Am 18.12.2012 16:02, schrieb Lutz Schulze:
Wehrdienst. Ich habe erlebt wie Leute, nachdem sie mal etwas deutlicher den Mund aufgemacht haben, umgehend zum Reservistenwehrdienst eingezogen wurden. Die Kontakte aus dem Großbetrieb zum Wehrkreiskommando. waren bestens. Der Tenor war immer derselbe: entweder du spielst mit, ansonsten können wir auch anders.
Ich glaube, du vermutest da Zusammenhänge, wo keine sind. Ich habe auch nur in Großbetrieben gearbeitet. Gerade die hatten ewig Arbeitskräftemangel, da konnte man Schnauze haben, wie man wollte. Hab' nicht einmal erlebt, dass sie deswegen einen hätten abkommandieren lassen. Was hätten sie damit erreicht? Ein Vierteljahr eine Arbeitskraft weniger, und wenn er wiederkommt, abeitet er garntiert nicht besser.
mehr auf dieses ständige Generve und wollte auch nicht um einen Studienplatz betteln.
einer Fachschule zu machen, dazu war ich aber im falschen Betrieb gelandet: ohne Eintritt in die Partei keine Delegation zum Studium. Wörtlich: 'Wir unterstützen nur den der auf unserer Seite steht'.
Du warst überhaupt im falschen Betrieb, hab' ich den Eindruck. Klar - Genossen wurden bei ansonsten gleicher Eingung immer bevorzugt, aber dass ein Studium allein davon abhängig gemacht wurde - nie erlebt, wie gesagt. Es sei denn, du hattest in der Gewerkschaftsversammlung gesagt "im Westen ist alles besser", einen Ausreiseantrag gestellt oder sowas. :-)
Ein Problem hatte ich allerdings nach meinem Studium bei der Suche nach einer neuen Stelle: Eine "leitende" Funktion war ohne Parteimitgliedschaft so gut wie nicht drin.
Ist doch nun lange Geschichte, diese Macht auch. Heute zählen andere Kriterien, oder?