Und wie bastelt man jetzt eine Pager-Bombe? ;-( (2025 Update)

Sep 17, 2024 Last reply: vor 1 Jahr 158 Replies

Erstens nicht nur gerüchteweise: ich versuchte Bekannte zu erreichen, die in einem Dorf oberhalb des Ahrtals leben. Und zweitens hatten etliche Dörfer "oben" genausowenig Telefon, Internet oder Mobilfunk, was vermuten läßt, daß die von "unten" versorgt wurden.

Meine Bekannte sind seinerzeit 1 oder 2km aus dem Dorf raus und fanden eine Stelle, wo sie Empfang mit dem Smartphone hatten. So kam ich zu meiner Antwort-Email.

Gruß, Ralf

Am 21.09.2024 um 16:42 schrieb Frank Scheffski:

Absolut sicher nicht, da ich zu diesem Alarmsystem noch keine ausführliche Normung oder Systembeschreibung gesehen habe.

Allerdings was das alte Cell Broadcast grundlegend ähnlich einer SMS. Also Kurznachricht bis 160? Zeichen, allerdings nicht verschachtelbar wie bei SMS (360 Zeichen auf zwei SMS).

Das aktuelle Alarmierungssystem ähnelt eher einer aufgepimten MMS. Also reichlich formatierter Text weit größer als es mit SMS übertragbar wäre. Dazu ein Audiofile worin der Text vorgelesen wird.

Wäre auch interessant ob dieses Alarmsystem nur auf höhere Netzgenerationen (4G..5G) festgenagelt ist, oder ob es auch bei Fallback auf GSM noch funktioniert.

Jürgen Hüser

Hallo!

Am 21.09.2024 um 18:56 schrieb Ralf Kiefer:

Nein, nix Tradition. Bei den BOS (Blaulichtbereich) geht es um ein vom TETRA-Netz unabhängigen Zweitsystem zur Alarmierung von Einsatzkräften. Eben um die Wahrscheinlichkeit zu erhöhen diese noch alarmieren zu können wenn TETRA ausfällt.

Daneben werden Pager bis heute regional noch bei Krankenhäuser und Industriebetrieben verwendet.

Das hingegen von den öffentlichen Funkrufnetzen übrig blieb bis heute sind sind "zugemüllt" mit häuptsächlich zwei Arten von Meldungen.

Die größte Sparte, nicht nachvollziehbar: Börsenkurse

Die zweite Sparte sind automatisierte Alarmmeldungen für Servicepersonal der Art:

"ALARM: Server Reihe 15 Unit 319 Kühlungsproblem: 84°C!" oder "Notabschaltung West A/15 Pumpe 3 Ausfall"

Und genau da hat diese Technik bis heute durchaus noch ihren Sinn.

Jürgen Hüser

Ich bezweifle, dass sich sowas heute rechnet. Da kann man ein SMS-Gateway aufstellen, einen Vertrag mit 1000 SMS pro Monat inkludiert abschließen, und die Leute kriege es aufs Handy, dass sie sowieso mithaben. Oder bei einem ehemaligen Arbeitgeber haben wir einfach das enstprechende Service von AWS gebucht, mit Kostenlimit, da kann man per REST-API schicken.

Mit 2-3 Geräten rumlaufen zu müssen (Privathandy, Diensthandy, Pager) macht außerdem nur den wenigsten Leuten Spaß.

/ralph

Wenn es sich nur um Spuren handelt, kann das gehen. Pech ist aber, wenn der Raman-Strahl die Hauptladung zündet.

Grüße, H.

Am 22.09.2024 um 11:58 schrieb Jürgen Hüser:

Ich nutze immer noch ein reines 2G GSM-Sony-Ericson-Handy.

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Damit geht's nicht!

Gruß Andreas

Erinnert mich an ein sichergestelltes Radio(?)gerät, das WIMRE beim BKA zur Untersuchung geöffne^^

Realistisch abschätzen ist eine Sache.

Ralf zitierte konmkrete Erfahrungen aus jüngster Zeit in Deutschland.

Zur Abdeckung: Ich erinnere mich an Zeiten, als das GSM Netz im ländlichen Odenthal noch sehr lückenhaft war. Unser Feuerwehrmann in der Fraktion hatte überall zuverlässigen Empfang.

Am 21.09.24 um 22:45 schrieb Ralph Aichinger:

Den ganzen Quatsch brauchen die Pocsag System der BOS nicht. Ist zwar Nice To Have aber im Grunde reicht Strom und Funkempfang eines DAU zum Master-DAU um die Kette anzustoßen.

Die Pocsag Systeme der BOS sind im Grunde Store und Forward Systeme. Ein DAU (Digitaler Alarmumsetzer) empfängt den Alarm vom Master-DAU und sendet ihn erneut aus. Der nächste DAU empfängt diesen, sendet aus und so geht das ganze weiter, bis der Alarm rum ist. So funktionierten die ersten Systeme und das ist immer noch die letzte Rückfallebene. Das ganze ist je nach Größe der Infrastruktur in Ringe aufgeteilt, in denen die DAUs gleichzeitig senden können. Nur die Zubringer-DAUs der Ringe müssen den Master-DAU hören, der Rest nicht. Früher sendeten die DAUs unkoordiniert und man musste bei der Planung der Standorte aufpassen, das die DAUs eines Ringes nicht zu dicht standen, um Auslöschungen zu vermeiden. Heute sind das durch GPS-Zeitsynchronisation quasi Gleichwellensysteme und im Prinzip können alle DAUs gleichzeitig senden. Mal der Aufbau so eines Systems anhand des Systems meiner Leitstelle. Am Einsatzleitrechner hängt der DAG (Digitaler Alamgeber). Ohne IP Anbindung würde dieser via Draht oder Richtfunk den Master-DAU ansteuern, der dann von den Zubringer-DAUs der Ringe empfangen wird. Die Systeme sind redundant ausgelegt. Zwei DAG, zwei Master-DAU an unterschiedlichen Standorten, zwei Anbindungen an die Master-DAUs. Im Normalbetrieb läuft alles via IP über DSL. Verliert ein DAU die IP-Anbindung, geht er in den Fallback via Funk und empfängt die Alarme von den Nachbar DAUs. Sollten beide Master-DAUs ausfallen, gibt es immer noch einen mobilen Master-DAU in der Leitstelle selber, der in Betrieb genommen werden kann und nur einen DAU der Kette erreichen muss.

Alle DAU haben Notstrom (Akku) und können mehrere Stunden Betrieb ohne Netz machen. Sie wurden bei meinem Ausscheiden aus dem aktiven Dienst nach und nach mit Solarladung nachgerüstet.

Man hat das ganze Alarmierungssystem (und vor Tetra auch den Funk) in eigener Hand, über jede Störung ist man sofort informiert und kann direkt handeln. Bei Problemen mit der Abdeckung des Gebietes kann man direkt nachrüsten. Das System ist robust und es muss schon recht viel passieren, bevor es im ganzen ausfällt. Bei den großflächigen Stromausfällen des Schneechaos im Münsterland haben die Alarmierungssysteme und der damals noch analoge Funk recht zuverlässig funktioniert. Die primäre Alarmierung der Einsatzkräfte erfolgt nach wie vor via Pager über das eigene Netz. Nachrangige Alarmierungen (Notfallseelsorger, Krisenstab, etc...) erfolgt via SMS oder Sprachalarmierungssysteme über Mobilfunknetze.

Und wie stellst du dir das besser vor?

Das sehe ich nicht so. Funkgeräte funktionieren auch, wenn jedes Mobilfunknetz zusammenbricht.

USV, eventuell Notstrom an strategisch wichtigen Stellen, eventuell drauf achten, dass die BTS nicht am tiefsten Punkt im Ort steht, wo sie zuerst absäuft etc.

Klar, die wird man auch weiterhin verwenden.

/ralph

Jürgen Hüser schrieb am Sun, 22 Sep 2024 11:58:07 +0200:

Welches anderer System innerhalb des GSM soll das leisten, allen Teilnehmern in einer Zelle gleichzeitig(!) eine Nachricht zuzustellen?

Je nach Dienst waren auch in den Anfangszeiten schon längere Texte möglich.

CB kann aktuell >1300 Zeichen.

TTS macht dann das Endgerät. Meins z.B. nicht.

Angeblich empfangen es auch SIM-lose Mobiltelefone der älteren Generation.

MfG

Frank

Die Mobilfunknetzbetreiber sind nicht blöd.

Aber irgendwann ist eine USV leer (die haben sich deswegen ihre Notstromaggregate gegenseitig ausgeborgt), und die Kabeltrassen für die Anbindung laufen trotzdem durchs Tal (und Richtfunkausrüstung muss man ggf. auch erstmal aus ein paar hundert km Entfernung herankarren).

Grüße Marc

Bei uns hat es einen Netzbetreiber gegeben (bin nicht sicher, one? 3?) der früher recht intensiv auf Richtfunk zurückgegriffen hat. Da waren neben vielen Handyantennen die charakteristischen Richtfunkantennen für den Uplink zu sehen.

Ich bin mir aber nicht sicher, ob das heute noch gemacht wird, vermute, da ist die Bandbreite zu gering.

/ralph

Weltweit ist selten und schwierig. Regional ("Europa") scheint es diverses zu geben. Anno Tobak hatte ich von der Feuerwehr einen Pager (Schweiz), da habe ich durchaus auch im Raum München Meldungen reingekriegt.

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Alexander Schreiber schrieb:

Genaugenommen sind das Nitrate, welche keine Nitrogruppen enthalten. Die Bezeichnung 'Nitroglyzerin' ist ebenso historisch wie falsch.

Alexander Schreiber schrieb:

HMTD fällt schon unter UV-Licht auf.

Volker Bartheld schrieb:

Man darf 'staatliche Akteure' vermuten, was auch heisst, dass Geld keine Rolle spielt. Das reicht dann auch für HMX/QDX oder gar (äusserst spekulativ) ONC.

Natürlich. Ich versuchte eigentlich zu illustrieren, daß man nicht "wenige Unzen" eines Sprengstoffes benötigt, wie in den amerikanischen Qualitätsmedien dargestellt...

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... (der Artikel im Duktus übrigens beste Claas-Relotius-Manier) und dann in der deutschen Echokammer unreflektiert wiedergekäut:

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"[...] wurden neben der Batterie kleine Mengen von Sprengstoff (25 bis 50 Gramm) und wohl auch ein Zündmechanismus eingebracht [...]".

Nur nochmal zum Verständnis:

Gold Apollo AR-924: 73x50x27mm³ (100cm³), 95g.

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1 (amerikanische) Unze: 28.3g.
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28.3g TNT: 17cm³.
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Ganz bestimmt ist dieses Gerät zu 1/4 bis 1/3 einfach nur leer und schreit förmlich nach den o. g. Aufrüstungen. Dem "Guardian" hingegen ist das Komma nicht verrutscht:

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, will aber wissen, daß da eine "explosive Platine" enthalten sei. Während das natürlich prinzipiell denkbar ist, würde ich bei einem Geheimndienst, der - so ebenfalls der Guardian - die Pager komplett selber bauen und über Briefkasten- bzw, Scheinfirmen in Verkehr bringen kann, eher nicht vermuten.

Da ist übrigens auch die Rede von PETN. Das macht zwar ganz schön Bumms, ist aber vom Handling nicht ganz trivial und eigentlich unnötig. Aber vielleicht haben sie es mit der plastifizierten Variante (aka. "Semtex") verwechselt.

Ist aber auch egal. Vielleicht kriegen wir ja irgendwann noch einen Blindgänger zu Gesicht, interessehalber.

Volker

Und dann merkt man im Einsatz dass jeder Dienst (Feuerwehr, Polizei, Sanitäter, ..) eigene, nicht kompatible Funktechnik hat. *oops*

Oder sind die alle schon auf TETRA?

Man liest sich, Alex.

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