Aus der gleichen Zeit. Deswegen lassen sich da bestimmt auch konstruktive Schwachstellen finden die man heute so nicht mehr einbauen wuerde. In Biblis stehen allerdings Druckwasserreaktoren, d.h. die Kuehlsysteme dort sind nicht 1:1 vergleichbar.
Wo habe ich abgelaestert?
Noe. Zumindest fuer Fukushima I Block 1 war AFAIK eine Laufzeitverlaengerung von 10 Jahren geplant. Das hat aber doch eigentlich alles nichts mit dem zu tun ueber was ich geschrieben hatte ... mit ging es um Technik, nicht um Politik.
Micha
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M
Michael Baeuerle
Fuer eine vernuenftige Kuehlwirkung braucht man wohl wenigestens eine Stroemung von der heissen zur kalten Seite. Das Containment war ja hier aber ueberhaupt nicht dafuer ausgelegt komplett geflutet zu werden, es heisst ja bezeichnend "drywell". Die benoetigte Stroemung haette sich also allenfalls zufaellig durch Konvektion ergeben koennen - wobei die Form des Containments (oben besonders schmal) dafuer eigentlich eher unguenstig ist.
Das sollte schon moeglich sein, der Reaktorbehaelter ist ja ein fetter Brocken. Innen drin sollte sich dabei natuerlich auch nichts partiell ueberhitzen.
Micha
D
David Kastrup
Wenn ich mir diese Gedankenspiele so durchlese, kann das Fazit nur lauten, daß die Menschheit ungeeignet ist, Kernkraftwerke sachgerecht zu betreiben.
Tatsächlich ist das nur ein Korollar dessen, daß die Menschheit ungeeignet ist, Ingenieure artgerecht zu halten. Es wird immer wieder zu Unfällen kommen.
David Kastrup
O
Olaf Kaluza
Wenn ich eine Bank oder eine Versicherung aufmachen will dann brauche auch Ingenieure fuer das Netzwerk oder andere untergeordnete Taetigkeiten. Aber die zehn wichtigsten Leute sind sicher alles Wirtschaftsheinis.
Wenn ich aber ein Atomkraftwerk betreiben will dann muessen halt die
10Leute an der Spitze Ingenieure sein. Wenn der Laden aber eine Gesellschaft ist die irgendjemandes Geld vermehren soll, dann wird es schief gehen.
Olaf
J
Joerg
Ich habe beruflich mit Energieerzeuger-Unternehmen zu tun. Da besteht normalerweise die komplette Fuehrungsriege aus Ingenieuren.
Gruesse, Joerg
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Ralph A. Schmid, dk5ras
Nur, daß bei uns alles Mögliche nachgerüstet wurde, was bei den Japanern offenbar fehlt. Und wir sind hier eben kein Tsunami-Gebiet...
-ras
Ralph A. Schmid
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D
David Kastrup
Oh natürlich. Was Technik und Disziplin und sonstige Tugenden, die ein Atomkraftwerk sicher machen, angeht, sind wir einfach besser als die Japaner.
Solange zumindest, bis dann offenbar irgendwo bei uns was fehlte. Dann wird man differenzierter ablästern müssen, etwa über das, was den Schwaben offenbar fehlte. Oder den Ostfriesen und anderen Nordlichtern.
David Kastrup
A
Alexander Schreiber
MSR (Molten Salt Reactor), die kann man mit freeze plug bauen. Da befindet sich am Boden des Reaktors ein Loch, das durch einen Stoepsel aus gefrorenem Salz verschlossen wird. Im Normalbetrieb wird dieser Stoepsel gekuehlt und bleibt fest. Wenn der Strom fuer den Reaktorbetrieb ausfaellt, dann schmilzt der freeze plug und der Reaktorinhalt laeuft in die Kuehlwanne.
Bei einem Testreaktor in den IIRC 60ern haben die abends zum Runterfahren des Reaktors einfach den Strom abgeschaltet. Morgens dann Strom und Heiz- anlage angeworfen und das geschmolzene Salz wieder in den Reaktor gepumpt.
Das ganze wohl weit ueber 100 Mal - war die faulste Methode, den Reaktor ueber Nacht stillzulegen.
Man liest sich, Alex.
"Opportunity is missed by most people because it is dressed in overalls and
looks like work." -- Thomas A. Edison
M
Martin Schoenbeck
Hallo Jörg,
Joerg schrieb:
Wenn ich die Antwort nicht wüßte, würde ich jetzt ungläubig fragen: In Deutschland?
Gruß Martin
Bitte nicht an der E-Mail-Adresse fummeln, die paßt so.
J
Joerg
Nein, USA :-)
Aehnliches gilt auch fuer viele medizintechnische, luftfahrtliche und sonstige Unternehmen. Vorige Woche rief die Chefin einer Halbleiterschmiede hier an weil was beim Projekt geklaert werden musste. Das ging ins Eingemachte, Verstaerkerarchitekturen und so weiter, die hat den vollen Durchblick.
Gruesse, Joerg
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M
Matthias Weingart
David Kastrup :
Zudem ist alles, was mit KKW-Sicherheit zu tun hat, Geheimsache. Security by obscurity funktioniert schon bei Verschlüsselung nicht und damit ist das auch kein Wunder, dass niemand in .de der Kernkraft traut (Ausnahmen bestätigen die Regel ;-). Ganz abgesehen von den vielen anderen ungelösten Fragen. Eine Hoffnung liegt ja auf der Kernfusion (zumindest wird da schon 50 Jahre dran geforscht) - weil "viel sauberer und ungefährlicher". So recht mag ich das aber auch nicht glauben.
M.
D
David Kastrup
Hängt davon ab, was man fusioniert und wie. Die Menge an Dreck bei der Aufbereitung des Brennmaterials und der Entsorgung der Endprodukte und der Anlagen ist, wie bei Kernspaltung auch, deutlich variabel.
Man hat zumindest den Vorteil, daß das im Normalbetrieb anfallende Endprodukt verhältnismäßig sauber ist.
Allerdings ist die Kollektivintelligenz der Menschheit so geartet, daß "unbegrenzte Verfügbarkeit von Energie aus Meerwasser" zuerst zu drastischer Klimaerwärmung und letztlich zur Leerung der Meere führen wird.
So sind wir.
David Kastrup
R
Ralph A. Schmid, dk5ras
Man mag es kaum glauben, aber es scheint so. Es ist jedenfalls schon ziemlich armselig, was verschiedene japanische Reaktorbau-Ingenieure so haben verlauten lassen, wie es beim Bau der Anlagen zuging.
Ich habe auch nicht wirklich ein gutes Gefühl dabei, unsere AKW abzuschalten, während die Länder um uns herum eher noch neue aufbauen und uns dann denn den Strom verkaufen. Frankreich...hmmm...ehemailges Russland...größeres hmmm...die Wolke aus dem Osten hatten wir schon vor 25 Jahren.
Man kann es drehen und wenden wie man will, Deutschland hat ein seit Beginn der Industrialisierung gesund gewachsenes Ingenieurswesen, ist ziemlich gut darin, große und komplexe Systeme von Grund auf zu erfinden, zu planen und zu betreiben. Wir haben gut funktionierende Stromversorgung, Wasserversorgung, ein gutes Bahnsystem, ein ordentliches Autobahnnetz, ein hervorragendes Telephonnetz - warum zum Geier sollen dann ausgerechnet unsere Kernkraftwerke plötzlich so scheiße sein?
-ras
Ralph A. Schmid
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D
David Kastrup
Ja und? Die vergleichbaren Berichte von hier kriegst Du ja erst zu sehen, wenn hier was hochgeht.
Im Vergleich zu Japan sehe ich nicht, worin wir nennenswert besser in Deiner Liste von Errungenschaften wären.
Tatsächlich ist die durchschnittliche Lebensdauer eines Allerweltsingenieursartikels wie eines Autos aus japanischer Produktion deutlich besser als die eines deutschen.
David Kastrup
L
Lutz Schulze
Am Thu, 31 Mar 2011 12:52:24 +0200 schrieb Ralph A. Schmid, dk5ras:
Weil die zweifellos mal vorhandene Solidität im Schwinden ist und Quartalszahlen wichtiger werden. Wer kann garantieren dass da heute und auch in Zukunft nie manipuliert, getrickst und gefälscht wird?
Wie kam es eigentlich zu den Ereignissen in Asse? Wie kann es sein dass in Berlin simple Wartungsprotokolle von Bremsanlagen bei S-Bahnen manipuliert werden?
Auf Glauben würde ich bei solchen Techniken nicht setzen, also entweder über jeden Zweifel erhabene Kontrollen und parallel Abschöpfung der kompletten Gewinne so dass sich kriminelles Handeln gar nicht lohnt oder man lässt es.
Lutz
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H
Henning Paul
Nicht besch*ssener als unsere Magnetschwebebahnteststrecken oder ICE- Radreifenwartungswerkstätten.
Gruß Henning
henning paul home: http://home.arcor.de/henning.paul
PM: henningpaul@gmx.de , ICQ: 111044613
W
Wolfgang Allinger
Ganz so schwarz sehe ich da nicht. In einem km^3 Meerwasser ist soviel Tritium (spurenweise!) enthalten, dass man mit dessen Fusion mehr Energie erzeugen kann, als die Menschheit je entfesselt hat. Sämtliche Lagerfeuer, alle Kriege, aller Dampfmaschinen, Motoren, Kraftwerke und aller benutzen Atomwaffen eingeschlossen. So habe ich das mal in UofR bei dem Omega Laser gelernt.
Im Marianengraben stehen 11 solcher Klötze übereinander und nebenan sind auch noch ein paar. Und einige angefressene Klötze gibbet sogar in der Nordsee :)
Also einfach das Tritium aus dem Meerwasser rausfischen, könnte man bei dem geringen Massenverlust wohl kaum ernsthaft nachweisen. Selbst wenn der böse Feind seinen Klotz verteidigt, ziehe ich halt ein paar nm weiter und sammle da. Wenn ich ganz besonders pöhse bin, nehme ich ein Uboot und zapfe seinen km^3 von unten an :)
Zehnfache Menge an strahlendem endzulagerndem Abfall- dafür kurzlebig. Einfacher wäre es, auch bei der Spaltung kurzlebige Spaltprodukte und langlebige Transurane zu trennen und letztere zurückzuführen. Molten Salt macht das direkt im Betrieb ohne separate Aufbereitung.
U
Uwe Bonnes
Laut Wiki und fuer mich Verstaendlich: ... ein Fließgleichgewicht ein, wodurch sich auf der Erdoberfläche ständig ca. 3,5 kg Tritium aus natürlicher Produktion befinden[3], die sich zu 99 % in oberflächennahen Schichten der Ozeane ansammeln[4]
Das sind ganz bestimmt nicht die Mengen, die Dir Uofr(??) versprochen hat.