Seltsamer Effekt bei Laptop mit Alu-Gehäuse

May 27, 2026 Last reply: 1 month ago 28 Replies

Ich habe einen GPD Pocket 3 mit Alu-Gehäuse und USB-C für das Aufladen mit USB-PD-Netzteil.



Hier erlebe ich einen seltsamen Effekt:



Wenn das Netzteil über USB-C angeschlossen ist und ich mit den Fingern über das Gehäuse fahre, entsteht ein Gefühl, als ob die Finger am Gehäuse leicht haften würden und die Fingerspitzen vibrieren bei der Bewegung auch (nur dann, nicht bei reiner Berührung).



Der Effekt ist ähnkich wie mit einem Wasserglass, wo man mit einem leicht angefeuchteten Finger am Rand entlang fahren kann, um das Glas in Schwingungen zu versetzen.



Hat jemand eine Idee, was das auslöst?



Mit einer Powerbank mit maximal 100 Watt Ausgangsleistung, die das Gerärt ebenfalls aufladen kann, passiert das nicht. Ich vermute daher, es hat was mit der Funktionsweise der (ungeerdeten) USB-Schaltnetzteile zu tun - es passiert nämlich mit jedem getesteten Netzteil, egal ob mit dem mitgelieferten 65W-Teil oder dem "Pine64 PinePower".



Am 27.05.2026 um 16:10 schrieb Arno Welzel:

Tritt der Effekt auch auf, wenn Du den Stecker in der Steckdose drehst?

Ja. Es liegt die halbe Netzspannung an. Zwar mit einem sehr hohen Innenwiderstand aber unter bestimmten Bedingungen spürbar. Um das zu vermeiden, brauchst Du dreipolig angeschlossene Lader mit geerdeter Sekundärseite.

Und es liegt am Y-Kondensator der im Netzteil die Primär- und Sekundärseite verbindet. Den braucht man anscheinend um Störungen zu minimieren.

Gerrit

Leo Baumann, 2026-05-27 16:19:

Ja.

Gerrit Heitsch, 2026-05-27 16:43:

Wie geschrieben: das passiert mit allen bisher getesteten Netzteilen:

  1. Pine64 PinePower (
    formatting link
    )
  2. Netzteil zum GPD Pocket 3 - "GaN-003" von Shenzen Ezreal

Es spielt auch keine Rolle, wie herum ich die Dinger in die Steckdose stecke.

Mehr habe ich im Moment nicht greifbar, ich bin gerade in Südfrankreich mit dem GPD Pocket 3 auf Reisen.

Axel Berger, 2026-05-27 16:24:

Ich spüre davon aber nichts, wenn ich das Gehäuse nur berühre. Nur wenn ich den Finger über die Alu-Fläche ziehe, haftet er dabei minimal, so wie bei einem Glasrand mit feuchtem Finger. Mit etwas Übung kann ich so sogar Töne in unterschiedlich hohe Frequenz erzeugen, je nachdem, mit welcher Geschwindigkeit den Finger über das Gehäuse ziehe und es dabei anfängt, selber leicht zu virbrieren.

Ja, passt zu dem was ich geschrieben habe. Das einzige was hilft ist ein Netzteil mit Anschluss für PE der zum Ausgang durchgereicht wird. Also ein Netzteil mit Kaltgeräte- oder Mickymausstecker.

Gerrit

Der fragliche Y-Kondensator hat normalerweise 1 oder 2.2 nF.

Gerrit

Am 27.05.26 um 16:10 schrieb Arno Welzel:

Das ist Netzspannung mit hoher Impedanz. Entweder das Netzteil hat Schutzklasse II (kein Schutzleiter) oder die Erdung in eurer Hausverkabelung ist im Eimer. Ersteres ist ungefährlich. Zweiteres nicht, das sollte man lösen.

Ja. Es sind die Parasitärkapazitäten zwischen Primär- und Sekundärseite, die einen geringen Strom fließen lassen. Wenn man mit einer Hand fest dran fasst, kann man mit einem anderen Finger nichts mehr spüren, weil das einen Kurzschluss auslöst. Aber gerade bei leichter Berührung mit dem Fingerrücken merkt man es. Stecker drehen hilft da nicht, da durch den primärseitigen Gleichrichter immer eine 50 Hz Halbwelle raus kommt.

Starke Netzteile in Schutzklasse II sind so eine Sache. Die haben bauartbedingt höhere Parasitärkapazitäten. Und ob die Chinesen es mit den Granzwerten immer so ganau nehmen, darf auch bezweifelt werden. Unsere Notebook USB-C Netzteile sind jedenfalls alle Schutzklasse I mit Schutzleiter. Eigentlich alle Notebooknetzteile die ich je hatte.

Marcel

Der verstärkt es deutlich, ist da m.W. aber nicht vorhanden. Den merkt man am Gehäuse einer Mikrowelle an Steckdosen mit fehlender Erdung. (Was man im Neubau so alles findet. Mehr als zweimal.) Auch ohne den gibt es immer eine rein kapazitive Kopplung. Die ist winzig, aber der Widerstand zwischen Sekundärseite und Erde sollte unendlich sein.

Oder einen Vorgeschalteten Trenntrafo. Dann sollte es keine Verbindung zur Erde mehr geben.

Bye/ /Kay

Am 27.05.26 um 16:43 schrieb Gerrit Heitsch:

Y-Kondensator in Schutzklasse II Gerät? Nicht wirklich.

Marcel

Am 27.05.26 um 20:42 schrieb Kay Martinen:

Auch der hat eine Koppelkapazität mit demselben Effekt.

Ruhe ist genau dann, wenn man den Laptop selber erdet.

Marcel

Hallo Leo,

Du schriebst am Wed, 27 May 2026 16:19:14 +0200:

Was kann das Drehen bewirken, wenn der Stecker, wie bei solchen Netzteilen üblich, _keinen_ Schutzleiteranschluß hat?

Und das ließe sich doch leicht verifizieren:

"Rubbelt das Gehäuse auch, wenn es mit der Erdung der Steckdose niederohmig leitend verbunden ist?"

würde die Frage beantworten, ob dieses Rubbeln mit Gehäuse steht hochohmig unter Spannung korreliert. Litze zwischen Gehäuse und Erdungsbügel der (korrekt angeschlossenen) Steckdose und probieren?

Thomas Prufer

Das kann man auch mit dem Multimeter messen, auf AC-Spannung stellen und dann zwischen PE der Steckdose und dem Metallgehäuse die Spannung abgreifen.

Ich kenne es von Steckernetzteilen mit Hohlstecker, wenn man da mit dem äußeren Pol über die Innenseite des Handgelenks streicht, kann es leicht kribbeln.

Holger

Am Wed, 27 May 2026 18:30:08 +0200 schrieb Arno Welzel snipped-for-privacy@arnowelzel.de:

A propos Südfrankreich - mich erinnert das an ähnliches Erlebnis,

2019 in Südfrankreich. Was der Grund war, warum ich den Spannungsprüfer herausgeholt hatte, weiß ich nicht mehr, irgend etwas an den im Schlafzimmer auf einer Kommode abgestellen Geräten (Laptop, Ladegeräte) gab den Anlass, den Spannungsprüfer rauszuholen. Die Glimmlampe des Prüfers leuchtete beim Berühren des in Frankreich üblichen Schutzleiterkontaktes sehr deutlich.

Interessanterweise traf das auch auf die Steckdose auf der anderen Seite der Wand zwischen Wohnzimmer und Schlafzimmer zu. Andere Steckdosen zeigten den Effekt nicht. Wir haben daraufhin diese Steckdosen nicht mehr benutzt.

Zwar hatte ich für die Wartung der Fahrräder einiges an Werkzeug im Gepäck, jedoch kein Vielfachmessinstrument, insofern habe ich nichts weiter unternommen, ausser den Spannungsprüfer an alle möglichen anderen evtl. geerdeten Metallteile zu halten.

Oder Schuko - die Haribo-Ladegeräte scheinen das richtig zu machen:

formatting link
cu Michael

Wiso nicht? Das ist doch normal, zwischen Primär- und Sekundärmasse. IIRC erfordert die Safety da Klasse Y2 (was manche Hersteller nicht davon abhält, da normale 1kV-Kondensatoren ohne Safety-Rating einzusetzen).

cu Michael

Join the Discussion

Have something to add? Share your thoughts — no account required.

Didn't find your answer?

Ask the community — no account required