Und wie bastelt man jetzt eine Pager-Bombe? ;-( (2025 Update)

Sep 17, 2024 Last reply: vor 1 Jahr 158 Replies

Ein Pager hat nichts mit einem Cellphone zu tun. Es gibt keine Anmeldung an sowas wie eine Basisstation. Ein Pager ist nichts weiter als ein Empfänger, früher (so etwa seit 1950 gibts die Dinger) in Analogtechnik, heute natürlich digital, schon der geringeren erforderlichen Bandbreite des Senders wegen. Das Mobilteil lauscht also nur auf den Sender und gibt selber keinerlei Piep von sich, sendet also selbst keinerlei ortbares Signal. Gerade der fehlende Sendekanal ist für die hier diskutierte Zielgruppe wohl ein wichtiges Feature, da es eine Ortung sicher verhindert

MfG Rupert

Sicher keinen Arduino im Original, aber diverses Elektronikzeug aus China von Alibaba ist sicher auch in Reichweite im Iran. Und Programmieren kann man auf 10 Jahre alten Computern genauso. Vermutlich ist die Schicht der Leute, die sich das leisten kann kleiner, aber sicher vorhanden. Wo auch immer das im Regime versandet, aber lange haben die ganz gut vom Öl gelebt.

*Das* glaube ich nicht. Eher ist es so, dass man auf staatliche Unterstützung, Tarnfirmen etc. angewiesen ist, aber dann dürfte man fast alles bekommen, eventuell durch Tarnfirmen doppelt so teuer.

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/ralph

Ich bin da ganz Deiner Meinung.

Das jeder besitzt bzw. sich draufschafft, der sich schon mal auf die Suche nach Fake-Akkus gemacht hat und insbesondere jemand, der sich als potentielle Zielscheibe von Geheimdienstmachenschaften fühlt, etwa weil er Terrorist der einen oder anderen Gattung ist. Wie ich schon schrieb sind Terroristen glücklicherweise nicht die hellsten Köpfe, holen sich demnach ihr Telekommunikationsgedöns auch nicht anonym vom ausländischen oder Gebrauchtmarkt.

Man kann ihn aber auf Verdacht tauschen, wenn sich im Gerät sonst keine Bauteile befinden, die eine ausreichend große Menge Bumm enthalten könnten.

Das stimmt natürlich. Ist bei Consumerkram nicht üblich, irgendeine kryptografische Quersumme der Firmware im Help > About Dialog einzublenden oder sonstige Antimaniüulationsmaßnahmen einzusetzen.

Das soll hier aber auch nicht in ein HowTo für irgendwelche Missetäter gleich weder Seite ausarten.

Volker

Naja, ich geh mal davon aus das so ein Geheimdienst den Zuender einfach irgendwo mit Datenblatt kaufen kann oder?

Nebenbei, der Fallback auf Funkgeraete hat auch nicht geklappt. Die explodieren jetzt auch:

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Olaf

Hier schon öfter, offenbar besteht in Bayern schon erhöhte Gefahr. ;)

Werde jetzt bloß nicht schon wieder komisch, sonst zeige ich dir mal, wo ich schon hingeschissen, aber du noch nicht mal hingerochen hast. Blöde Bemerkungen auf einem "Niveau" unter der Gürtellinie machen kann ich außerdem auch, aber nötigenfalls auch viel besser.

Warum das Rad neu erfinden und dann noch das Ziel davon überzeugen, genau dieses Produkt einzusetzen? Dürfte einfacher sein: - rauszufinden welches Pager Modell der Gegner bestellt (und ggf. "Lieferverzögerungen" zu arrangieren), - einen passenden, 20-30$ kleineren Akku zu finden, die Differenz mit Sprengstoff (und Initiator) auszugleichen und so zu verpacken, das er dem Original täuschend ähnlich sieht - eine modifizierte Firmware vorzubereiten und nach erfolgreichen Tests: - die Lieferung abfangen - die Original-Akkus gegen die extra würzigen austauschen - die Firmware aktualisieren - das ganze wieder in die Lieferprozess zurück einschleusen

Die extra würzigen Akkus kann man in-house in Serie vorbereiten, dann dauert die ganze Aktion vermutlich maximal ein paar Minuten pro Pager.

Und gerade der Mossad dürfte keinen Mangel an Personal haben, das - hinreichend kompetent ist, - sehr motiviert ist - die Geheimhaltung waren kann.

S.o. - nicht Neubau, sondern minimaler Umbau. Und klar, man braucht ein Team dafür, aber das kann man als gegeben annehmen.

Man liest sich, Alex.

Oh, und die Morgenpost weiß:

"Ursprünglich wollte man die Pager-Bomben im Rahmen einer groß angelegten israelischen Offensive im Libanon einsetzen – diese hat aber noch nicht begonnen. Dass die Aktion schon jetzt gestartet wurde, soll laut einem Bericht von Al-Monitor an einer Panne liegen: Mehrere Hisbollah-Funktionäre haben demnach schon vor Tagen bemerkt, dass mit den Pagern etwas nicht stimmt und sie womöglich präpariert sind.

Um zu verhindern, dass die extrem aufwendige Aktion bereits vor ihrer Durchführung ans Licht kommt und abgesagt werden muss, gab Israels Militärführung offenbar schon jetzt das Kommando zum Angriff."

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Naja, vielleicht gab es auch Blindgänger und wir bekommen irgendwann eine Autopsie zu Gesicht.

Volker

$HIER ähnlich. Da gab es aber auch noch Warnämter und ein "Netzwerk" das bei solchen oder anderen Katastrophen genutzt wurde. Hat man aber wohl weitgehend abgebaut weil Kalter Krieg nie heiß genug wurde oder so.

Bye/ /Kay

Am 18.09.24 um 14:00 schrieb Rupert Haselbeck:

Sicher, es kommt nur auf den Standpunkt des Betrachters an. ;) Also was den Großteil der "Arbeit" der Geheimdienste betrifft: Auf der Seite des Auftraggebers heißt das halt "Aufklärung", auf der anderen Seite treffender "Spionage".

Kommt immer drauf an, für welche Seite (hatten wir schon). Aber was hier gerade diskutiert wird: Harmlose Piepser, die sich als ferngezündete Bomben entpuppen - das ist heimtückischer Mord oder zumindest Körperverletzung, daran gibt's nichts zu deuteln.

Ausgeschaltete Geräte sollen nicht betroffen gewesen sein. Vielleicht waren solche im tiefsten Funkschatten es auch nicht.

Wenn ich mal ein paar Tage außerhalb der Stadt bin, höre ich u.a. bei starkem Gewitter öfters Sirene; alsdann rückt die frw. Feuerwehr aus.

Am 18.09.24 um 12:05 schrieb olaf:

Die Arbeit schon, aber die kann man auch ganz schnell los werden, wenn man bei seinem Auftraggeber in Ungnade fällt. Und dann nimmt auf dieser Welt kein Hund mehr ein Stück Brot von einem. Im harmlosesten Fall. Wenn man zu viel weiß, kann man auch für immer aus der Welt geschafft werden.

(Fred Dürrenmatt "Die Physiker")

Am 18.09.24 um 13:52 schrieb olaf:

Umpf, da hätte ich doch ein paar Fragen an dich. Bist du unter der Adresse snipped-for-privacy@criseis.ruhr.de auch außerhalb des Usenet zu erreichen?

Angeblich habe es sich um einen "Gold Apollo AR-924" gehandelt. Die Vorgängerversion(?) AL-924 kann man sich auf

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epischer Breite ansehen.

Für die schon etwas geriatrischen Regulars mit Zeigefingerarthrose dürfte das hier interessant sein:

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Da ist also eine einzelne AAA-Batterie drin. Vom Formfaktor her sieht die Variante "AR" nicht viel anders aus:

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, Fotos vom Innenleben konnte ich leider keine finden, nur der Überreste:
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Volker

Danke.

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Beschaffung von geeignetem Sprengstoff sollte bei einer Organisation wie dem Mossad nun wirklich _kein_ Problem sein. Und als Hobbybastler kann man sich aussuchen, ob man sich die Hand (und ggf. mehr) eher mit HTMD oder TATP absprengen möchte ;-)

SCNR, Alex.

Genau das. Hisbollah ist von Mobiltelefonen auf Pager umgestiegen weil die Ortbarkeit der Mobiltelefone die einige Mal recht schmerzhaft gebissen hat. Hat sich rausgestellt: Pager können auch schmerzhaft sein.

Man liest sich, Alex.

Wahrscheinlich beim Militärlieferanten des Vertrauens. Aber wie gesagt, zwei fliegende Drähte an den freien I/O-Port gelötet, verbunden mit einem Teil "ACME Inc. Detonator 437832" neben einem Klumpen irgendwas im zweiten Akkufach, das kann man für einen Einzelfall wie damals die Zieltötung von Yahya Ayyasch machen, aber nicht bei Tausenden Geräten, wo es nicht auffallen soll. Der Teufel steckt wie immer im Detail.

Wie schon Crocodile Dundee sagte: "That's not a supply chain attack. THAT'S a supply chain attack!"

Am 18.09.2024 Mi. um 00:32 schrieb Hartmut Kraus:

Kann man ja abstellen, deaktivieren.

J.J.

Vor 45 Jahren versenkte ein Stationsarzt bei uns seinen Pieper in einem großen Pott Buttermilch. Danach war Ruhe. Der wartungsbauftragte Pförtner schaltete das Ding einmal aus und ein

- "Geht wieder". Ist auch nicht explodiert.

Gruß, U.

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