Yamaha AX540 Phono-Verstaerker

Sep 17, 2024 Last reply: 1 year ago 29 Replies

Moinsen,



ich sitze gerade vor den Innereien meines Yamaha AX540, und würde dazu gern den versammelten Sachverstand anzapfen...



Der AX540 ist ein über 30 Jahre alter Vollverstärker[1]. Vor einigen Monaten ist der rechte Kanal der Phono-Entzerr-Stufe verstummt. Alle anderen Eingänge des Verstärkers sind in Ordnung[3].



Der Vorverstärker ist um ein Doppel-OP-IC aufgebaut, dem eine diskrete Differenzverstärkerstufe vorgeschaltet[2] ist.



Weil der Schaltplan händisch eingetragene Meßwerte hat, habe ich die mal nachgemessen[4]; die Werte für den defekten rechten Kanal (im Schaltbild unten) sehen nach einem grob verstellten Arbeitspunkt aus.



Der Verstärker ist trotz vorhandenen Platzes von zartfingrigen Jungfern mit Miniaturbauteilen bestückt (Zehntel-Watt-Widerstände?), daher möchte ich nicht aufs Geradewohl einseitig auslöten, um nachzumessen, welches der Bauteile sich unerlaubt vom aufgedruckten Wert entfernt hat.



Habt Ihr eine Idee, wo ich anfangen sollte, zu suchen?



Hauke


[1] <ftp://ftp.causeuse.org/pub/misc/yamaha-ax540/yamaha-ax540-service- manual.pdf>
[2] <ftp://ftp.causeuse.org/pub/misc/yamaha-ax540/yamaha-ax540-phono- preamp.pdf>
[3] vorhandene Assymmetrien verschwanden nach dem Ausblasen des Staubs aus drei Jahrzehnten
[4] <ftp://ftp.causeuse.org/pub/misc/yamaha-ax540/ax540-messwerte.pdf>
[5] <ftp://ftp.causeuse.org/pub/misc/yamaha-ax540/ax540-phono- bauteilseite.jpg>

Am 17.09.2024 um 20:38 schrieb Hauke Fath: [...]

Wie wäre es mit Links die man irgendwie zum funktionieren bekommt?

Am 17.09.24 um 20:38 schrieb Hauke Fath:

Hallo,

Erster Schnellschuß:

wegen der Aussteuerbarkeit sollten die Ausgänge der Opamps (Pin 8 und Pin 2) annähernd auf 0 V gegen Masse liegen.

Der Kanal mit IC3B ist also defekt.

Die Transistoren und Dioden kann man einfach mit dem Ohmmeter überprüfen (BE- und CB-Dioden) - auch eingebaut

Versorgungsspannungen an Pin 9 und 5 sollten ca. +-15V gegen Masse betragen.

Pin 5 vermisse ich bei Deinen Messwerten, die Spannung am

4,7k-Widerstand ist auch von Interesse.

Vermutung: Das könnte möglicherweise +15 V sein, so würde ich das wohl dimensionieren, dann fließen da ca. 3 mA und jeweils 1,5 mA weiter durch die 6,8k und bewirken daran einen Spannungsabfall von ca. 10,2 V. Vermutung Ende

Diese Spannung bestimmt den Strom durch die Transistorvorstufe und soll sich dann symmetrisch aufteilen auf beide Transistoren und weiter durch die 6,8-k-Widerstände.

Die Spannungen über den 6,8 K-Widerständen (und damit die Ströme durch die Transistoren) sollten gleich sein. Bei Unterschieden würde ich die Bauteile in der Nahe überprüfen.

Wegen dem Vollausschlag am Opampausgang könnte außer einem defekten Bauteil auch auch eine Gleichspannung an die Transistorbasen über einen defekten Elko durchschlagen.

Ob die Verstärkerstufe insgesamt funktioniert könnte man antesten indem man die Basen temporär über einen R mit ca. 10k an Masse anschließt und den Ausgang des Opamp kontrolliert. Oder einen Eingang mit 100k an +-

15V. Der Ausgang sollte dann in beide Richtung an den Vollauschlag gehen.

Alte Elkos sind allgemein im Verdacht.

Die Schalter sollte man auch überprüfen ob die guten Kontakt haben im defekten Kanal.

Die Widerstände könnte man erst mal auch eingebaut grob überprüfen mit einem Ohmmeter ohne auslöten, man muss halt deren Umgebung bei starken Abweichungen mit berücksichtigen (bei den Transistoren ebenso).

Da Du einen funktionierenden Kanal hast sollten die Messwerte auf jeden Fall übereinstimmen bei gleicher Polarität des Ohmmeters.

Wegen den geringen Leistungen habe ich die Widerstände erst mal am wenigsten im Verdacht.

Das sind meine ersten Gedanken dazu.

Ferndiagnosen sind immer stark auf Vermutungen angewiesen und nicht einfach.

Mit Erfahrung macht man wenn man davor sitzt recht schnell ein paar Messungen , so halb intuitiv. Das zu Erklären ist dann ein extra Aufwand. Im Prinzip ist die Schaltung nicht arg kompliziert.

Bernd Mayer

Bernd Mayer

Am 17.09.24 um 22:11 schrieb Leo Baumann:

Hallo,

ja - mein Firefox akzeptiert auch kein ftp mehr.

Ich hab das dann mit dem mc (midnight commander) unter Linux herunter laden können.

Bernd Mayer

Am 17.09.24 um 22:57 schrieb Bernd Mayer:

Nachtrag:

Optisch: die "Brutzellstelle" unter dem dicken Elko würde ich mal mit einer Lupe kontrollieren, speziell, ab da möglicherweise ein Kurzschlußspritzer Lötzinn eine Verbindung zu einer in der Nähe liegenden Leiterbahn hat. Ein Kratzer mit einer dünnen Nadel kann da gegebenenfalls abhelfen.

Beim Opamp sieht ein Lötuge so aus als ob das nicht verlötet ist, offenbar Pin 1.

Was ist da los?

Das ist ja keine doppelseitige Platine.

Hat das über die Drahtbrücke auf der Bauteilseite Verbindung?

Bernd Mayer

Am 17.09.2024 um 23:03 schrieb Bernd Mayer:

Ich habe eine ftp-Verbindung mit File-Zilla hinbekommen ...

Mal mit sftp oder wie das buchstabiert wird probiert?

Freie Assoziation: In meiner Jugend gab es noch Probierstuben (wird jetzt offtopic), wo lokale Destillen ihre Produkte sehr günstig an den Mann und seine Leber brachten. Schon lange keine mehr gesehen. Nee, Frauen mieden solche Handelsplätze, holten höchstens ihre LAP dort ab. Hier ftpiert FF durchaus noch Dinge vom und zum Server. Nun obliegt es mir aber auch selbst, meinen Server dazu gnädig zu stimmen.

Und statt FF nutze ich natürlich FZ (FileZilla). Gruß, U.

Als da wären...

Windows:

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MacOS:
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Linux:
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... und natürlich ftp(1) auf fast allen Plattformen.

Die grafischen Clients können auf allen Plattformen für "ftp://"-URLs registriert werden, Klichk auf die URL öffnet sie dann mit dem spezifizierten Programm.

Soweit der konstruktive Teil - wo ein Wille, da ein Weg.

Ich möchte allerdings doch meiner Verwunderung darüber Ausdruck geben, daß ausgerechnet im Usenet ftp-Links auf Unverständnis stoßen. Ist der durchschnittliche Insasse doch eher älter als ftp[1]...

Hauke

[1]
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Anders als die DIL8-Version hat die SIL-Variante des uPC 4570[1] neun Pins, 1 + 9 sind V+. Der Layouter war wohl der Meinung, daß einmal Betriebsspannung reicht. Lief ja auch so seit 1990.

Hauke

[1] <ftp://ftp.causeuse.org/pub/misc/yamaha-ax540/nec-upc4570.pdf>

Große Klasse, danke! Das gibt mir fürs Wochenende jede Menge Ansatzpunkte.

Ich bin gespannt, was es am Ende gewesen sein wird...

Hauke

Am 18.09.2024 um 21:47 schrieb Hauke Fath:

Naja, irgendwie konnte ich die Daten mit FileZilla einsehen.-

Bernd hat ja schon alle möglichen Fehlerquellen aufgezählt.

Man kann Browser im Notfall für fast alles mißbrauchen, Texte, Wordfiles, PDF, Bilder und vieles mehr. Das kann ab und zu praktisch sein, aber als passendes Standardwerkzeug dafür sind sie Mist.

Genauso frage ich mich, warum man auf FTP ohne Not ausgerechnet mit einem Browser zugreifen wollen sollte.

Am 18.09.2024 um 22:05 schrieb Axel Berger:

Weil das letzte Mal als einer damit ankam das mit dem Browser noch ging :)

Ja und? Ich bin auch schlappe 70, aber mich stinkt alles an, was so altersmäßig nach Moder riecht. FTP - als hätte die Menschheit nie (bessere und sicherere) Protokolle erfunden.

This message was cancelled from within Mozilla Thunderbird

Am 18.09.24 um 21:47 schrieb Hauke Fath: > Leo Baumann snipped-for-privacy@leobaumann.de wrote: >

Ja und? Ich bin auch schlappe 70, aber mich stinkt alles an, was so altersmäßig nach Moder riecht. FTP, das noch clientmäßig Extrawürste gebraten haben will - als hätte die Menschheit nie bessere und komfortablere (und sicherere) Protokolle erfunden.

Aber nicht ewig, wie's aussieht. Das könnte schon eine Fehlerursache sein ...

Hallo,

mich interessiert noch, welche Messgeräte Du zur Verfügung hast.

Außer einem Digitalmultimeter sind ein Oszilloskop und ein Signalgenerator sinnvoll.

Für smartphones gibt es diverse Apps als Signalgenerator für den Audiobereich.

Bernd Mayer

Am 19.09.24 um 07:12 schrieb Bernd Mayer:

Danke für den Hinweis, aber wie kriege ich das Signal dann in meine Schaltung? Sag' bloß nicht, nur über diese pipelige Kopfhörerbuchse (also mit einem Kabel von der Dicke etwa eines Bindfadens, dass beim scharfen Angucken reißt), oder gar über diesen micro-micro USB-Anschluss.

Hi Hartmut,

Es hindert Dich niemand, an einen 3,5 mm Klinke ein besseres Kabel dran anzulöten. Du kannst auch über ein Blauzahnkästchen gehen. Das begrenzt zumindest den wirtschaftlichen Schaden, falls man mal was überbelastet.

Marte

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