Ingenieurmangel: Nur Gerede oder ist was dran?

Jun 07, 2006 470 Replies

Hallo Manfred,

Sehe ich voellig anders. Erstens die menschliche Komponente. Im Heim gehen Leute seelisch ein, zu Hause haben sie eine ganz andere Lebensqualitaet. Desgleichen bei Kindern. Eine Vorschule kann nicht so gut motivieren und individuell foerdern wie eine Familie.

Zweitens ist institutionelle Betreuung meist alles andere als kosteneffizienter. Ich hatte das Beispiel gebracht, und die $3000/Monat sind fuer einfache Pflegefaelle. Bei bettlaegrigen Leuten reden wir ueber $5000-$6000/Monat. Pro Person. Sind also bei Eltern mal zwei. Du kannst mir nicht erzaehlen, dass Otto Normalverbraucher in Germany soviel netto macht.

Gruesse, Joerg http://www.analogconsultants.com

Glaube ich nicht.

Ich glaube bis jetzt war Konsens, daß es keinen gibt. Habe ich was verpaßt?

Dann waren sie zu doof zu planen. Bzw. sie folgen der (Un)Sitte, alles auf den letzten Drücker zu machen und Experten erst dann - und natürlich nur für dieses Projekt - anzuheuern, wenn es fast zu spät ist. Just in time, hire and fire, Konzentration auf die Kernkompetenzen, Outsourcing; dafür gibt es viele Bezeichnungen.

Abgesehen davon: wenn die wirklich wollten, bekämen sie auch Leute. Aber wenn sie - aus Gründen der Steuerersparnis - ihre Produktionsstätten am Arsch der Welt ansiedeln, dann brauchen sie sich auch nicht zu wundern, daß sie keine Leute kriegen - zumindest nicht solange sie denen das nicht entsprechend vergüten.

Ärzte fehlen nur da, wo die Arbeitsbedingungen schlecht sind. Jeder Arzt der kann (und darf, AFAIK ist ein Jahr Assistenzarzt Pflicht) macht sich selbständig.

Weil der Markt kaputt ist. Autos sind zur Wegwerfware verkommen. Schließlich sitzen die Hersteller auf einem Riesenberg fertiger Ware (zumindest statistisch, in der Praxis muß man auch wieder Wochen bis Monate auf "sein" Auto warten).

Die Schlußfolgerung ist einfach. Die Löhne sind zu niedrig. ALG2 ist ja am Existenzminimum ausgerichtet, kann also nicht ohne weiteres gekürzt werden. Im Gegenteil, mit der MwSt- Erhöhung müßte es eigentlich erhöht werden.

BTW, unser toller Finanzminister will mal wieder die Körper- schaftssteuer senken [1]. Und die Steuern auf Zins- und Spekulationsgewinne auch gleich noch. Das frißt gleich mal ein Drittel der erwarteten Mehreinnahmen aus der Mehrwertsteuer- erhöhung auf. Find ich toll, daß Börsenzocker und Großkonzerne so wieder ein bisschen Geld vom Kleinverdiener bekommen.

[1]
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XL

"Joerg" schrieb im Newsbeitrag news:HEEkg.148631$F snipped-for-privacy@newssvr29.news.prodigy.net...

Unsere kosteneffizente reiche kapitalistische Welt hat Lebensqualitaet aber nicht als oberstes Ziel. Das beginnt beim Arbeitsplatz der (bei dir wohl schon) nicht mehr zu Hause ist und selbstbestimmt ist, und endet noch lange nicht bei Architektur und Urbanisationsplanung.

Man mag das bedauern, aber das Gros der Bevoelkerung sieht im reinen Kapitalismus das Heil. Und in dem geht es nur um Profite=monetaerer Reichtum=Effizienz.

Richtig, in der zunehmenden Einzelkind-Gesellschaft bringt sie aber wenigstens ein wenig soziale Kompetenz, und die Alleinerziehende kann oft genug auch nicht foerdern, weil 1 Person halt weniger weiss als frueher die Grossfamilie mit Opa, Kencht und Schwippschwager, insofern seh ich Kindergarten/Vorschule/Schule als nicht so kritisch an. I.A. bringt das mehr als die Eltern in der Lage sind zu bringen, spaetestens bei der Uni ist das jedem einleuchtend.

Du siehst also (vielleicht das erste Mal), wie wertvoll die pflegende Ehefrau ist, obwohl die kein Geld bekam. Keine Frage, Altersheimbetreiber verdienen recht gut, die dort Angestellten aber nicht. Es ist also ein wenig Luft nach unten drin, aber nicht viel, es wird mehr bleiben, das der Normalbuerger uebrig hat. Und wenn du dann ein klein wenig weiter denkst, siehst du, das das nicht ein Problem des Altersheims ist, denn es ist WIRKLICH effizienter als Pflege zu Hause, sondern ein Problem des Einkommens. Das ist naemlich gar nicht so hoch wie man wegen der billigen Chinakonsumartikel glauben mag. Das heutige Einkommen reicht nicht zur Pflege der Eltern. Auch zu Hause nicht, wenn du deine Frau dafuer angemessen bezahlen wuerdest. Denn es ist MEHR als ein

8 Stunden Job, es ist ein 24-Stunden Job, und es ist mehr als 1 Job, naemlich Koechin, Putzfrau, Krankenschwester in einem.

Gluecklicherweise hat nicht jeder so pflegebeduerftige Eltern. Da sich das Risiko die Gesellschaft teilt, ist es tragbar. In Deutschland durch die Pflegeversicherung. In den U.S.A. weiss ich nicht, wahrscheinlich laesst man das Problem ein Problem der Leute sein, angeschissene rechts raustreten.

Manfred Winterhoff, reply-to invalid, use mawin at gmx dot net homepage: http://www.geocities.com/mwinterhoff/ de.sci.electronics FAQ: http://dse-faq.elektronik-kompendium.de/ Read 'Art of Electronics' Horowitz/Hill before you ask. Lese 'Hohe Schule der Elektronik 1+2' bevor du fragst.

Der Unterschied zwischen WITT- und YOYO-Gesellschaft...

WITT = We're in this together YOYO = You're on your own

In letzter Zeit ist der Umbau von WITT nach YOYO immer deutlicher... In USA und hier.

Gerrit

"Gerrit Heitsch" schrieb im Newsbeitrag news:e6v6sj$1qu$ snipped-for-privacy@news.bawue.net...

Ist es nicht eher so, das wenn der Buerger was braucht es

YOYO

heisst und wenn man was vom Buerger haben will/abzocken kann

WITT

zu spielen ?

Manfred Winterhoff, reply-to invalid, use mawin at gmx dot net homepage: http://www.geocities.com/mwinterhoff/ de.sci.electronics FAQ: http://dse-faq.elektronik-kompendium.de/ Read 'Art of Electronics' Horowitz/Hill before you ask. Lese 'Hohe Schule der Elektronik 1+2' bevor du fragst.

Ich sage ja nicht, daß dies getan werden sollte.

Warum also nicht *dort* ansetzen, statt den anderen auch was wegzunehmen?

Anscheinend beschränkt sich das denken immer auf's wegnehmen. Wenn man A etwas wegnimmt, muß man auch B was weg nehmen.

Man könnte ja auch mal anders dran gehen...

So manch' Wohlhabender nannte es "Neiddebatte", wenn Leute die weniger wohlhabend waren, es doof fanden, daß andere mehr haben, oder jedenfalls *sehr viel mehr* haben... (mehrstellige Größenordnungen sind wirklich kaum zu rechtfertigen, oder?!).

Wenn nun selbige Wohlhabende den Armen (oder sind die nur Wohlhabend an Freizeit?) etwas nicht gönnen, ist es ebenso eine "Neiddebatte", nur mit anderem Vorzeichen.

Ein Gutverdiener mit wenig Freizeit hat ein bischen Freizeit und viel Geld. Ein Vielzeithabender mit wenig Geld hat ein bischen geld und viel Zeit.

Neiddebatte des Vielfreizeitlers: "der hat aber viel Geld, ich nicht" Neiddebatte des Vielgeldlers: Wder hat aber viel Freizeit, ich nicht".

Schlussfolgernd: Jeder gönnt dem anderen nicht sein bischen Wohlstand (Geld, Zeit) und will's dem anderen weg nehmen.

IMHO wären auch andere Verteilungen von Ressourcen sinnvoll. Ne Menge Leute würden gerne Teilzeit arbeiten. geht nicht: Vollzeit plus Überstunden für die einen, Arbeitslosigkeit für die anderen.

Solange es nur mit dieser Schwarz-Weiß-Realität weiter geht, werden weiterhin gegenseitige Nicht-Gönnereien ablaufen.

Letztendlich sind beide Seiten dem selben Argumentationsschema unterlegen, ohne es zu wissen. Und beide Seiten beanspruchen gute Gründe dafür, dem jeweils Anderen das, was der hat, was man selbst nicht hat, nicht zu gönnen, ohne zu berücksichtigen, daß man auf seine Weise ja recht wohlhabend ist. Der eine an Geld, der andere an Zeit.

Wie wäre es mit einem weg des Ausgleichs, statt weiterhin auf dem selben Standpunkt zu verharren, wie die Gegenseite?!

[...]

Schön, daß die Dänen ihren Mitbürgern das Recht auf Fortbildung so einfach garantieren. Das ist in D ja nicht der Fall. Von der Qualität der Fortbildungsmassnahmen des AA in D mal ganz abgesehen (eher schlapp) bekommt eben auch nicht jeder Arbeitslose solche Massnahmen. DA wird gespart. Statt dessen baut man für immense Kosten das bisherige Büroktratische System um in ein neues, noch beschisseneres. DA ist das Geld übrig für.

Die Bürokratie finanziert sich selbst...

Ciao, Oliver

Nur, daß Pflege eben auf diese Weis nicht funktioniert. Die lässt sich eben nicht a la Dreisatz (dem Allheilmittel der Leute, die BWL als allgemeinen Problemlöser ansehen) "steigern", wenn man "mehr" davon macht. Quantität hilft nichts, wo es um Qualität gehen sollte.

Mit "viel pflegen" bekommt man Verwahrlosung. Die rein ölonomische Denke funktioniert in diesem bereich eben nicht.

KZs und Nuklearwaffen sind sehr effizient.

Wenn man Effizienz als *alleiniges* kriterium ansetzt, wird die Welt nicht lebenswerter.

Ciao, Oliver

Der einem mit "die und die da haben aber zu viel" (von diesem oder jenem) wieder weg genommen werden soll...

Ciao, Oliver

heheh, der war gut :)

Ciao, Oliver

Joerg wrote: [...]

Und das Geld bekommt bestimmt nicht die Pflegekraft... ...oder wird dem Patienten an kaviar und Co. serviert... ... wieviel steckt die Heimleitung ein? :->

(und wieviel tut sie dafür)

Ciao, Oliver

hmhhh... kommt mir bekannt vor, ja, doch....

Das mit dem Brennholz klingt ja eher nach kanada und weissen Schneelandschaften, nicht nach USA.

Ciao, Oliver

[...]
[...]

Laut Tagesschau technische Problkeme in der Bord-verkabelung?

Mit dem Kommentar eines Laberkopfs, der statt "wir mussten Probleme ausräumen" sagte: "Wir haben gesehen, daß wir es noch besser machen können und dann machen wir es auch noch besser".

Was für ein Gesülze!

Daß man so einen I. vor die Kamera lässt?

Man muß das deutsche TV-Publikum schon für vollkommen bescheuert halten!

(Naja, viell. nicht ohne Grund?!)

Ciao, Oliver

[...]

Und Menschenhandel. Der Markt wird wohl auch wieder besser. :->

[...]

Tja, hier wird es aber seit den 80er Jahren zunehmend erschwert. Öffentliche Bibliotheken sind seit Kohls Zeiten echt schwer am Kämpfen. Da wurden viele gelder gestrichen. Und auch spätere Regierungen haben da nicht gerade viel zum Besseren getan.

Firmeninterner Bürokratismus vielleicht?

Ciao, Oliver

Axel Schwenke wrote: [...]

Nööö, so einfach ist das in D auch nicht: es gibt eine maximale Ärztedichte (Ärzte pro km ^ 2). Und deswegen geht das eben NICHT!

Und deswegen muessen die Ärzte teils auch ihre Patienten im "1 Minute Sprechzeit"-Verfahren "behandeln" (mißhandeln).

Ciao, Oliver

"It never rains in California" ... huestel ... tut es doch und es wird im Winter auch kalt. Global Warming hatten wir hier in den letzten 10 Jahren nicht, es war umgekehrt. Jeden Winter mehr Heizenergie und so mussten wir etwas tun, um von den inflationoaeren Propanpreisen wegzukommen. Hat auch sehr gut funktioniert. Holz ist wunderbar, solange man es nicht wie hier fuer den Hausbau benutzt.

Gruesse, Joerg http://www.analogconsultants.com

Joerg schrieb:

Das kommt davon wenn man das Lied nie zuende hört: "Man, it pours, man, it pours."

Dieser Argumentation folgen leider viele Deiner Mitbürger.

Gruß Henning

henning paul home: http://www.geocities.com/hennichodernich PM: henningpaul@gmx.de , ICQ: 111044613

Global warming äussert sich in extremeren Temperaturunterschieden und auch anderen Wetter-Extremen (Sommer: Dürre, ansonsten Unwetter und Niederschlags-Mengen-Zunahme möglicherweise sogar Arschkalte Winter (war in den letzten jahren in Berlin eher lau, aber dieser Winter war mal wieder "chön kalt";-))).

Ciao, Oliver

In article , Joerg writes: |> Holz ist wunderbar, solange man es nicht wie hier fuer den Hausbau benutzt.

Holz ist ein wunderbarer Baustoff für Niedrigenergiehäuser.

Nur wird es dort nicht nur als Rahmenkonstruktion zum Aufnageln der Rigipsplatten verwendet :)

Rainer

Hallo Rainer,

Bis man dann eines Tages Carpenter Bees hat. Das sind Hornissen mit eingebauter Metabo. Jeden Morgen Saegemehlhaufen und man wird sie kaum los.

Gruesse, Joerg http://www.analogconsultants.com

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