Was Stefan geschrieben hat war eine bittere Ironie und ein böser Sarkasmus, aber leider nur zu oft wahr. Wir haben das alle gerade sehr gut live beaobachten können. Die erfolgreichen Aufsteiger der Nomenklatura sind wendige, anpassungsfähige Menschen, kommen mit jedem zurecht und sind fast allen sympathisch. Nach dem Zusammenbruch des Verbrechersystems sind sie fast alle wieder erfolgreich nach oben gekommen. Es ist so gut wie egal auf welchem Weg und in welcher Partei, sie kommen überall zurecht und gut an.
Die Dissidenten sind eckige, kantige, sture Menschen, solche die die Wahrheit sagen, egal wie es ankommt. Persönlich sind sie fast immer schwierig. Nehmen wir die durch und durch integre Vera Lengsfeld. Mit mehreren Parteien hat sie sich seit der Wende überworfen, auch ich bin mit ihr schon einmal aneinandergeraten. Das sind die wertvollen Menschen, die wir unbedingt brauchen, aber was bei den meisten Zeitgenossen hängen bleibt, ist der Ärger, den sie mit ihnen hatten.
wer von diesen Widerständigen das "Glück" hat, das Ende des von ihnen bekämpften Systems nicht mehr oder nur gerade so zu erleben, der geht als Held in die Geschichtsbücher ein.
Man weiß es es nicht, aber es ist äußerst fraglich, ob das Deutschland der Männner vom 20. Juni so vorbildlich geraten wäre. Das waren sehr national denkende Mäner aus dem ganz alten Konservativismus der Adelsprivilegien.
Eben das ist auch bei Allende der Fall. Er bleibt der strahlende Held der Erinnerung. Vielleicht wäre es gekommen wie Nicaragua. Wir alle erinnern uns an die große Nicaraguabegeisterung der Achtziger. Und heute ist es eine unschöne Diktatur wie Stalin und Nordkorea. Auch deren Erinnerung wäre nach einem erfolgreichen CIA-Putsch heute vollkommen unbefleckt und ungetrübt.