Am Tue, 07 Nov 2006 11:04:14 GMT schrieb Ewald Pfau in de.rec.fahrrad:
[...]Du erklärst das zu kompliziert. Verzettele Dich nicht in Details und Erklärungsversuche. Bleibe bei den Tatsachen. Erst danach kann man über Ursachen diskutieren.
Tatsache 1: Radwege sind für die Allgemeinheit gefährlich, oder wie man das kurz ausdrückt: gemeingefährlich. Die Unfalluntersuchungen, die das nachweisen, berücksichtigen alle Unfälle, nicht nur die "ihrer größten Gegner", wie Henning so schön ausgrenzen möchte. Tatsächlich sind die meisten radfahrenden Unfallopfer ältere Leute, Kinder und eher gemächlich fahrende Frauen mittleren Alters (letzteres mein subjektiver Eindruck nach dem Lesen von hunderten von Unfallmeldungen, die ersten beiden kann man der Unfallstatikstik entnehmen oder Hautzinger et al. das Unfallrisiko). Die häufigsten Opfer rekrutieren sich aus dem typischen Radwegklientel.
Tatsache 2: Radwege sind für jeden Fahrer gefährlicher als die Fahrbahn. Denn bei gleicher Fahrweise auf der Fahrbahn treten die meisten der Konflikte nicht auf, die auf Radwegen häufig sind. Und dies obwohl - ebenfalls wieder nachgewiesen - Radfahrer auf Radwegen mehr aufpassen (und auch mehr Geschehnisse je Zeiteinheit berücksichtigen müssen), langsamer fahren und sich defensiver verhalten. Insbesondere ist bei gleicher Geschwindigkeit die Fahrbahn sicherer als der Radweg. Soviel zu seinem Ausgrenzungsversuch "angepasste Geschwindigkeit".
Tatsache 3: Fahrradunfälle mit "anderen" werden überwiegend (in 2/3 der Fälle) von den anderen verursacht. Das kann man unschwer jedes Jahr auf's neue in der Straßenverkehrsunfallstatistik (Tabelle 3.1.1, wer's nachprüfen will) nachlesen. Hennings Übertreibung "nur" entspringt wie alles andere oben seiner trolligen Phantasie.
Tatsache 4: "Nicht angepaßte Geschwindigkeit" ist zwar Hauptunfallursache und Ursache etwa der Hälfte der tödlichen Unfälle, aber nur bei Kraftfahrzeugen. Bei Radfahrern spielt sie so gut wie keine Rolle - kann man unschwer wieder in der Straßenverkehrsunfallstatistik nachlesen.
(fup2)