Krisenbewaeltigung bei Spansion

Feb 25, 2009 388 Replies

Ralph A. Schmid, dk5ras schrieb:

t

Nein, jedenfalls in diesem Fall hat er v=F6llig Recht. Praktisch jede Junkiekarriere hat mal mit Haschisch oder Marihuana begonnen und bei vielen endet das dann (meist) fr=FCher oder sp=E4ter mit der Spritze. Unmittelbar t=F6dlich ist dann oftmals nicht das Heroin selbst, t=F6dli= ch ist die Leberentz=FCndung oder Aids oder die Lungenentz=FCndung oder da= s Messer desjenigen, der einem den Stoff wegnehmen will, oder die K=E4lte=

unter der Br=FCcke oder das Auto beim =FCber die Stra=DFe laufen. Fr=FC= her, als es die Taliban und ihre Qualit=E4tskontrolle noch nicht gab, auch =F6ft= er mal schlechter (mit eher ungeeigneten bis t=F6dlichen Mitteln gestreckter) Stoff. Die (auch hier) gelegentliche Verkl=E4rung des Marihuana- oder Haschisch-"Genusses" ist wohl eher auf eine einseitige Betrachtungsweise zur=FCckzuf=FChren. Nur weil Alkohol und Nikotin ebenfalls h=F6chst sch=E4dlich sind, kann man andere Drogen nicht als unproblematisch abtun. Ja, und allm=E4hlich merken das nun wohl auch die Holl=E4nder und gehen=

m=F6glichst unauff=E4llig zu einer deutlich restriktiveren Drogenpoliti= k =FCber.

MfG Rupert

Ich behaupte: Genau so, wie man Alkohol verantwortungsvoll konsumieren kann, kann man ebenso Haschisch oder Coca-Blätter konsumieren, ohne zum Junkie zu werden, der eines Tages tot unter der Brücke gefunden wird.

Und wer es nicht so hat mit der Verantwortung für seine Gesundheit, braucht auch keine illegalen Drogen, um seinen Körper zu ruinieren. Das geht mit Alkohol, Feuerzeuggas usw. gleich gut.

Myn

Die Lebensstandards in Asien und Europa/Amerika werden sich ein wenig angleichen, das ist wohl unvermeidlich. Die derzeitige Wirtschaftslage beschleunigt diesen Vorgang noch etwas. Sieh es mal so: Vielleicht waren sie bisher einfach zu krass im Unterschied.

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Myn Seudop schrieb:

Oh, willst du es mal probieren?

Aber genauso versuchen fast alle zu argumentieren. Die Entscheidungstraeger hoeren aber zum Glueck nicht auf solche Ausfluechte.

Ich kenne exakt einen Fall, wo sich jemand einen schweren Gehirnschaden angepichelt hat. In dem Fall war noch eine andere Krankheit dahinter, die es eher verursacht hat, aber kreiden wir das einfach mal dem Alk an. Die Faelle von Gehirnschaeden durch harte Drogen, die kann ich gar nicht mehr zaehlen.

Dann besteht endlich Hoffnung, war lange nicht mehr dort.

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Coca-Blätter habe ich in Südamerika kennen und schätzen gelernt. (Der Anbau ist dort in einigen Ländern legal oder wird sogar vom Staat gefördert.) Aber ich bin weder auf härtere Drogen umgestiegen, noch habe ich mir in Deutschland (wo Coca-Blätter unsinnigerweise illegal und daher nicht beschaffbar sind) eine Erstzdroge suchen müssen. Ich denke schon, dass ich besagten verantwortungsvollen Umgang hinbekommen habe.

Meine Erfahrungen mit Hasch beschränken sich zugegebenermaßen auf das Passiv-Kiffen, allerdings kenne ich etliche Leute, die dem Zeug zugeneigt waren/sind und trotzdem keine Junkies sind. Umgekehrt erlebe ich beinahe täglich Leute, die sich mit Alkohol den Verstand weggesoffen haben. Sprich: Das Potenzial, sich die Gesundheit zu ruinieren, ist bei manch legaler Droge auch nicht geringer.

Myn

Praktisch jeder Stammgast in der Ausnüchterungszelle hat mit Bier und Weinschorle begonnen. Erstaunlicherweise wird das eher selten zum Anlass genommen, Verkauf und Besitz dieser Einstiegsdrogen zu verbieten.

Dass eine "Junkiekarriere" mit der Spritze endet verwundert nicht wirklich. Ich vermute, Du wolltest etwas anderes ausdrücken.

Beim Alk ist es die Leberzirrhose.

Nebenfolgen der Kriminalisierung. Dazu gibt es natürlich keine Paralellen beim Alk.

Das soll hingegen auch Alkoholiker mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit treffen.

Die tödliche Gefahr liegt eher in der unwissentlich zu hohen Dosierung wenn der Stoff zwischenzeitlich wieder "gut" ist.

Es bleibt die Tatsache, dass die gleichen Argumente, die für die einen Einstiegsdroge ein Totalverbot begründen, bei der anderen lediglich zu eher laschen Jugendschutzbestimmungen und Promillegrenzen am Steuer führen. Eigentlich müsste man Alkohol sogar noch kritischer betrachten, denn anders als beim Hasch braucht es für die harten gesundheits- schädlichen Folgen lediglich eine Erhöhung der Dosis und nicht einen Wechsel der Chemikalie und der Darreichungsform.

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Kai-Martin Knaak http://lilalaser.de/blog
[Drogen]

Eben nicht. Ein Mediziner sagte mir einmal, dass viele Junkies fuer das "tolle Trip Erlebnis" haarscharf an der Grenze entlang schrappen. Sie probieren mehr und mehr. Eines Tages ist es soweit und der ganze Koerper kippt um. "Diese Jungs bekommen wir fast nie wieder zurueckgeholt", sagte er.

Oder technisch ausgedrueckt, gespritzte Drogen wirken wesentlich digitaler als Alkohol und wenn ein Schmitt-Trigger Mechanismus im Koerper einsetzt, kann der Arzt machen was er will, es hilft nicht mehr.

Alkohol hat eine Gegenkopplung eingebaut. Ab einer gewissen Dosis kommt der Mundwurf ...

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Heiko Lechner schrieb:

wird.

Achtung, Coca-Bl=E4tter iist nicht mit den Derivaten dieser Bl=E4tetr in einen Topf zu werfen. zB kann H=F6henkrankheit (nicht nur die) mit einem Coca-Tee sehr gut bek=E4mpft werden.

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Es lohnt, hier genauer hinzuschauen ;-)

--=20 mfg hdw

Myn Seudop schrieb:

Das klingt ja überhaupt nicht nach Sucht (eine Erstzdroge suchen _müssen_)...

Das Problem der Süchtigen (auch Zigaretten) ist ja, dass sie ihre Abhängigkeit garnicht mehr erkennen- und das passiert bei den verschiedensten Rauschmitteln ja unterschiedlich schnell. Besonders Jugendliche können da so gut wie garnicht mehr drüber reflektieren. Ich habe da mal eine Reportage gesehen in der ein Jugendlicher direkt nach dem Aufstehen ne halbe Plantage weggekifft hat und meinte, dass er nicht süchtig wär.

Deswegen war die Aussage ja verneint: Ich habe eben keine Ersatzdroge gebraucht. Die "Abhängigkeit" -- wenn man es überhaupt so nennen will

-- von Coca-Blättern ist auch nicht stärker als das morgendliche Verlangen manch eines Europäers nach einer Tasse Kaffee. Trotzdem würde ja wohl keiner ernsthaft Kaffee verbieten wollen.

Myn

Myn Seudop schrieb:

Oh, entschuldige, das hatte ich überlesen.

Oder schlesichen Mohnkuchen verbieten.

Wann werden eigentlich Fliegenpilze gejagd?

Hallo Dieter, kennst du dich in Lebensmittelchemie aus? Die Chemiker können ja auch einiges sehr erhellendes beisteuern ;-))

mfg hdw

Und außerdem werden sie Brot gegessen haben. Und Alkohol und Nikotin dürften auch im Spiel gewesen sein. Komischerweise behauptet da keiner einen kausalen Zusammenhang.

Die Theorie von der "Einstiegsdroge Haschisch" ist lächerlich. Es ist die Lebenssituation, die Menschen zu Drogenabhängigen macht. Und die Politik, die Drogenabhängige zu Kriminellen macht.

Wem Kiffen ausreicht, seinen Schmerz zu betäuben, der braucht kein Heroin. Wenn man die sogenannten "Einstiegsdrogen" komplett verbannen könnte, würde das eher einen negativen Effekt haben. Dann würde alle gleich die harten Sachen konsumieren.

XL

horst-d.winzler schrieb:

Zu wenig.

Aber halt ehr auf d.s.c.

Gruß Dieter

Widerspruch. Rauchen ist die Einstiegsdroge par exellence. Eben auch deshalb wird ja auch versucht, in Kneipen besonders aber auch auf Schulhöfen das Rauchen zu verbieten. Mit der bekannten verantwortungslosigkeit vieler älterer Raucher.

Keinesweg ist der Alkohol außen vor.

Das hier kein kausaler Zusammenhang gesehen wird, stimmt so nicht ;-)

Es ist wohl mehr die eigene Leere, vor die die Meisten in die Sucht (welcher Art auch immer) fliehen. Besagte Leere hat wohl sehr viel mit unserer Zivilisation also wie wir unser Lebensumfeld gestalten können, zu tun.

mfg hdw

In article , Joerg writes: |> |> Ich kenne exakt einen Fall, wo sich jemand einen schweren Gehirnschaden |> angepichelt hat. In dem Fall war noch eine andere Krankheit dahinter, |> die es eher verursacht hat, aber kreiden wir das einfach mal dem Alk an. |> Die Faelle von Gehirnschaeden durch harte Drogen, die kann ich gar nicht |> mehr zaehlen.

Ohne jetzt Drogenmißbrauch das Wort reden zu wollen, aber Du betreibst hier IMO eine Verwechslung von Ursache und Wirkung.

Der Grund, warum Du viel mehr Drogen- als Alkohol-Gehirnschäden kennst, ist zum einen die Wahrnehmung, zum anderen das Nutzerklientel.

Alkohol hat in unserer Zivilisation eine jahrtausendealte Kultur, die sich wohl sogar im Erbgut niedergeschlagen hat. Andere Zivilisationen hatten den Trick mit dem Abkochen eher raus, die tun sich mit dem Alkoholabbau genetisch jedoch hinreichend schwer.

Bereits als Kind sammelt man hierzulande daher seine Erfahrungen. Mal einen Schluck Wein, ein Bier, ein Glas Sekt -- erst zu hohen Anlässen, später zunehmend normal bei geselligen Anlässen, schließlich die Erlaubnis des Jederzeit-Konsums. Damit einher geht ein Gefühl, ein Lernprozeß, wie man damit umzugehen hat.

Nicht umsonst schlagen vornehmlich *die* über die Stränge, die diesbezüglich restriktive Erfahrungen gesammelt haben. Stichwort "Spring Break". Ami- Studenten, die sich die Birne wegknallen in einer derart organisierten und inszenierten Form, die es hierzulande so nicht gab.

Was hier also auffällig wird, sind die Hardcore- und Komasäufer. Die sind aber unter der Gruppe der Alkoholkonsumenten eine Minderheit.

Bei den Konsumenten illegaler Drogen hingegen kennt man nur die Negativ- beispiele, denn selbst *wenn* es eine große Dunkelziffer gibt, dann tritt die aus gutem Grund nicht in öffentliche Erscheinung.

Im Supermarkt sieht jeder, wie gut Bier & Co. gehen. Wieviele kiffen oder sich eine Linie ziehen, ist hingegen weniger offensichtlich.

Rainer

In article , Joerg writes: |> |> Alkohol hat eine Gegenkopplung eingebaut. Ab einer gewissen Dosis kommt |> der Mundwurf ...

Die Gegenkopplung tritt aber erst mit einer ziemlichen Latenz ein, d.h. bei Druckbetankung garantiert zu spät.

RAiner

In article , "horst-d.winzler" writes: |> |> Oder schlesichen Mohnkuchen verbieten.

Der macht Dir bei Schnelltests aber bereits heute Probleme...

Rainer

Es ist, wie überall, so, daß einer Vielzahl von Menschen, die mit den Dingen maßvoll und richtig umgehen, ihr Spaß daran verboten wird wegen der Unbeherrschtheit und Maßlosigkeit einer Minderheit.

Es erstaunt mich immer wieder, daß unsere durch Informationsvielfalt, Kenntnisreichtum und Kommunikationsmöglichkeiten gekennzeichnete Gegenwart angeblich mehr Leere produzieren soll, als vor Zeiten das Bewachen von Gänsen am Dorfteich.

Ist es nicht eher so, daß Viele mit Überfluß nicht umgehen können?

Grüße, H.

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