Dell Monitor: CPU läuft nicht immer an

Jun 12, 2020 Last reply: vor 6 Jahren 358 Replies
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Hallo,



ich habe hier einen Dell 2709WFPb Monitor, der bevorzugt kalt nicht starten will. Wenn er einmal läuft, dann geht er auch.



Die Netzteilspannung sieht gut aus, aber die Tasten für ein/aus werden, wenn er nicht anläuft, gar nicht erst abgefragt (keine Aktivität auf dem Bus zur Tastaturplatine). Des weiteren ist in diesem Fall die Amplitude am Quarzoszillator einen Faktor 2 höher, ca. 3 Vss statt 1,6 Vss. Die Frequenz stimmt aber in beiden Fällen. Wie kommt so etwas denn zustande? Und ist das die Ursache, oder kann das auch eine indirekte Wirkung sein. Aufgefallen ist mir noch, dass auch beim Trennen der Versorgungsspannung, kurz bevor die Spannung komplett weg ist, die Amplitude am Quarz auch so steigt. Möglicherweise kommt da schon ein Reset. Aber warum sollte der den Oszillator beeinflussen.



Wenn der Monitor schon eine Weile am Strom hing (nominell ausgeschaltet), dann kommt er wieder. Also, wenn er nicht an geht, einfach ein paar Minuten am Strom hängen lassen. Danach muss man aber den Stecker einmal ziehen und kurz warten, bis die Spannungen zusammenbrachen. Sonst bekommt er mutmaßlich gar keinen Reset und versucht auch keinen Start.



Ich muss noch dazu sagen, dass ich den Monitor vor Jahren schon mal in der Kur hatte. Damals gab es Probleme mit der Verlötung der BGA-CPU. Ich habe die Platine dann eine Runde bei 270°C in den Backofen befördert. Danach lief er wieder. Die Symptome waren ähnlich - ging gar nichts. Genau untersucht habe ich es aber seinerzeit nicht. Ich könnte natürlich jetzt auf Verdacht Zwieback daraus machen. Aber eigentlich mache ich das nicht so gerne, denn wirklich gut tut das der Platine nicht.



Hat irgendjemand Ideen, was man da noch machen könnte, um etwas gezielter vorzugehen?


Marcel


BGA, da haette ich fast drauf wetten koennen, bevor ich beim Lesen hier angekommen war :-)

BGA ist immer Driss. Kann sein, dass irgendein wichtiger Masse- oder VCC-Pin nur nur noch labbrigen Kontakt hat. Test:

Eis am Stil kaufen, in Deutschland schmeckte mir Langnese Krokant immer am besten. Aufessen, spuelen, zwei Stuecke absaegen oder abknipsen. Jedes ein wenig laenger als der Raum ueber der CPU bis Plastikgehaeuse und das andere der Raum Platine-Plastik. Abwechselnd "reinwemsen" und sehen, ob das Problem bei einer Methode verschwindet. Falls ja, dann ist es mal wieder BGA-Aerger.

Echte Rednecks wuerden das Stil-Stueckchen dann einfach drin lassen, verkleben und die Angelegenheit als "fixed" abhaken.

Am 12.06.20 um 22:01 schrieb Marcel Mueller:

Den Chip im BGA-Gehäuse mit No-Clean-Flux unterspülen, geht am besten wohl mit einer Spritze und einer dünnen Kanüle. Dann den BGA-Chip noch einmal gezielt nachlöten, am besten nicht in der sandgefüllten Bratpfanne oder im Backofen, sondern mithilfe einer sogenannten Rework-Station. Du kannst es aber auch mit Heißluft versuchen, Problem dabei: Das Hühnerfutter lernt Fliegen.

Garantie gibt es nicht, aber man kann es ja mal versuchen. Alternative: Ersatzplatine beschaffen, beim Ebay plündern.

Holger

Am 12.06.2020 um 23:42 schrieb Holger:

Heißluft mit einer Blechkappe gezielt blasen. So sehen die Heißluftduschen aus:

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W.

Stiel, du Legastheniker.

w.

Am 12.06.20 um 23:42 schrieb Holger:

Sowas habe ich nicht.

Heißluftfön ist Mist. Es ist total unkontrolliert, was da wie warm wird. Und die Gefahr, neue Fehler durch verrutschen anderer Bauteile zu erzeugen, ist erheblich.

Vergiss es. Ich habe bereits 3 Monitore dieses Typs aufgebacken. Da verreckt immer dasselbe. Nur dachte ich bisher, wenn er einmal nachgelötet ist, wäre /dieses/ Problem behoben. Aber die Tendenz geht wohl Richtung Zwieback.

Marcel

Am 12.06.20 um 22:30 schrieb Joerg:

Von oben drücken hatte ich schon versucht. Das hat nichts gebracht (auch nicht geschadet). Aber das ist auch sehr unspezifisch, da sich ein größere Kühlkörper fest verlötet darauf befindet und der Druck daher sehr unspezifisch auf die ganze Platinenregion wirkt. Aber von unten kann ich nochmal probieren.

Es sieht wohl doch nach Zwieback aus.

Marcel

Am 12.06.2020 um 22:30 schrieb Joerg:

Nur wenn Stümper am Werk sind.

Milliarden verbauter BGA Chips verrichten ihre Arbeit völlig zuverlässig.

Da du das offenbar häufiger machst: Hol dir doch mal eine billige Reworkstation, WEP 858d+ oder so, gibts für so 30 - 35 Euro und funktioniert für den Preis überraschend gut. Vorsicht: Schutzleiter kontrollieren, ich hatte dazu schon mal was hier geschrieben.

Hanno

[gelöscht]

Fullquote, um einem Expat seit 30 Jahren (oder so) nen Typo anzukreiden? Du spinnst, geh weg.

Hanno

Dann scheinen in den meisten Firmen Stuemper zu arbeiten.

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Ah ja, deshalb sind auch die BGA Repair Shops und "Re-Baller" aus dem Boden gesprossen. Weil die keine braucht. Oder so.

Leicht übergeschnappt?

Joerg:

Bei Apple glaube ich gerne, dass da Stuemper am Werk waren, die billig gemachten und nicht ausreichend getesteten Consumerscheiss ueberteuert an Hipster verkaufen. In unseren Produkten hingegen halten BGAs 15 Jahre Alterung unter Lkw-Bedingungen durch.

Aber das ist auch auch anstaendige Ingenieursarbeit und kein "Designed in California" Krempel.

Welche Stückzahlen? Bei Apple sind es gleich Millionen. Wenn da auch nur

0,1% Ärger machen hast du pro Million Geräte 1000 Ausfälle.

Gerrit

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Und so weiter.

Ziemlich übergeschnappt.

Klar, wenn etwas nicht sein "darf", aber nunmal da ist, kann man den Kopf in den Sand stecken.

Das ist genau deine Methode.

Gerrit:

Wenn bei uns 0,1% Aerger machen wuerden, wuerde wohl jemand seinen Job verlieren.

Daher meine Frage nach Stückzahlen. 0,1% von 10000 wären gerade mal 10.

Wobei die 0,1% eine Zahl sind die ich aus der Luft gegriffen habe, ich weiss nicht wieviele Probleme Apple mit BGAs hat.

Gerrit

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