Erzähl das mal den Providern. GMX verändert E-Mails sogar[1] (Links werden ausgetauscht gegen trackbare Versionen), also lesen sie offenbar auch mit. In den Vertragsbedingungen hab ich übrigens nix dazu gefunden, weder, dass sie das dürfen, noch, dass sie das nicht dürfen.
Markus
[1] bisher nur in ankommenden E-Mails ohne DKIM-Signatur beobachtet, aber trotzdem schlimm genug
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M
Marc Haber
Nur im Webinterface oder auch in den per IMAP ausgelieferten Mails? Letzteres fänd ich frech.
Grüße Marc
E
Eric Bruecklmeier
Am 06.11.2025 um 08:57 schrieb Markus Faust:
Wer GMX verwendet ist nun wirklich selber schuld.
M
Markus Faust
Auch per IMAP. (Das Webinterface nutze ich nur sehr sporadisch mal.)
Grüße, Markus
V
Volker Bartheld
Sag!
*LOL* Niedlich.
Blah. Deine Hyperbel ist allzu leicht durchschaubar. Mir reicht ein gut gepflegtes Linux-Derivat, GnuPG und OSS als Mailclient.
Unfug. Keine Manipulationserkennung, jeder am Transport Beteiligte kann Einsicht nehmen. Das ist beim Brief anders.
Klar. Denn so eine E-Mail geht bekanntlich direkt vom einem MTA zum anderen MTA. Ohne Zwischenstationen. Und der sendende MTA garantiert Dir nachweislich, dass er Deine E-Mail verschlüsselt, sodass sie nur der empfangene MTA lesen kann.
Du darfst jetzt gerne wieder mit "Willkommen in der Realität!" ankommen. Die Realität der Jahre 1000–1850 A. D. waren Pferdefuhrwerke, Hexenverbrennung und eine Lebenserwartung von Mitte Dreißig. Die Realität der Jahre 1920-1996 (Jup!
1996!) war verbleiter Ottokraftstoff, Citysmog, Ozonloch und saurer Regen.
Zur Realität des 21. Jahrhunderts zählen Motornormativität und Klimawandel. Was aber genausowenig bedeutet, dass man da nichts dran tun könnte, wie auch an Plaintext-E-Mails. Es widerspricht nur dem Phlegma der meisten Leute.
Lass uns einfach noch ein bisserl abwarten, mit Datenschutzskandalen, CLient- Side-Scanning, Chatkontrolle, Palantir, Datenvorratsspeicherung/-zusammenführung , Videoüberwachung und natürlich den höchst singulären, lokal begrenzten Extremwetterereignissen. Dann passiert vielleicht was. Je früher, je kleiner der Katzenjammer.
Prinzipiell egal, solange mir kein Kasper der Faschoparteien den Lebensentwurf diktiert und ich für Petrolheads löhnen soll, damit sie weiter externalisierte Kosten verursachen. Aber genau das passiert leider. Und daher bin ich ein bisserl dünnhäutig, wenn mich jemand lapidar in der Realität begrüßt.
Volker
V
Volker Bartheld
GMX gehört neben Web.de und 1&1 zur United Internet AG. Die machen ihren Umsatz natürlich auch mit Werbung und die klappt viel besser, wenn sie in Deinen Daten rumschnüffeln.
Nach amerikanischer Lesart ist es besser, um Entschuldigung zu bitten, als um Erlaubnis zu fragen.
Volker
H
Hergen Lehmann
Am 06.11.25 um 10:10 schrieb Volker Bartheld:
Das ist löblich, beschränkt die Zahl der möglichen Kommunikationspartner für verschlüsselte Kommunikation aber leider sehr.
Durchgesetzt auf dem Markt haben sich leider Messenger-Apps, welche überwiegend von amerikanischen Werbeagenturen kontrolliert werden. Und genau aus deren Marketingabteilungen kommt auch das Geschwurbel von der ach so unsicheren EMail und der daraus folgenden dringenden Notwendigkeit, alle Kommunikation in deren Alibi-verschlüsselte Apps und Clouddienste zu werfen. Sicher ist dabei nur eines, nämlich, das man jegliche Kontrolle verliert.
Das ist schlicht falsch. Der *Transport* von EMail erfolgt in aller Regel verschlüsselt (TLS). Lediglich auf den MTAs besteht Manipulationsmöglichkeit, aber zu denen hat nur ein kleiner Personenkreis Zugriff.
Im Fall der dienstlichen EMail von Kollege zu Kollege kenne ich diese zwei Personen sogar persönlich. Noch. Es gibt seitens des Mutterkonzerns Druck in Richtung Microsoft-Cloud, vorgeblich aus Sicherheitsgründen. Keine Worte. :-(
Ja, dieser geht tatsächlich durch unzählige nicht vorhersehbare Hände und wird an vollkommen ungesicherten Orten (Fahrzeug des Zustellers, Briefkasten) zwischengelagert.
Ich hatte da vor Jahren mal ein Aha-Erlebnis der besonderen Art: Ein von mir persönlich im Postamt (gab es damals noch) eingeliefertes Päckchen tauchte Tage später im Fundbüro der örtlichen Verkehrsbetriebe wieder auf. Immerhin waren die Jungs dort so ehrlich und bemüht, mich zu benachrichtigen, aber wer das Päckchen zwischenzeitlich in den Fingern hatte, möchte ich lieber nicht wissen...
Das Risiko, das Briefe in falsche Hände gelangen, ist offenbar so allgegenwärtig, das Banken, Behörden, Mobilfunkanbieter, etc. allerlei Verrenkungen treiben, damit abgefangene Kärtchen und Zugangsdaten nicht ohne eine weiteren Faktor missbraucht werden können.
Und die Stasi hatte seinerzeit auch die Technologie zum unbemerkten Öffnen von Briefen perfektioniert. Dieses Wissen existiert ganz sicher noch irgendwo.
In aller Regel ist das heute so. Schon aus Gründen der Spam-Eindämmung nimmt kein gut konfigurierter MTA Mails an, bei denen sich Sender-MTA und Absenderadresse der Mail nicht irgendwie (z.B. über einen SPF-Record) korrelieren lassen.
Im Pfad ausgewiesene Zwischenstationen sind in aller Regel rein technische Zwischenstationen (typisch: Einlieferung, Verarbeitung, Auslieferung auf getrennten Servern) bei einem der beiden direkt beteiligten Provider.
Was bislang passiert, läuft allerdings genau in die falsche Richtung.
Marktkonzentration der elektronischen Kommunikation bei wenigen übermächtigen Konzernen, deren Geschäftsmodell ganz unverhohlen darin besteht, Data Mining zu betreiben. Verträge, in denen sich die Datenkraken ganz offen das Recht zugestehen, die Kundendaten zu vielfältigen, bestenfalls schwammig umrissenen Zwecken zu nutzen und an nicht genannte Partner weiter zu leiten. Kunden, die solche Verträge ungelesen per Mausklick bzw. Fingertipp bestätigen.
Und ich reagiere aus den gleichen Gründen dünnhäutig, wenn man mir bewährte (auf direktem zwischenmenschlichem Vertrauen basierende), Kommunikationswege wegnehmen will, zugunsten von Marketing-Buzz. ^_-
S
Stefan Wiens
Das kannst du hoffentlich belegen.
Stefan
Crosspost & Followup-To: de.comm.provider.mail
V
Volker Bartheld
Nicht mein Problem. Der Rest darf gerne mit Portalen, verschlüsselten ZIP- Archiven und telefonierten Passwörtern und anderem Kasperltheater rumtun.
Tjaja. Kann man nichts machen. Whatsapp und Facebook sind alternativlos.
In aller Regel ist kein Synonym für "ausnahmslos".
Lenk nicht ab. Eine Mächtikeit des Personenkreises >0 ist ausreichend.
Das mag sein. Vordringlich werden z. Zt. aber digitalie Überwachungsmethoden perfektioniert. Und der bayrische Fleischblogger ist froh, einen Vertrag mit dem Konzern abgeschlossen hat, der auf Zuruf von Trumpistan nichts Eiligeres zu tun hatte, als den Chefankläger des Internationalen Strafgerichtshofs von E-Mail abzuschneiden. Weil der die Chuzpe hatte, Haftbefehle gegen Netanjahu, den damaligen Verteidigungsminister Joav Gallant und mehrere Anführer der islamistischen Palästinenserorganisation Hamas zu erwirken:
formatting link
Denen würde ich als Betriebssystem-Hersteller, Betreiber eines MTAs und von Cloud-Anwendungen unbedingt vertrauen. UN BE DINGT.
Nicht nachprüfbar.
Würde doch nur jemand eine Technologie erfinden, mit denen sich E-Mails digital signieren lassen.
Soll das mit Deinem "in aller Regel" ein Trinkspiel werden?
Wenn ich Dich recht verstehe, sind wir einer Meinung, diesen Trend nicht besonders toll (=besorgniserregend) zu finden.
Auch da sind wir einer Meinung. Kann man auch Enshittyfication zu sagen. Ich hab neulich eine SIM-Rufnummermitnahme von einem inkompetenten Sauhaufen namens "Medion Mobile" (aka. "ALDItalk") zu Blau/Telefonica durchgezogen. Ein Grund war versteckter Mindestverbrauch bei Prepaidvertrag durch beschränktes Aktivitätszeitfenster und Mindestaufladebetrag.
Du ahnst nicht, wir brüllend Scheiße der Prozess ist und über wieviele Stöckchen man da springen muss. War kurz versucht, eine anonyme SIM-Karte von Lebara oder den üblichen Verdächtigen zu ordern.
Spezl erzählt mir, dass das D-Ticket jetzt nicht nur teurer, sondern auch App- Only ist. Also kein QR-Code-PDF mehr, sondern Mist, der nur auf neue(ste)n Smartphonebetriebssystemen funktioniert. Mei, ich hab das mit dem Abozwang nie verstanden und nach der letzten Preiserhöhung eh gekündigt.
Und dann erfahre ich, dass die famose Gematik (auch bekannt durch die zahlreichen ePA-Verkacker) wegen Wechsel des Verschlüsselungsverfahrens von RSA auf ECC doch allen Ernstes Konnektoren austauschen muss, um Arzpraxen nicht zurück zum Papierrezept zu zwingen. Eineinhalb Jahre, nachdem das E-Rezept verpflichtend eingeführt worden war:
formatting link
Da fällt mir doch echt nichts mehr zu ein.
Volker
R
Ralph Aichinger
Ich vermute, du hast das ironisch geschrieben. Aber der Vollständigkeit halber:
Ich hätte das vor 10 Jahren vielleicht unironisch so hingeschrieben (je nachdem as man unter "alternativlos" versteht).
Inzwischen ist es aber so, dass ich das Gefühl habe, Facebook wird immer irrelevanter. Ich hab meinen eigenen Account schon mehrere Jahre nicht mehr verwendet und es geht mir nix ab. Das heißt noch nix, aber ich habe das Gefühl, dass es vielen anderen auch so geht.
Die Schwurbler sind sowieso zu Telegram gewechselt, Jüngere kommen auf Facebook kaum nach, was übribzubleiben scheint sind viele alte Leute und viel AI-Slop als Inhalte.
Jetzt ist mir natürlich klar, dass auch WhatsApp und Instagram zum gleichen Konzern gehören, ich bin mir aber nicht sicher ob diese beiden Netze den Bedeutungsverlust von Facebook ausgleichen können. Das mit der Augmented Reality-Sache (wie auch immer die bei Meta geheißen hat) war ja auch eher ein Schlag ins Wasser.
/ralph
H
Hergen Lehmann
Am 06.11.25 um 13:59 schrieb Volker Bartheld:
Beim deutschen Durchschnittsbürger aus unerfindlichen Gründen scheinbar ja. :-(
Wenn mich jemand zu Whatsapp nötigen will, biete ich immer Signal, Telegram oder SMS an. Letztere sind zwar auch nicht sicher, aber immerhin nicht unter der Kontrolle des großen orangen Königs.
Ausnahmslos gibt es eh nicht.
Auch wenn du einen Brief bei der Deutschen Post einlieferst, ist nicht garantiert, das diese das Ding auch tatsächlich auf der ganzen Strecke selbst transportiert. Und spätestens bei Post ins Ausland ist eh nicht mehr vorhersagbar, wer am Transport beteiligt sein wird.
Auch wenn du PGP für den Versand E2E-verschlüsselter EMails verwendest, ist nicht garantiert, das nicht genau dein MUA oder der deines Gegenübers in diesem Moment gerade kompromittiert sind. Es gab da in jüngerer Zeit einige richtig böse Fälle von eingeschleustem Fremdcode in weit verbreiteten Softwarebibliotheken, die von unzähligen Programmen benutzt werden...
Lenk nicht ab. Zwischen einer Handvoll gut bezahlter und sicherheitsüberprüfter Mitarbeiter in einem geschützten Rechenzentrum (MTA eines seriösen Anbieters) und zigtausenden schlecht bezahlten Hilfsarbeitern, die ihr Fahrzeug während der Postzustellung unverschlossen auf der Straße stehen lassen, besteht ein gewaltiger Unterschied.
Ja. Das sollte einen aber nicht davon abhalten, sich daran zu erinnern, das die Überwachung Tradition hat.
Aber sie haben doch versprochen, das nicht wieder zu machen (nachdem Großkunden in aller Welt protestiert hatten). Damit ist die Vertrauenswürdigkeit dieses Konzerns doch wieder ABSOLUT hergestellt und ein Hinterfragen nicht mehr notwendig!
Hat sich E2E leider nicht durchgesetzt, weil gewisse Konzerne ihre proprietären Sonderlösungen etablieren wollten. Die dann mangels Interoperabilität ebenfalls gescheitert sind.
Letztlich keine sooo große Katastrophe, denn herkömmliche Briefe sind auch nicht manipulationssicher signiert und trotzdem rechtskräftig. Man muss halt beim Lesen den Verstand eingeschaltet lassen und bei Zweifeln auf einem anderen Kommunikationsweg nachfragen.
Das ist definitiv falsch. Die meisten (wenn nicht alle) großen deutschen Verkehrsverbünde bieten das D-Ticket auch als NFC-Chipkarte an und tun dies weiterhin. Sie verschicken die Karte gerne auch per Post, wenn du nicht in ihrem Einzugsbereich wohnst.
Die PDF-Variante war seitens der Politik eigentlich nie erwünscht, sie war lediglich ein Schlupfloch, das findige Anbieter schamlos ausgenutzt hatten. Gleiches gilt für Tricksereien, den Abozwang zu umgehen. Die Preise sind für Stammkunden berechnet, welche sich überwiegend in ihrem Tarifgebiet bewegen. Für Rosinenpicker, die das Ticket gezielt für Langstreckenfahrten erwerben, müsste es ganz massiv teurer sein.
Jein. AFAIR war genau einer der Hardwarelieferanten so schlau, sich den physischen Austausch des ganzen Gerätes bei Schlüsselwechseln vertraglich zusichern zu lassen. Bei allen anderen Fabrikaten wurde einfach nur die Chipkarte mit dem Schlüssel getauscht, so wie es sinnvoll ist.
B
Bernd Laengerich
Am 06.11.2025 um 17:50 schrieb Hergen Lehmann:
I beg to differ. Das D-Ticket ist insbesondere für die Abonennten des Lokalverkehrs interessant, quasi überall war das Monatsticket für $BUSUNTERNEHMEN teurer. Die paar Leute die es sich antun längere Strecken mit Nahverkehrszügen der DB zu fahren fallen da vermutlich absolut nicht auf. Und: Wer halbwegs schlau (=rechtzeitig) bucht ist mit den Spartarifen der Bahn oft billiger dabei. So hat es sich für uns nicht gelohnt das D-Ticket zu kaufen um hin- und zurück zu zweit die Strecke Oldesloe-Essen zu fahren, das ICE-Ticket kostete zu zweit für eine Fahrt im Bereich €50,- Und die Umgehung des "Abozwanges" wurde doch schon vor dem Start ganz offiziell benannt. Dabei gibt es übrigens eine Tücke: Die Kündigung muß IIRC vor dem 10. des Monats eingehen, wer also am 10. oder danach ein D-Ticket für den aktuellen Monat löst, hat es min. 2 Monate. Muß man also auch rechnen ob sich das lohnt.
Vermutlich hatte dieser Hersteller auch schon gute Erfahrungen mit der "Ausländer-Maut" :-)
Bernd
V
Volker Bartheld
Aus dem Kontext durchaus korrekt vermutet.
Volker
V
Volker Bartheld
Da offenbar alle Architektur theoretisch kompromittierbar ist, können wir uns jegliches Mehr an Sicherheit komplett sparen. Ist es das, was Du sagen wolltest?
Lenk nicht ab. Alles außer E2E ist im Umfeld der digitalen Verschlüsselung einfach nur Schlangenöl. Ich hebe immer wieder darauf ab, weil nicht nur MTAs und Dienstbetreiber für Messenger-Apps uns diese Scheinsicherheit suggerieren, sondern natürlich auch Politiker, die an Client-Side-Scanning und Chatkontrolle "durch vertrauenswürdige Stellen" überhaupt nichts Kritikwürdiges finden. Ich schon.
Weswegen müsse man sich deswegen schämen? Welchen konkreten Vorteil bietet die App oder eine Chipkarte? Warum kann man sich das D-Ticket nicht einfach aus dem Autonaten ziehen, wie bei Wochen-, Monats- und Jahreskarten problemlos möglich, die ebenfalls personalisiert sind?
Na, da kann man dann wohl nichts machen.
Volker
V
Volker Bartheld
Fürs Protokoll: Ich hätte und habe das D-Ticket aus Bequemlichkeitsgründen gekauft. Weil ich im Gebiet des MVG/der MVV nicht immer mit irgendwelchen Zonen und Ringen rumtun wollte. Die gelegentlich auch vollkommen kontraintuitiv sind, z. B. dergestalt, dass ich auf der Hinfahrt zwei Streifen stempeln muss, auf der abendlichen Rückfahrt aber drei, weil dann nicht mehr dieses Bus verkehrt, sondern jener.
Bei meinem Fahraufkommen wäre eine Streifen- oder Tagesarte tatsächlich günstiger gewesen. Nun, nach Preiserhöhung, weiterer Erschwerung des Bezugs (ich gehöre zu denen, die das D-Ticket-PDF als Datei auf dem Smartphoe statt proprietärer App "schamlos ausgenutzt" haben), angesichts wachsender Unzuverlässigkeit und der ewigen Diskussion über Finanzierungsschwierigkeiten, wo für Dosensubvention offenbar doch genug Kohle da ist, habe ich mir eine Weiterführung des Abos verkniffen und stemple bei Bedarf wieder.
Jo mei. So geht eben Kundenbindung.
Volker
H
Hergen Lehmann
Ich will sagen, das absolute Sicherheit eine Illusion ist, und man daher sowieso für jeden Einzelfall abwägen muss, welches Sicherheitsniveau bei der Kommunikation ausreichend ist.
Der Brief ist trotz offensichtlicher Mängel seit Jahrtausenden ausreichend für die alltägliche geschäftliche und private Kommunikation.
Es genügt also, wenn ein elektronischer Ersatz ein ähnliches bis etwas besseres Niveau erreicht. Das ist bei der EMail, so wie sie heute eingesetzt wird (verschlüsselter Transport, Manipulationsmöglichkeit praktisch nur bei den direkten Vertragspartnern der Endanwender) der Fall. Obwohl fertige E2E-Verschlüsselungslösungen seit vielen Jahren existieren, werden sie kaum eingesetzt, weil halt einfach nicht nötig.
Auch E2E ist Schlangenöl, wenn man die Software der Endpunkte (BEIDER Endpunkte!) nicht unter vollständiger Kontrolle hat.
Und das ist für die weit überwiegende Mehrheit der Anwender halt einfach nicht der Fall. Sie setzen auf Closed Source oder zumindest fertig compilierte Binaries, welche jederzeit die Möglichkeit haben, die noch/wieder unverschlüsselten Inhalte an den Endpunkten zu kopieren und an $sonstwen weiter zu leiten.
Im Zeitalter der KI kommt zunehmend das Risiko hinzu, das die Inhalte bereits am Endpunkt inhaltlich ausgewertet und daraus gewonnene Erkenntnisse zu diffusen Zwecken genutzt werden. Mindestens ein weit verbreiteter Anbieter von Office-Lösungen und Betriebssystemen tut das ganz offen.
Auch ich habe damit erhebliche Probleme.
Letztlich spielen sich da zwei Parteien gegenseitig den Ball zu, vermutlich nicht ganz unabsichtlich. Wenn die (amerikanischen) Betreiber der Messengerdienste darauf beharren, das die Menschenwürde verletzte Inhalte nicht nur erlaubt sind, sondern sogar gezielt gepusht werden, solange sie die "rechte" Gesinnung besitzen, dann liefern sie den gleich gesinnten Politikern in aller Welt den idealen Vorwand, warum man mehr staatliche Eingriffsmöglichkeit brauche.
*WIR* haben es in der Hand, das Treiben zu stoppen, indem wir unsere persönlichen Daten nicht freiwillig in diesem Sumpf werfen.
Weil die systematische, gewerbliche Ausnutzung von Schlupflöchern nicht ganz unschuldig daran ist, das die Mischkalkulation nicht aufging und das Ticket nun für alle ständig teurer wird.
Leichtere Kontrollierbarkeit. Im Nahverkehr ein erheblicher Vorteil!
Beim PDF-Ticket ohne Zugbindung muss zeitaufwändig bei jedem Fahrgast der Ausweis kontrolliert werden, um Kopien erkennen zu können. Man braucht größere Kontrollteams, das kostet Geld.
Chipkarte und App sind nicht kopierbar. Sie garantieren von sich aus, das immer nur eine Person mit dem Ticket fahren kann. Das Risiko beschränkt sich darauf, das es vielleicht die falsche Person ist, was zwar politisch unerwünscht ist, aber dem Verkehrsbetrieb nicht wirklich weh tut. Entsprechend finden bei der Chipkarte nur (extrem selten) Stichproblemkontrollen des Ausweises statt.
Weil die Mischkalkulation von einem Abo ausgeht, bei dem der Fahrgast auch mal Monate bezahlt, in denen er kaum fährt.
Am Automaten verkaufte, gleitende Zeitkarten waren auch vor dem D-Ticket schon spürbar teurer als Abonnements. Im hiesigen Verbund betrug der Unterschied zwischen den Extremen Automatenverkauf und Jahresabo zeitweise rund drei Monatsbeiträge, plus dem Bonus, das mit dem Jahresabo regelmäßig eine Tarifanhebung übersprungen werden konnte.
Aber ja, zwei Preise für das D-Ticket (etwas mehr am Automaten, etwas weniger für ein Abo, gerne auch mit längerer Kündigungsfrist) wären wünschenswert.
Irgendwer hat da in der Behörde nicht aufgepasst und den höchst unvorteilhaften Vertrag so unterschrieben. Daran kann man nachträglich jetzt nichts mehr ändern.
Da Vergleichbares in Deutschland aber immer wieder passiert, sollte man vielleicht doch mal über Lösungen nachdenken. Zum Beispiel könnte man die gesetzlichen Regeln für "Public Private Partnership" enger fassen und anschließend verantwortliche Politiker für Regelverstöße in die persönliche Haftung nehmen.
A
Axel Berger
Mir geht das Bequemlichkeit über den kleinen Differnzbetrag. Besonders spürbar wird das bei jedem seltenen Besuch in einer fremden Stadt.
Meine Tochter fordere ich hier regelmäßig zum Schwarzfahren auf. Nicht weil mir die Tickets zu teuer wären, sondern weil ich das kleine Risiko von einmal sechzig Euro gegen den Aufwand abwäge, herausfinden zu müssen, welches Ticket gebraucht wurd und wo man es überhaupt bekommt. Die Haltstelle hier vor dem Haus ist jedenfalls automatenlos.
Früher stieg man ein und bezahlte beim Schaffner oder Fahrer.
D
Detlef Sax
SFJI Das muss aber sehr früher gewesen sein. In der Bahn kann ich mich in den 70ern an Schaffner in der Bahn erinnern. Die U-Bahnstrecke Friesenplatz Dom/HBF war noch relativ neu.
Damals war ich mit anderen halbstarken Langhaarigen in der Bahn unterwegs vom Friesenplatz Richtung HBF, sollte in die Altstadt gehen. In der Bahn haben wir zusammen eine lustige Zigarette herumgereicht. Natürlich sind die Kontros gekommen. Alle hatten ein Ticket, war ja damals preiswert. Meinte eine: "Sowas,(Die Zigarette) sollten wir nächstesmal doch besser draussen rauchen".
Schaffner gab es da schon nicht mehr. Über Rauchverbot wurde noch nichtmal nachgedacht. Danach wohl schon:)
Geile Zeit. Alles locker, alles friedlich. Keine Reptilioiden.
Immer cool bleiben Detlef
M
Marc Haber
Heute drückt man beim Einsteigen aufs Smartphone und beim Aussteigen nochmal und bezahlt eine Grundgebühr fürs Einsteigen und dann einen Centbetrag für jeden Kilometer zwischen Einsteige- und Aussteigepunkt (Luftlinie), unabhängig davon wie absurd die Umwege sind die man wirklich gefahren ist.
So kommt man dann für vier Euro von hier nach Speyer, obwohl das nach dem Zonentarif eigentlich eine Maximaltariffahrt über Heidelberg, Mannheim und Ludwigshafen ist.
Grüße Marc
A
Axel Berger
Und das gilt auch für mich als Kölner, der Dich einmal im Leben in "hier" besuchen kommt? Meine auf meinen Rat schwarzfahrende (rsp. meistens trotzdem nicht) Tochter kommt aus dem weit entferten Berlin zu mir.
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