Tankgeber

May 17, 2026 Last reply: 1 month ago 366 Replies

Damit zeigst Du recht deutlich, daß Du an einer objektiven Diskussion nicht interessiert bist. Ist *mir* im Prinzip völlig egal, nur solltest Du nicht erwarten, Skeptiker so zu überzeugen...

Unser Leben findet im wesentlichen in einem Radius von 20km oder so um unser Haus statt: Arbeitsplatz meiner Frau ca. 12km davon weg, mein Arbeitsplatz 4km (fast immer mit dem Bus), Schwiegereltern (20km), Schule und Kindergarten unter 1km, Einkaufen (5km, zum Ikea oder Baumarkt vielleicht 20km). Für all das wäre eine Autoreichweite von vielleicht 50-70km locker ausreichend.

Vielleicht 10 oder 20 mal im Jahr machen wir was weiter weg: Wir fahren zum Mondsee (ca. 100km), nach Wien (ca. 250?), oder sonstwohin auf Urlaub (das längste glaube ich 500km mit dem Auto).

Für mich wäre es kein großes Drama bei diesen längeren Fahrten mal Ladepausen zu machen. Mit Kindern im Auto will man sowieso nicht so lange durchfahren. Bei vielen Fahrten ist auch die Überlegung Auto oder Bahn (Fahrten nach Wien z.B.).

Ich glaube wir sind jetzt nicht völlig untypisch für eine eher städtische Familie (Stadtrand).

/ralph

Am 02.06.2026 um 12:15 schrieb Ralph Aichinger:

Für Dich ja. Aber (und damit meine ich jetzt nicht explizit Dich):

Genau deshalb reden viele aneinander vorbei. Für andere ist das vielleicht schon ein Problem. Aber speziell hier im Usenet ist es eh weit verbreitet, genau zu wissen, was "man" braucht und was man wie machen muß. Komischerweise ist meist die eigene Situation der Maßstab aller Dinge...

Oh, das ist sowas wie die umgekehrte Qualtinger-Doktrin: "I was zwoa net, wo i hinfoa, oba dafür bin i gschwinder dort."

/ralph

Nein, ich setze meine Perspektive nicht absolut als die, die man einnehmen muß, an.

Ich will nur sagen: Ich glaube, dass große Teile der Bevölkerung sich genauso wie wir an eine Elektroautoreichweite gewöhnen würden, dei 90% der Fahrten abdeckt und halt die 10 oder 20 Fahrten mit Ladepausen im Jahr einfach zu erdulden, wie man Stau oder die Parkplatzsuche erduldet.

Denn für die 90% der Fahrten hat das Elektroauto schon Vorteile. Nicht nur die geringeren Betriebskosten, auch im Innenraum ist es angenehmer leise, kein Geschalte etc.

/ralph

Ich habe den Eindruck, Du hast den Kern meiner Aussage nicht verstanden. Wenn jemand einer Technologie gegenüber skeptisch eingestellt ist, dann möchte er sich nicht an deren Nachteile gewöhnen müssen, sondern er möchte (aus seiner Sicht) keinen Rückschritt - zumal die Alternative ja (noch) verfügbar ist.

Damals (TM) hat man die Leute auch nicht von der Kutsche weggebracht, indem man ihnen gesagt hat: "Ihr werdet euch schon an die Nachteile des Automobils gewöhnen." Das hat erst geklappt, als diese Nachteile (weitgehend) verschwunden sind.

Ja klar, natürlich kann eine neue Lösung gleichzeitig Nachteile und Vorteile bringen.

Bis auf das 10 bis 20mal stimme ich Dir zu. Die meisten Menschen bewegen sich meines Wissens nach nicht weit von Ihrem Wohnort weg. Längere Fahrten sind wohl (statistisch) auch eher selten. Oft nur für den Jahresurlaub oder den Kurzurlaub. Und so viel Urlaub hat man ja üblicherweise nicht.

Frank

Doch, das seht ich auch, und oft sind solche Dinge für manche Leute ein Grund für großen Ärger.

Z.B. hat ein Freund von mir lange Zeit lang gesagt, er braucht unbedingt ein Handy mit wechselbarem Akku. Und weitschweifige Theorien gehabt, warum es ohne für ihn nicht geht (statt halt ein Ladegerät mitzunehmen oder was auch immer). Man hat gespürt, da ist viel Ärger und emotionale Investition dahinter, warum auch immer. überproportional viel für so ein im Grunde genommen irrelevantes technisches Detail.

Seitdem es keine brauchbaren Handys mit Wechselakku mehr gibt, hat er irgendwann sich damit abgefunden. Einfach so.

Ich bin mir sicher, es gibt noch radikalere Wechselakkuverfechter, die sich dann halt ein 20 Jahre altes Telefon behalten, aber es werden nicht viele sein.

Und so wird es bei Verbrennern vs. BEV vermutlich auch passieren. Diese Leute werden sich zähneknirschend ein Elektroauto kaufen, und sobald sie eines haben, werden diese Ärgernisse größtenteils vergessen sein.

Ich denke man unterschätzt wie sehr sich auch die Erwartungen anpassen.

/ralph

Dafür halt keine Wasserpumpe, keine Lichtmaschine, kein Luftmengenmesser und kein Zahnriemen. Vom Turbolader habe ich noch nicht angefangen.

Aber diese Argumente sind schon hunderte von Malen ausgetauscht worden.

Und dann kommt so eine Geldverbrennung raus wie die Rechner von Herrn Schellong: Einen Tag lang sackteuer, dann zwei Jahre lang VÖLLIG überdimensioniert, dann ein halbes Jahr lang angemessen und dann zehn Jahre lang veraltet.

Die Mobilität, die MIR nach ihrer Abschaffung bitter gefehlt hat, hatt das Format einer Scheckkarte, war schwarz und ein Jahr lang gültig.

Grüße Marc

Wenn man das nicht jeden tag braucht, lädt man das wirklich an einer SChukosteckdose nach. Hat man einmal 100 km gefahren, ist die Kiste am nächsten Morgen noch nicht wieder "voll".

Grüße Marc

Und viele suchen einen Grund um Dinge nicht zu tun, und konstruieren dann absurde Usecases für ihr Auto.

Grüße Marc

[als Bahnbashing getarntes Politikbashing gelöscht]

Das stimmt alles. Aber das ist halt was man bekommt wenn man seine Bahn über 35 Jahre unterfinanziert.

Grüße Marc

Aus dem Fenster im vierten Stock um 6 Hausecken?

Ich weiß jetzt nicht, was letztere Teile mit dem Speicher für den Treibstoff zu tun haben. Whataboutismus?

Nichts mit dem Treibstoffspeicher, aber dem Verschleiß. Elektroautos haben viel weniger Verschleißteile als Verbrenner. Nicht nur die aufgezählten, auch kein Schaltgetriebe, keine Kupplung und viel weniger Verschleiß bei den Bremsen.

/ralph

Vielleicht wollte er einfach das Smartphone länger nutzen und "Wechselakku" war für ihn ein Synonym zu "ohne immensen technischen Aufwand wechselbarer Akku"?

In meinem Mobiltelefonfossil steckt tatsächlich ein Wechselakku, der hält aber auf GSM-Standby länger fast drei Wochen und selbst bei sporadischer Nutzung immer noch 1-2 Wochen. Wochen. Nicht Tage. Da muss ich also unterwegs keinen plötzlich leeren Akku befürchten oder spontan aufladen, das Feature "Wechselakku" dort also komplett optional.

Allerdings hätte ich deutlich was gegen Geräte, die man nach zwei Jahren wegen irgendwelcher Obsoleszenzen wegwirft - und sei es nur, weil man an das Innenleben zwecks Reparatur nahezu unmöglich rankommt.

Resignation äußert sich bei Menschen höchst unterschiedlich und kann erstaunliche Dynamik entwickeln, wenn sie in Frust oder Aggression umschlägt. Eigentlich möchte man das nicht, wenn man Traditionalisten zum Kauf eines Smartphone mit fest eingebautem Akku, einem BEV oder zur Nutzung der ePA bzw. der eID-Funktionen im ePerso bewegen will.

Mein Sony Ericsson Xperia Active (ST17i) behalte ich nicht wegen des Wechselakkus, sondern weil ich kein Smartphonesklave bin und das Teil mit Telefonie, E-Mail, OSMAnd, Browser, SMS, Kamera, ... alles kann, was ich unterwegs ernsthaft benutzen möchte. Auf die Idee, meine Bankgeschäfte damit zu erledigen, die ePA zu verwalten, mein Auto zu öffnen oder der DB-Schnüffel-App Einblicke in mein Bewegungsprofil zu erlauben, käme ich im Traum nicht.

Ist also kein ideologischer Standpunkt, sondern emotionsloser Pragmatismus. Wäre ein Nachfolger unvermeidbar, ich würde mir möglichst ein möglichst kleines, möglichst preisgünstiges Modell suchen - gerne auch gebraucht, das mit alternativen Betriebssystemen läuft, Apps von F-Droid verträgt und hoffentlich einen langlebigen Akku enthält.

Also vielleicht ein Fairphone 5, ein Google Pixel 5 oder 8a, Moto G54/G84 - Shiftphone 8 dürfte zu teuer sein. Kein Samsung, kein Xiaomi, kein Oppo, Vivo und erst recht kein iPhone.

Diesen Prozess wird unsere verfilzte Nanny-Regierung mit Gießkannensubventionen für Petro-Nostalgiker mglichst lange hinauszuzögern versuchen.

Volker

Nein, er wollte ein Handy mit abnehmbarem Rückdeckel und Wechselakku, den er im Rucksack mittragen kann (oder 2 davon oder was auch immer).

Nur manchmal muß man halt alte Zöpfe abschneiden. Den Zettelkatalog meiner Lieblingsbibliothek gibt es auch nicht mehr. Ich hab neulich aus Nostalgie danach gefragt, er ist irgendwo in einem Magazin und wird immer wenn Zeit dafür ist digitalisiert.

Du hörst dich wie mein Freund an, der hat sein OnePlus auch gleich gerootet und ärgert sich lieber über nicht installierbare Banking-Apps als über Google-Applikationen.

OnePlus hat damals als eines der bestreparierbaren gegolten (ich hab auch in meiner damaligen Firma welche gehabt, Displaytausch um damals 70 Euro mit Porto, das war super).

Moglich. Solche sozialen Prozesse sind schwer einzuschätzen. Ich kann mich noch erinnern wie schnell es bei den Mobiltelefonen gegangen ist. Von "Gerät für Manager, Leute mit viel Geld und Wichtigtuer" über "wenn man viel Ferngespräche hat, dann geht das damit billiger" zu "jeder hat eines" waren es vielleicht 5 Jahre, wenn überhaupt.

/ralph

Aber sicher nicht wegen der Selbstentladung.

Verschleißende Akkus (wenn wir über Traktionsbatterien und nicht irgendwelche Chinakracher in Billigartikeln reden) sind ein weit weniger ernstes Thema wie verschleißende Kraftstoffversorgungen (mit dranhängendem Filter, Kraftstoffpumpe, Druckregler, Injektoren, usw.).

De facto fährt man mit den Batterien in BEV 200.000 Kilometer und mehr, ohne sich irgendwie um deren Pflege Gedanken zu machen. Ist wie das Narrativ, man müsse Eneloops hätscheln. Muss man nicht.

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tl;dnr: Nach anfänglichen Verlusten sind nach 100Mm noch ca. 90% Restkapazität übrig, nach 200-300Mm noch um die 87%. Andere Quellen berichten von Elektroautos, die selbst nach über 200Mm noch mehr als 95 Prozent ihrer ursprünglichen Batteriekapazität aufweisen und seltenen Fällen, wo die Kapazität schon nach 10.000 Kilometern unter 90 Prozent, vereinzelt sogar unter 80 Prozent gefallen sei. Diese drastischen Abweichungen waren Produktionsfehler oder Schäden an der Batterie und durch Garantien abgedeckt.

Der Feind des Elektroautos ist nicht Batterialterung sondern Falschinformation der Petrolheads und - wie bei Verbrennern auch: Witterung, Streusalz, Unfälle und neue, schickere Fahrzeuge auf dem Markt.

Allerdings.

Volker

Guido hat vermutlich noch nie Injektoren an diversen Direkteinspritzer-BMWs von

2000 bis 2020 gewechselt. Ich schon. Zuletzt am N46 (4x) und N52 (6x), Ersterer war ja doch schon 80Mm gelaufen, da können solche Dinger durchaus mal tröpfeln und eine Warnung im MIL auslösen.

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Das E-Teil mit der Nr. 13537589048 würde um die 520€ kosten (das Stück), wenn es denn überhaupt verfügbar wäre. Bisserl Kleinteile wie Entkopplungselemente (4x

12€), Kraftstoffdrucksensor (66€), Zündspule (4x 30€) macht man dann typischerweise nebenbei mit und hofft, dass es Keilrippenriemensatz, Steuerkette(nspanner), VANOS, der elektrische Öldruckregler und Lenkungsservo ("Klebelenkung") noch eine Weile tun.

Für die Schrauberei müsste ich als Leiter einer freien Werkstatt mindestens

400€ Arbeitslohn verlangen. Aber in Phantásien gehen Verbrenner nie kaputt und BEV fackeln ständig grundlos ab.

Volker

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