Reichelt greift an...

Nov 13, 2011 482 Replies

Haeh? Schonmal was von den Proporzkaempfen in Funkhaeusern mitbekommen? Er ist eben nicht mehr unabhaengig vom Staat.

Bei uns ist er das (bis auf NPR, PBS, VOA und die Militaersender). Dennoch hat es nie Rundfunkgebuehren geben und sowas waere auch gar nicht durchsetzbar.

Sehe ich auch so.

Gruesse, Joerg http://www.analogconsultants.com/

Desterwegen schrub ich ja auch: "Wir sollten..."

Das gehört sich für eine Demokratie auch. Wie und was Bürger empfängt, sollte keinen zu interessieren haben. Wer seine Sendungen verkaufen will, soll sie verschlüsseln.

Sind wir uns ja mal einig. ;-)

mfg hdw

Huh? M.W. hat mal Ohio so ein Gesetz versucht, weiss nicht was daraus geworden ist.

Was wir nicht duerfen ist jemanden bestechen. Das gilt auch im Ausland und bringt uns Nachteile gegenueber Firmen etwa aus Europa die beinahe offiziell "Bakschischkonten" fuehren. Wo die Behoerden in deren Heimat entweder diskret wegsehen oder das offiziell dulden. Wer's nicht glaubt:

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Zitat "Siemens zum Beispiel und MAN. In dieser Woche erst musste Autobauer Daimler zugeben, jahrelang in vielen Ländern Beamte geschmiert zu haben. Noch vor wenigen Jahren konnten deutsche Unternehmen im Ausland gezahlte Bestechungsgelder sogar daheim von der Steuer absetzen."

Sowas ist hier undenkbar bzw. wuerde vermutlich sofort nach der Steuererklaerung zu Verhaftungen fuehren. Was natuerlich nicht heissen soll dass es nicht hie und da unterm Tisch doch geschieht.

Gruesse, Joerg http://www.analogconsultants.com/

"Joerg" schrieb im Newsbeitrag news: snipped-for-privacy@mid.individual.net...

Nein. Aber vor allem beginnt das mit Schusswaffen, Radioaktivem und Giften. Nur möchte die Hersteller das möglichst mit jedem Schokorigel haben.

Asoziales Lobbygesetz. Aber obwohl manchmal ein Hersteller ein Produkt vor reverse engineering schützen will, glaube ich nicht, daß er damit vor Gericht durchkommt. So lange es privat gemacht wird.

Das natürlich ist ein gewerbliches Handeln Und damit übrigens ein Verstoss gegen das Wettbewerbsrecht. Das alleine reicht als ausreichender Schutz der Anbieter. Man braucht weder Patente noch Urheberrecht. Nur sind die natürlich viel feiner. Erst muß man zigtausende für ein Patent zahlen, um dann im Streitfall leider nicht die Millionen zu haben, die der Streit vor Gericht kostet. Als Kleiner hat man zu 100% verloren. Die Gesetze sind ja auhc von Grossen für Grosse gemacht. Asoziale Loobygesetze, die dringendst abgeschafft werden müssen. Wählt Piraten-Partei!

Manfred Winterhoff, reply-to invalid, use mawin at gmx dot net

Für die Merkwürdigkeiten darfst du dich bei der Musikindustrie bedanken, die wurden erst in jüngerer Zeit nach massiver Lobbyarbeit eingeführt.

Vorher war das ein ganz normales Urheberrecht nach internationalen Standards: Umfassende Rechte für den Urheber mit einigen wenigen wohldefinierten Einschränkungen, um die wissenschaftliche Arbeit und einen fairen Interessenausgleich zwischen Urhebern und Nutzern zu gewährleisten. Für die Einschränkungen stand dem Urheber eine finanzielle Entschädigung zu.

Dieses Prinzip hätte man wunderbar ins Digitalzeitalter fortführen können. Aber nein, anstelle eines modernisierten Vergütungssystems wollte die Industrie unbedingt mehr Kontrolle und hat dafür allerhand Krücken ins Gesetz frickeln lassen.

Ausserdem waren die Exportversionen meist deutlich teurer. Man könnte es auch imperialistische Arroganz nennen. ^_-

Dürfen tust du das - aber nur weil eine Schrankenregelung im Gesetz das ausnahmsweise erlaubt.

Aus Sicht des Rechteinhabers macht es jedoch keinen Unterschied, ob du eine Kopie oder eine gebraucht erworbene CD hörst. An beidem verdient er keinen Cent, beides ist für ihn gleichermassen böse, und wenn er es dir verbieten könnte, würde er es tun.

Deshalb sind der ganze DRM-Mist und das gesetzliche Umgehungsverbot auch so krank. DRM verhindert nicht nur das kopieren, sondern verschafft der Industrie auch Möglichkeiten zur Verbrauchergängelung, die ihr laut Gesetz gar nicht zustehen. Ein Verbot des Weiterverkaufs ist z.B. fast immer inklusive.

Hergen

Schüttele nicht zu doll. Könnte Schütteltrauma zur Folge haben. ;-)

Bei Rüben handelt es sich im materielle Güter. Es entsprich dem Rechtsgefühl das der, der sich die Mühe des Anbaus macht, auch den Erfolg haben sollte. Zumal die Produktion von Lebensmittel lebenswichtig für die Gesellschaft ist. Das Wetter selbst ist schon genug Wagnis.

Also auch Beispiele können kräftig hinken. ;-)

Du meinst die, deren Geschäftsidee das ist?

Sag ich doch. Privates kopieren wird nicht als Unrecht angesehen.

Die Umstände in den USA entziehen sich meiner Kenntnisse.

Software- und Biopatente sind höchst umstritten. Noch nicht entschieden.

mfg hdw

"Joerg" schrieb im Newsbeitrag news: snipped-for-privacy@mid.individual.net...

Prust.

Joergs heile Traumwelt.

Amis sind darin Weltmeister.

Der Prinz des Herrschers gründet ein Beratungsunternehmen und wird von der lokalen Repräsentanz beauftragt eine Expertise zu erarbeiten die den Einsatz der amerikanischen Produkte besonders wohlwollend hervorhebt, woraufhin der lokale Herrscher das Produkt zu Idiotenpreisen erwirbt.

Alles legal, alles Überweisungen an Tochterunternehmen, steuerlich abgesetzte Beraterhornorare, auf merkwürdige Art reich gewordene Karawanentreiber.

Aber letztlich egal: Der Geschädigte ist ja nicht die amerikanische Firma, auch nicht der Konkurrent der ist nur nicht grösser geworden, sondern derjenige für den der Bestochene gearbeitet hat (manchmal dessen Volk, manchmal dessen herrscher, manchmal dessen stinknormale Firma). Es sollte DEREN Interesse sein, Bestechung und deren Varianten zu verhindern. Wenn die das nicht machen sondern lieber mehr bezahlen wollen für ein schlechteres Produkt: Deren Problem.

Wichtig ist es aber (z.B. in Osteuropa) die dort etablierte Bakschischmethode gesetzlich zu bombardieren, damit der Eintritt in diese Geschäfte durch westliche Anbieter leichter fällt: Die haben dann freie Bahn, wenn die lokalen Hengste sich nicht mehr trauen, zu bestechen. Es hat alles seinen Sinn und Grund.

Kommt man natürlich wie die USA mit Panzern, kann man eventuell auf Bestechung verzichten, billiger wird es dadurch allerdings nicht.

Manfred Winterhoff, reply-to invalid, use mawin at gmx dot net

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Inzwischen sind die sog. "nützlichen Aufwendungen" hier auch verboten. Ich meine, das zuerst in den USA diese Aufwendungen verboten wurden? Bestechungen sind ja auch Gift für demokratische Gesellschaften.

mfg hdw

[...]

Das gilt fuer so gute wie alles, ausser Marzipan und so. Beruht die Tatsache dass ein VW hier weit billiger verkauft wird auch auf imperialistischer Arroganz? :-)

Kopie behalten? In USA darf man das m.W. nicht.

Das sehe ich anders. Wenn jemand eine CD gebraucht verkauft bedeutet das, dass er kein Interesse mehr an der Musik hat. Wenn der Kuenstler bessere Musik machen wuerde dann haette der urspruengliche Kaeufer die CD nicht abgegeben oder haette sich das neue Album gekauft. Meist laeuft das so: Jemand sieht eine CD oder bekommt eine geschenkt. Beim ersten anhoeren ... oerks ... nee ... grausig. Nun sind geoeffnete Tontraeger meist vom Umtausch ausgeschlossen falls nicht defekt. Warum soll man darauf nun sitzenbleiben muessen wenn man das Produkt gar nicht in Anspruch nimmt?

Habe mir gestern mal Rainald Grebe ein wenig angehoert. Wenn ich da eine CD haette wuerde ich die vermutlich auch gleich weiterverkaufen. Ist nicht mein Fall :-)

Die Weitergabe oder der Verkauf gebrauchter CDs ist nach meinem Rechtsverstaendnis (und offenbar ebenso nach dem amerikanischen) das gleiche wie der Verkauf gebrauchter Buecher. Voellig legal, m.W. auch in Deutschland. Doch auch da darf man nicht einfach im Copy Shop eine Version zum Behalten anfertigen. Hiesige Copy Shops weigern sich gewoehnlich sogar.

Da bei uns Vertragsfreiheit gilt ist gegen Verkaufssperren nichts einzuwenden. Solange das im Vertrag steht, der Kaeufer das mit vertretbarem Aufwand (lesen gilt als solcher) zur Kenntnis nehmen kann und die Ware dennoch erwirbt. Er koennte ja ablehnen und nicht kaufen.

Gruesse, Joerg http://www.analogconsultants.com/

Auf überhöhte Preise im Inland. ;-)

mfg hdw

D.h. die in Rueben und Kartoffeln reingesteckte Muehe ist schuetzenswerter als die in Musik und Software reingesteckte Muehe?

Auch die deren Lebensart das ist. Es wird eine CD gekauft und dann fuer die ganze Familie und die Kumpels kopiert. Das ist IMHO moralisch verwerflich. Da muss man sich nicht wundern wenn die Kids das mit anderen Dingen aehnlich locker sehen wenn sie gross sind. Den Preis fuer sowas zahlt eine Gesellschaft meist mit 10-20 Jahren Zeitverzoegerung.

Es entsteht eine Anspruchsmentalitaet. "Ich habe ja meine 20c GEMA-Steuer abgedrueckt, also darf ich auch ..."

Und da trennen sich unsere Rechtsverstaendnisse, auch die unserer Laender.

Nun, es ist offenbar so dass die Methode des deutschen Reiches in Sachen Literaturverbreitung weniger gut funktioniert als die angesaechsische :-)

Das war schon an der Uni so. Was haben sich die Leute krumm gelegt um die Buecher bezahlen zu koennen. Ein Hunderter war ruckzuck weg und das war fuer Nicht-Bafoeg-Empfaenger ein herber Schlag ins Kontor. Ich war beizeiten nach NL abgebixt und da konnte man Schaum's Outline und so billig bestellen. Auch EE Fachbuecher. Der einzige Nachteil war dass man bei vielen Klausuren keine Spickzettel haben durfte und ich mir die deutschen Worte fuer technische Dinge vorher einpauken musste. Aber dafuer reichte das Geld dann immer. Hinterher verkaufen war allerdings nicht, Schaum's wollte niemand haben. Dabei waren die richtig gut:

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Tscha, bei Euch offenbar schon:

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Gruesse, Joerg http://www.analogconsultants.com/

[...]

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Schon lange. Als mir so rund ein Jahr nach Einwanderung das Szepter einer Division in die Hand gegeben wurde bekam ich erstmal einen Steilkurs in solchen Dingen, besonders da wir international taetig waren. Fing etwa mit diesen Worten an: "There are certain things you guys may be used to that can land you in the slammer out here ..."

Gruesse, Joerg http://www.analogconsultants.com/

Moin!

Ich sag ja: Gesetzeslücke!

Na wenn eine CD/DVD/Software per Gebrauchtkauf nach und nach durch 50 Hände geht kommt das gleiche bei raus wie wenn einer sie verleiht: Alle haben sie gehört/gesehen/genutzt, aber nur einer hat sie bezahlt. Die armen Rechteinhaber werden um ihr Geld betrogen und müssen hungern und frieren!

Gruß, Michael.

Das StGB nennt es anders.

Der Gesetzgeber ist offensichtlich anderer Meinung.

Gruß Henning

henning paul home: http://home.arcor.de/henning.paul PM: henningpaul@gmx.de , ICQ: 111044613

Wer seine Software schützen will, kann das über einen Dongel bewerkstelligen. ;-)

Bei Musik liegen die Dinge grundsätzlich anders. Musik wurde in der menschlichen Geschichte schon immer, wenn sie gefällt, verbreitet. Künstler bekamen für den Auftritt Geld.

Obwohl nicht alles verbreite wird.Nur das was gefällt.

In meinem Besitz befinden sich LPs und CDs. Das meiste auf denen, gefällt mit nicht. Ich habe sie erstanden, weil ich bestimmte Titel haben wollte. Die anderen interessierten mich noch nie. Ich wurde quasi zum Erwerb dieser ungeliebten Titel "gezwungen". Kann ich die nun weitergeben weil ich die ja nie höre? Sollte auch in deinem Sinn moralisch OK sein.

Eben, auf CDs und ich weiß nicht worauf noch, liegen Abgaben. Mindestens moralisch wird da kein Unrechtsbewußtsein aufkommen können. Woher sollte das bei den auf Allem liegenden Abgaben denn auch möglich sein?

Wenn ich per Mikro einen Mitschnitt mache, habe ich kein Unrechtsbewußtsein. Schließlich war die Darbietung nicht geheim.

Sie war quasi mW nicht existent.

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Ist ja auch OK.

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Tja Siemens. Ist aber alles noch sehr umstritten.

mfg hdw

Wuesste nicht warum.

Nein, das Produkt der Rechteinhaber war nicht gut genug. Haetten sie bessere Musik gemacht dann haette der Erstkaeufer die CD nicht abgegeben. So wie ich meine Credence CDs und die Bob Dylan CDs nicht rausruecke. Ganz offenbar hat die Musik zumindest den 49 Vorbesitzern nicht gefallen. Wenn etwas nicht gefaellt muss man das Recht haben es weiterzugeben. Es sei denn man hat _vorher_ eingewilligt dass das nicht erlaubt ist. Z.B. per EULA.

Gruesse, Joerg http://www.analogconsultants.com/

:

ahlt.

ngern

Tats=C3=A4chlich, jetzt wo Du es sagst... Deswegen leben Nutten auch bes= ser als Musiker oder Schauspieler.

Vinzent.

f u cn rd ths, u cn gt a gd jb n cmptr prgrmmng.

Den Mist habe ich bei deutschen Kunden gesehen. Was ein Krampf. Das ist bei vernuenftiger Gesetzgebung nicht noetig. Wenn natuerlich der Gesetzgeber eines Landes meint EULAs und sowas sei alles Teufelszeug und wird von Amts wegen ausgehebelt, ja dann muss man sich nicht wundern dass sich die Hersteller mit Dongles absichern.

Vor 200 Jahren, ja. 1877 wurde dann der Phonograph erfunden und die Einkommensarten der Kuenstler verlagerten sich entsprechend. Genauso wie heutzutage das Material "Toter Baum" langsam durch Sachen wie Kindle abgeloest wird. Das heisst aber nicht dass das automatisch zum Abzocken berechtigt auch wenn es technisch moeglich waere.

Gefallen berechtigt nicht zur Abzocke.

Wenn Du sie auf Deinem Datentraeger unwiderbringlich loeschst faende ich das moralisch ok. Nur will die vermutlich auch sonst kaum jemand haben :-)

Das ist es ja warum ich solche Gesetze wie Eure GEMA-Steuern fuer falsch halte. Es werden alle besteuert, auch die Leute die immer ehrlich waren. Im Zweifelsfall sind alle schuldig, klingt irgendwie nach napoleonischen Zeiten, diese GEMA-Steuer. Dann entsteht bei Leuten die Einstelleung "Aber jetzt erst recht, das hole ich mir wieder!".

Das ist bei Konzerten normalerweise nicht erlaubt.

[...]
Gruesse, Joerg http://www.analogconsultants.com/

Am 18.11.2011 02:02, schrieb Joerg:

Im Vergleich mit Afrika auf jeden Fall, im Vergleich mit dem überwiegenden Teil der Menschheit sicher, im Vergleich innerhalb der EU eher nicht, .de ist mittlerweile Billiglohnland, zumindest für die arbeitende Bevölkerung.

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Da kann ich mich anschliessen

Butzo

Wer seine Software sch=C3=BCtzen will, kann das h=C3=B6chstens, indem er= sie nicht verbreitet.

Dongles haben in der Praxis keine Wirkung, sondern nur Nebenwirkung. N=C3=A4mlich die, die zu nerven, die die Lizenzgeb=C3=BChren auch ohne D= ongle zahlen w=C3=BCrden.

Vinzent.

f u cn rd ths, u cn gt a gd jb n cmptr prgrmmng.

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