Mehrfachstecker festgeschmorrt

Mar 29, 2010 52 Replies

Hallo,



gestern wurde ich zu meinem Bruder gerufen, da sich ein Discounter- Mehrfachstecker an dem der Wäschetrocker hing fest in die Steckdose gebacken hatte. Er war nicht mehr zu lösen, der Kunststoff an einem Stift (nachdem ich ihn dann raus hatte) war braun gebacken und das selbe Bild in der Steckdose. Der andere Stift ist i.O.



Ich vermute das dieser Discounter-Stecker einen schlechten Übergangswiderstand hatte und durch den Spannungsabfall viel Verlustleistung entstanden ist. Diese hat das Teil erhitzt und zu o.g. Symptomen geführt. Dadurch wurde der Übergangswiderstand dann wahrscheinlich noch größer. Mir stellt sich jedoch trotzdem eine Frage:



Verbrannt war nur die Phase - die Leitung zum Neutralleiter war wie unberührt. Der echte Neutralleiter im Verteiler führt ja bei symmetrischen Betrieb so gut wie keinen Strom - an dieser Stelle muss jedoch die gleiche Menge Strom geführt werden wie in den Verbraucher hineinführt. Warum also ist die andere Seite nicht ungefähr ebenso verbrannt? Oder kann ich mir vorstellen, dass die Verlustleistung auf der anderen Seite weniger wurde als mehr Spannung an dem "Brennpunkt" abgefallen ist?



Grüße!


P.S.: Jetzt hat er übrigens von mir zwei Feuchtraumsteckdosen installiert bekommen, die direkt über Waschmaschine/Wäschetrockner angeordnet sind. Jede ihre eigene Sicherung (Zählerkasten war nur drei Meter weiter). Jetzt sollte eigentlich nichts mehr schief gehen.


Günther Frings schrieb:

So was kommt vor

Ack

Das kommt vor. Es müssen ja nicht gleich beide Kontakte schlecht gewesen sein.

Wo hast du denn diesen Blödsinn her?

Weil halt nur einer der beiden Kontakte schlecht war

Unsinn.

Ach ne - und du hast eine entsprechende Ausbildung?

Das hoffe ich für dich. Laien haben nichts an elekrischen Installationen zu suchen! Wenn irgendwas passiert bist DU voll dran!

Hallo!

Am Mon, 29 Mar 2010 11:50:41 +0200 schrieb Jens Fittig:

Ich meinte den Neutralleiter zum Sternpunkt.

Grüße!

Das stimmt nur bei symmetrischen Drehstromverbrauchern. Du klemmst mit einer normalen Schuko-Dose aber einen 230V-Verbraucher zwischen Phase und Neutralleiter an.

Gruß Thomas

Das müsste man mal von einem Rechtsexperten kommentieren lassen.

Macht es (vor Gericht) wirklich einen Unterschied, ob ein Laie oder ein Profi jeweils den gleichen schweren Fehler produziert?

Der Profi hätte es wissen *müssen*, wohingegen der Laie es nicht besser wusste.

Bin mir noch nicht so sicher, wie/ob ein Richter das entsprechend würdigt.

bis denn, BEN

ft

Also war sowohl die Anschlussstelle an der Wandsteckdose als auch in der Mehrfachdose schlecht? Die Verwendung von Mehrfachdosen l=E4sst sich zwar nicht immer vermeiden, aber gerade bei Waschmaschinen als einem der gr=F6ssten Verbraucher in privaten Haushalten sollte man da zumindest auf Qualit=E4t achten.

e:

Das ist einfach nur Zufall. H=E4ttest Du den Stecker umgedreht, w=E4re sicherlich der gleiche Stift verschmort.

Das ist ein Verst=E4ndn isproblem bei Dir. Versuch da mal, Dich bei Wikipedia o.=E4. schlauer zu lesen.

rt

d.

Das ist auch wegen des Gleichzeitigkeitsfaktor sinnvoll. Man m=F6chte ja gern die zweite Ladung waschen, w=E4hrend die erste Ladung bereits trocknet. Diese Belastung ist dann f=FCr eine 16A-Sicherung (und auch f=FCr die Zuleitung) zu gross. Falls Du die beiden Sicherungen auf verschiedene Phasen geklemmt hast, spielt hier die Phasenverschiebung wirklich eine Rolle. Du kannst dann eine vierpolige Leitung verwenden, da sich der Strom im Neutral- leiter teilweise kompensiert und nicht h=F6her als der Phasenstrom werden kann. Bei Anschluss der Sicherungen an die gleiche Phase brauchst Du aber auf jeden Fall auch zwei getrennte Neutral- leiter f=FCr die beiden Steckdosen! =DCbrigens achte ich bei solchen "Grossverbrauchersteckdosen" noch mal besonders auf das Starke Festziehen der Anschlussschrauben! Gruss Harald

Am Mon, 29 Mar 2010 12:08:47 +0200 schrieb Bernd Ohm:

...

Kommt sicher auch darauf an, ob es gerade um den straf- oder den zivilrechtlichen Teil der Veranstaltung geht. ;-)

MfG Knut

ACK.

Wird aber sicher voneinander abhängen.

bis denn, BEN

Hallo,

Am Mon, 29 Mar 2010 12:08:24 +0200 schrieb Thomas Stegemann:

Aaarg! Ihr macht mich wahnsinnig! Hat man gerade den ersten Satz genauer erläutert fragt jemand nach dem zweiten. Also genau das - nur mit anderen Worten - stand in meinem originalen Beitrag auch einen Satz weiter. Oder kurz ausgedrückt: Steckdose rechtes Loch Strom raus, linkes Strom rein (oder andersrum- nicht dass jetzt jemand mit einer Zeitbeschreibung kommt). Und Neutralleiter wenn symmetrisch belastet im n-Phasennetz -> kein Strom.

By the way: Häufig hört man beim Anklemmen eines Geräts "Hier muss L, da N dran". Dabei müsste es ja korrekterweise heißen "Hier muss der Leiter dran, der zum N führt". Hat dieser Leiterabschnitt eigentlich auch einen besonderen Namen?

Hoffe diese Nebensächlichkeit jetzt zumindest so dargestellt zu haben, dass sie niemand mehr für falsch hält.

Grüße!

Wer wollte hier was von wem...? :-)

Hat man gerade den ersten Satz genauer

Nochmal: Das bei einem symmetrisch belasteten 3-Phasen-Netz im N-Leiter kein Strom fließt, hat für dein Problem keinerlei Bedeutung, da du keinen 3-phasigen Verbraucher anschließt. Es fließt durch beide Pinne der gleiche Strom. Deshalb war es Zufall, dass gerade die Phase verschmurgelt war.

Neutralleiter... Normalerweise setzt man bei solchen Beschreibungen konstante Potentiale voraus, so dass der N im Verteiler dem in der Steckdose/am Gerät entspricht.

Gruß Thomas

Bernd Ohm schrieb:

Gibt es für Elektriker eine Kunstfehlerversicherung wie für Ärzte? Die würde dann zumindest Schadenersatzansprüche abdecken.

Wobei man über den Sinn einer solchen Versicherung sicher streiten kann, denn die sitzt bei einem kleinen Elektrikermokel ganz sicher am längeren Hebel, wenn es an den Beweis geht, dass sie doch nicht zahlen muss, nachdem eine Bude abgebrannt ist.

Mit freundlichem Gruß

Jan

Also schrieb Jan Kandziora:

Eine Haftpflichtversicherung ist für entsprechende Betriebe Pflicht. (Wenn nicht de jure, dann doch de facto.)

Ansgar

*** Musik! ***

Am 29.03.2010 11:46, schrieb Günther Frings:

Ich hoffe Du hast auch gleich den Mehrfachstecker entsorgt, es kann nämlich auch an einem schlechten Kontakt zwischen Kabel und Steckerstift gelegen haben. Es kann auch sein das einige Adern der Litze gebrochen waren, die dann entstehende Wärme wird von Steckerstift wunderbar weitergeleitet. Nach meiner Erfahrung liegt es eigentlich fast immer an der Verbindung von Kabel und Stift.

MfG, André

André Grafe 01239Dresden 51°00'27.10 N 13°47'43.02 E http://www.boincstats.com/signature/user_1323769.gif

Also schrieb Harald Wilhelms:

Und ich nehme geeignete mit Federklemmung. Schraubbaren Kontakten vertraue ich nur bedingt.

Ansgar

*** Musik! ***

Günther Frings schrieb:

keiner Wunder bei deinen Fragen!

Hilfe! Ein Strom-DAU!

Darum geht es hier aber nicht. Du schreibst absoluten Blödsinn!

Du hast keine Ahnung - lass die Finger von der Sache!

Bernd Ohm schrieb:

Wozu?

Ja - wenn ein Fachmann einen Fehler macht, dann kommen Gutachter ins Spiel und es wird sicher eine sehr genaue Prüfung erfolgen.

Ein Laie ist i.d.R. automatisch Schuld, weil er da gar nichts dran zu suchen hat.

Er wird schon z.B. die nach so einer Montage vorgeschriebenen Kontrollmessungen nach VDE 0100 gar nicht machen können weil er kein Gerät dazu hat.

Und deswegen ist es Laien eben "verboten" an Sachen zu gehen von denen sie nichts verstehen

probiers halt aus

Knut Schottstädt schrieb:

strafrechtlich: z.B. Personenschäden / Tod zivilrechtlich: z.B. Brandschäden

Egal - wenn so ein Hobby-Dau Mist baut wird er i.d.R. nicht mehr glücklich!

Ich weiss nicht, aber bei hohen Str=F6men traue ich einer von mir angezogenen Schraube mehr zu als einer Federklemmumg. Man m=FCsste direkt mal eine =DCbergangswiderstandsmessung zum Vergleich machen. Warum wurden diese Federklemmen bei Steckdosen eigentlich so viel sp=E4ter einge- f=FChrt als bei Schaltern? Gruss Harald PS: Bei einer (korrekt montierten)Klemme, die bei einem meiner fr=FCheren Arbeitgeber gebraucht wurde, haben wir mal eine Verlustleistung von 8W gemessen. Allerdings flossen dort auch mehr als 100A. wir

Also schrieb Harald Wilhelms:

Mir ginge es weniger um den Übergangswiderstand als solchen, sondern mehr um die Dauerhaftigkeit der Verbindung. Solange eine Feder nicht bricht (=Belastung out-of-spec...), wird die ihre wohlberechnete Andruckkraft über sehr lange Zeit nahezu konstant halten. Auch bei Vibrationen oder anderem Stress. Schrauben lockern sich schon mal, wenn nicht durch Hilfsmittel wie Schraubensicherungslack oder mechanische Sperren (Splinte, Bügel...) daran gehindert.

Die hat dann auch einen entsprechend großen Querschnitt und hinreichend viel Metall, um die Wärme wegzubringen. Sagen wir: sollte sie jedenfalls haben, bei den Dimensionen.

Ansgar

*** Musik! ***

Nein, Leistung ist Spannung * Strom. Und der Kontakt wird heiß, weil dort elektrische Enegie in Wärme umgewandelt wird.

Die elektrische Leistung ist P = U * I

Die Spannung U ergibt sich (vereinfacht) aus dem Übergangswiderstand zwischen dem Stift und der Buchse.

U = I * R

der Strom I ergibt sich aus dem Gesamtwiderstand im Stromkreis, also

I = Uges / Rges

Uges ist hier die Netzspannung 230V

Rges ist die Summe der Einzelwiderstände, also der gewollte Widerstand des Verbrauchers (Waschmaschine) und der beiden Kontaktwiderstände.

Für das Verbrennen des Kontaktes ist nur die Leistung entscheidend, die am Kontakt selber in Wärme umgesetzt wird.

Ist der Stift oder die Buchse versifft, dann ist der Widerstand an der Kontaktstelle höher. Deshalb ist dann auch der Spannungsabfall am Kontakt entsprechend höher. Damit ist dann auch U * I, d.h. die in Wärme umgesetzte Leistung an dieser Stelle höher, obwohl die Gesamtleistung, die dem Stromkreis zugeführt wird kleiner ist.

Über die zweite Steckverbindung fließt zwar der gleiche Strom, wie durch die erste, aber wenn dieser Kontakt nicht versifft ist, fällt keine Spannung ab. Deshalb entsteht dort keine Wärme.

Beispiel:

Ein Heizlüfter hat 2 KW. Bei 230V müssten dann 2000 W / 230V = ca. 8,6 A fließen.

Der Widerstand des Heizlüfters hat dann R = U / I = 230V / 8,6 A = ca.

26,7 Ohm

Wenn jetzt der Kontaktwiderstand des einen Kontaktes auf z.B. 20 Ohm ansteigt, der andere aber näherungsweise bei 0 Ohm bleibt, dann beträgt der Gesamtwiderstand im Stromkreis 20 Ohm + 26,7 Ohm = 46,7 Ohm

Es fließt nun ein Strom von I = 230V / 46,7 Ohm = 5A in den Heizlüfter.

Am Kontakt, der einen Übergangswiderstand von 20 Ohm hat, steht nun eine Spannung von 5A * 20 Ohm = 100V an.

Das bedeutet, am Kontakt werden 100V * 5A in Wärme umgesetzt, was ziemlich schnell zu dem von dir geschilderten Bild führt.

Der andere Kontakt hat immer noch einen Übergangswiderstand von 0 Ohm. Damit werden dort P = 0V * 5A = 0W in Wärme umgesetzt. Der Kontakt verschmort also nicht.

Der Verbraucher sieht außderm in dem Beispiel auch die 230 V nicht mehr, sondern 230V - 100V, also 130V.

Diese Beispiel ist natürlich stark vereinfacht. In der Praxis hat man wohl eher einen Lichtbogen als einen Ohmschen Widerstand. Das Prinzip ist aber dasselbe.

Das läßt sich auch sehr schön simulieren. Wenn man einen Lichtschalter ganz langsam schließt und mit der Schaltwippe herumspielt, bekommt man es manchmal hin, dass die Lampe dunkler leuchtet. Im Schalter höhrt man dann ein Spratzeln. Manchmal sieht man auch direkt ein schwaches Leuchten aus dem Schaltergehäuse. Ob das Experiment auch mit modernen Schaltern noch funktioniert weiss ich nicht, aber so vor 30 Jahren ging das richtig gut ;-)

Das ist übrigens auch der Grund, weshalb man Lüsterklemmen gut anziehen sollte, denn eine schlechte Klemmverbindung hat denselben Effekt, wie der versiffte Steckkontakt.

Gruß

Stefan DF9BI

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