Ein-/Ausschaltverhalten von Schaltnetzteilen...

Nov 29, 2012 268 Replies

Hallo NG,



ich wollte mal rundfragen, was ihr für Erfahrungen mit dem Ein- und Ausschaltverhalten von Schaltnetzteilen habt.



Wir haben hier bspw. relativ hochwertige 12V/2A-Steckernetzteile (vulgo: Wandwarzen), die im Betrieb recht gute Eigenschaften haben, jedoch beim primärseitigen Ausschalten (Ausstecken aus der Steckdose) eine ziemlich deftige Spannungsspitze von bis zu 20V erzeugen. Das macht es leider unmöglich, diese in einer fernschaltbaren Steckdosenleiste einzusetzen, was für Tests am etwas abgelegenen Klimaschrank generell eine sehr nützliche Sache wäre, weil man sich empfindlichere Schaltungen damit ohne weiteres zerstören kann.



Drum die Frage: Gibt es Schaltnetzteile, die in ihrem Ein- und Ausschaltverhalten so gutmütig sind, dass sie bei primärseitigem Schalten sekundärseitig innerhalb von vielleicht 10% Toleranzbereich bleiben? Oder muss man da auf herkömmliche Trafos zurückgreifen? Meinungen/Erfahrungen/Empfehlungen? Habt ihr euch auch schonmal auf diesem Wege eine Schaltung gegrillt?



Gruss



Ansgar


*** Musik! ***

Am 29.11.2012 10:21, schrieb Ansgar Strickerschmidt:

Was spricht gegen einen Varistor oder eine Z-Diode am Ausgang?

Tschüs,

Sebastian

Ansgar Strickerschmidt schrieb:

So ein Verhalten ist mir nicht bekannt. Ich habe hier gerade auch einen Aufbau mit drei Schaltnetzteilen an geschalteter Steckdose, da passiert so etwas auch nicht - primär weg und sekundär bricht einfach zusammen. Auch vom Funktionsprinzip (Gleichrichtung auf Elko und schalten dieser Spannung), leuchtet mir das nicht ein.

Am 29.11.2012 10:21, schrieb Ansgar Strickerschmidt:

Und noch keine Last gestorben?

Schaltnetzteile dürfen nach Ausschaltens nicht hochlaufen. Wäre viel zu gefährlich.

hdw

Am 29.11.2012 13:34, schrieb Edzard Egberts:

Doch, das gibts schon, eben bei einfachst gestrickten SNTs.

Gruß Dieter

Also schrieb horst-d.winzler:

Doch. (Eben drum...) Konkret war's eine Intel Pro/1000-PCIe-Netzwerkkarte. Ja, die haben (auch) eine 12V-Schiene.

Ansgar

*** Musik! ***

Also schrieb Sebastian Suchanek:

Dass man das dann bei jedem einzelnen Teil wieder dazufummeln/dazwischenstecken muss, und es nicht vergessen darf...

Ansgar

*** Musik! ***

Also schrieb Dieter Wiedmann:

Wir haben's schließlich auch gesehen + gemessen... Was ist denn in dem Bereich empfehlenswert? Klar, Labornetzteile... haben wir hier auch diverse. Aber für den "Praxisgebrauch" wären gutmütige, kleine Schaltnetzteile schon dringend erwünscht...

Ansgar

*** Musik! ***

Dann sind sie nicht wirklich hochwertig. Daß die Nennspannung nie nennenswert überschritten wird ist doch eine absolute Grundforderung an ein geregeltes NT.

Und offensichtlich ist diese auch von eher minderwertigen NT relativ leicht einzuhalten. Bei mir jedenfalls ist erst einmal eine Wandwarze diesbezüglich negativ aufgefallen und selbst die hatte sich auf eine sehr kurzzeitige 25%ige Überschreitung im (fast) Leerlauffall beschränkt.

Also, die Teile, die ihr da habt müssen nicht nur schlecht, sonder sogar richtig grottig sein. Weit unter Durchschnitt jedenfalls.

Ansgar Strickerschmidt schrieb:

Ich werf' mal Meanwell in die Diskussion. Ich hab' einige Typen verwendet und da waer' mir das beschriebene Verhalten noch nicht aufgefallen. Von 12V/1A und 15A bis zu

48V/5A. Einschaltverzoegerung bis zu 1s, bei Ausschalten waren aber bis jetzt keine "Schweinereien" am Ausgang mess-/sichtbar. Haben halt auch ihren Preis...

hth fritz

Am 29.11.2012 13:34, schrieb Edzard Egberts:

Dann mach Dich mal mit dem Funktionsprinzip eines Sperrwandlers vertraut. Da gibt es (im Gegensatz z.B. zum Flusswandler) keinen theoretischen Maximalwert, auf den die Ausgangsspannung "natürlich" begrenzt wird. Praktisch wird bei ausgefallener Regelung und im Leerlauf eines oder mehrere der folgenden Bauelemente die Ausgangsspannung "begrenzen": Schalttransistor, Snubber-Netzwerk, Ausgangselko, sek. Gleichrichterdiode (sofern sekundär keine Klemmschaltung vorgesehen ist).

Markus

"Ansgar Strickerschmidt" :

Ist mir jetzt auch noch nicht aufgefallen. Was mir aufgefallen ist: nach 2 Jahren Dauerbetrieb (bei 60% ihrer Leistung) fallen solche Wandwarzen regelmässig aus - die 12V haben dann eklig kleine Peaks von bis zu 40V drauf. Grund ist vermutlich ein ausgetrockneter Ausgangselko. Bei einem Meanwell Netzteil für die DIN-Schiene (150W) ist mir aufgefallen, dass die mit dem Feature werben: Schutz des Ausgangs gegen Überspannung; die scheinen da extra etwas drauf zu haben, damit solche Problemchen nicht auftreten.

M.

Haben sie vielleicht einen TVS spendiert? :-)

Gruesse, Joerg http://www.analogconsultants.com/

Markus Faust schrieb:

Das ändert nichts daran, dass ein geladener Kondensator beim Ausschalten keine Spannungsspitze erzeugt, sondern im Gegenteil sogar kurzes Ein-/Ausschalten überbrücken kann. Da ist also eine Spannung, die langsam in die Knie geht und wenn der Sperrwandler dann irgendwann die Restspannung durchschaltet oder sonst wie eine Spitze produziert, weil die Versorgungsspannung zu gering wird, ist das ein schwerer Designfehler.

Am 29.11.2012 16:36, schrieb Matthias Weingart:

drauf.

Anstieg des ESR. Halt Folge von falscher Sparsamkeit.

Vermutliche Zusatzspende von Folienkondensator + VDR?

hdw

Ich habe zwei Meanwells für Hutschiene im Einsatz, die von Reichelt für 35 EUR oder so, könnten solche sein, 12V und irgendwas über 10A, glaube ich. Momentan laufen die seit zwei, drei Jahren, problemlos

24/7, in meinem Amateurfunkrelais, bin mal gespannt, wie die sich so halten. Bisher jedenfalls gut :)

-ras

Ralph A. Schmid http://www.schmid.xxx/ http://www.db0fue.de/ http://www.bclog.de/

wenn die Netzteile beim Ausschalten die Last zerstören, sind sie ungeeignet. Was machst Du denn, wenn mal die Sicherung raus fliegt? Was machst Du denn, wenn mal der Strom ausfällt? Jedes mal alles wegschmeißen?

Wenn Du unbedingt an den Netzteilen festhalten möchtest, baue 15V Z-Dioden ein. Aber bitte die Dicken mit 1,3W.

Noch besser wäre eine CrowBar mit einem Thyristor. Der kann wenigstens nicht so ohne weiteres heiß werden.

Üblich sind eher +0% und -100% Abweichung beim Ausschalten. Tolerabel höchstens +5%, dann aber üblicherweise nicht nur beim Ausschalten.

Noch nie. Und ich schalte vieles über den Stecker aus (Tretleisten).

Marcel

Ich würde mal sagen, das ist Murks. Ich habe reichlich 12V-Netzteile getestet, und bisher noch kein solches Verhalten gesehen.

Billige Elkos, die im Dauerbetrieb unter Vollast nur 1 Jahr halten, sind gängig, aber selbst die Billigteile, die ich bisher in den Fingern hatte, haben sauber geregelt - wobei ich vermute, daß die unterste Klasse von China-Billigmüll nicht bis zu mir vorgedrungen ist.

Definitiv. Ich würde einfach mal Alternativtypen testen.

An Friwo und Egston ("Mainy") kann ich mich konkret erinnern, wenn Du mehr als 2-3 Stück brauchst, so daß es preissensitiv ist, mußt Du selber testen.

Nein. Ich würde sagen, inzwischen haben Billig-SNT tendenziell eher die bessere Regelung als Billig-Trafonetzteile (ohne Regelung), und der Standby-Verbrauch ist auch fühlbar geringer.

cu Michael

Korrekt. Das ist leider Standard, bessere zu finden ist nicht einfach (aber es gibt sie). Wenn man genug kauft, kann man den Hersteller treten, damit der was gescheites verbaut - bei der kompakten Bauform läuft das dann häufig auf 5000h-10000h/105°-Elkos raus, die kosten halt etwas mehr als

1000h/105°C.

Vermutlich Crowbar (Thyristor + Z-Diode / TL431). Habe ich bei besseren Netzteilen schon öfters gesehen, bei Wandwarzen aber eher nicht.

cu Michael

Sacht ma, Leute, ich lese das jetzt schon ueber Jahre hier in der NG dass in Europien dauernd Billignetzteile sterben. Medizinisch gesehen wohl meist an Elko-Insuffizienz.

Hier ist mir dahingehend noch nie gross was gestorben. Etliche der Wandwarzen und "Teppichkloetzchen" sind seit weit ueber 10 Jahren im Dauerbetrieb, nix geht davon kaputt. DSL Modem, Router, WLAN, LAN Switches, Laptops, USB Gizmos, Modulatoren und so weiter. Wird nach Europa mehr Schund vertickt oder warum fallen die da nach ein paar Jahren aus?

Das kostet ja auch mindestens 15c extra. Wo kaeme man hin ...

Gruesse, Joerg http://www.analogconsultants.com/

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