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Apr 10, 2023 Last reply: 2 years ago 788 Replies

Am 26.05.2023 um 08:01 schrieb Ivy Mike:

Oder sonstwie nichtklassisch. Ohne die nur quantenmechanisch zu verstehenden(!) Energiebänder für Elektronen im Festkörper gäbe es weder Isolatoren noch Halbleiter und damit keine Elektrotechnik.

Die Chemiker müßten sich von dem Thema der Bindungstypen trennen.

Ohne die - ebenfalls nur quantenmechanisch zu verstehenden - Strahlungsgesetze bekäme man sogar schon Probleme mit dem Anheizen eines Dampfkessels (Stichwort: Ultraviolettkatastrophe).

Gut, daß frühindustrielle Techniker nichts von all dem wußten. Sonst hätten sie niemals Kohle dafür verschwendet, Feuer unter einem Kessel zu machen. Oder Kupfer, um Kabel herzustellen. Stattdessen wäre eine Verordnung ergangen, daß ab dem Jahr 2024 alle Stromkabel zu 65% supraleitend sein müssen.

Alexander Schreiber schrieb:

AFAIK war der 80386 der letzte Chip in dieser Serie, der noch auf Level Einzeltransistor konstruiert wurde (ca. 300k Transistoren). Es gab welche in 5 V, 1.5 um für's Militär, strahlenfest. Die waren (sind?) sehr gesucht für Raumfahrt etc.

Der '486 mit 1M2 Transistoren musste mit CAD erstellt werden. Gedankenspiel: Für das CAD in dieser Grössenordnungen braucht man Rechenleistungen, die erst der '486 bringen kann. Gibt es einen Namen für so ein lock-in?

Immer wieder nützlich:

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Will sagen, die Chip-Entwicklung lebt auch von solchen Rückkopplungen.

Und ja, einen grösseren Job kann man auf einen M1 Ultra schieben,

114 G Transistoren. Nun gibt es hier aber Leute, die meinen, das könnte man besser auslagern auf 10 Mio 8086er, wegen dezentral und Abwärmenutzung, gesteuert durch ein Ressourcenmanagementsystem.

Christoph Müller schrieb:

Richtig. Die ganzen Milliarden vom US-Militär, NASA usw. waren völlig nutzlos. Oder die Ego-Trips von IBM etc. Oder so. Facepalm.

Natürlich hast du Recht, das trifft allerdings auf so ziemlich alle technischen Produkte zu. DEC hoffte, wenige hundert PDP8 verkaufen zu können...

Man beachte die Reihenfolge: Zuerst wurden die Computer miniaturisiert, und zwar durch gnadenloses Weglassen von allem, das nicht wirklich nötig ist. Die miniaturisierten Komponenten kamen _danach_. Gilt dann auch für die dritte Generation (PC).

Monolithisch integrierte Schaltungen wurden u.a. durch Zufallsentdeckungen und prozesstechnische Entwicklungen möglich. Allerdings sind Carl Frosch, Link Derick und Jean Hoerni kaum bekannt.

Alexander Schreiber schrieb:

China hatte enorme Anlauf- und Aufholprobleme bei High-Tech. Das fing an mit Reinräumen, in die halt keine Mäuse mehr reindurften/ können sollten.

Dann kam die Zeit, als man Schwierigkeiten hatte, eben solches Hilfspersonal zu finden. Man konnte die Leute nicht überzeugen, mindestens acht Stunden(!) vor dem Einsatz das Rauchen einzustellen. So lange atmet ein Raucher noch Partikel aus.

Alexander Schreiber schrieb:

Abgesehen natürlich von ASTR..... natürlich.

Sieghard Schicktanz schrieb:

Wegen des Entropieterms verschiebt hohe Temperatur das Gleichgewicht wieder zurück. Wenn man Pech hat (Normalfall), muss man aktiv runterkühlen auf ein Niveau, dass dann für Weiternutzung nicht taugt. Gehört zu den "blöden" Reaktionen, wie auch schon bei der Ammoniaksynthese; hohe Temperatur verschlechtert das Gleichgewicht, ist aber nötig, damit die Reaktionsgeschwindigkeit genügend gross bleibt.

Dieser Punkt ist umstritten. Das chemische Potential hängt vom Logarithmus der Konzentrationen ab, da ist das nicht ganz so schlimm wie gedacht. Solange Kohlekraftwerke und Zementfabriken allerdings hochprozentiges CO2 ausstossen, halte ich die Einfängerei aus der Luft für dämlich.

Allerdings wird schon ganz schön auf die gehauen.

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Peter Heirich schrieb:

Welches Land hat überhaupt noch Halbleiterwerke? Und falls ja, wird wirklich die nötige Palette an Chips hergestellt? MaW, wenn Taiwan platt gemacht wird, ist erst mal Schicht im Schacht.

Wäre mal ein Anfang. Ein ordentliches Schwimmbad ist immer noch fossil beheizt. Eine kleine Rechnung zeigt, dass es mehr Sprit durchlässt als alle F1-Autos so verkacheln, so im Jahresmittel.

Oder die Erdgasleitungen wesentlich besser isolieren. Dann kann die Leitung ohne Querschnittsverlust die HGÜ bewerkstelligen. Braucht vor dem Kompressor halt einige Meter Isolierrohr; Methan unter Druck hat hervorragender dielektrische Eigenschaften. Absperrschieber brauchen dann halt ganz lange Handkurbeln aus Plaste.

*duck*

Am 26.05.2023 um 11:19 schrieb Rolf Bombach:

Das ist doch wie die digitale Filmpatrone in drf: Jede Erwähnung zögert die Einführung um mindestens ein halbes Jahr hinaus...

Bernd

Am Fri, 26 May 2023 10:47:11 +0200 schrieb Klaus H.:

Du bist ein Chelm :-D

Goldhandel geht auch ohne Einführen ins handelstreibende Land. Meistens. Ich gehe davon aus, dass die Schweiz kräftig mitmischt. Nur bei Blutgold wird es langsam eng. Vor etwa einem halben Jahrhundert ist einer Basler Privatbank mal das Geschäft des ganzen Jahrhunderts gelungen: Ebenfalls mit Russland, die Bank hat es geschafft, äusserst kurzfristig eine enorme Tonnage an Gold mit einem Frachtflugzeug zu, äh, sichern.

Da müsste man aber zuerst zeigen, dass es funktioniert. Wie weit würdest du kommen?

Das ist wie mit den Spezialbrennern, die Wasserstoff kontrolliert abbrennen können, da die Flammengeschwindigkeit mit diesen Brennern nicht höher ist als bei normalen Gasbrennern. Die muss man bauen, testen, und erst dann patentieren. BTDT.

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Am 26.05.23 um 13:33 schrieb Rolf Bombach:

Sicher? Ich erinnere mich, daß mir ein Bekannter mal eins seiner Patente zeigte, was zwar prinzipiell machbar aussah, aber letztendlich nicht konstruierbar war. Irgendwas mit 3D mein ich, ist lange her.

Hanno

Du hast den Text nicht gelesen und/oder nicht verstanden. Magnetismus ist, bei entsprechender Betrachtung, eine reine Scheinkraft die aus der Ausbreitung der Coulombkraft mit endlicher Lichtgeschwindigkeit resultiert. In Köln wurde seinerzeit im iirc zweiten Semester Physik die gesamte Elektromagnetik auf der Basis hergeleitet.

Am 26.05.2023 um 11:13 schrieb Rolf Bombach:

Genau darauf wollte ich hinaus.

Auch das ist eine ganz normale und bekannte Entwicklung. Die ersten Prototypen sind meistens richtig teure Dinge und dazu meistens auch noch groß, klobig, unhandlich, schwer und im praktischen Leben kaum zu gebrauchen.

Wenn man dann aber langsam weiß, worauf es wirklich ankommt, lässt man selbstverständlich eine Menge Dinge weg. Z.B. die ganze Kabelei für die vielen Sensoren, mit denen das Realverhalten des Prototypen erfassen wollte. Viele Sensoren wird man dann überhaupt nicht mehr brauchen. Dann geht's langsam in Richtung Serie und ggf. auch Großserie. Aber nicht, wenn es dafür nur geringe Absatzchancen gibt.

Die technologische Entwicklung hat sich selbst befeuert. Siliziumfläche ist teuer. Also verkleinert man die Strukturen und bekommt damit mehr Funktionalität pro Fläche. Kleinere Strukturen führen auch zu kürzeren Leitungen, die ihrerseits höhere Taktraten erlauben. Mit höheren Taktraten kann man komplexere Probleme lösen. Außerdem braucht man mit kleineren Strukturen weniger elektrische Leistung. Das spart Kühlung und Bauvolumen. Und so ergibt Eins das Andere. So lange es so ist, dass sich die besseren Ergebnisse gegenseitig so verstärken, scheint das schon oft totgesagte Moores Law seine Gültigkeit zu behalten.

Mäuse. im Reinraum. oh, oh ..

Ja gut, Drogensüchtige für 8h auf harten Entzug zu setzen ist halt nicht einfach.

Man muss sich nur mal die Spezifikationen für semiconductor grade ultra pure water anschauen (und der Aufwand, der nötig ist, diese zu erreichen), dann schlackert man schon mit den Ohren. Und dann bedenken, dass dieser Aufwand nicht betrieben wird, "weil man es eben kann", sondern weil sonst die Halbleiterfabrik _nur_ Ausschuss produzieren würde.

Man liest sich, Alex.

ASTROHS enthält ein Modul, welches dem Rechnung trägt.

Rolf Bombach schrieb:

Nachtrag: Ein grosser Teil des Energieaufwands bei der Aluminiumproduktion geht in die Rohstoffverarbeitung. Insbesondere die Kalzinieröfen werden mit z.B. Erdgas beheizt. Die müsste man dann auch irgendwie auf Elektro umrüsten, was eventuell gar nicht geht.

Christoph Müller schrieb:

Ein erster Schritt wäre, dass man sich einigermassen darauf verlassen könnte, dass der Zug auch verkehrt. Ein weiterer wäre ein ernstzunehmender Versuch, den Fahrplan wenigstens irgendwie einzuhalten.

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