzhilfe" vielleicht nicht, aber "fachfremde Ausbildung" oder "abgebrochenes Studium" schon.

Wenn es Dir - was ich mittlerweile stark bezweifle - tatsächlich um Wissenschaft/Forschung geht, dann studier doch bitte das Fach, das Dir *inhaltlich* am Herzen liegt. Also das Fach, in dem Du *forschen* möchtest. Einen Job wirst Du dann schon finden. Und wenn Du was drauf hast, wird das auch ein gutbezahlter sein.

Felix

MS>Umgekehrt willst Du ja sicher nicht behaupten wollen, es sei ein ganz MS>besonders Gottes-Lob, sich einen Fisch ans Auto zu kleben... ... und ich bloed dachte immer, das sei ein Aquarianerverband ... (Walter Rekowski zu Martin Schoch in life.d.diskus.allgemein)

Hallo Peter,

das h=E4ngt meiner Meinung nach zu 99% am Engagement der betreuenden Lehrkr=E4fte. War hier mit "Jugend Forscht" genauso. Da wurde jedesmal abger=E4umt und das an einem neusprachlichen Gymnasium.

Wie tief kann man sinken... der Mann tut mir leid.

Gru=DF Michael

ibt es

Totengr=E4ber auch. Es gibt gen=FCgend Beispiele f=FCr krisensichere Jobs. Davon wird es in absehbarer Zeit auch immer mehr im Handwerk geben, weil das immer weniger lernen wollen.

eruf

Wenn ich so gut bin, dass pro Woche mindestens ein Headhunter anruft! Das ist eine Job-Garantie wie ich sie mir vorstelle, nicht 40 Jahre lang im gleichen Unternehmen zu arbeiten. Immer wieder einen gut dotierten Job bekommen zu k=F6nnen, das bezeichne ich als "sicher".

ern von

Funktioniert unsere Weltwirtschaft nicht gerade genau so wie du es beschrieben hast?

Die ethischen Bedenken habe ich auch, aber bevor ich st=E4ndig gegen das System ank=E4mpfe schwimme ich lieber mit. Ich bin weder 68er noch Revoluzzer. Und wenn mir es zu bunt wird mache ich es wie der hier:

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Erst Herzchirug, dann LKW- Fahrer.
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nd,

ind

Ich schrieb bereits: Ich habe Respekt vor den Leuten die das entwickeln/ produzieren. Die dazugeh=F6rigen Unternehmensprozesse m=FCssen aber auch entwickelt und optimiert werden und das Unternehmen gef=FChrt werden.

Peter

Also abbrechen kann ich auch noch! :-)

Ich will nicht vorgezeigt werden, das durfte ich in meiner (schulischen) Vergangeheit schon oft genug erleben.

Peter

rde

Was w=FCrdest du denn anders machen?

Aber es macht doch so vieles um so einfacher!

Mist!

Peter

Ich stehe mit ihm in regelm=E4=DFigen Kontakt, glaub mir, er ist gl=FCcklicher als vorher!

Peter

"Joerg" schrieb im Newsbeitrag news:y59Xi.62428$ snipped-for-privacy@newssvr12.news.prodigy.net...

Derzeit in Europa: Kaum. Das wird bereits in China gemacht.

Hier ist nur noch der Markenname und die Konsumenten.

Aber:

Die Welt aendert sich.

Man denke nur mal daran, dass derzeit hundertausende von Erwachsenen Leuten in Wall Street und Londons financial district jeden Tag meinen, zur Arbeit zu gehen. Darunter sind tatsaechlich Leute, die mal Mathematik studiert haben, und den ganzen Tag mit Aktien handeln. Die glauben, sie wuerden Geld verdienen. Die glauben, sie waeren wichtig fuer die Wirtschaft. Die glauben allen Ernstes, mit ihrem Pinguin-Anzug haetten sie Respekt verdient.

Das sind Gluecksspieler. Nichts anderes als spielsuechtige Zocker.

Und fuer jeden, der dort Geld macht, gibt es einen, der Geld verliert. Dort wird nichts produziert. Es gibt dort keine Steigerung unseres Wohlstandes. Es wird nur umverteilt. Keiner braucht MBA und MSc.

Ich glaube, derzeit merkt die Welt langsam, von was fuer Volltrotteln wir uns auf der Nase rumtanzen lassen. Die Subprime-Krise zeigt jedem deutlich, dass es in der Welt des Geldes von Dummkoepfen nur so wimmelt. Studierten Dummkoepfen an Banken. Jede Hausfrau hat gewusst, dass die Kredite faul sind. Da verschenken die Geld fuer den Hausbau, und wissen, dass ihre Bank keine Rueckzahlung bekommt. Fuer die Hausbauer ggf. doppelt gut: Bank pleite, Kredit abgeschrieben, Haus geschenkt wenns gut laeuft. Fuer das Bankenwesen fatal, denn die faulen Kredite sind ueberall vernetzt (allerdings greift der Staat ein, in dem er das Geld druckt, de facto haben also die Zockereien der Banker den Politikern die Macht ueber das Gelddrucken aus der Hand genommen, und zwingen die Politik einfach dazu, mehr Geld zu drucken, als Produktivitaet dahintersteckt, zwingen also die Politik zur Inflation, man sieht es deutlich am Dollarkurs was in den letzten Jahren dort alles verzockt wurde).

Es wird noch ein bischen dauern, bevor auch Politiker merken, dass man die infantilen Spielchen der Boersianer nicht mitspielen muss, sondern auch Kleinkinder mal auf die Nase fliegen lassen kann. Aber fuer die Menschen der Welt ist es entscheidend, die Horden der MBAs dort hin zu stecken, wo sie hingehoeren: In geschlossene Heilanstalten fuer Spielesucht Denn sie vernichten unser Geld, sie vernichten den Wert dessen, was von den wirklich produktiven Menschen produziert wird.

Dann wird vielleicht auch in Europa mal wieder jemand begreifen, dass man Ingenieure und Techniker braucht, nur die produzieren Neues, und keine Manager, MBAs und Wirtschaftler, die verteilen nur um, von unten nach oben.

Manfred Winterhoff, reply-to invalid, use mawin at gmx dot net homepage: http://www.geocities.com/mwinterhoff/ de.sci.electronics FAQ: http://dse-faq.elektronik-kompendium.de/ Read 'Art of Electronics' Horowitz/Hill before you ask. Lese 'Hohe Schule der Elektronik 1+2' bevor du fragst.
*Peter Meister* wrote on Sat, 07-11-03 18:25:

Und dann fragst Du ausgerechnet uns minderbegabte Dummköpfe, denen der Spaß an der Sache wichtiger ist als das Schlipstragen vor Powerpoint, um Rat?

Aber Realität. Ich für meinen Teil bleibe gerne in der Entwicklung, ist halt alles Geschmackssache :-)

Ralph.

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Unsinn.

Ralph.

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Also Ingenieur :-)

Ralph.

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In article , Peter Meister writes: |> Die Welt braucht hunderttausende Betriebswirte und kein Dutzend |> promovierte Chemiker, Pysiker oder Mathematiker.

Die "Pysiker" könnten "Betriebswirt" aber immerhin korrekt schreiben.

Möglicherweise deshalb, weil die drei letztgenannten Berufe noch effektiv wertschöpferisch tätig sind, wohingegen die erstgenannte Liga hauptsächlich damit von sich Reden macht, ehedem gut funktionierende Firmen auf dem Altar der Quartalszahlen und Shareholder Values zu opfern.

Was die Welt braucht, sind *mehr* promovierte Naturwissenschaftler, Mathematiker, ja auch gerne Geisteswissenschaftler. Kreative Köpfe, deren Blick weiter geht als bis ans Ende des Additionsblocks, weiter als bis zum nächsten Quartalsbericht und die Ihr Heil nicht in ihrer eigenen dicken Brieftasche sehen, sondern stattdessen lieber aktiv an ungelösten Problemstellungen arbeiten, als selbst eine solche zu sein...

Rainer

Das funktionierte trickreicher... Die Leute, die ueber die Vergabe der Hypothek entschieden haben, wussten teilweise schon das da kaum bis gar keine Chance zur Rueckzahlung bestand. Das war ihnen aber egal da dieser Kredit nicht bei der Bank verblieb sondern gleich weiterverkauft wurde. Dann wurde er mit vielen anderen zusammengelegt und das Ganze in Scheiben verschiedenen Risikos aufgeteilt und an der Wallstreet verscheuert. Funktioniert, solange davon nicht allzuviel den Bach runtergeht und die Einstufungen des Risikos halbwegs stimmen. Aber erstens kommt es anders und zweitens als man denkt...

Dazu kommt jetzt noch, dass eine Masse von Haeusern auf dem Markt ist (Zwangsversteigerung, Neubauten, Privatverkaeufe) waehrend im Moment nur noch Leute Hypotheken bekommen die sie auch wirklich bedienen koennen. Kaeufer weg, Markt voll... Preise fallen. Damit kann dann die Bank mit der Versteigerung meist nicht einmal den Wert der Hypothek abdecken. Wenn sich ueberhaupt jemand findet der kaufen will.

Nope, das funktioniert nicht. Irgendwer kauft die Rechte an dem Kredit dann doch wieder und wenn es fuer deutlich weniger ist. Macht fuer dich keinen Unterschied. Du kommst da nur dann raus wenn nicht mehr feststellbar ist wer nun eigentlich deinen Kredit besitzt (was vorkommt).

Wie gesagt... Es wird noch bis 2010 und laenger dauern bis diese Krise durchgestanden ist. Da ergeben sich nocht viele Lerneffekte. Aber immer nur fuer die aktuelle Generation, die naechste wird denselben Mist wieder machen. Die typische Entschuldigung wenn erste Hinweise auftauchen das es ein Probleme gibt ist immer dieselbe: 'Diesmal ist es anders!'

Schaun mer mal... Eigentlich duerfte es dieses Jahr auf der Wallstreet gar keine Bonuszahlungen geben, eher Rueckzahlungen. Mitgespielt haben sie alle und die Warner wurden als Spinner abgetan ('real estate always goes up!').

Gerrit

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