Hi,
Hey, Du ahnst nicht, wie ähnlich wir uns zu sein scheinen. Wirf mal einen Blick auf meine Internetseite. Aber zur Erklärung gern das Wesentliche: Ich habe in der Tat vor knapp
30 Jahren meinen Kopf durchgesetzt (keine Lust auf Studieren, aber darauf, schnell und gut Geld zu verdienen) und das hat auch einige Jahre richtig gut funktioniert (Eine Entwicklung in der eine Woche Arbeit steckte, sicherte mir für ein paar Jahre ein brauchbares Grundeinkommen:-) Aber dann fingen die, die schön brav die Vorlesungen abgesessen hatten, an, mich in Sachen Erfolg zu überholen, während ich Mühe hatte, mich über Wasser zu halten. Jetzt bin ich in der Qualifikation wieder gleichauf und das ist ein gutes Gefühl, aber die große Karriere in der Industrie oder gar eine in der Forschung (bei der man dann vielleicht mit dran arbeiten könnte, ein paar alte Ausbildungszöpfe neu zu frisieren), das ist heute nicht mehr drin. Und trotz meiner Qualifikation bin ich auf dem Markt nur einer von vielen, der versucht gegen Offshore-Angebote mit unglaublich niedrigen Stundenpreisen anzukommen. Ich weiß also, wovon ich rede. Der Witz ist aber: Ich würde zwar, wenn ich die Uhr zurückdrehen könnte, einiges anders machen, aber ich würde mich dabei nicht in einer Standard-Industriekarriere sehen (Ein paar Jahre Forschung/Entwicklung, dann "Vertriebsingenieur" (=gut bezahlter Handelsvertreter)). Geld ist halt doch nicht alles.Ein guter Grund, durchaus. Du mußt Dir nur ím Klaren drüber sein, daß es keine Garantie auf einen lebenslang sicheren Arbeitsplatz gibt. Ganze Branchen verändern sich, Berufe verschwinden sang und klanglos (bei den Schriftsetzern gabs noch einige Aufregung, aber sie waren wohl nicht die Letzten), und niemand kann vorhersagen, ob sein Lieblingskonzern nicht nach der Buchhaltung und dem Marketing auch irgendwann das Management nach Osteuropa verlegt...
Kurz und gut: Ich denke, daß Du mit WI nicht falsch liegst, wenn Du Geld verdienen willst, das schrieb ich ja schon. Aber wenn Du forschen willst, mußt Du früher oder später an die Uni und es wird dich in jedem Fall Zeit kosten. Jedes Jahr, das Du älter wirst, bevor Du dich bewirbst, bringt dich aber weiter in Rückstand gegenüber den anderen Bewerbern.
Du wirst Dich also entscheiden müssen, zwischen Deinen Forscherambitionen und dem Versuch, irgendwie noch die Tür zu einer Führungsposition in der Industrie aufzukriegen. Der schon angesprochene MBA wäre beim Letzteren nicht verkehrt. Der kostet allerdings überall kräftig Geld (da lacht man über die 500 Euro Studiengebühr). In Deggendorf wird man dafür dann allerdings "ziemlich verwöhnt" und kann das recht locker nebenberuflich machen.
Gruß Michael Kutscher