Aufnahmerecorder

Do you have a question? Post it now! No Registration Necessary

Translate This Thread From German to

Threaded View
X-No-Archive: Yes

begin  Thread


Moin,

mir hat heute jemand erzählt, wie exorbitant teuer Aufnahmerecorder in
halbwegs brauchbarer (also musikalischer) Qualität sind. War ich erst
einmal verblüfft: Aber da ist doch gar nichts dran...

Ja, von wegen: Für ordentlichen Rauschabstand braucht man schon einmal
gute Mikrofone, und die sind gar nicht billig, und dann kommt noch
dies und das zusammen. Aber trotzdem: Gibt's da nichts "von der
Stange", wo man vorne ein Mikro anlötet und hinten einen Speicherchip
reinschiebt, und gut?

(Nebenbei habe ich mich gefragt, was denn nun mit Mikrofonen so
schwierig ist. So ganz naiv hätte ich mal gedacht, daß daß es da doch
längst neue Prinzipien geben müßte, z. B. optisch: schallaufnehmende
Folie reflektiert Licht auf Fotodiode, Amplitudenschwankung wird als
Signal aufgenommen. Aber nee, nichts dergleichen gefunden - entweder
funktioniert das nicht, oder es ist wirklich noch keiner drauf
gekommen.)


Gruß aus Bremen
Ralf
--
R60: Substantive werden groß geschrieben. Grammatische Schreibweisen:
adressiert Appell asynchron Atmosphäre Autor bißchen Ellipse Emission
We've slightly trimmed the long signature. Click to see the full one.
Re: Aufnahmerecorder

Quoted text here. Click to load it

Wo soll die notwendige Empfindlichkeit für leise Geräusche herkommen?
Das geht nur interferometrisch. Also braucht man kohärentes Licht zum
Beispiel aus Laserdioden und fängt sich einen Rattenschwanz an
technischem Aufwand ein. Es beginnt schon damit, dass man für die
Interferenz mindestens zwei Oberflächen mit optischer Qualität braucht.
Ein Modensprung mitten im Song wird den Aufnahmetechniker auch nicht
begeistern.
Der Showstopper dürfte aber die Tatsache sein, dass die
Übertragungsfunktion sinusförmig von der Amplitude abhängt. Damit ergibt
sich ein ärgerliches je-lauter-desto-klirr.

---<(kaiamrtin)>---
--
Kai-Martin Knaak
Öffentlicher PGP-Schlüssel:
We've slightly trimmed the long signature. Click to see the full one.
Re: Aufnahmerecorder

Quoted text here. Click to load it

In diesem Fall ist es sinnvoller, die Frequenz des Signals das bei der =
PD
herauskommt auszuwerten. Je mehr Fringes pro Zeitinvervall durchkommen,=

desto steiler war die Flanke, d.h. nach einer Frequenz-Spannungswandlun=
g
und der Integration des Spannungsverlaufs sollte man ein recht genaues
Abbild des akustischen Signals erhalten.

Hmmm, das mC3%BCsste ich am Dienstag im Labor glatt mal ausprobieren: =
Konfokales
FPI aufbauen, Eintrittsspiegel in Loch in einer Mikrofonmembran kleben.=

f->U Wandler und IntegrationsverstC3%A4rker haben wir herumliegen. Unsere
Diodenlaser sind so gut geregelt, dass die nach dem Warmlaufen keine
ModensprC3%BCnge mehr machen.


Wolfgang



Re: Aufnahmerecorder
X-No-Archive: Yes

begin  quoting, Wolfgang Draxinger schrieb:

Quoted text here. Click to load it

Bloß, weil ich eine Schnapsidee aus dem Hut ziehe, bis Du noch lange
nicht verpflichtet, deswegen rumzubasteln.

Mich interessierte bloß mal brainstormmäßig, was es denn alles so an
Mikrofoneffekten geben könnte.

Ist übersichtlich:
Kohle, dynamisch, Piezo, Kondensator, Elektret.

Bei Wikipedia hatte noch jemand das "Kathodofon" ausgegraben, da wirkt
der Schall wohl auf einen Lichtbogen, oder sowas.

Ja, was gäbe es da noch? Die beliebten "Mikrophonieeffekte" der
Röhrentechnik, natürlich: wenn es gelingt, mit irgendwelchem
mechanischen Gerüttel an den Elektrodengeometrien herumzubiegen, dann
macht sich das sehr empfindlich im Anodenstrom bemerkbar. Nur sind
Röhren große, teure Energiefresser, und man kriegt auch so schlecht
Schall da rein.

Im übrigen bietet sich die Transformation auf ein anderes Medium an:
Die holographische Schallwellenstruktur irgendwie optisch abtasten (z.
B. das Wellenmuster als Beugungsgitter verwenden) oder eben die
mechanischen Auslenkungen von irgendwas optisch abtasten, über
Abbildungsoptiken z. B.

Viel mehr fällt mir nicht ein. Vielleicht könnte Schall auch
Glimmentladungen ganz gut beeinflussen, nur, wie kriegt man ihn an die
Glimmentladung dran? Mit einem Lenard-Fenster wird das wohl nichts.

Und für die industrielle Nutzung muß das alles auch noch klein, leicht
und billig sein.

Was anderes müßte her, z. B. eine billiges und robustes
Kondensatormikrophon. Stelle ich mir so vor: Massive
schallabsorbierende Schaumschicht als "tote Rückseite", darauf eine
dünne Metallschicht (evtl. aufgedampft), dann darauf ein hauchfeines
geschäumtes Nichts als schallweiche Zwischenschicht, und außen eine
Gegenelektrode draufgedampft. Der einfallende Schall ändert die
Kapazität zwischen den beiden Elektroden, und dieser Kondensator wird
als frequenzbestimmendes Element in einem Oszillator eingesetzt (der
natürlich noch eine langsame AFC braucht, um die Frequenz im
gewünschten Bereich zu halten). Da sollte dann FM rauskommen, und
wegen der massiven Struktur mit dem Trägerschaum ist das Ding auch
nicht so knallempfindlich wie herkömmliche Kondensatormikrophone.

Andererseits: Wenn das was taugen würde, dann gäbe es das
wahrscheinlich längst.


Gruß aus Bremen
Ralf
--
R60: Substantive werden groß geschrieben. Grammatische Schreibweisen:
adressiert Appell asynchron Atmosphäre Autor bißchen Ellipse Emission
We've slightly trimmed the long signature. Click to see the full one.
Re: Aufnahmerecorder

Quoted text here. Click to load it

Variation des Brechungsindex der Luft durch die Dichteschwankungen. KC3%
B6%nnte
man mit einem Michelson-Morley-Interferometer messen, allerdings dC3%BC=
rfte das
\Delta p bei C3%BCblichen SchalldrC3%BCcken (also kleiner 100dB(A)) n=
icht
ausreichen um in einem Sensor von wenigen cm die optische WeglC3%A4nge=
 um
mehrere 100nm zu variieren.


Wolfgang


Re: Aufnahmerecorder
Am 21.09.2009, 05:52 Uhr, schrieb Ralf . K u s m i e r z  

Quoted text here. Click to load it

Quasi die Umkehrung des Plasmahochtöners. Ja, sollte auch gehen.
Nur die Ruheleistungsaufnahme ist etwas, äh, kernig.

Quoted text here. Click to load it

Mehr oder weniger so arbeiten ja herkömmliche Kondensatormikrofone auch.  
Nur ohne den Aufwand mit der FM.

Ansgar

--
*** Musik! ***

Re: Aufnahmerecorder
X-No-Archive: Yes

begin  quoting, Ansgar Strickerschmidt schrieb:

Quoted text here. Click to load it

Wieso "ohne"? Es gibt Gleichspannungs- und HF-Kondensatormikrophone.
M. W. haben herkömmliche Kondensatormikrophone aber nur Luft zwischen
Membrane und Gegenelektrode und sind deshalb für Impulse, also hohe
Schallintensitäten, anfällig.


Gruß aus Bremen
Ralf
--
R60: Substantive werden groß geschrieben. Grammatische Schreibweisen:
adressiert Appell asynchron Atmosphäre Autor bißchen Ellipse Emission
We've slightly trimmed the long signature. Click to see the full one.
Re: Aufnahmerecorder

Quoted text here. Click to load it

Aktuelle "konventionelle" Kondensatormikrofone können je nach Modell
durchaus recht problemlos 140dB und mehr wegstecken, was im
Allgemeinen auch für eine Rock-Snare im Nahbereich vollkommen reicht.

Zuendi


--
Der Kunde steht immer im Mittelpunkt - und damit im Weg.

Die Partyband vom Niederrhein: http://www.stimmtso.net

Re: Aufnahmerecorder
Sebastian Z u e n d o r f schrieb:
Quoted text here. Click to load it

Wir verwenden die 4939 von Brüll&Klirr. Die gehen bis 164 dB. Das
reicht schon fast für Desaster Area. Und halten auch 150°C aus,
was für uns wichtig ist. (Klar, externe Vorspannung, 200V).
Keine Ahnung, woher die Idee kommt, Kondensatormikrofone halten
nicht allzu viel aus. Die Baratron-Drucksensoren sind ebenfalls
wie Kondensatormikrofone aufgebaut, und die gibt es bis
kbar oder so. Und die haben keine Luft und auch sonst nichts
zwischen Membran und Gegenelektrode ;-].

--
mfg Rolf Bombach

Re: Aufnahmerecorder

..
Quoted text here. Click to load it

Hi,
die extern angelegte Spannung überlagert zwar die Verformung duch den
Schall, aber das elektrische Feld ist nicht so gleichmäßig verteilt, die
"engste Stelle" kreigt die stärkste Anziehung. Auch dürfte es recht schnell
"Knitterstellen" geben, und die mechanische Haltbarkeit der Werkstoffe ist
zweifelhaft. Selbst Metallfolien "leben" nicht ewig. Dazu kommt der
unvermeidliche Trittschall und wärmeausdehnungen. Sehr kompliziert, diese
Idee.

--
mfg,
gUnther




Re: Aufnahmerecorder
X-No-Archive: Yes

begin  quoting, Kai-Martin Knaak schrieb:

Quoted text here. Click to load it

Ist das so? Aus dem hohlen Bauch wüßte ich das nicht.


Gruß aus Bremen
Ralf
--
R60: Substantive werden groß geschrieben. Grammatische Schreibweisen:
adressiert Appell asynchron Atmosphäre Autor bißchen Ellipse Emission
We've slightly trimmed the long signature. Click to see the full one.
Re: Aufnahmerecorder

Quoted text here. Click to load it

Na ja, ohne Interferometrie lassen sich mit Licht schlecht Entfernungen
mit einer Auflösung deutlich unter 1 Mikrometer messen. Da fängt ja schon
die Größenordnung der Wellenlänge an.

---<(kaimartin)>---
--
Kai-Martin Knaak
Öffentlicher PGP-Schlüssel:
We've slightly trimmed the long signature. Click to see the full one.
Re: Aufnahmerecorder
X-No-Archive: Yes

begin  quoting, Kai-Martin Knaak schrieb:

Quoted text here. Click to load it

Falscher Ansatz: Niemand will Entfernungen messen. Es geht um relative
Änderungen in Signalstärken.

Ich stelle mir (nicht groß durchdacht) ungefähr folgendes vor: Ein
Objektiv fokussiert eine Lampe kurz vor den Sensor. Der Strahlengang
wird dabei an der Schallfolie gespiegelt.

Wenn jetzt Schall einfällt, dann wird die Folie abwechselnd konkav und
konvex gebogen, dadurch wandert der Fokus am Empfänger vor und zurück,
wodurch sich die Intensität dort ändert (man muß ggf. noch eine kleine
Lochblende in den Fokalbereich setzen). Dann die ganze Sache noch ein
bißchen linearisieren, und das sollte schon ganz ordentlich laufen.

(Dürfte allerdings extrem schwerhalten, sowas auf Centstückgröße zu
miniaturisieren.)


Gruß aus Bremen
Ralf
--
R60: Substantive werden groß geschrieben. Grammatische Schreibweisen:
adressiert Appell asynchron Atmosphäre Autor bißchen Ellipse Emission
We've slightly trimmed the long signature. Click to see the full one.
Re: Aufnahmerecorder
Ralf . K u s m i e r z schrieb:

[...]

Quoted text here. Click to load it

http://www.innovations-report.de/html/berichte/innovative_produkte/bericht-28478.html


Quoted text here. Click to load it

Re: Aufnahmerecorder
X-No-Archive: Yes

begin  quoting, Christian Lotze schrieb:

Quoted text here. Click to load it
http://www.innovations-report.de/html/berichte/innovative_produkte/bericht-28478.html

Ei hübsch - prinzipiell geht's also. (Und billig ist das bestimmt
nicht.)

Von hoher Übetragungsqualität und Empfindlichkeit steht da aber
nichts. Und damit habe ich ein bißchen den Verdacht, daß das eine
Lösung auf der Suche nach einem Problem ist: Um Patientengebrabbel aus
einem NMR rauszukriegen, kann man auch einfach einen Plastikschlauch
mit einem normalen Mikro am anderen Ende nehmen.


Gruß aus Bremen
Ralf
--
R60: Substantive werden groß geschrieben. Grammatische Schreibweisen:
adressiert Appell asynchron Atmosphäre Autor bißchen Ellipse Emission
We've slightly trimmed the long signature. Click to see the full one.
Re: Aufnahmerecorder
Ralf . K u s m i e r z schrieb:
Quoted text here. Click to load it
http://www.innovations-report.de/html/berichte/innovative_produkte/bericht-28478.html
Quoted text here. Click to load it

in einem Schweizer Shop stand was von ca. 4000 CHF also ca. 2700€

Quoted text here. Click to load it

unter
<http://www.sennheiser.com/sennheiser/home_en.nsf/root/professional_wired-microphones_industry-microphones_500488?Open&row=2
ist das Produkt, Handbuch mit Daten unter
<http://www.sennheiser.com/sennheiser/products.nsf/resources/222C9A9536250D5EC12574D400428954 /$File/MO_2000_GB.pdf>

Die Daten mußt Du selbst beurteilen, mir sagt das alles nix, ich hab das
aus anderen Gründen vor ein paar Monaten mitbekommen.


Gruß, Christian

Re: Aufnahmerecorder
X-No-Archive: Yes

begin  quoting, Christian Lotze schrieb:

Quoted text here. Click to load it

Aua...

<http://www.sennheiser.com/sennheiser/home_en.nsf/root/professional_wired-microphones_industry-microphones_500488?Open&row=2
Quoted text here. Click to load it
<http://www.sennheiser.com/sennheiser/products.nsf/resources/222C9A9536250D5EC12574D400428954 /$File/MO_2000_GB.pdf>
Quoted text here. Click to load it

Der Frequenzgang sieht gut aus, aber ist es nicht ziemlich
umempfindlich? 15 mV/Pa bedeutet 15 mV bei 94 dB; bei einem
Rauschabstand von 50 dB ist es also schon bei 47 dB "taub". Kein
Problem, wenn man direkt reinspricht, aber das Ohr dürfte Sprache,
hinreichenden Rauschabstand vorausgesetzt, bei 20 dB problemlos
verstehen können.


Gruß aus Bremen
Ralf
--
R60: Substantive werden groß geschrieben. Grammatische Schreibweisen:
adressiert Appell asynchron Atmosphäre Autor bißchen Ellipse Emission
We've slightly trimmed the long signature. Click to see the full one.
Re: Aufnahmerecorder

Quoted text here. Click to load it

15mV/Pa wäre an sich nicht das Problem, das ist ein durchaus üblicher
Wert. Allerdings ist ein Rauschabstand von 50dB ziemlich mickrig.
Aber der Zweck des gezeigten Teils liegt ja nun durchaus woanders als
bei der Aufnahme von hochdynamischem Material mit sehr leisen stellen.
Beim MRT wäre mir das jedenfalls egal :-)

Zuendi


--
F: Was ist ein Mathematiker?
A: Ein Gerät das Kaffee in Behauptungen umwandelt.

We've slightly trimmed the long signature. Click to see the full one.
Re: Aufnahmerecorder
Am 22.09.2009, 12:58 Uhr, schrieb Sebastian Z u e n d o r f  

Quoted text here. Click to load it

Abgesehen davon: warst Du schonmal in so einem Ding gesteckt, und weißt Du  
wie LAUT das dort drinnen ist?
Das macht ganz schönen Krach...

Ansgar

--
*** Musik! ***

Re: Aufnahmerecorder

Quoted text here. Click to load it

Um ehrlich zu sein, will ich da so bald garnicht rein müssen :-)

Zuendi


--
F: Was ist ein Mathematiker?
A: Ein Gerät das Kaffee in Behauptungen umwandelt.

We've slightly trimmed the long signature. Click to see the full one.

Site Timeline