Hintergründe

Jan 10, 2026 Last reply: 5 months ago 75 Replies

Hallo zusammen!



Es gibt Rauchmelder mit 9V-Batterie zum Wechseln. Neuere Modelle haben da ein Ablaufdatum, mir bekannt sind 10 Jahre nach der Produktion.



Ist danach wirklich die Elektronik Fritte?



Was ist mit den Modellen mit integrierter Batterie?



Hier ist einer, der nach 10 Jahren und ein paar Monaten signalisiert, dass die Batterie leer ist. Ist eine 3-polige Lithium-Zelle.



Sind diese Rauchmelder nach dieser Zeit unbrauchbar oder kann man bedenkenlos diese Batterien tauschen und kann sich drauf verlassen, dass die Raucherkennung weiterhin funktioniert?


Die kurze Antwort: Nein. Begründungen findest Du im Megathread:

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Subject: Re: Alte Rauchmelder Date: Thu, 29 Dec 2022 16:12:39 +0100

Zusammenfassend gibt es gewisse Alterungseffekte und natürlich - abhängig von den Betriebsbedingungen - auch eine Verschmutzungsproblematik. Die Lichtschrankenmimik für die Trübungsmessung mit Referenzdiode kann man möglicherweise reinigen, nach Batterietausch gibt es die Möglichkeit eines Tests mit Prüfspray.

Es mag sein, dass "moderne" Exemplare entsprechende Timer eingebaut haben und nach einer gewissen Betriebsdauer die Kooperation verweigern. Ist mit dem NVRAM in Microcontrollern ja kein großes Problem. Diese Teile müsste man dann hacken.

Betreibt man weiter, bis sie auf Test mit Prüfspray usw. nicht mehr ansprechen, demnach defekt sind und entsorgt sie dann.

Austauschen, weiterbetreiben. Die LED dortdrinnen läuft nicht Dauerstrich, sondern in extrem kurzen Pulsen, Alterung daher extrem unwahrscheinlich. Und selbst diese wird über die direkt gegenüber befindliche und nicht der Umgebungsluft ausgesetzten Referenz(foto)diode bis zu einem gewissen Grad automatisch kompensiert. Danach könnte man das Sensorgehäuse immer noch aufknacken, alles ordentlich mit Druckluft ausblasen und ggfs. mit einem Wattetupfer und Isoprop drüberwischen.

Nein.

Jein. In den meisten Fällen sind die Selbstdiagnosefunktionen gut genug.

Volker

Am 10.01.2026 um 12:02 schrieb Marco Moock: [...]

Soweit ich das gelesen habe, haben die Sensoren beschränkte Lebenszeit.

Am 10.01.26 um 12:02 schrieb Marco Moock:

Nein, die Messkammer verdreckt.

Das kann nach 10 Jahren relevant werden oder auch nach 20 Jahren oder auch nach 5. Je nachdem wie staubig die Umgebung ist. Nach meinen Erfahrungen zerlegt es die in Schlafzimmern schneller als in anderen Räumen. Ich tippe mal Staub beim Betten schütteln und Umziehen.

Genauso. Da garantiert der Hersteller (hoffentlich) 10 Jahre auf Gerät und Batterie, einmal leer war's das. Und mit etwas Glück hält er sich auch an seine Garantie. Das hat bei mir einmal geklappt, und einmal nicht.

Auffällig ist, dass Rauchmelder, die stärker verschmutzen oder sogar auch einmal Fehlalarm hatten, die Batterie schneller entleeren. Ich habe auch einige mit 10-Jahres Batterie, die mittlerweile älter sind und immer noch funktionieren.

Letztlich messen die Billigdinger alle nur die Änderung der Lufttrübung. Bei verschmutzter Messkammer braucht es dafür halt dauerhaft mehr Licht, was an der Batterie zehrt. Wenn die Lichtquelle am Limit ist, gehen die Dinger auch auf Störung.

Die sind nicht auf Reinkarnierung ausgelegt. Meine haben sogar eine eingebaute Uhr, die man nicht stellen kann, damit sie nachts nicht blinken oder Batterie leer melden. Die wäre bei Batteriewechsel futsch und dürfte nach so langer Zeit auch mal mehr als ein Stündchen wegdriften. Möglicherweise kann man sie auch gar nicht mehr aktivieren, ohne über die Testports entsprechende Signale einzuspeisen.

Drauf verlassen: definitiv nicht.

Zudem erhöht sich dabei auch die Fehlalarmquote, was unter Umständen ziemlich lästig sein kann. Vor allem, wenn man in Urlaub ist, und die von den Nachbarn gerufene Feuerwehr die Tür aufbricht.

Marcel

In welchem anderen Raum einer Privatwohnung verbringen ein oder mehrere Menschen denn 8+ Stunden am Tag? Im Bett bewegst Du Dich übrigens mehr als vielleicht gedacht, auch ohne "sportliche Aktivitäten im sozialen Bereich". Anders kann ich mir die Staubflusen, die erkennbar von meinem Matratzenschoner stammen, nicht erklären. Die Kombo aus (vergleichsweise) hoher Luftfeuchtigkeit und Staub mag auch eine Rolle spielen.

Die regeln eben die Intensität der LED nach.

Das ist Vieles nicht. Kein Grund, den Versuch zu unterlassen. Ja, diese Messkammer geht oft schwer bis gar nicht auf und nach 10 Jahren darf die Frage erlaubt sein, ob man wirklich ein paar Stunden Arbeitszeit investieren will, um vielleicht 20€ zu sparen. Der Berg an E-Schrott ist dann wieder eine andere Sache.

Wie praktisch. Weil Nachts ja niemand zu Hause ist, jemand irgendwelche Akkus und Smartphones lädt, deswegen Brandgefahr und -folgen minimal sind.

Als Hersteller würde ich mein Produkt bei/nach einem Batteriewechsel bricken. Der vorsichtige Schrauber wird deswegen beim Akkutausch vielleicht ein Netzteil zur Unterstützung anbringen.

Jup. Sollte man dann auf Amazon oder hierzugroups lobend erwähnen, damit potentielle Kunden gewarnt sind. Speziell Autopsiefotos und -videos finde ich bei meinem Entscheidungen immer sehr hilfreich.

Prüft man halt.

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Haha. Eröffnet ein ganz neues Spielfeld für "SWATting". Zu deutsch müsste man es wohl "Feuerwehrkeln" nennen.

Volker

Marcel Mueller schrieb am Sat, 10 Jan 2026 12:53:29 +0100:

Ich würde nach eigenen Beobachtungen behaupten, es geht nicht so sehr um das Innere der Kammer, sondern um das Zusetzen der Schlitze, die den Eintritt des Rauchs in die Kammer ermöglichen sollen, durch Grobstaub (aka Flusen) und z.B. Spinnweben.

MfG

Frank

Bei Brand gehen die trotzdem los, nur der Batterie-Leer-Alarm wird nachts deaktiviert.

Hekatron schreibt in der Anleitung zum Genius Plus:

"Der Rauchwarnmelder ist für die Verwendung von Prüfgas nicht geeignet. Funktionstest ausschließlich durch Drücken der Testtaste durchführen."

Keine weiteren Angaben warum ... interessanterweise hat Hekatron selber Prüfaerosol im Programm und schreibt, das sei für optische Rauchmelder geeignet, ohne Einschränkungrn anzugeben.

Hatten wir bei Nachbarn. Ja, die Feuerwehr hat darauf bestanden, die Tür zu öffnen, da der Melder Alarm gegeben hat (nicht nur Batterie leer). Ich gehe mal davon aus, daß die ohne Alarm so wieder abgezogen wären.

cu Michael

Die Dinger sind spottbillig und Langzeitbatterien eher nicht. Dazu der dann notwendige Aufwand mit der regelmäßigen Prüfung.

Anstatt Wegschneißen kann man sie öffnen und ganz oder als Komponenten anders verwenden, aber für den Hauptzweck würde ich lieber erneuern wollen.

Alternativ Ionisierungsrauchmelder mit Americium aus den USA importieren? Könnte aber Stress beim Import wegen "radioaktiv" geben ... und die sind wohl auch nur auf 10 Jahre ausgelegt.

Man liest sich, Alex.

Sie funktionieren aber länger. Entsorgung könnte Probleme machen.

Gerrit

Pah, diese Billigdinger. Der sicherheitsbewusste Mensch kauft einen Multisensor- Komposit-Brandmelder in Industriequalität mit Rauch-, Wärme-, VOC- und CO- Gaskombinationserkennung zur (natürlich kabelgebundenen und damit störungsresistenten) Integration in die Brandmeldeanlage.

Da bist Du schon ab 150€ je Einheit dabei - und dieser geringe Betrag sollte einem seine Sicherheit doch wohl wert sein.

Vol"!!!111einself-Kinder nach Belieben einfügen!"ker

Hekatron wird aber auch Rauchwarnmelder für den gewerblichen Bereich haben, und die werden mit Prüfaerosol geprüft.

Grüße Marc

Quelle bitte? Denn grundsätzlich klingt das ja interessant. Sensoren für Wärme und CO₂ habe ich hier schon, aber CO-Sensoren bietet mein bevorzugter Lieferant (Yoctopuce) aus Prinzip nicht an, weil man sich von sicherheitsrelevanten Sensoren fernhalten will.

Man liest sich, Alex.

Billigster Anbieter einer lustlosen Internetrecherche, die zu wiederholen ich jetzt zu faul bin. Wie im industriellen Bereich üblich, wird es dann auch Produkte für den 5-fachen Preis geben, die dann halbwegs taugen.

Der zweite Treffer war dann IIRC "Preis auf Anfrage". ;-)

Je nun. 99% der Wohnungsbrände sind vermutlich auf brüllende Dämlichkeit zurückzuführen: Echte Kerzen auf dem Adventskranz ohne Aufsicht, die billigste China-Schnelllade-Wandwarze am Smartphone, drei Mehrfachsteckdosen in Reihe, Brizzel-Brazzel-Wippschalter am PC-SNT, ein mit 0.75mm²-Feenschamhaaren DIY- angeschlossene Induktionsherd, Geiz-ist-Geil-LED-Retrofit, Futter auf dem Herd vergessen und natürlich die allseits beliebte Kippe im Bett.

Aber wenn ich mir die Glanzleistungen dieses Ekeltricksers ansehe, den zu beauftragen ich das große Pech hatte, dann war er wohl auch in Bremen tätig:

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Volker

Ja gut, ist da durchaus normal.

Wow, elektrifizierte Türen, beeindruckender Pfusch.

Hier (.ch) ist alle 10 Jahre (kürzer bei Besitzerwechsel) die Elektro- kontrolle im Haus. Die schauen primär auf Erdung und Fehlerstromschutz. Waren das letzte mal vor ein paar Jahren hier und sind zufrieden wieder abgezogen.

Man liest sich, Alex.

Ich habe seit kurzem dieses hier:

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Meine Bewertung mit Photos ist noch nicht online. Der Preis lohnt sich vermutlich schon für den verbauten Cmsensor CM8 als Einzelstück allein.

Ausgangssignal der chemischen Zelle ist ein Strom von rund einem uA mit einer Änderung von rund 2 nA/ppm. Nach zehn Jahren ist sie verbraucht.

Was wird da gemacht? Wollen die an _allen_ Steckdosen messen? Fallen bei den Tests Sicherungen und RCDs? Müssen alle Geräte abgesteckt sein während der Tests? Was kostet der Spaß?

Grüße Marc

Nachdem bei mir an zwei Stellen der Schutzleiter fehlte und beim Nachbarn an einer Stelle entsprechede Symptome auftraten -- Kribbeln beim Anfassen des Gehäuses -- habe ich auf seinen Wunsch dort genau das getan oder unter meiner Aufsicht tun lassen. (Ich bin zu dick, um in kleine Ecken zu kriechen und sehe beim Arbeiten ohnehin lieber zu.)

Der FI bekam fleißig zu tun.

Die haben IIRC einmal pro Sicherungskreis gemessen und ansonsten sich eine Steckdose im Raum gegriffen - wohl unter der Annahme, dass das schon grundsätzlich korrekt verkabelt sei (Gebäude ist von 2006) und ansonsten Pfusch systematisch ist.

Keine gefallen.

Nope, alles so lassen wie es ist solange die eine freie Steckdose finden.

Mich als Mieter nichts. Bei einem Anbieter habe ich nach kurzem Schauen CHF 355/Einfamilienhaus gesehen.

Man liest sich, Alex.

Dann hätten sie bei mir mit hoher Wahrscheinlichkeit keinen einzigen der mehreren groben Fehler gefunden. An einer Steckdose lag die Phase auf dem Erdungsbügel. Das könnte bei meiner Farbfehlsichtigkeit auch mir passieren, aber ich übergebe keine Arbeit für andere ungeprüft und ich bilde mir ein, für professionelle (das Wort heißt erst einmal nur, sie nehmen Geld dafür) Elektriker sei die Prüfung auch Vorschrift.

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