Alte Rauchmelder

Dec 29, 2022 Last reply: 3 years ago 383 Replies

Doch. Paradebeispiel nach der Definition in

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Ohne zu den Thesen...:

- 10-Jahre-Rauchmelder halten deutlich weniger lange als die "bis zu 10 Jahre" mit denen sie beworben werden.

- Rauchmelder lassen sich mit geringem Aufwand so bauen, daß das relevanteste Verschleißteil - die Batterie - trivial ausgetauscht und die Lebensdauer quasi ad infinitum verlängert werden kann.

- Die angeblich vorgeschriebene Austauschpflicht existiert nicht.

... Stellung zu nehmen, lenkst Du mit anderen, vermeintlich "sinnvolleren" Dingen ab, um die man sich zuerst kümmern muß. Die brennenden Kohleflöze in China beispielsweise. Sagt der SUV-Fahrer, als man ihn Sonntags am Supermarktparkplatz darauf ansprach, ob er die Semmeln nicht auch in 5 Minuten zu Fuß holen könne.

Ich habe hier sogar mit Statistiken aufgewartet, die den generellen Nutzwert "können Leben retten" (NB auch hier die rhetorischen Rafinessen, derer Du Dich bedienst - kaum besser als die "bis zu"- und "schon ab"-Kniffe der Werbewirtschaft) solcher Brandmelder durchaus in Frage stellen können. OK, demnächst geht es natürlich nicht mehr um Menschenleben, sondern um den finanziellen Schaden durch Brände. Aber auch da sieht die statistische Signifikanz nicht so sehr überzeugend aus.

Auch habe ich eine Liste aufgestellt, was typischerweise drin ist, in so einem Rauchmelder. Und damit den Beweis angetreten, daß die Dinger tatsächlich billig sind. Hanno war dann noch so freundlich, eine Analyse potentieller Fehlerszenarien zu machen und im Kontext der Alterung zu betrachten. Ergebnis: So richtig kaputtaltern tut da nix.

Und Du kommst mit nichts weiter als dem Standardspruch der veränderungsfaulen Stammtischdampfplauderer schlechthin:

Es ist natürlich lobenswert, daß Du Deinen Quark im nächsten Satz gleich selbst demontierst. Ich konnte dennoch nicht widerstehen.

Volker

Als bekennender Misanthrop unterstelle ich der Mehrheit der Menschen, daß sie dumm und faul ist. Aus eigenem Antrieb also nur etwas unternimmt, wenn es kurzfristig schon einen persönlichen Nutzen bringt. Glanzbeispiel die Geschehnisse rings um die COVID-19-Pandemie. Etwas weiter in der Vergangenheit die Radhelmgeschichte. Nur durch Aufbau einer massiven Drohkulisse findet der Helm - dessen postulierte Wirksamkeit ich gar nicht weiter diskutieren will - homöopathischen Eingang in das Verkehrsgeschehen. Besser also das Beispiel "Motorradhelm". Die Einsicht, daß Handy am Steuer das Unfallrisiko ähnlich erhöht wie Volltrunkenheit. Oder, noch weiter weg: Airbag und Sicherheitsgurt. Erst nach Einführung der Pflicht und Erhöhung des Kontrolldrucks in der breiten Masse angekommen.

Fazit: An eine signifikante Zahl von freiwillig eingebauten Rauchmeldern glaube ich eher nicht.

Ich auch nicht.

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ist leider hinter einer Paywall verborgen und ich kann Dir nicht sagen, ob sich dort eine Zeitreihe der Absatzzahlen von Rauchmeldern verbirgt.

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ist auch ziemlich verwirrend, hier unterscheidet man die "Anzahl der Toten durch Rauch, Feuer und Flammen" von "Brandtoten" und die jeweiligen Kurven sehen deutlich unterschiedlich aus.

Aber hey: Im Durchschnitt wurden 2019/2020 pro Tag 4.1 Personen durch einen Rauchmelder "gerettet" (was auch immer das ist, Stichwort: Präventionsparadox), 2015 waren es mit 1.2 nur gut ein Viertel. Sollte sich das nicht irgendwie in der Zahl der Toten wiederspiegeln?

Oder wurde ich auch "gerettet", wenn der Rauchmelder im Flur anspricht und so vermeidet, daß ich mir an der heißen Pfanne mit den Kohlestückchen, die ehedem Bratwürste waren, eine Brandblase hole?

Demgegenüber: Elektrizität ist mit 30 % die Brandursache Nr. 1 in Deutschland, gefolgt von menschlichem Fehlverhalten (20 %), Überhitzung und Brandstiftung.

Vielleicht also demnächst den kleinen Elektroführerschein einführen und ein bisserl aufklären, daß man nicht im Bett rauchen oder in geschlossenen Räumen mit dem Holzkohlegrill heizen soll?

Das ist beruhigend. Ich habe eben eine Amzon-Rezension gelesen, wo sich jemand beklagte, daß ein Speisenthermometer sich nicht als Fieberthermometer eigne. Zu spitz.

Volker

Dazu kann ich einfach (noch) nichts sagen. Ich hab welche davon im Einsatz, aber erst ein paar Jahre.

Wieso These? Solche Rauchmelder gibt es zu kaufen, das ist doch eine Tatsache. Was soll man da noch drüber Diskutieren?

Hab ich von Pflicht geschrieben? Der Hersteller gibt eine Haltbarkeit an, die kann ich ignorieren oder mich dran halten. Ich kann jetzt den Aluhut aufsetzen und behaupten, dass er das nur zur Gewinnmaximierung getan hat. Oder ich kann behaupten, dass er das aus gutem Grund getan hat, weil er das empirisch ermittelt hat. Ich ich glaube einfach irgendwas dazswischen.

Ja, das ist meine Meinung. Die paar Bauteile alle 10 Jahre sind ein Witz verglichen mit anderen, viel komplexeren Geräten die man öfter entsorgt.

Wenn Dir die Hütte abbrennt tust Du das bestimmt mit einem Schulterzucken ab, unter dem Motto, he, das war aber sehr unwahrscheinlich. Scheiß auf die Kohle. Mir persönlich hat ein Rauchmelder bereits einen Brand aus Blödheit erspart. Das reicht mir auch weiterhin welche zu benutzen. Auch ohne Verpflichtung. Die ich übrigens auch nicht sinnvoll finde.

Am 04.01.23 um 12:04 schrieb Thorsten Böttcher:

"Diese Risiken sind ein Witz gegenüber anderen, die man z.B. im Straßenverkehr auf sich nimmt, daher sollte mal sich um diese zuerst kümmern, bevor man Rauchmelder installiert"

Mal analog zu dir "argumentiert".

Hanno

Am Sun, 1 Jan 2023 23:32:07 +0100 schrieb Volker Bartheld snipped-for-privacy@bartheld.net zum Thema "Re: Alte Rauchmelder":

Der Plan wird wohl nur bei fest verschraubten Teilen mit untrennbar

Demnächst haben wir den "Salat": Ein nicht ganz kleiner Discounter bietet ab 9.1.2023 günstige Rauchmelder als Aktionsware an. Für knapp 10 Euro bekommt man entweder einen "10-Jahres-Melder" mit Dauerbatterie oder zwei mit wechselbarer 9-Volt-Batterie.

Meine Vermutung ist, dass solche günstigen Geräte die Mehrheit der installierten Basis bildet. Und des weiteren, dass viele

10-Jahres-Melder im bewohnten Eigentum montiert und erstmal "vergessen" werden, während die mit 9-Volt-Batterie wenigstens zum Tausch derselben alle paar Jahre in die Hand genommen, rudimentär sauber gemacht und mit der Test-Taste getestet werden wenn letztere getauscht werden muss.

Ich hab hier zwei alte Rauchmelder die ich tauschen will und von denen ich mittlerweile recherchiert habe, dass ein anderer Discounter damals teilweise Fakes verkaufte. Ein Versuch mit dem Rauch einer ausgeblasenen Kerze verlief damals jedoch positiv. Allerdings habe ich vermutlich nicht jeden einzelnen Rauchmelder so "getestet".

Theoretisch könnte ich also schon tot sein. cu. Juergen

Es geht aber hier nicht allein um Dich oder mich, wie Du im Absatz...

"Ja, an den Milliarden Rauchmeldern, die im 10 Jahresrhythmus entsorgt werden geht der Planet zu Grunde. Nicht an den ein oder 2 Smartphones, die alle 2 Jahre bei Vertragswechsel entsorgt werden. Auch nicht an Autos mit >2t und >300 PS, oder Fernsehern die getauscht werden weil man 8k Auflösung anstatt 4k braucht."

[Message-ID: <tope8t$117me$ snipped-for-privacy@dont-email.me]

... ja auch unzweifelhaft verdeutlichst. Was Du machst, ist mir reichlich egal und was ich mache, überläßt Du bitte mir. Und idealerweise behältst Du auch Dein Whataboutism für Dich, nicht daß noch jemand auf die Idee kommt, dergleichen wohlfeile Ausreden ebenfalls für sein Nichtstun zu benutzen.

Zum Rest der Sache gibt es weiter nichts zu sagen, außer daß Risikowahrnehmung und -management nicht Deine besondere Stärke zu sein scheint.

Volker

Das Rennen macht der Bis-zu-Zehn-Jahres-Melder, da die Kundschaft die Implikation von "bis zu" nicht versteht und/oder hofft, damit 10 Jahre Ruhe zu haben. Für den Preis lohnt es sich auch nicht, einen (weitestgehen aussichtslosen) Garantieanspruch zu stellen, wenn aus "bis zu 10 Jahre" dann nur zwei oder drei werden.

Absolut. Weder Mieter noch Vermieter haben ein Interesse daran, unnötig viel Geld in so ein Gerät zu stecken, wenn es nur darum geht, irgendwelche Vorschriften zu befriedigen. Der Mein-Klein-Fein-Eigenheimbesitzer wird sich vielleicht eine Brandmeldeanlage gönnen oder sie bereits haben.

Wenn es um Altbestand geht, dann ganz sicher.

Ah, bestens. Das lobe ich mir!

Vielleicht funktioniert Brain 2.0 bei Dir ja noch. Das wird der Grund sein.

Volker

Rolf Bombach, 2023-01-03 20:06:

Der 4004 wäre für sich alleine auch nutzlos. Dazu benötigt man mindestens noch RAM und ROM und für einen Rauchmelder auch noch Schnittstellen zur Sensorik und Ausgabe.

Thorsten Böttcher, 2023-01-04 12:04:

Der Austausch der Batterie alleine genügt aber nicht. Man muss mindestens auch prüfen, ob die Rauchmeldung überhaupt noch funktioniert. Die Sensorik wird durch Verschmutzung und Alterung der Bauteile nicht unbedingt besser. Genau deshalb ist es sinnvoll, für diese Geräte eine maximale Lebensdauer zu definieren, um sicherzugehen, dass sie im Ernstfall auch funktionieren.

[...]

ACK. Ganz vorne dabei Smartphones, die ganz sicher keine 10 Jahre lange genutzt werden und wo *viel* mehr Aufwand für Produktion und Logistik getrieben wird.

Am 04.01.23 um 15:21 schrieb Arno Welzel:

Grösster Schwachpunkt der Geräte mit wechselbarer Batterie dürfte der Kontakt zu eben dieser sein. Bei den 9V-Block-Geräten besteht die Gefahr dass man die Dräht abreißt/abquetscht, bei den AA/AAA-Geräten dass durch auslaufende Batterien die Kontakte korrodieren.

Gerald

Dann weiss ich auch nur dass der Melder zum Zeitpunkt des Tastendrucks funktioniert hatte. Die wenigstens dürften das täglich machen, die meisten einmal im Jahr wenn überhaupt.

Gerald

Und wie reagieren die plötzlichen Spannungsunterbruch wie es bei ausgelaufenen Batterien vorkommen kann?

Gerald

Am 02.01.23 um 17:40 schrieb Michael Schwingen:

Wenn den die günstige Standardware auch verwendet wird und nicht Billigstware was man in diesem Preissegment durchaus befürchten muss.

Gerald

Am 02.01.23 um 17:33 schrieb Michael Schwingen:

Zählt nicht als Argument. Aufgabe des Rauchmelders ist in erster Linie schlafende Personen bei Rauch im selben Raum zu wecken. Geschlossene Türen verzögern die Auslösung deutlich so dass der der benachbarte Melder nicht wirklich hilft.

Gerald

Welche Drähte? Ich kenne die mit 9V Block nur aus USA und dort gibt es im Batteriefach zwei Kontaktfedern für die Kontakte der Batterie. Sauber kodiert, daß man die Batterie nicht falsch einlegen kann. Es ist auch sichergestellt, daß man den Melder nicht ohne Batterie auf den Sockel stecken kann.

Gerrit

Am 05.01.23 um 06:47 schrieb Gerrit Heitsch:

Ich hatte die auch schon mit üblichem Clip mit Drähten dran. Und irgendwie subtil korrodierten Kontakten, die ok aussahen, und auch meßtechnisch unauffällig waren, aber nach geraumer Zeit zu seltsamem und sehr lästigem Verhalten führten (1 Leer-Piep, dann tagelang nichts, usf.)

Vorteil: Kann an tauschen. Macht natürlich keiner außer mir. Nachteil: Kontaktfedern haben einen längeren Hub, leiern daher wahrscheinlich nicht so schnell aus.

Das kenn ich auch, stellt aber nur irgendwie mechanisch die Präsenz des

9V Blocks fest, ist also unabhängig von der Kontaktierung.

Hanno

Ok, die Dinger waren schon immer problematisch weil meist nur billig genietet und als Träger Pappe unter dem Plastik. OK für ein Radio o.ä. wo ein Ausfall lästig aber nicht gefährlich ist.

Ja, aber es hält die Leute immerhin davon ab die Batterie rauszunehmen und den Melder wieder auf den Sockel zu stecken. Kann man natürlich auch umgehen, macht aber Arbeit.

Gerrit

Am 03.01.2023 um 20:55 schrieb Volker Bartheld: ............>

Naja, das ist die Lebenswirklichkeit im heutigen D.

Am 04.01.2023 um 15:21 schrieb Arno Welzel:

.........

Falsch. Mit dieser Argumentation muß der Ansatz so lauten:

*Hersteller* stellt empirisch fest, daß sein RWM unter ungünstigen bedingungen nur 1 Jahr lang funktioniert. Also legt er das Austauschintervall in der Bedienungsanleitung sicherheitshalber auf 9 Monate fest.

Die Kontaktfedern meiner Zebralight SC52 Taschenlampe halten nun schon seit 10 Jahren problemlos. Auch im MTB-Betrieb. Den Mignonakku tausche ich aber in der dunklen Jahreszeit 1x/Woche, das mag ein Vorteil sein. Allerdings lag die 3D-Maglite bestimmt 10 Jahre ungenutzt herum und der Batteriekontakt war nun wirklich deren geringstes Problem, verweise auf den Duracell-Parallelthread.

Demgegenüber hat mein ehemaliges Akku-Radrücklicht (CatEye TL-LD1000) tatsächlich die infame Eigenschaft, gelegentlich einfach auszugehen. Weswegen es nach zahlreichen Reinigungen mit dem Glasfaserradierer in die Tonne flog und durch ein Lupine Rotlicht ersetzt wurde. Dem Teil (LiPo-Wechselakku) traue ich mehr zu. Der Funkschlüssel des mir leider in Obhut gegebenen BMW E91 ist hingegen wieder Scheiße. Trotz 2x2 Federkontakten schafften es die Produktingenieure nicht, die CR2032 sicher zu kontaktieren, wie es Sigmasport in jedem Radltacho seit Jahrzehnten vormacht.

Ist also eine Frage davon, ob man die 2ct mehr in eine etwas sichere Kontaktierung investieren mag oder nicht.

Jo mei. Es müssen im Jahr 2023 a. D. ja vielleicht auch nicht solche Anachronismen sein.

Volker

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