Strategie zur Vermeidung von NiMH-Memory-Effekt bei DECT-Telefonen

Feb 15, 2026 Last reply: 5 months ago 52 Replies

Hallo,



ich habe hier 2 DECT-Telefone (Gigaset S650H Pro), jedes ist mit 2 AAA-NiMH-Akkus bestückt. Da es sich um professionelle Telefone handelt, gehe ich mal davon aus, dass die Akkus mit einer vernünftigen Ladestrategie geladen werden, d. h. die Ladung stoppt, wenn die Akkus voll sind. Jedenfalls werden die Akkus nicht warm, wenn Telefon nach Erreichen von 100% Ladestand weiter in der Ladeschale steht.



Das eigentliche Problem ist aber, dass die Akkus so gut wie immer voll sind, wenn man die Telefone immer bei Nichtnutzung in die Ladeschale stellt. Zum Telefonieren werden sie natürlich herausgenommen, aber die meisten Telefonate sind so kurz, dass nur ein geringer Teil der Akku-Kapazität genutzt wird. Wenn man die Telefone danach gleich wieder in die Ladeschale zurückstellt, werden die Akkus wieder geladen, obwohl sie noch fast voll sind. Ich denke, das ist in Bezug auf den Memory-Effekt nachteilig.



Ich bin also dazu übergegangen, die Telefone erst dann wieder in die Ladeschale zu stellen, wenn der Ladestand lt. Anzeige unter 30% gefallen ist. Das hat allerdings den Nachteil, dass das Telefon bei längeren Gesprächen mittendrin abschaltet, weil der Akku leer ist.



Gibt es eine Strategie, um beides zu vermeiden: Memory-Effekt und vorzeitiges Abschalten? Oder sind das zwei Bedingungen, die man nicht unter einen Hut bekommt?



Li-Akkus würden IMO die Sache übrigens nicht besser machen: die haben zwar keinen Memory-Effekt, aber man sollte sie nicht über längere Zeit auf mehr als



80% Ladestand halten. Also dürfen auch Telefone mit Li-Akkus nicht die ganze Zeit in der Ladeschale stehen, was ebenfalls bedeuten kann, dass sie bei zu wenig Restkapazität im Akku vorzeitig abschalten.

Also was tun?



Gruß



Michael


War es. Das Problem des Memoryeffekt war bei NiCd groß und ist m.W. bei NiMH fast vernachlässigbar. Meine stehen immer in der Schale, jetzt mit den blauen, besoders überladefesten Eneloop.

Eine gute Ladestrategie mit Begrenzung auf 70 oder 80 % Volladung kenne ich nur von IBM und anekdotisch von neuesten Smartphones. Falls Deine Geräte wie mein Smartphone ihren Ladestand an eine Hausautomatisierung melden können, hilft wie bei mir eine Schaltsteckdose vor dem Ladenetzteil.

Würde ich nicht davon ausgehen. Ich vermute, dass einfach konstant mit geringer Stromstärke geladen wird.

  1. Funktelefon durch Handy oder verkabelten Apparat ersetzen.

  1. Spezielle NiMH-Akkus für solche Telefone kaufen (wenn man sie noch kriegt), die Überladen (länger) aushalten. IMHO sind die Ladeschaltungen alle ziemlich schlecht.

  2. Billige Akkus nehmen (ich hab neulich welche beim Hofer=Aldi für unter 1€ pro Stück gekauft, LSD-Akkus) und öfter tauschen.

/ralph

Gigaset meint, in neueren Modellen (habe ich mir kürzlich zugelegt) sei eine Art Energiemanagement aktiv:

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Man kann aber auch in der Ladeschale über die Freisprecheinrichtung weitertelefonieren.

Ob das auf dein Gerät anwendbar ist ...

Bei älteren nicht. Ich hielt es freisprechend und brauchte kurze beide Hände. Zum Abstellen bot sich die Ladeschale an, aber beim Einstellen legt das Telephon sofort auf.

Von Siemens habe ich noch ein Gigaset 3000 Classic in Nutzung, und die Lademimik ist nicht sehr schlau.

Ansonsten sehr robust, aber die Gummitasten werden speckig..

Sicher, dass sie dann leer sind? Die Gigaset A415A und A280A, die ich mal zu testen das zweifelhafte Vergnügen hatte, waren einfach schlecht bei der Entladeschlusserkennung. Vielleicht Absicht (flache Entladezyklen), vielleicht Inkompetenz. Das Ergebnis dann, dass nur etwa 50% der Kapazität nutzbar waren. Bei zwei "Suppo" AAAs mit je 400mAh natürlich spektakulär. Habe ich zurückgefernabsatzt.

Mein olles Gigaset macht es mit zwei AAA-Eneloops (weder Pro noch sonstwas, sondern die hier:

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jedenfalls deutlich über eine Woche eher zwei. Die Akkus sind übrigens seit ca. 15 Jahren in diesem Telefon, ich habe aus Faulheit so gut wie nie extern geladen, eigentlich nur das Handteil, dann, wenn es kurz vor der Selbstabschaltung war, in die Schale gefeuert und es wieder rausgenommen, wenn "voll" angezeigt wurde.

Deswegen halte ich die Diskussion, wie man die AAA-Akkus in einem Gigaset zu einem längeren Leben verhilft, für reichlich akademisch, falls man sie nicht

24/7 mit mieser Ladestrategie in der Ladeschale röstet. Keine Ahnung, wie alt Michael ist - aber Gedanken, wie man sich _selbst_ zu einem längeren Leben verhilft, fände ich zweckmäßiger, als sich über NiMH-Technologie den Kopf zu zerbrechen. Die ist mit Erscheinen der Eneloop ausentwickelt.

Gibt es m. M. n. nicht. So, wie es auch keine elektrischen Zahnbürsten gibt, bei denen sich der Hersteller auf seine eigentliche Aufgabe besinnt. Ich wollte ja weg von Oral-B und wie sie mein Geld in den Werbeetat für diesen ultrapeinlichen Kai Pflaume rauswerfen, damit er auf YT neben der weiblichen Dekoration ohne Sprechrolle penetrant vor minderwertigen Nachbauputzköpfen warnt.

Deswegen habe ich zur Philips Sonicare 2100 gegriffen. Eine Brot-und-Butter- "Schallzahnbürste". Jo mei. Dicke Freunde werden wir wohl nicht werden, ich bin außerdem der Meinung, dass in den Backentaschen, wenn jede Menge Schleimhaut in Kontakt mit dem Putzkopf kommen, die Energie einfach in lustige Kitzelei verpufft. Bei Oral-B ist die Rückseite des Putzkopfs feststehend und nur die Vorderseite macht vibrierend-oszillierende Bewegungen - es kommt also mehr davon dort an, wo es hinsoll.

Und dann hat Philips bei seinen Putzköpfen und den besseren Handteilen "BrushSync" eingeführt:

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Gut, dass die 2100 offenbar nicht "smart" ist und auch gut, dass die "smarten" Handteile wohl auch (noch) mit "dummen" Nachbau-Putzköpfen funktionieren bzw. solchen, wo Du den RFID-Chip in der Mikrowelle oder am Induktionsherd gegrillt hast.

Denn auf eine Funktion, die "den Gesamtdruck misst, den Sie beim Bürsten ausüben" und "die Gesamtzeit, die Sie bereits mit dem Bürstenkopf geputzt haben", damit mich das Handstück "informiert [...], sobald Ihr Bürstenkopf nicht mehr effizient ist und es Zeit ist, ihn zu ersetzen. Die Erinnerungsfunktion des Handstücks blinkt gelb und Sie hören eine Reihe von Signaltönen. [...]", scheiße ich ein ganz große Wurst.

Warum? Jede nackte Li-Ion-Rundzelle hat nichts von alldem und wird CC bis zu Ladeschlusspannung geladen. Ohne, dass Herr Coulomb was davon mitkriegt. Ja, Sony Infolithium...

*sic*

Auch bei uns ist der Lack ja schon ein bisserl ab. Das waren die Worte meines Orthopäden.

Volker

Am 15.02.2026 um 14:40 schrieb Michael Landenberger:

Die Akkus alles zwei Jahre tauschen...

Am 16.02.2026 um 15:02 schrieb Eric Bruecklmeier:

...

Auch wenn man sich "das leisten kann", ist es schade und vermeidbare Ressourcenverschwendung.

Meine Hinweise in snipped-for-privacy@news.einzel.de> haben sich über viele Jahre als eine funktionierende Möglichkeit gezeigt. Den BC 700 habe ich seit 2009 und nutze ihn vor allem zum laden von Mignonzellen/AA-Zelle/R6. Nur BTW.

Am 16.02.2026 um 20:30 schrieb Thomas Einzel:

da ich sonst nirgends (AA, AAA, o.Ä.) Akkus nutze, wäre mir das zuviel Gehampel.

"Marcel Mueller" schrieb am 15.02.2026 um 23:24:03:

Meine S650H halten ohne Nachladen auch 2 Wochen durch.

Das Telefon, in das ich die gebrauchten Akkus aus dem Sinus 206 eingesetzt habe, liegt hier schon über eine Woche außerhalb der Ladeschale rum und die Ladestandsanzeige steht trotz gelegentlicher Nutzung immer noch bei 100%. Vielleicht gibt es doch einen Unterschied zwischen Pro-Telefonen und solchen für Privatkunden?

Das andere S650H, das ich mit neuen Akkus bestückt habe, habe ich wieder in die Ladeschale gestellt, nachdem die Akkus das letzte Mal bis auf 30% entladen waren. Nachdem man mir hier gesagt hat, dass der Memory-Effekt bei NiMH-Akkus nicht so dramatisch ist, habe ich gedacht, dass ich die Telefone wieder dauerhaft in die Ladeschale stelle. Das werde ich mit dem zweiten S650H auch tun, sobald dort der Ladestand unter 30% gefallen ist. So wie es aussieht, kann das aber noch ein paar Tage dauern.

Wenn meine T-Sinus 0 Balken anzeigen, fangen sie an zu piepsen und gehen spätestens nach 15 Minuten aus.

Meine neuen Gigasets wie geschrieben auch nach über einer Woche nicht.

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liest sich für mich so, als sei das bei Gigaset-Telefonen der Fall.

Gruß

Michael

Dann muss mein altes Gigaset C2, das ich via Kleinanzeigen für einen einstelligen Betrag erworben habe und an der FritzBox hängt, ja hochprofessionell sein. Da halten AAA-Eneloops so lange, dass ich meist vergesse, das Ding irgendwann auf die Ladeschale zu stellen und mich wundere, warum tagelang niemand anruft. ;-)

Falsche Schlussfolgerung.

Volker

Am 17.02.2026 um 10:23 schrieb Michael Landenberger:

Dort steht, daß die Akkus warm werden können. Kann ich bestätigen, die Gigasets hier laden je nach Lust und Laune immer schön weiter, die Handteile werden in der Ladeschale deutlich warm, was auf deutliches Überladen hindeutet. Das passiert sporadisch und für mich nicht nachvollziehbar. Zugegeben, die A415-Dinger sind alt. Blöde ist halt, daß die dann notwendige Telefon-PMÜ dazu führt, daß wichtige Telefonate immer dann auflaufen, wenn das Entladeende gerade erreicht werden soll. Und der Schätzbalken ist auch oft daneben. Nimmt man das Handteil und drückt drauf, zeigt es 50%, um 5-10 Minuten später mit der Ende-Warnung loszuplärren. Offenbar gibt die LED-Beleuchtung dem dann den Rest und die 50% waren einfach falsch.

Bernd

Bei dem verhältnismäßig niedrigem Ladestrom kann die Volladung nicht sicher erkannt werden. Das geht nur übers Zählen des Stroms was angeblich stattfindet.

Diese Geräte sollen halt einen Arbeitstag / eine Schicht mit vielen Gesprächen durchhalten. Und danach auf die Ladestation.

Kann ich für meine uralten Siemens teilweise bestätigen. Wann immer ich sie für die Benutzung in die Hand nehme, sind sie eiskalt. Direkt nach einem Nachladen können sie aber schon mal recht warm sein. Die normalen Eneloop und selbst no-name Billigakkus haben das akzeptabel lange überlebt -- weit über fünf Jahre, ziemlich sicher über zehn -- und jetzt sind die blauen überladefesten drin. In der Ladeschale weiß ich, wo ich es finde, und muß auf nichts extra achten. Jede Woche selbst aktiv an's Nachladen denken zu müssen, das wäre furchtbar. Nennenswert nachladen muß ich ohnehin nur, wenn die Kontakte mal wieder gereinigt werden wollen und das Gerät ungeladen in der Schale stand.

Genau. Sowas will ich nicht.

Nein. Zumindest nicht zwingend. Ich lade meine AA-/AAA-Eneloops mit 1C im Mössinger/MEC-Lader ("Ride it like you stole it!") und da werden die natürlich warm. Bis Ladeschluss halt. Ich sehe keinen besonderen Sinn darin, Akkus beim Laden über Gebühr zu hätscheln, wenn man sie dann irgendwo benutzt, wo Entladeströme in der Gegend von 1C fließen.

Bei vielen Gigaset-Schalen wird aber auf vollen(!) Akkus noch nervenzerfetzend lange rumgebraten. Fakt. Und da kann der arme Akku halt nichts weiter tun, als graue Haare zu kriegen und die Energie ausschließlich(!) in Wärme umzuwandeln.

Klar. So wie Du mit Deinem Elektroauto immer dann zu wenig Ladestand hast, wenn Du nach dem Familiengroßeinkauf noch einen Pferdeanhänger die verschneite Paßstraße hochziehen, die Verwandten an der Ostsee besuchen und zwischendurch noch eine Runde am Nürburgring drehen willst. In der Praxis schleppen die Batterie-SUVs ihre 100+kWh jeden Tag so um die 30km durch den Stadtverkehr und Du kannst die 60 Sekunden verschmerzen, die es dauert zwei Reserve-Eneloops ins DECT-Telefon zu drücken, sollte doch mal der Fall eintreten, wo Deine Schwiegermutter mit der Begrüßung "Wir müssen REDEN!" anruft.

Volker

Am 17.02.2026 um 13:37 schrieb Bernd Laengerich:

Eine einfache Strategie dagegen ist/sind (ein) weitere/s DECT Handset/s. Ja ich weiß, das hilft nur bedingt. Meine erweiterte Strategie: Ich habe an allen wichtigen Standorten im Haus zusätzlich ein PoE Telefon *) hingestellt, schon allein deswegen, weil auch ein vollendet aufgeladenes DECT Handset portabel ist und durch Familienmitglieder, oder aus Vergesslichkeit, immer mal wieder an eine andere Stelle "geschleppt" wird.

*) Bintec Elmeg IP630, sehr bauähnlich mit Gigaset Pro Maxwell 3 - gibt es immer mal für kleines Geld gebraucht in der Bucht.

Ich habe keine klassische Türklingel, bei uns klingeln die Telefone - da sollte dann eines in der Nähe sein damit man mit der TFE kommunizieren kann, bevor z.B. der "Sie waren nicht, abholen..." Zettel im Briefkasten ist.

Selbstverständlich passt das so nicht für jeden.

Nö. Kann ich nicht und will ich nicht, wozu auch? Die Ersatzakkus oder Batterien muß ich erst finden und das Gespräch ist trotzdem mittendrin unterbrochen. Brauche ich nicht. Bei Mißachtung aller Deiner Ratschläge und vorsätzlicher Mißhandlung in der Ladeschale habe solche Proble nicht und Akkus halten trotzden zehn Jahre. Reicht mir.

Am 17.02.2026 um 15:18 schrieb Volker Bartheld:

Von 1C kann das Gigaset ja selbst bei den schwächlichen 450mAh-Akkus nur feucht träumen. Das schlechteste der Gigasets ist hier ein C59H. Das lädt eher in der Gegend um 200mA herum, vermutlich weniger. Allerdings auch tagelang/wochenlang mit bleibendem Blitz im Display. Offenbar geht man von einer Selbstenladung in dem Masse aus wenn dabei man von Erhaltungsladung spricht. Die Original-Wandwarze will maximal 300mA liefern. Die bleibt übrigens weitgehend kalt.

Bernd

Am Sun, 15 Feb 2026 19:03:40 +0100 schrieb Michael Landenberger:

Darum habe ich auch noch die alten Gigaset in Betrieb und die FritzFone liegen in der Schachtel. Da die neue Fritze kein ISDN mehr konnte, ist die schöne Gigaset-Anlage im Keller gelandet und die DECTs sind direkt mit der Fritze verbunden.

Ich nutze in den Gigasets NiMH-Zellen umschichtig aus dem Bestand bis die Telefone "leer" melden. Dann wechsel ich sie physisch gegen andere und sammle die leeren zum Aufladen in einem Akkuladegerät. So merkt man auch ziemlich schnell, welche nichts mehr taugen, sich spontan entladen oder dass der Innenwiderstand ausufert. aq

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