Am 01.05.2024 um 21:19 schrieb Sieghard Schicktanz:
Aber gerne doch :-)
Naja, "Länge" ist bei geschlossenen Pfaden immer eine problematische Angabe. Aber "Umfang" ist doch eigentlich selbsterklärend? Stell Dir vor, Du misst mit einem Schneidermaßband Deinen Bauchumfang. Und dann machst Du das bei einem Reifen auf äquivalente Weise :-)
Nein.
Der wirksame Raddurchmesser ist der Durchmesser des angenommenen ideal kreisförmigen Rades, das einen Radius aufweist, welches dem Abstand von der Radnabe (nahezu) senkrecht nach unten bis zum Radaufstandspunkt (Zentrum des Latsches) entspricht.
Bei Schlupf null rollt dieses angenommene Rad auf der Fahrbahn ab. Und da der Radius r dieses angenommenen Rades bei Druckverlust kleiner wird
- Du erinnerst Dich: das Rad federt bei Druckverlust stärker ein, weil der Latsch in Fahrtrichtung länger wird und der Abrollumfang (nahezu) konstant ist -, steigt bei Druckverlust die Drehzahl dieses angenommenen Rades an. Genau diese Drehzahl wird vom Drehzahlsensor an der Nabe gemessen.
Es gilt, wie man durch einfache Betrachtung der Geometrie herleiten kann, für die Fahrzeuggeschwindigkeit v und die Winkelgeschwindigkeit phi_dot des angenommenen Rades mit dem wirksamen Radius r
d phi phi_dot = ------- d t
bei idealisierter stationärer Geradeausfahrt, ohne Schlupf, Sturz und sonstige Feinheiten der Zusammenhang
v = r phi_dot.
Bei gegebenem v und kleiner werdendem r passiert also genau was?
V., der stark den Eindruck hat, dass er hauptsächlich wegen Mitdenkverweigerung den Erklärbär spielt. Zumal man den ganzen Quark und noch viel mehr in der Literatur (s. an anderem Ort angegebene Quellen) nachlesen kann. Aber nein, selber denken oder lesen geht garnicht. Da müssen die Infos nanobitweise auf Zuckerwürfel eingeträufelt werden - SCNR.