Leuchtstoffröhren Pinbelegung (2025 Update)

Dec 11, 2024 Last reply: 1 year ago 103 Replies

Hallo,



welche Steckerbelegung haben die zwei Pins in einem G13 Sockel?



Sind die getrennt, parallelgeschaltet oder gar nur einer davon belegt?



Ich frage, weil ich LED Leuchtstoffröhren "100 W" für G13 Sockel günstig bekommen habe und die nun direkt mit Sockelstiften oder Lüsterklemmen kontaktieren will.



Im Netz finde ich Schaltbilder, die beidseitig mit je L und N reingehen, die einseitig L, andere Seite N und auf dem zweiten Stiftpaar den Leuchtstoffröhren-Starter haben oder die auf jeder Seite nur einen Anschluss haben.



Gibt es tatsächlich unterschiedliche Belegungen? Was verbirgt sich im LED "Blindstarter" für Elektronik? Die Blindstarter kosten scheinbar mehr als herkömmliche Starter.



Ich vermute, dass ich die LED-Röhren direkt ohne KVG/EVG und Blindstarter direkt an 230 V anschließen kann - aber ich weiß es noch nicht.



Schönen Gruß Martin


Am 11.12.24 um 14:22 schrieb Martin Τrautmann:

Also, die Röhren von Aldi vor 2 oder 3 Jahren: Einfach an einer Seite anschließen. Das andere Ende ist NC.

Ich habe hier einige Halterungen recht großzügig entrümpelt und neu einfachst verdrahted.

Viele Grüße, Olaf

oh, gut zu wissen.

Ich wollte hier 3D-Halterungen selbst drucken, damit die Röhre unmittelbar unter der Decke montiert werden kann.

Am 11.12.24 um 14:22 schrieb Martin Τrautmann:

Üblich sind zwei Varianten: 1.Sockel 1.Stift L 1.Sockel 2.Stift interne Verbindung zum: 2.Sockel 1.Stift 2.Sockel 2.Stift N und 1.Sockel 1.Stift L 1.Sockel 2.Stift N 2.Sockel 1.Stift interne Verbindung zum: 2.Sockel 2.Stift

in Verbindung mit normaler Sockelbelegung und dem Blindstarter funktionieren beide Versionen gleichermaßen

Ein einfache Drahtbrücke

Wenn es sich um Lampen für 230Volt handelt, es gab auch Restposten für zB 190Volt im Handel

Servus, Werner

Oder ein Sicherungswiderstand bzw. eine Sicherung.

ok, läuft also zweimal auf das gleiche raus: an jedem Sockel L und N.

Ich wundere mich, weil in den meisten Röhrenhalterungen zum einen Sockel L, zum anderen N geführt wird - es wäre von der Verdrahtung her ja wohl einfacher, nur einen Sockel zu versorgen.

Aber scheinbar braucht man das für die obere deiner beiden Varianten, die doch nicht identisch sind - weil die Verbindung 2-1 existiert, aber nicht genutzt wird?

Ziemlich teurer Draht... Die Stückzahl macht's wohl, wo der echte Starter nur 0,50 € kostet, der Blindstarter aber 1,00 €.

Steht das irgendwo drauf?

Am 11.12.24 um 14:22 schrieb Martin Τrautmann:

Letzteres, aber das wurde ja schon geklärt.

100W LED? Ist da ein Kühlaggregat dabei, oder verreckt die nach 2 Stunden?

Oder war das "so Hell wie eine 100W-Glühlampe", was sich tendenziell auf eine 60 Jahre alte Standard-Glühlampe bezieht?

Geht, aber dazu musst du ermitteln, auf welcher Seite die Röhre intern kontaktiert ist.

Alles kostet so viel, wie der Kunde dafür maximal zu zahlen bereit ist. ;-)

An EVG dürften sie tendenziell gar nicht funktionieren. KVG reduziert den Wirkungsgrad ein wenig, hat aber sonst nahezu keine Auswirkung.

Marcel

Am 11.12.24 um 16:57 schrieb Werner Dominikowski:

Ist das nicht riskant?

Es ist doch in keiner Weise garantiert, dass der Starter nicht auch zwischen Sockel 1 Stift 1 und Sockel 2 Stift 2 sitzt, und L/N an den anderen beiden Kontakten ankommt. Dann würde es beim Einschalten Fatz-Peng machen, und der LS-Automat wäre draußen.

Die ursprünglichen Röhren waren vollständig symmetrisch und gegen derartige Verkabelungsvarianten invariant.

Marcel

Hallo Martin,

Du schriebst am Wed, 11 Dec 2024 15:54:11 +0100:

Und (wahrscheinlich) falsch. Gut, _die_ "Röhren von Aldi vor 2 oder 3 Jahren" kenn'ich nicht, aber die _LED_-Röhren, die ich kenne, haben zwar alle denAnschluß für den LED-Konverter an einem Ende an den beiden Stiften, am anderen ende aber eine _Kurzschluß_ (wenn auch "meistens" aks eine Art "Sicherung" ausgeführt). Aber möglicherweise haben ja bei Olaf die Sicherungen auch schon ihren Zweck erfüllt und sind durchgebrannt, dann wirkt das wie "NC".

Geht jedenfalls mit den LED-Röhren, die ich "vor 2 oder 3 Jahren" gekauft und ein- bzw. umgebaut habe. Nur "sollte" man halt die elektrische Sicherheit auch dafür sicherstellen.

Hallo Martin,

Du schriebst am Wed, 11 Dec 2024 17:35:44 +0100:

...

Nein, so geht das nicht. Das liegt an der Schaltung der LS-Röhren, für die solche Leuchten gebaut wurden.

Ja, und das kommt daher, daß bei den LS-Röhren _an beiden_ Enden je eine Glühwendel zwischen den beiden Stiften liegt, an dem einen Ende an L, am anderen an N, und die jeweils anderen Enden der Glühwendel mit dem Starter verbunden sind. Der Starter glimmt beim Einschalten auf, ein Bimetall darin schließt die Elektroden kurz und die Glühwendeln werden kräftig angeheizt. Kurz darauf öffnet der Bimetallkontakt wieder und unterbricht den Strom, was die Drossel so garnicht mag und daher einen kräftigen Überspannungsimpuls losfeuert, der die eigentliche Leuchtröhre zum "Zünden", d.h. Einsatz der Entladung bringt. Manchmal klappt das nicht sofort, sondern erst nach ein paar Versuchen. Die Röhrenentladung übernimmt dann den Strom soweit, daß der Starter nicht mehr anspricht und sorgt damit für das reguläre Leuchten vermittels des Leuchtstoffs (daher der Name) auf der inneren Oberfläche der Röhre.

Nein, damit hat das nichts zu tun. LED-Röhren mit "interner Verbindung" kenne ich jetzt gar nicht, kann aber natürlich nicht ausschließen, daß es die gibt. Die Verbindung zwischen den "unbenutzten" Sockelstiften wird immer in der _Leuchte_ gemacht und führt über den Starter, ohne den eine "alte" LS-Röhre normalerweise nicht funktioniert.

["Blindstarter "]

Tja - Handel. Man nimmt, was man kriegen kann, und wenn die Leute nicht Bescheid wissen, dann auch gerne etwas mehr... Eigentlich sollte jeder LED-Röhre ein solches Ding beiliegen, oder ist dem nicht mehr so? Ich hab' da eine ganze Menge von 'rumliegen.

...

Sollte wohl - bei LED-Röhren meistens auf einem kleinen Zettel an einem Sockelende. Bei Sonderposten aber evtl. auch bloß auf der Verpackung. (Wobei 190V schon _sehr_ exotisch sind.)

Daher die Anführungszeichen. Behauptet wird, so hell wie eine 100 W Glühbirne zu sein.

Tatsächlich handelt es sich um

Casalux LED Röhre T8

1600 Lumen 4000 K neutralweiß Ra >90 14,5 W ("= 104 W") EEC E 15 kWh/1000 h Lebensdauer 25 000 Stunden

Was für eine absurde Deklaration, aber so wohl üblich bis vorgeschrieben.

Die Länge wird hingegen nirgends deutlich erwähnt - irgendwo im Kleingedruckten findet man die Länge von 1200 mm, also Ersatz für die typischen 36-Watt-Leuchtstoffröhren. Aber 36 Watt ist natürlich viel weniger als 104 Watt...

Als "Hersteller" findet sich EDI Light GmbH Heiligkreuz 22 6136 Pill Austria

Zugentlastung wird schwierig. Aber ansonsten wären die Anschlüsse komplett gekapselt.

Am 11.12.24 um 14:22 schrieb Martin Τrautmann:

Moin, muß mich korrigieren, die von Aldi (Mueller-Licht, 3204) sind am toten Ende kurzgeschlossen und haben keine Verbindung zum Versorgungsende, nicht NC

Viele Grüße, Olaf

Am 12.12.24 um 16:25 schrieb Olaf Schultz:

Und der LED-Streifen ist von innen mit einem Kleber an die Glasröhre geklebt. Im Sinne Kühlung+Effizienz sollte man die Röhre also nicht noch in ein dämmendes Gehäuse einbauen.

Viele Grüße, Olaf

Wed, 11 Dec 2024 14:22:37 +0100, Martin ?rautmann:

Gängige Belegung von "LED-Rohren": Auf einer Seite sind die zwei Pins mittels einer Sicherung gebrückt. Auf der anderen Seite sind die beiden Zuleitung zur LED-Vorschaltelektrik.

Gedacht ist das für die Nutzung zusammen mit einem Dummy-Starter.

Auf der richtigen Seite per Lüsterklemme anschließen (vorher durchpiepsen, damit Du nicht die Seite mit der Sicherung erwischst) geht.

Selten. Wenn die Rohre als Ersatz für Fassungen mit konventionellem Vorschaltgerät und Starter (-Dummy) gedacht sind, dann ist eingentlich nur oben beschriebene Variante tauglich.

Das ist nur eine Brücke.

Klar - auf der richtigen Seite angeschlossen geht das.

BTDTGTT Andreas

Prust!

Also nicht einmal die Hälfte von einem handelsüblichen T8 Leuchstoffrohr für 2€50. (ca. 3300lm)

Meine Rede ist immer: den meisten Strom sparen LEDs dadurch, dass sie kein Licht machen. So schlimm wie am Anfang der LED-Ära ist es allerdings nicht mehr. ;-)

Falls das wenigstens stimmt, wäre zumindest die Lichtqualität OK. Leider bei LED eher die Ausnahme.

Dumm nur, dass man damit eine Leuchststoffröhre ersetzt. Und da reicht es vielleicht für ein 25W-Rohr, und das auch nur, weil bei dem noch die Reflektorverluste dazu kommen.

... und viel heller als 14W LED.

Die meisten Baumarkt-Rohre haben ca. 90lm/w. Da kommt LED zwar drüber, aber halt keinen Faktor 2½.

Für 10lm /W weniger bekommt man auch die Vollspektrumröhren mir Ra>90. Die haben wirklich schönes Licht und halten gefühlt ewig, was man von den LEDs leider nicht immer sagen kann.

Marcel

Das war meine Rede bevor ich sie hier in unserer Tiefgarage kennenlernte. Ich was bereit, weniger Licht für mehr Zuverlässigkeit und seltenere Wechsel zu akzeptieren. Das Gegenteil ist der Fall. Der halbe Lichtstrom auf 120 statt 360 Grad macht in der Summe mehr als gleich hell.

Ja, bis zu 30% Verluste kann der Reflektor der Lampe schon kosten. Je nach Konstruktion und Dreck am Reflektor halt. Und wer macht schon eine Lampe in der Garage sauber?

Aber in einer Garage kommt oft noch ein anderer, wichtigerer Faktor hinzu. Unterhalb von ca. 15°C entwickeln "normale" Hg-gefüllte Leuchtstoffröhren nur eine sehr geringe Lichtausbeute. Die werden zwar nach einigen Minuten Betrieb etwas wärmer und heller, aber oft reicht es trotzdem nicht an den Nennlichtstrom heran.

Bei LEDs ist es genau anders herum. Je wärmer, desto dunkler. Sie sind also, für die Anwendung Garage bestens geeignet.

Hier gab es früher alternativ die Amalgam-Lampen - von der Presse unwissenderweise gerne mal als Quecksilberfrei bezeichnet. Diese brauchen immer eine ganze Weile, um ihre Nennhelligkeit zu erreichen. Dafür funktionieren sie auch komplett im Außentemperaturbereich.

Auf einen Innenraum kann man diese Erfahrungen aber nicht einfach so übertragen.

Ich hatte z.B. reichlich Schwierigkeiten, Halogen-Deckenfluter (118mm R7s, ca. 250W) durch LED zu ersetzen. Und ehrlich gesagt habe ich es nur unter deutlichen Kompromissen geschafft.

Trotz der gerichteten Abstrahlung der LEDs brauche ich da unter 3500lm nicht anfangen. Das wiederum erfordert bei gescheiter Lichtqualität mehr als 30W LED. Damit sind alle R7s Retrofit-LEDs schon mal raus. Die machen einfach nur dunkel, bei schlechter Lichtqualität versteht sich.

Die 35W LED wiederum werden in so einem Deckenfluter trotz Alu-Kühlkörper übelst heiß und zerstören sich dabei letztlich selbst. Zu letzterem kam es nicht, aber es hat zumindest schon angefangen zu stinken, so dass ich Gegenmaßnahmen ergreifen musste. Das war zum einen die Reduktion der Leistung und damit der Helligkeit auf gut 25W. Zum anderen habe ich die Konstruktion des Deckenfluters so geändert, dass von unten leichter Luft nachströmen konnte. Das sieht nicht optimal aus, aber funktioniert zumindest.

Ein anderes Problem war die Dimmbarkeit. Zwar sind LED-COBs per se immer Dimmbar, aber das gilt nicht für deren Vorschaltgeräte. Da gibt es in preiswert eigentlich nur die Variante derer, die einfach mit ihrer Helligkeit der Momentanspannung folgen. Das flimmert aber mit 100Hz, was bei jeglicher Bewegung maximal nervt. Alternativ muss man ein Vorschaltgerät mit eingebautem Dimmer nutzen, Das wiederum passt aber mechanisch nicht in die Komponenten des Deckenfluters, womit die Frage aufkommt: wo ist dann die Steuerung und wie sieht das aus? Letztlich endete die Sache damit, dass ich auch die Vorschaltgeräte selber konstruieren und in die vorhandenen Gegebenheiten einpassen musste. Trotzdem ist es noch dunkler, weil 25W.

Ähnlich verhält es sich an anderen Stellen. Bestehende Lampen lassen sich nur selten sinnvoll auf LED umrüsten. Das klappt nur bei schwachen Leuchten gut. Stärkere kranken durchweg an dem Überhitzungsproblem. Ein fertiger 8W E27 LED Strahler in einer entsprechenden Lampe hat auch regelmäßig durch große Hitze und Geruchsbelästigung auf sich aufmerksam gemacht. Das wurde erst besser, als ich den Strahler etwas perforiert habe. Das war bei dem Stahlgehäuse weder einfach noch sieht es sonderlich schön aus. Geschlossene Glas-Lampen sind oft ein komplettes No-go für LED.

Erst wenn der Wirkungsgrad der LEDs in die Größenordnung 200lm/W vordringt (falls das überhaupt möglich ist) dürften die thermischen Probleme weitgehend verschwinden.

Das ist alles kein unlösbares Problem von LED. Für großflächige Lampen sind LEDs optimal. Aber sie eignen sich halt nur recht eingeschränkt für /bestehende/ Lampenkonstruktionen.

Marcel

Am 12.12.2024 um 23:22 schrieb Marcel Mueller:

...

Aber passt doch zur Aussage einer 100W-Glühlampe. Von einem Vergleich mit einem neuen 36W-Rohr war nicht die Rede.

Gute LED-Leuchtmittel sind nur wenig besser als gute (neue) Leuchstoffrohre.

Bernd

Vor allem sind LED-Röhren auch bei niedrigen Temperaturen sofort hell. Bei Leuchstofflampen dauert es u.U. bis zu einigen Minuten, bis die volle Helligkeit erreicht ist.

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