Antennenlänge für Drahtwurfantenne

Nov 02, 2025 Last reply: vor 8 Monaten 12 Replies

Hallo zusammen,



Bei meinem Android-Autoradio ist natürlich auch WLAN und Bluetooth an Bord. Die Antennen dazu sind einfache Drahtstummeln am Kabelbaum im klassischen 2,54 mm Raster-Stiftsteckerleisten. Die Drähte sind in den Kabelbäumen bei 54 mm ab Stecker-Vorderkante. Wenn man den Wannenboden und die Platinenstärke mit einbezieht, dürft die effektive Antennenlänge also bei ca. 55 mm bis 56 mm liegen. Angeblich steht im Rothammel, dass bei Wurfantennen mit einem Verkürzungsfaktor von 0,73 zu rechnen sei[1]. Das deckt sich mit den empirischen Werten von einigen FPV-Spezis im Netz [2].



Das passt ja wohl zu gar nichts vernünftig. Kein Wunder, dass ich im 2,4 GHz Band weder WLAN noch Bluetooth vernünftig bekomme. im 5 GHz Band siehts etwas besser aus (5/4 Lambda * 0,73 = 54,8 mm). Bis zur Garage ist aber mit 5 GHz eher schwieriger als mit 2,4 GHz.



Fürs 2,4 GHz Band würde ich das jetzt auf 68 mm verlängern wollen, was dann 3/4 Lambda wären (mit den 0,73 als Verkürzung) oder 114 mm für 5/4. Eine Dual-Band WLAN hätte dann am ehesten 205 mm (9/4 für 2,4 GHz) bzw



208 mm (19/4 für 5 GHz).

Was halten die Antennespezis unter Euch davon? Ist das als einfache Wurfantenne, die weder sinnvoll gerade im Schacht liegen wird, sondern mehr oder minder wild im Kabelverhau liegen wird, irgendwie zielführend?



Oder wie würdet ihr da dran gehen? Der Stecker gibt ja keine sinnvolle Möglichkeit, eine abgeschirmte Antennenleitung anzuschließen, womit man die Antenne an einen sinnvollen Ort verlegen könnte.



Die Bluetooth-Antenne könnte ich mal testweise auf die 23 mm annähern und sehen, wie sich der Empfang verbessert. Im Zweifel muss ich eben wieder etwas verlängern.



Hab ich was Grundsätzliches übersehen? Warum gibt es so viele Antennenlängenberechnungen und Überzeugte, dass mit Lambda/4 oder vielleicht noch mit 0,95 Verkürzung zu rechnen sei? Hat das keiner wirklich ausprobiert, bevor er das von sich gibt?



Erhellende Kommentare sind gerne gelesen. Wer keine praktische Erfahrung in Hf und Antennendesign hat, der möge besser nichts dazutun. Inkompetenz hab ich im Netz schon genug gelesen ;-) Soweit ich es mitbekommen habe, sind hier aber Praktiker unterwegs, die sich auskennen sollten. Deren Meinung reicht mir dann schon ;-)



Grüßle Marte


[1]
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[2]
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Rückwärts gerechnet von 200 mm, die 15 mm zu lang waren, also 185 mm berechnet ohne Verkürzung, macht verkürzt um 0,73 135 mm, die den 136 mm aus der empirischen Herantastung schon sehr nahe kommen und auch den
23 mm für 2,4 GHz in [1] ganz gut entsprechen.

A wurfantenne für 5 GHz?

Das is a Faschingsthema.

Lambda viertel isses Kochrezept, Verkürzung ein paar Prozent, aber diese Antennen brauchen Radials bzw Gegengewicht. Auch Vielfache von Lamda viertel

Lambda halbe Antennen brauchen kein Gegengewicht aber eine andere Anpassung.

Ist ein plastik Trägermaterial da, so verkürzt sich die Strahlerlänge um wurzel epsilon.

Messen tut man das mit dem NANOVNA, bitte googeln, es gibt sie schon bis 6 GHz, kosten dann etwas mehr.

w.

Helmut Wabnig schrieb:

Das dürfte durch das übliche Blechgehäuse auf Massepotential gegeben sein.

Am 03.11.2025 um 12:01 schrieb Helmut Wabnig:

Meinst Du das hier?

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Bei den Modellen mit kleinerem Frequenzbereich schreiben die, man soll aufpassen, daß man keine Klone kauft, die möglicherweise die Specs nicht einhalten. Aber sieht grundsätzlich interessant aus, danke für den Hinweis.

Holger

Hi Helmut,

Wenn Du meinst... Hast Du schon mal eine WLAN-Antenne vom Typ Stummelantenne aufgemacht? Da ist nicht selten wenig mehr als ein abgemanteltes Stück Koax drin. Überraschenderweise ist mit der verbauten Wurfantenne eine Verbindung auf 5 GHz zum Smartphone möglich, nicht aber im 2,4 GHz-Band. BT geht gar nicht, auch nicht auf einen halben Meter Abstand. Warum mich das nicht wundert hatte ich sogar beschrieben...

Ein paar Prozent... Hier spricht der Profi.

Gaaanz unbedingt, ansonsten geht gar nichts, weiß doch jeder.

Wenn man davon ausgehen darf, dass sich das komplette Nahfeld darin aufhalten wird. Das dürfte sehr selten der Fall sein.

Vielen Dank für diese Praxishinweise.

Marte

P.S. wo sind denn hier die Praktiker? Hat echt niemand mit längeren Antennen (3/4 und länger) Erfahrungen?

Entspricht aber eventuell nicht dem, was der Volksmund unter "Wurfantenne" versteht. Denn wohin und wie weit willst Du diesen Stummel denn werfen?

Jeder weiß auch, dass man ggfs. auch mit dem feuchten Finger oder ein paar mäandrischen Leiterbahnen WiFi-Empfang hat. Ob das optimal ist und man eine bessere Mimik überhaupt braucht, wäre dann wieder ein anderes Thema.

De facto und in der Praxis empfängt und sendet meine neue Fritte (eine 7530) mit ihren eingebauten Antennen besser, als die olle 3170 mit ihrem serienmäßigen Stummel und auch der 7dBi-Rundstrahlantenne, die ich mal zur Gaudi drangefummelt habe.

Drei Stahlbetonwände weiter weht dann nur noch ein ganz schwaches Lüftchen im

2.4GHz-Band und bei 5GHz ist vollkommen Schicht im Schacht. Falls ich mein HO also auf den Balkon ausdehnen müsste, täte ich mir wohl einen entsprechend potenten Repeater bzw. WAP her anstatt mit Konservendosen, Grid- oder YAGI- Antennen zu experimentieren.

Volker

Bei sowas gibt es IMHO zwei Möglichkeiten: Probieren oder ein Meßgerätepark für Millionen, bzw. komplizierte Simulationen.

Als Beispiel wie kontraintuitiv sich in dem Frequenzbereich Antennen verhalten ist die Antenne am Raspberry Pi Zero W:

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Niemand kann dir bei einer "Wurfantenne" realistisch sagen was passieren wird, ohne Simulation der Antenne und des leitenden Zeugs rundherum.

/ralph

Am 06.11.25 um 09:51 schrieb Volker Bartheld:

Hallo,

dann machst Du besser einen AcessPoint, kostet wenige Euro, dran und verholst den in einen anderen Raum. Bspw. einen TL-WA801N.

Peter

Am 06.11.2025 um 03:28 schrieb Marte Schwarz: ...

Ich hatte vor vielen Jahren mal recht umfangreiche Tests (für den privaten Kontext) mit gestockten Antennen in Stabform (vermutlich gestockte Halbwellendipole) im 2,4GHz Band im Innen- und Außenbereich gemacht. Waren industriell gefertigte (IIRC 9dBi) Antennen, ca. 36cm von der Spitze bis zum Gelenk lang, mit Koaxanschluß. Zwei der Antennen V-förmig ausgerichtet am Linksys WRT54GL unter DD-WRT. Gegenstelle war ein Notebook mit eingebauten WLAN Antennen + Karte.

Die Kurzzusammenfassung des recht ernüchternden Ergebnisses:

Ja, außen war eine Reichweitenvergrößerung bzw. höherer Durchsatz bei gleicher Entfernung gegenüber den Standardantennen ab Werk tatsächlich vorhanden (validiert mit wechselnden Standorten und wechselnden Accesspoints). Innenraum: keine Verbesserungen, innen durch Wände: keine Verbesserungen.

Außen gibt es deutlich weniger Reflexionen und Überlagerungen, die Testergebnisse waren für mich unerwünscht, aber schlüssig.

Am 02.11.2025 um 22:58 schrieb Marte Schwarz: [...]

Bei der gegebenen Geometrie und Umgebung eine konkrete Aussage zu treffen ist nicht möglich.-

Ein Ansatz wäre die Generatorimpedanz mit dem nanoVNA zu messen und mit viel, viel Rechnerei eine Anpassung u. richtige Symmetrie zu erzwingen.-

Für die MCU CC13xx/CC26xx habe ich das für 868 MHz gemacht. Hier die Vorgehensweise und Rechnung:

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Grüße

Am 02.11.2025 um 22:58 schrieb Marte Schwarz: [...]

Wie man der Wurfantenne (Vertikalantenne) die richtige Länge für eine reelle Fußpunktimpdanz verleiht findet man hier (Vertikalantenne):

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Grüße

Hi Volker,

Was denn sonst? Eine Wurfantenne ist gemeinhin einfach ein Stück Draht, das ein Gehäuse verläßt und dann wahlweise einfach herumliegt oder herunterhängt oder vielleicht noch mit einer Stecknadel irgendwo an der Wand fixiert wird. Ziemlich genau so sehen die Antennen am Kabelbaum aus. OK Hier gibts schöne Bilder, wie das aussieht:

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zweiten Bild laut Pinbelegung "None", da sind einmal BT- Antenne und einmal WLAN. Mir fällt da klein besserer Begriff als Wurfantenne ein.

Die ausgelieferte Variante hat jedenfalls einer berechnet und offensichtlich nie ausprobiert. In den entsprechenden Foren ist bekannt, dass der WLAN-Empfang sehr sehr sehr schwach und die BT-Verbindung hoffnungslos ist. Ich fand es bemerkenswert, dass mein neueres Teil mit

5 GHZ tatsächlich einigermaßen funktioniert, wenn ich mein Smartphone als Hotspot auf 5 GHz anbiete. Selbst das Smartphone als Hotspot mit 2,4 GHZ geht nicht so stabil, dass man Kartenuptates mit ein paar hundert MB stabil machen könnte.

dto hier. Auf dem Hof geht am Smartphone beides, 5 GHz schwach, aber 2,4 GHZ besser. In der Garage ist beides Funkstille. Das Autoradio mag aber noch nicht einmal den Hotspot vom Smartphone unter einem Meter Distanz auf 2,4 GHz. Mit 5 GHz geht's dann leidlich. Ganz ehrlich: Mich wunderts nicht. Bei knapp 6 cm sind wir eben fast wieder bei einem Minimum.

Das hab ich via Smartphone ja schon versucht, ohne Erfolg. Die Ursache scheint die völlig untaugliche Antenne zu sein, die ich hier korrigieren möchrte. Ich werds wohl einfach mit Anstückeln und Abknipsen ausprobieren. Ein bisschen Info gibts ja vom RSSI-Signal.

Marte

Hi Ralph,

Das sieht nach einer Art Schlitzantenne aus, wenn man sich damit mal befasst hatte, dann ist das gar nicht mehr so unintuitiv. Sehr vereinfacht ausgedrückt ist das eine Art von Rahmenantenne. Der Strom läuft um das ausgesparte Dreieck herum.

Marte

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