Bitstrom eines Reifendrucksensors decodieren

Apr 21, 2024 Last reply: 2 years ago 141 Replies

Am 25.04.24 um 20:37 schrieb Sieghard Schicktanz:

Ohne irgendwelche Einsichten bei Autoherstellern zu haben, bin ich trotzdem ziemlich sicher, dass es so nicht funktioniert. Denn das ginge nur bei _angetriebenen_ Rädern. Es wird einfach die erhöhte Drehzahl im Vergleich zu allen anderen Rädern bemerkt, die sich aus einem verringerten effektiven Radius durch verringerten Luftdruck ergibt. Deshalb können diese Systeme auch nicht erkennen, wenn sich der Luftdruck gleichmäßig in allen vier Rädern ändert.

MfG

Am 28.04.2024 um 13:34 schrieb Markus Schaaf:

Alle Räder eines Fahrzeugs werden "angetrieben". Einige über den Motor, andere über die Strasse.

Normalerweise müssen alle Räder dieselbe Strecke abrollen, auch wenn es in Kurven unterschiedliche Abrollgewschwindigkeiten gibt. Über eine Strecke von mehr als 1 km dürfte das im Normalfall ziemlich ausgeglichen sein. Die Räder auf einer Seite sollte sowieso ziemlich genau gleich schnell laufen.

Das ist wohl so. Gefährlich sind aber vor allem Reifendefekte und da hat man in der Regel einen Druckverlust an einem einzelnen Rad.

je nu, der Reifen ist ja eine Feder, an der 'ne Masse hängt. Der Druck im Pneu verändert die Federkonstante und damit die Hoppelfrequenz usw.. Könnte Software locker analysieren rein mit Audiosignalen von einem Mikrofon oder Piezo-Schwingungssensor.

HOOk'sches Jesetz, nich wahr.

formatting link
w.

Hallo Markus,

Du schriebst am Sun, 28 Apr 2024 13:34:54 +0200:

Und wie dann?

Nein, das _KANN_ nicht stimmen. Es gibt keinen "verringerten effektiven Radius", weil der _effektive Radius_ immer noch der Laufflächen-Umfang dividiert durch 2Pi und die Lauffläche dieselbe geblieben ist. Diese ganzen Erklärungen sind _falsch_.

Das ist allerdings wieder richtig, wenn auch aus einem anderen Grund.

Am 28.04.2024 um 21:02 schrieb Sieghard Schicktanz:

Zitat aus dem Owners Manual meines Kfz:

"Das Reifendrucküberwachungssystem misst die Unterschiede in der Umlaufgeschwindigkeit zwischen den verschiedenen Rädern mithilfe des ABS-Systems, um bestimmen zu können, ob der Reifendruck korrekt ist. Ein zu niedriger Reifendruck wirkt sich auf den Reifendurchmesser und damit auf die Drehgeschwindigkeit aus. Indem das System die einzelnen Reifen untereinander vergleicht, erkennt es, ob ein oder mehrere Reifen einen zu niedrigen Druck aufweisen."

V.

Am 28.04.2024 um 17:02 schrieb Helmut Wabnig:

...

Könnte man versuchen. Ich gehe davon aus, dass die bestehenden Systeme so funktionieren wie von Volker Staben einige Zeilen weiter unten beschrieben, also einfach über die ABS Sensoren mit denen die Umlaufgeschwindigkeit gemessen wird.

Das ist glaube ich bei älteren Fahrzeugen so. Bei meinem S204 von 2012 dürfte das auch so sein. Der meckert nach dem Reifenwechsel im Frühjahr und Herbst manchmal, dass ich den Reifendruck kontrollieren soll. Da muss man das System dann auf die neuen Reifen anlernen.

Das von dir beschriebene System würde beim Reifenwechsel ebenfalls neu angelernt werden müssen.

Könnte man versuchen, ich glaube aber nicht, dass diese System darauf basieren.

Fällt mir ein: Jeder Reifendrucksensor hat seine eigene MAC Adresse. Senden tuns in gewissen Zeitabständen. In meinem Suzuki hör ich sie auf 433,925 als "pipipipip"

4 mal hintereinander.

Könnte man am Straßenrand sitzen und die vorbeifahrenden Autos identifizieren?

w.

Hallo Helmut,

Ich weiß von einer Arbeit aus den 90ern des letzten Jahrhunderts, da wurde sowas Ähnliches in der Serienproduktion zur Qualitätskontrolle angedacht und bald wieder verworfen. Die Autoreifenproduktion gab einfach nicht die Konstanz her, die es dafür gebraucht hätte. Vom Temperaturgang der Parameter brauche ich gar nicht schreiben, noch weniger vom Faktor Zeit nach Produktionsdatum.

Marte

Hi Sieghard,

Doch, man spricht nicht umsonst von der Walkreibung und dem erhöhten Verschleiß bei zu wenig Luft im Reifen.

Marte

Am 28.04.2024 um 21:02 schrieb Sieghard Schicktanz:

Wozu füllt man dann überhaupt Luft in den Reifen?

Natürlich. Für unterschiedliche Interpretationen von "identifizieren". Die amtlichen Kennzeichen erscheinen mir lohnender, OpenCV und jeder halbwegs modern RaspBerry PI mit Kamera können das inzwischen in Echtzeit.

V.

Was ich mich schon länger frage: Ist das System eigentlich empfindlich genug, um einen sich anbahnenden Platten auch bei Autobahngeschwindigkeiten zu detektieren? Oder piepts dann erst beim nächsten Stau? Und wie ist es beim allseits beliebten und gefürchteten Schleicher, z. B. undichtem Ventileinsatz, wenn über Tage und Wochen der Druck abfällt? Und ein bisserl Hirnschmalz muß wohl auch in Kurvenfahrten investiert werden (Lenkwinkel), aber vermutlich ist die Rundstrecke eher nicht so die Domäne des Reifenpannendetektors.

Volker

Meine Stichprobe mit Umfang eins: als das System bei einem Rad ein Problem meldete, war der Druck dieses Reifens um etwas mehr als 10% gefallen.

Und Gehirnschmalz ist allein schon wegen des ESP drin. Da dürfte mindestens ein Zweispurmodell des Fahrzeugs mitlaufen, das dann einen Referenzwert für die Laufstrecke jedes Rads auswirft. Das ist ja ohnehin der Trick bei der Sache: Dass man ohnehin vorhandene Sensorik nutzt, um daraus Informationen zu gewinnen. Anstatt gesonderte (teure) Sensoren vorzusehen.

V.

[...]

Das erinnert mich an den Thread über den Wasserrohrbruch-Detektor mit Piezo-Scheibe.

formatting link
(loetenM8.jpg)

Ich sprach davon, die Piezo-Scheibe mit einer Feder variabel vorzuspannen, um so die physikalischen Eigenschaften zu optimieren. Natürlich wurde ich deshalb zu einem Spinner erklärt, der unwirksame Effekte behauptet. Wie so oft wurde das fälschlicherweise behauptet.

Nach meinem Gefühl mit 2 Reifenschäden, je schneller man fährt, desto eher wirds erkannt. Mag sein dass sich das bei sehr hohen Geschwindigkeiten dann anders verhält. Und natürlich je mehr Druckverlust, desto eher wird angezeigt. Dafür ist es ja auch da, serienmäßig. Reifendruckanzeige gabs als aufpreispflichtiges Extra.

Im Stau piepts garnicht, wenn die Räder stehen gibts keine unterschiedlichen Raddrehzahlen.

Wenn der nur bei einem Rad abfällt, dann merkt das System das. Hat es jedenfalls an meinen Wagen getan, als ich einen Winterreifen mit undichtem Ventil hatte.

Beim Wechseln von Sommer auf Winterreifen (oder umgekehrt) hat es manchmal ein paar Tage gedauert, dann kam eine Meldung, wenn ich vergessen habe das System neu zu starten.

[...]

Der Vorteil echter Drucksensoren besteht halt darin, daß ich schon beim Einsteigen einen Hinweis bekomme, wenn was nicht paßt und daß mir auch angezeigt wird, was genau nicht paßt.

Am 28.04.2024 um 17:02 schrieb Helmut Wabnig:

Beinahe richtig. Tatsächlich machen das die sogenannten "passiven" Reifendruck-Kontroll-Systeme nicht über Störungen des vertikalen Kräftegleichgewichts ("Hoppeln"), sondern durch die Störungen des Drehmomentengleichgewichts, also durch Drehschwingungen. Dazu nutzen sie die Dreh-Sensoren, die für die ABS-Funktion sowie verbaut sind.

In erster Ordnung kann man dazu absoluten Drehzahl-Unterschied zwischen den verschiedenen Rädern heranziehen. Als verbesserte Methode, die u.a. auch dann noch funktioniert, wenn wider Erwarten alle 4 Reifen platt gehen, betrachtet man die Ungleichmäßigkeiten der Abrollbewegung, die ein platter Reifen verursacht.

Das ist auch deutlich einfacher als jeder Versuch, aus dem allgemeinen Straßenlärm und dem eigenen Motorengeräusch akustisch die Bewegungsgeräusche eines einzelnen Rades zu isolieren.

Hallo Helmut,

Du schriebst am Mon, 29 Apr 2024 08:26:09 +0200:

Bring'mal Deine Zitatangaben in Ordnung, nichdaß Dir da mal einer was nachsagt. Von mir haste kein'n Buchstaben zitiert!

...

Bei 433MHz gibt's keine "IP-Adresse", das ist billigstes "Home Automation" Glump, für Steckdosen, Lampen und sowas. Wahrscheinlich ham die nichmal'n "Rolling Code", sodern senden einfach irgendwas voreingestelltes.

Die Räder, wenn man weiß, welche Sensoren eingebaut sind. Allerdings auch nur modulo iregendwas um die 12...? Bits...

Hallo Volker,

Du schriebst am Mon, 29 Apr 2024 06:10:08 +0200:

Naschön, wenn Du den Markentieren des Herstellers mehr Kompetenz zutaust als einer physikalischen Erklärung, dann hast Du natürlich recht, denen Dein volles Vertrauen zu überlassen.

Hallo Eric,

Du schriebst am Mon, 29 Apr 2024 09:55:08 +0200:

Damit die Felgen nicht so stark abgefahren werden?

Join the Discussion

Have something to add? Share your thoughts — no account required.

Didn't find your answer?

Ask the community — no account required