Keine Jobs trotz vieler Anzeigen - Page 3

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Re: Bringt eigentlich ein Dr. was? (war: Re: Keine Jobs trotz vieler Anzeigen)

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Die Dissertationen, die ich kenne, waeren alle in 1 Jahr schaffbar
gewesen (und das waere noch nicht mal ein stressiges Jahr, bloss ohne
Leerlauf organisiert). Ausserdem finde ich die derzeitige Zeitplanung
zu extrem. Leute, die mit mir zusammen studiert haben, sind teilweise
immer noch nicht Professor, sondern mit ihrer Ausbildung nicht fertig.
Das finde ich extrem, ich denke schon eher an Rente.

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Nun, ich denke das gewisse Leute ungern zu einem Arzt gehen, der sich nicht
Doktor nennen darf, sondern verschaemt als "Dipl. med." rumlaeuft.

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Aber Rainer, ist doch so einfach. Wenn du statt "Polemik" mal "Analogie"
annimmst, druekt der Satz doch klar aus, das ein Titel (Dr.) bloss
Fassade ist. Wenn man Kenntnisse sucht, muss man nicht auf 'Dr.' bestehen,
sondern schreibt in die Stellenanzeige die Kenntnisse.
--
Manfred Winterhoff, reply-to invalid, use mawin at despammed.com
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Re: Bringt eigentlich ein Dr. was? (war: Re: Keine Jobs trotz vieler Anzeigen)
|> Die Dissertationen, die ich kenne, waeren alle in 1 Jahr schaffbar
|> gewesen (und das waere noch nicht mal ein stressiges Jahr, bloss ohne
|> Leerlauf organisiert).

Dem habe ich ja bereits zugestimmt.

|> Ausserdem finde ich die derzeitige Zeitplanung
|> zu extrem. Leute, die mit mir zusammen studiert haben, sind teilweise
|> immer noch nicht Professor, sondern mit ihrer Ausbildung nicht fertig.
|> Das finde ich extrem, ich denke schon eher an Rente.

Und *das* wird Dir jeder Akademiker unterschreiben. Nimm die Doktoranden und
Habilitanden aus dem System und es bricht schlicht zusammen. Urspr├╝nglich gab es
mal noch den Akademischen Rat, aber diese Laufbahn wurde ziemlich beerdigt.

Somit gibt es als einzige "Dauer-Laufbahn" letztendlich die Professorenlaufbahn,
denn alles BAT-m├Ą├čige l├Ąuft dank erfolgreicher Einflu├čnahme der Gewerkschaft
maximal 5 Jahre; maximal 5 Jahre Doktor ("zum Zwecke der Weiterbildung /
Dissertation"), 5 Jahre Habilitation ("zum Zwecke der Weiterbildung /
Habilitation") und dann war's das auch, wenn man bis dahin keine Verbeamtung auf
Zeit oder gar auf Dauer gefunden hat. Andernfalls k├Ânnte man n├Ąmlich nach 5
Jahren "unbeschr├Ąnkter" Besch├Ąftigung eine Daueranstellung einklagen.

*Bis* Du aber ├╝berhaupt die M├Âglichkeit hast, ├╝berhaupt eine C3-Professur
anzutreten, stehen Promotion (typ. 4 Jahre) und Habilitation (fr├╝her 6, nun 4
Jahre) an. Damit w├Ąre man dann Ende 30, unter der Voraussetzung, da├č
entsprechende Positionen ├╝berhaupt frei sind...

|> Nun, ich denke das gewisse Leute ungern zu einem Arzt gehen, der sich nicht
|> Doktor nennen darf, sondern verschaemt als "Dipl. med." rumlaeuft.

Ich kenne auch Ärzte, die sich mit Freuden auf Dipl. med.s stürzen, die sich
"Doktor" (wird im Volksmund ja gerne synonym zu "Arzt" verwendet) nennen.

|> Aber Rainer, ist doch so einfach. Wenn du statt "Polemik" mal "Analogie"
|> annimmst, druekt der Satz doch klar aus, das ein Titel (Dr.) bloss
|> Fassade ist. Wenn man Kenntnisse sucht, muss man nicht auf 'Dr.' bestehen,
|> sondern schreibt in die Stellenanzeige die Kenntnisse.

Auch wenn Dir das anscheinend nicht schmeckt: Grunds├Ątzlich dr├╝ckt der Titel
durchaus eine gewisse Erfahrung aus; zumindest die, eigenst├Ąndig ein
Forschungsprojekt ├╝ber eine gewisse Zeit durchzuziehen und erfolgreich zum
Abschlu├č zu bringen -- und, in aller Regel, auch gegen andere Forscher im Rahmen
von Konferenzen zu verteidigen.

Nat├╝rlich tut es der Stellenanzeige auch keinen Abbruch, wenn man "<academic
title> or equivalent skills and experience" reintut.

Rainer

Re: Bringt eigentlich ein Dr. was? (war: Re: Keine Jobs trotz vieler Anzeigen)

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Die Optik ist in Berufen wie dem meinen zweifellos auch eine wichtige
Sache - auf dem Briefkopf macht ein Dr. mehr her. Das ist aber nicht
alles. Inwieweit in Elektronik eine Promotion andere/mehr F├Ąhigkeiten
als das Diplom erfordert kann ich nicht beurteilen. Ein juristischer
Dr. zeigt aber auch, da├č der Probant in der Lage ist, auf eine gewisse
Weise zu arbeiten und nicht aufgibt. Das ist aber letztlich nur ein
Nebeneffekt, denn prim├Ąr soll der Dr. ja die F├Ąhigkeit des
"wissenschaftlichen" Arbeitens belegen - was in den meisten
T├Ątigkeiten der Praxis aber nicht erforderlich ist,
Was sagen denn die promovierten E-Ings dazu?

Beste Gr├╝├če

Dr. Michael K├Ânig
--
    RA Dr. M. Michael K├Ânig * Anwaltskanzlei Dr. K├Ânig & Coll.
          D-65843 Sulzbach/Ts. * Antoniter-Weg 11
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Re: Bringt eigentlich ein Dr. was? (war: Re: Keine Jobs trotz vieler Anzeigen)

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Aus meiner Studienzeit (techn. FH) ist mir noch sehr gut in Erinnerung,
da├č die Dr.-Dozenten die ich hatte allesamt deutlich besser ger├╝stet
waren als die Ing.-Dozenten. So hat uns der "Dr. Mathe" mal in einer
halben Stunde ein ganzes Semester "Ing. E-Technik" beigebracht.

Andererseits habe ich in einer fr├╝heren Firma mal die mathematische
Ausarbeitung des Dr.-Projektleiters erhalten, die auf etwa 200 Seiten
genau belegte, wie ein bestimmtes Problem zu l├Âsen sei und da├č es in der
maximal zutr├Ąglichen Zeit (30 Minuten) unter Ausnutzung aller Tricks
gerade zu schaffen sei.
Wir haben das ganze Pamphlet dann weggelegt und uns einfach ├╝berlegt,
wie _wir_ das Problem l├Âsen w├╝rden. Die erste stumpfe Implementierung
brauchte keine 5 Minuten...

Bernd


Re: Bringt eigentlich ein Dr. was? (war: Re: Keine Jobs trotz vieler Anzeigen)

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Das kannst Du nicht vergleichen - der medizinische Doktor ist ein
Witz, das machen die Stundenten nebenbei. Aber da im Medizinbereich
"Doktor" ein Synonym f├╝r "Arzt" ist, war dies lange Jahre Routine. Und
in er Tat, wenn man wei├č, wie uns├Ąglich d├╝nn so eine medizinische Diss
ist, kommt einem ein Arzt ohne Dr. merkw├╝rdig vor. "Wenn┬┤s nicht mal
dazu reicht ..." denkt man dann ...

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Hier sind es nur ein sehr kleiner Bruchteil, weil ein juristische Dr.
idR. schwer erarbeitet ist. ├ťber den rechtswissenschaftlichen Wert
kann man in vielen F├Ąllen sicher streiten, aber viel Arbeit ist es
normalerweise schon.

Aber du m├╝├čtet die Chemiker erw├Ąhnen, bei denen der Dr. trotz
erheblicher Arbeit obligatorisch ist.

Beste Gr├╝├če

Dr. Michael K├Ânig
--
    RA Dr. M. Michael K├Ânig * Anwaltskanzlei Dr. K├Ânig & Coll.
          D-65843 Sulzbach/Ts. * Antoniter-Weg 11
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Re: Bringt eigentlich ein Dr. was? (war: Re: Keine Jobs trotz vieler Anzeigen)

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um

Bei einem Industrie-Dr. kannst Du davon ausgehen direkt ├╝bernommen zu
werden.

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Lieber die Wehrpflicht abschaffen. Diss in 3 Jahren ist schon Ok, ein
dem Diplom vergleichbares Studium in 4 Jahren ist auch international
an keiner Uni zu haben.

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Es gibt Firmen im ingeniersbereich mit Abteilungen, die fast nur aus Dr.
bestehen. Zufall ist das nicht.



Re: Bringt eigentlich ein Dr. was? (war: Re: Keine Jobs trotz vieler Anzeigen)
|> Jeder Student stellt sich wohl gegen Ende seines Studiums die Frage, ob er
|> direkt arbeiten gehen soll (Industrie) oder noch ein wenig weitermachen, um
|> eine Promotion anzustreben.

Tut er das? Nach meiner Erfahrung stellt sich diese Frage den wenigsten. Nur ein
geringer Prozentsatz der Studenten entschlie├čt sich zu einer Promotion.

|> Einige Firmen (ich habe das z.B. bei Bosch
|> gelesen) bieten wohl eine solche M├Âglichkeit, wenn man nicht an einer
|> Hochschule arbeiten m├Âchte. Ich denke, da├č solche Stellen anst├Ąndig
|> verg├╝tet werden (nicht soviel wie in der Industrie, aber wenn man als
|> Student eigentlich noch nie richtig Geld verdient hat, ist das auch schon
|> ne ganze Menge) und nach 3 Jahren hat man dann seinen Titel.

Ich bezweifle, da├č Du auf so einer Stelle signifikant mehr als den BAT-IIa
verdienst. Der betr├Ągt ja dann doch knapp 41.000 Euro/Jahr -- ein f├╝r
Studienabg├Ąnger auch nicht ungew├Âhnliches Gehalt.

Was bei der Industriemethode wegf├Ąllt, ist nat├╝rlich der Lehraufwand.

Grunds├Ątzlich hast Du bei einer externen Dissertation die von Georg
geschilderten Probleme; die Frage ist auch, wieviel Zeit Du *tats├Ąchlich* auf
die Dissertation verwenden kannst, welche Inhalte ├╝berhaupt publizierungsw├╝rdig
sind -- und welche von diesen Du ├╝berhaupt publizieren darfst. Es ist absolut
kein Spa├č, wenn Dein avisierter Abgabetermin heranr├╝ckt und Du auf die Freigabe
der IP-Law-Abteilung der Firma wartest, welche im Eilverfahren irgendwelche
provisional patents durchboxt, damit Du ohne Schaden f├╝r die Firma publizieren
kannst.

|> Bringt einem das was, au├čer der Reputation? (=>ideelle Gr├╝nde)
|> Z.B. h├Âheres Gehalt, h├Âhere Gehaltssteigerung im Laufe der Berufslaufbahn,
|> "schnellere karriere", etc.?

Das kommt drauf an, auf welchem Arbeitsmarkt Du Dich umschaust. In Deutschland
habe ich den Eindruck, da├č der Doktortitel f├╝r Berufseinsteiger teilweise eher
hinderlich sein kann (das beliebte Argument "├ťberqualifizierung"); weiterhin
steckt auch noch in vielen K├Âpfen die Idee, da├č nur Faulenzer und
arbeitsscheues Gesindel sich die zus├Ątzlichen 4 Jahre an der Uni g├Ânnen.

In den USA hingegen wird der Titel (wie auch das Studium als solches) meiner
Erfahrung nach sehr gesch├Ątzt und macht sich in der Tat auch sehr im Gehalt
bemerkbar. Mein Einstiegsgehalt lag 30% ├╝ber dem eines long-time fellows mit
nur BA bzw. MS degree. Daf├╝r hat der allerdings auch festere Arbeitszeiten,
geht abends nach Hause und hat Feierabend.

Von mir erwartet man durchaus, da├č ich die Arbeit auch mit nach Hause nehme,
wenn die Zeit im B├╝ro nicht ausreicht, bzw. auch das Wochenende (nat├╝rlich
unbezahlt) darauf verwende -- wobei das wohl ein "Segen" jedweder
termingebundener Arbeit ist.

|> Ich finde sowas schwer einzusch├Ątzen, was man so h├Ârt ist das die Reputation
|> der einzige Grund ist, sowas zu machen.

Die Frage ist doch nicht, warum "man" das macht -- sondern warum *Du* es machen
willst... F├╝r eine Karriere in $GROSSER_FIRMA ist ein Doktortitel sicher
hilfreich (nachdem ich promoviert hatte, quoll meine Mailbox auf einmal von
Einladungen von McKinsey und Artverwandten ├╝ber); f├╝r einen mittelst├Ąndischen
Betrieb hat Dein Titel eher weniger Bedeutung, sofern Dein durch die
Dissertation erworbenes Spezialwissen nicht von besonderem Interesse ist.
Und f├╝r eine akademische Karriere, so Du sie anstreben m├Âchtest, ist der
Doktortitel nat├╝rlich Grundvoraussetzung.

HTH,
    Rainer

Re: Bringt eigentlich ein Dr. was? (war: Re: Keine Jobs trotz vieler Anzeigen)
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Tja: wenn der Abiturient keine Lehrstelle bekommt studiert er.
Wenn der der Student keinen Job bekommt, promoviert er.

MfG  JRD

Re: Bringt eigentlich ein Dr. was? (war: Re: Keine Jobs trotz vieler Anzeigen)
|> Tja: wenn der Abiturient keine Lehrstelle bekommt studiert er.

Wenn der *Abiturient* eine Lehrstelle antritt, geh├Ârt ihm eigentlich ein dicker
Tritt in den Arsch und die R├╝ckzahlung der letzten 3 Jahre aufgebrummt. Wer
ohnehin plant, eine *Ausbildung* zu machen, kann dies auch mit mittlerer Reife
tun.

|> Wenn der der Student keinen Job bekommt, promoviert er.

Sorry, aber das ist ein absoluter Schmarrn.

Es scheint hier die allgemeine Meinung vorzuherrschen, da├č Promotionsstellen
auf B├Ąumen wachsen. Die sind genauso an den Schweinezyklus gebunden wie Jobs in
der Industrie -- denn die vielen tollen Drittmittelstellen ohne
Lehrverpflichtung fallen in Zeiten wirtschaftlicher Flaute ebenfalls dem
Rotstift zum Opfer.

Weiterhin wird *gerade* bei einem Studenten-├ťberangebot darauf geachtet, da├č
dieser Student dem Lehrstuhl entweder schon w├Ąhrend seiner Studienzeit positiv
aufgefallen ist (├╝blicherweise wird beim Diplomarbeitsvortrag gefragt, ob
der/die Student(in) Ambitionen hegt zu promovieren) oder ├╝ber hervorragende
Qualifikationen (d.h. eine 1 vor dem Komma) verf├╝gt.

Es ist dann doch nicht so, da├č die Uni ein allgemeines Auffangbecken f├╝r
arbeitslose Akademiker darstellt...

Rainer

Re: Bringt eigentlich ein Dr. was? (war: Re: Keine Jobs trotz vieler Anzeigen)
Rainer Buchty spoke thusly:

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Willst Du meine Adresse haben und zwecks Tritt hier
vorbeikommen?


Tsch├╝s,

Sebastian, Lehre als verl├Ąngertes Vorpraktikum gemacht habend.

--
Wenn ich beschliesse, dass irgendwas ein Loch drin haben
sollte, dann w├Ąre dem geraten in sp├Ątestens 30 Minuten [...] ein
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Re: Bringt eigentlich ein Dr. was? (war: Re: Keine Jobs trotz vieler Anzeigen)
|> Willst Du meine Adresse haben und zwecks Tritt hier vorbeikommen?

Die Anreise w├Ąre zu weit...

War zugegebenerma├čen auch etwas h├Ąrter formuliert als eigentlich beabsichtigt,
aber der Punkt von Rafael war ja, da├č das jegliche akademische Weiterbildung
ja nur ergriffen wird, um Zeit zu schinden mangels besserer Alternative.

So gesehen fallen auch die "├╝berfl├╝ssigen" 3 Jahre Gymnasium hier drunter, die
es ja nicht braucht, wenn man einen Lehrberuf ergreift und in diesem verbleiben
m├Âchte.

|> Sebastian, Lehre als verl├Ąngertes Vorpraktikum gemacht habend.

Das ist ja nun auch wieder ein Unterschied zu "Lehrberuf ergriffen und drin
verblieben". In diesem Fall dient die Lehre/Ausbildung ja offenbar als
Vorleistung zum Studium -- wof├╝r es das Abitur ja zwingend braucht.

Rainer

Re: Bringt eigentlich ein Dr. was? (war: Re: Keine Jobs trotz vieler Anzeigen)
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Es ist hinreichend bekannt, da├č die "Bildungspyramide" schon seit
langem im Rutschen ist.
Hauptschule wird zur Sonderschule, also dr├Ąngen die Eltern aus diesem
Bereich in die Realschule. Die Ex-Realsch├╝ler dr├Ąngen ins Gymasium.
Das sich damit immer weiter aufbl├Ąht und nat├╝rlich an Niveau verliert.
Die Kinder werden ja nicht kl├╝ger, also tragen die Lehrpl├Ąne den
Gegebenheiten Rechnung.
Sollen somit wirklich alle Abiturienten studieren ?
O-Ton unserer Politiker: wir brauchen mehr Ingineure. Die werden wir
also auch bekommen, auf Inderniveau.

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Also mit dem allgemeinen Aufquellen der Hochschulen in den 70er Jahren
hat die Zahl der Professoren durchaus munter Schritt gehalten.
Zudem scheinen Doktoranden willige & billige Arbeitskr├Ąfte f├╝r die
Professoren abzugeben: warum sollten sie nicht besonders viele haben
wollen ?

MfG JRD

Re: Bringt eigentlich ein Dr. was? (war: Re: Keine Jobs trotz vieler Anzeigen)

|> Also mit dem allgemeinen Aufquellen der Hochschulen in den 70er Jahren
|> hat die Zahl der Professoren durchaus munter Schritt gehalten.
|> Zudem scheinen Doktoranden willige & billige Arbeitskr├Ąfte f├╝r die
|> Professoren abzugeben: warum sollten sie nicht besonders viele haben
|> wollen ?

Weil sie bezahlt werden wollen... Im Star-Trek-Universum sind wir noch nicht.

Klar, jeder Prof will Doktoranden haben, da die ja auch wieder DAs, Seminare etc.
betreuen und von dieser Menge des "Lehrdeputats" wieder der Lehrstuhletat
abh├Ąngt. Allerdings _nicht_ die Anzahl der bezahlten Stellen. Und da liegt genau
das Problem. Bis auf ein paar wenig Stellen, die quasi dauerhaft staatlich
finanziert werden, ist der Rest von Drittmitteln abh├Ąngig, also aufgrund von
Antr├Ągen bewilligten F├Ârderungen, Firmenkooperationen etc. Ohne sowas gibt's
h├Âchstens externe Promotionen, die dem Prof meist so wirklich aber auch nichts
n├╝tzen.

Diese Drittmittelstellen werden nach Ablauf der F├Ârderzeit (meist so 2-3 Jahre)
zur Lotterie. Nur wenn neue Projekte (=Antr├Ąge...) bewilligt wurden, kann man
weiter angestellt bleiben. D.h. wenn man Pech hat und nach der Zeit die Diss noch
nicht fertig ist (nicht jedes Projekt gibt auch wirklich Diss-relevanten Stoff)
und kein neues Projekt an Land gezogen werden konnte (weil zB. wie jetzt die
F├Ârderungen stark eingedampft werden), dann steht derjenige auf der Strasse.
Nat├╝rlich kann er die Diss weitermachen, aber eben nicht mehr an der Uni.

--
         Georg Acher, snipped-for-privacy@in.tum.de
         http://wwwbode.in.tum.de/~acher
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Re: Bringt eigentlich ein Dr. was? (war: Re: Keine Jobs trotz vieler Anzeigen)

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Rafael, achte mal lieber wieder auf Zahlen, statt veralteten Populismus
zu verbreiten.
Deutschland hat im europaeischen Vergleich sehr wenig gut ausgebildete
Leute. Zu wenig Abiturienten, zu wenig Studenten, zu wenig von allem.
Und entsprechend derzeit ein massives Problem. Entwickungsland.
Die Ursachen sind auch erforscht und bekannt: Absichtlich wurde zu
wenig Geld in Bildungswege gesteckt, absichtlich wurden Huerden
aufgebaut, absichtlich wurde die Ausbildung in Deutschland behindert.
Die klassische Graetsche zwischen Politikergelaber und Politikerhandlungen.
Man kann ueber die Gruende raetseln, aber so schlechte Regierungen wie
wir sie in den vergangenen 20 Jahren hatten KOENNEN sich nur halten,
wenn auch das Volk dumm ist.
--
Manfred Winterhoff, reply-to invalid, use mawin at despammed.com
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Re: Bringt eigentlich ein Dr. was? (war: Re: Keine Jobs trotz vieler Anzeigen)
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Ich w├╝rde es nicht ganz so ├╝berspitzt darstellen, aber das massive
Problem ist da.

Es gibt viel zu wenig Leute, die wirklich *neue* Produkte und
Technologien entwickeln k├Ânnen.
Und man l├Ą├čt sie leider nicht und nervt sie nur, damit sich
$MANAGER profilieren kann.

Warum *trotzdem* nicht so ├╝berspitzt:
Man sollte auch sehen, dass unsere lieben chinesischen Freunde
auch nur mit Wasser kochen, ich hatte gerade heute so eine
tolle Support-Anfrage zu entscheiden:
- Nutzer vom Gesamtsystem (es geht um Test-Software) in China
- Uralter Softwarestand von uns ├╝ber ausl├Ąndischen OEM bezogen
- kein Wartungsvertrag
- keine Backups beim Kunden
- kein Virenschutz beim Kunden
- OEM hat Ingenieur, der wei├č wie geht, "fired"
  hat angeblich zu wenig geleistet (der Ing.)

Nun der Hilfeschrei, nach Virusattacke geht nix mehr, es k├Ânnen
keine neuen Designs mehr getestet werden ...
Ich ├╝bersetze mal den Hilferuf:
"Ja, aber sie *m├╝ssen* uns helfen"
"Nein, Etat haben wir keinen"
"Ja, aber das ist doch ein stark wachsender Markt ... "
(weitere Argumente, die uns ├╝berzeugen sollen, f├╝r lau zu schaffen)
=> ich habe freundlich aber bestimmt auf einer Service-Bestellung
bestanden, wir brauchen gerade noch Billigfertigern mit dem
typischen Emerging-Markets-Schnorrspr├╝chen gratis f├╝ttern,
damit die uns dann hier noch mehr kaputt machen.

Soviel zum Thema: Wie funktioniert chinesische Billigfertigung.

Noch ein Beispiel:
Ich habe gerade in unserem ersten G54 WLAN alle Hardware
getauscht, weil:
- die PCMCIA Karte den Notebook immer hat abschmieren lassen
- der Access Point sich auch st├Ąndig hingehangen hat.
Mit dem Schrott sollen sich andere rum├Ąrgern, ich habe mir
geschworen, bei "Geiz ist Geil" rein garnichts mehr zu kaufen,
weil man am Ende doch nur doppel zahlt, wenn es wirklich
draufankommt.

Auch in Fernost ist nicht alles Gold was gl├Ąnzt, unsere rein
preisfixierte Bev├Âlkerung wird das aber irgendwann auch noch
erkennen ...

[...]
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Boshaft gesprochen: "Jedes Volk hat die Regierung, die es verdient."
Wenn man sich anschaut, wie ein in Gummistiefeln auf dem Deich
stehender Kanzler (Preisfixiert: "Eyh, der zahlt mir dann ja alles")
das Wahlergebnis 2002 im Bund kippen konnte, dann liegt das Zitat
nahe.

Es wird hier schon noch hochwertig entwickelt, aber leider *viel*
zu wenig.

Daf├╝r gibt es zuviele BWLer im Sparwahn, es ist unfassbar,
was man in der Praxis t├Ąglich erlebt, wie da von Firmen, die
eigentlich Geld haben, herumgew├╝rgt wird, bis keiner mehr
Lust hat, diese ├╝berhaupt noch als Kunde haben zu wollen.
Wir haben gen├╝gend F├Ąlle, wo wir auf Wunsch der Entwickler
Features in Software eingebaut haben, nun sind die Jungs
begeistert, k├Ânnen sie aber mangels weggesparter Lizenz
nicht nutzen. Man kann sich gut vorstellen, dass, wenn das
nicht nur bei unseren Entwicklungsprodukten so gemacht wird,
besagte Entwickler/Ingenieure irgendwann innerlich k├╝ndigen ...

Wir sind deshalb gerade dabei, unser Wartungskonzept massiv
umzustellen, wer meint, dass er immer nur schnorren kann, wird
sich bald sehr wundern, weil der Hahn abgedreht wird, es gibt
dann einfach bestimmte Leistungen nicht mehr oder nur noch
gegen Produktneuerwerb. Die Herren $MANAGER m├╝ssen das
einfach mal sp├╝ren, dass ihr Sparwahn auch sie selber trifft ...

Gru├č Oliver

--
Oliver Bartels + Erding, Germany + snipped-for-privacy@bartels.de
http://www.bartels.de + Phone: +49-8122-9729-0 Fax: -10

Re: Bringt eigentlich ein Dr. was? (war: Re: Keine Jobs trotz vieler Anzeigen)
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Das ist Unsinn. Menschen werden nicht intelligenter (leistungsf├Ąhiger,
was auch immer) nur dadurch, da├č sie studieren oder promovieren.
Im Gegenteil, je mehr (prozentual) Schulabg├Ąnger eines Jahrgangs ein
Studium oder eine Promovation abschlie├čen, desto mehr wird der
entsprechende Titel *entwertet*. Ich kriege jedesmal Kotzkr├Ąmpfe, wenn
ich eine Null erleben darf, die mir zwar auf dem Papier ebenb├╝rtig ist;
ihren Titel aber nur der Tatsache verdankt, da├č die Hochschulen keinen
mehr exmatrikulieren, weil sie ihre Mittel "pro Kopf" erhalten.

So wie du "promoviert" mit "hat nach abgeschlossenem Studium keinen Job
gefunden" ├╝bersetzt, sage ich: "hat studiert" = "war zu faul/unf├Ąhig
einen Beruf zu erlernen". Insbesondere bei Wischiwaschi-F├Ąchern wie BWL.

PS: ich habe Berufsabschlu├č *und* Diplom. Promovierung habe ich stecken
    lassen und statt dessen lieber etwas Praxis geschnuppert. Die
    M├Âglichkeit zur Promovierung war gegeben.

PPS: Elektronik-Facharbeiter, Dipl-Math. (FH)


XL
--
Das ist halt der Unterschied: Unix ist ein Betriebssystem mit Tradition,
die anderen sind einfach von sich aus unlogisch. -- Anselm Lingnau

Re: Bringt eigentlich ein Dr. was? (war: Re: Keine Jobs trotz vieler Anzeigen)
  snipped-for-privacy@jobpilot.de (Axel Schwenke) writes:
|> So wie du "promoviert" mit "hat nach abgeschlossenem Studium keinen Job
|> gefunden" ├╝bersetzt, sage ich: "hat studiert" = "war zu faul/unf├Ąhig
|> einen Beruf zu erlernen".

Was nat├╝rlich Nonsens ist, denn es gibt nunmal Berufe, f├╝r die zumindest ein
Diplom (oder gar ein Doktortitel) Einstellungsvoraussetzung ist -- ob es nun
dem einzelnen sinnvoll/gerechtfertigt erscheint oder nicht.

|> Insbesondere bei Wischiwaschi-F├Ąchern wie BWL.

*Das* wiederum unterschreibe ich gerne und aus vollem Herzen. Ich bekomme
jedesmal Magenschmerzen, wenn mir der Begriff "Wirtschaftsingenieur"
unterkommt.

Ähnlich empfinde ich bei der "Wirtschaftsinformatik".

Rainer

Re: Bringt eigentlich ein Dr. was? (war: Re: Keine Jobs trotz vieler Anzeigen)

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Allerdings kann man, glaube ich, auch sagen, da├č BWL'er eher Probleme haben
einen Job zu finden (nach abgeschlossenem Studium) als Ingenieure. Ich kann
mich da an eine recht interessante ZDF-Reportage errineren, wo Leute die
deutlich mehr als 100tsd Mark verdienten, mit ca. 40 einfach arbeitslos
wurden und keinen Job mehr fanden. Zitat: "Ich kann mich noch gut daran
errinern, wie ich immer mehr junge Leute um mich rum gesehen habe, die
immer breiter gegrinst haben" (...oder so ├Ąhnlich ;) ).

Ich glaube eigentlich schon, da├č man als Ingenieur, gerade wenn man "├Ârtlich
flexibel" ist, einen Job finden kann.

Gr├╝├če,

Christian

Re: Bringt eigentlich ein Dr. was? (war: Re: Keine Jobs trotz vieler Anzeigen)
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Das war auch schon in weniger frugalen Zeiten so.
Zitat aus Brosch├╝re "Gehaltsvergleich in der Elektronik-Industrie
1990" von Interconsult:
"Der Engpa├č an qualifizierten Bewerbern hat sich 1989
unterschiedlich entwickelt. W├Ąhrend auch diesmal wieder
Bewerber mit 2-3j├Ąhriger Berufserfahrung in der Elektronik in den
Bereichen Vertrieb und Applikation stark [gesucht] waren, ergab
sich ein zum Teil erhebliches ├ťberangebot an qualifizierten
Bewerbern f├╝r leitende Positionen ab ca. 200k Jahreseinkommen."

MfG JRD

Re: Bringt eigentlich ein Dr. was? (war: Re: Keine Jobs trotz vieler Anzeigen)

"Rainer Buchty" schrieb:

Quoted text here. Click to load it


Hallo?
Erst der O-Ton "BWLer sind alle bl├Âd, weil sie nix von Technik verstehen"
und dann "Wirsings sind alle Wischi-Waschi, weil sie was von Technik _und_
BWL studieren"?
Also w├Ąre die ein Wirsing im Management genauso zuwider wie ein reiner
BWLer?

Und nur mal so am Rande bemerkt: Die
Wirsings/Wirtschaftinfos/Wirtschaftsmathematiker (zumindest an der Uni, an
der ich studiere) machen im Grundstudium exakt die gleichen
Vorlesungen/Pr├╝fungen wie die "echten" Ings (und _zus├Ątzlich_ noch die aus
der BWL) und im Haupstudium 3 technische und 2 betriebswirtschaftliche
Vertiefungsf├Ącher. Die "echten" Ings machen 3 technische und ein
nichttechnisches Hauptfach (also ein Fach weniger, deswegen ist die
Regelstudienzeit auch 2 Semester k├╝rzer), wobei die Pr├╝fungen f├╝r beide
Varianten die selben sind und die Diplomarbeiten auch die selben
Anforderungen haben.

Von daher w├╝rde ich bei dem ewigen rummotzen auf die Zwitterf├Ącher eher
Neid-Argumente vermuten....

Quoted text here. Click to load it

Dazu sei noch bemerkt, dass der ├╝berwiegende Teil der von Unternehmen
eingesetzten Software betriebswirtschaftlichen Zwecken dient. Wenn man da
einen Informatiker und einen BWLer zur Entwicklung dransetzt, dann artet das
meist in "Kratzen und Beissen" aus, weil die beiden einfach nicht
miteinander klar kommen/ nicht kommunizieren k├Ânnen. Also nimmt man besser
gleich jemanden, der einen Gesamt├╝berblick hat, und l├Ąsst die Spezialisten
jeweils in ihrem Spezialgebiet schaffen...

MfG Bernd


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