Ingenieurmangel: Nur Gerede oder ist was dran?

Jun 07, 2006 470 Replies

Tja, in Deutschland ist man eben führend in der (drittklassigen) Adaption fremder Modelle auf's eigene Land.

Genau wie in der Technik: man entwicelt nichts neues mehr, sondern nimmt abgenutzte Ideen, die in anderen Ländern mit anderem Hintergrund entstanden sind.

Und dann wird gejammert, wieso das alles hier nicht funktioniert.

Deutschland hat ein gewaltiges Problem, und das besteht darin, alles immer nur durch die "es muß billiger sein"-Brille zu sehen. Das ist garnicht die Kernkompetenz dieses Landes, und wer seine Kernkompetenz verlässt, der wird das nachsehen haben.

Statt mit gutem Marketing weiter auf die technologische Spitze zu zielen, setzt man mit "mach et aba billich!" auf das unterste Niveau. Statt über technologische Spitze debattiert man über das Problem, wie man genügend ungelernte in einen Jobh bringen kann.

Warum wird in diesem Land immer nur zum Abrund geschielt?

Ciao, Oliver

Dem gesagten kann ich (ausnahmsweise ;-) weitgehend zustimmen.

Man kann das Ergebnis dieses Threads auch auf einen einfachen Nenner bringen:

=> Jede Gesellschaft bekommt die Ingenieure, die sie verdient.

Gruß Oliver

P.s.: Natürlich müssen Firmen in der heutigen Welt auch auf die Produktionskosten achten - und manchem Ing. kann auch da ein Blick auf die nackten (betriebs-)wirtschaftlichen Fakten nicht schaden, z.B. wenn irgendwas für 300 Jahre ;-) Produktlebensdauer konstruiert werden soll -, aber nicht, um die Einsparungen gleich wieder mit Management-Overheads rauszuwerfen.

Oliver Bartels + Erding, Germany + obartels@bartels.de http://www.bartels.de + Phone: +49-8122-9729-0 Fax: -10

"Oliver Bartels" schrieb im Newsbeitrag news: snipped-for-privacy@4ax.com...

Wohl wahr, allerdings ist gerade das bei Montgomery nicht das Hauptthema: Sondern er will durchaus laenger arbeiten lassen, aber Weihnachtsgeld und Urlaubsgeld wieder haben.

Im Prinzip eine gute Idee, das sich endlich eine Gruppe gegen die realen Lohnsenkungen um ca. 20% wehrt, aber gegenueber dem Volk kaum zu vermitteln: Das allseits bekannte Arbeitszeitdrama nimmt er hin, das was allen Leuten in der Republik zugemutet wird will er aber fuer die Aerzte elitaer erhalten. Dann bestraft er, aehnlich dem oeffentlichen Dienst, die Kunden (hier Patienten), und nicht die Arbeitgeber. Warum arbeiten die Aerzte nicht einfach weiter, sparen es sich aber jedgliche zur Leistungsabrechnung notwendige Angaben zu machen ?

Manager...

Kann ein Fehler gewesen sein, in D lebt es sich 24% billiger als in der Schweiz. Einzige Moeglichkeit in der Schweiz besser da zu stehen: In Deutschland zu wohnen und jeden Tag zu pendeln.

Manfred Winterhoff, reply-to invalid, use mawin at gmx dot net homepage: http://www.geocities.com/mwinterhoff/ de.sci.electronics FAQ: http://dse-faq.elektronik-kompendium.de/ Read 'Art of Electronics' Horowitz/Hill before you ask. Lese 'Hohe Schule der Elektronik 1+2' bevor du fragst.

MaWin schrieb:

dass auch Ärzte Anspruch auf halbwegs humane

Weiß hier jemand über welche Gehälter geredet wird ?!?!!

Die Herren bekommen so viel, da darf man auch ein wenig Arbeiten ! Als ich noch nach Metalltarif bezahlt wurde hat auch niemand von Überstunden geredet oder wochenlang

12 Std arbeiten. Nicht 24 mit Schlafpausen!

Ich will nicht sagen das man das recht auf 12 Std nicht durchsetzen soll, aber nicht über die ohnehin schon sehr sehr hohen Gehälter !!!!!!!!!!!!!!

sehr sauer über diese haltlose öffentliche Diskussion

Matthias

Weil u.A. Betriebwirtschaftler und deren Dunstkreis bestimmen, was technisch richtig sein soll. Bedauerlicherweise sind das keine langfristigen Perspektiven.

Thomas

Benjamin Spitschan schrieb:

k an

Hallo,

als ich 1971 mit dem Studium anfing waren wir 150 f=FCr Elektrotechnik,=20 davon 4 Damen, die ersten =FCberhaupt bei Elektrotechnik in Erlangen.

Bye

Michael Kamper schrieb:

,

Hallo,

aber welche andere Branche verkauft schon so komplexe Produkte die aber=20 keinerlei Elektronik enth=E4lt?

Bye

Joerg schrieb:

Hallo,

Berge an Post ist hier auch bei Stellenausschreibungen =FCblich. Man kann oft gar nicht alle einladen.

Bye

Matthias D. wrote: [...]

Was willst Du uns damit sagen (oder fragen)?!

Ciao, Oliver

Oliver Bandel schrieb:

...ohnehin schon

Nix, nur das dies Gerede der Ärzteschaft und der hörigen Gesellschaft ausgesprochen lächerlich ist und das diese Berufsgruppe in der Öffentlichkeit dafür gesorgt hat, das alles von ihnen gefordert werden darf.

Es gibt ja leider keiner Ing.-Romane oder Fernsehserien. Uns Ing. wird nur vorgeworfen immer im Büro zu sitzen nur das wir die technisch-gesellschaftliche Entwicklungs- arbeit leisten müssen (dazu zählt auch Medizintechnik). Das will aber keiner hören!

Wenn die Ing. mal aufstehen würden, sähe man erst wer hier so wichtig ist, das man mehr bezahlen sollte.

Gruß Matthias

In article , Falk Brunner writes: |> An den Studiengebühren (die je gerade erst |> anlaufen) wird die Uni nicht reich, das sind bestenfalls drittklassige |> Nebeneinkünfte (wenn sie nicht sowieso abgeführt werden müssen oder |> anderweitig gebunden sind)

Wir wissen doch alle, worauf die Studiengebühren rauslaufen werden:

Die Landesmittel werden um den Betrag gekürzt, der durch Studiengebühren reinkommt. Mittelfristig wird man dann einen Maximalbetrag schönrechnen, um den sich das Land dauerhaft aus der Finanzierung stiehlt.

Die einzige Frage ist lediglich, *wann* man dieses Modell umsetzt, auch wenn es heute im Zweifelsfall noch negiert wird.

|> Die Masse kann mit UNIX nix anfangen, weil es viel zu viel |> vom User an Insiderwissen verlangt [...]

Es ist nur ne Frage, wie man es verpackt, vgl. MacOS.

|> Keine Sau will wissen, welche Prozessoren, Bussysteme etc. |> da verbaut sind und von wieviel tausend Zeilen Software die Sicherheit |> des Autos abhängt.

Nein, das will man eigentlich wirklich nicht wissen, aber aus anderen Gründen... Wobei die Rückrufaktionen oder "gelegentliche" Ausraster der Software auch den Usern auffallen. Sollten.

|> Abwarten. Und auch die Wegwerfgesellschaft hat so einige Eigenheiten, |> die auch in Zukunft nicht verändert werden können. Elektronik ist heute |> höchst integriert. Ein Gerät besteht aus einem Chip und einer Platine. |> Wenn da was kaputt ist, ist nicht viel mit Fehlersuche. Also weg damit. |> Ist auch ökonomisch sinnvoller.

Für wen? Und bedeutet es, daß ich mir von jeder Elektronik, die *mir* taugt, in Zukunft einen live-time-buy zulegen muß (in der Hoffnung, daß die Dinger auch trotz RoHS die Zeit gut überstehen)?

Beispiel Handys: Früher waren sie das, was sie sein sollten. Telefone. Sie hatten eine sinnvolle, auch für Grobmotoriker einigermaßen bedienbare Tastenfelder.

Heute bekomme ich durchgestylte, über-designte Multimedia-Automaten, die ganz nebenbei auch telefonieren können, ich mich dann aber mit einer saublöden Designer-Tastatur rumschlagen muß, einem Klapp-Mechanismus, der der physikalischen Beanspruchung ohnehin nur bis zum nächsten Handy-Vertrag standhält und einer zusammengeschusterten Betriebssoftware, die Malware Tür und Tor öffnet oder einfach nur mal gerne abschmiert.

Will ich doch gar nicht. Ich will einfach nur ein Telefon.

Und ist es unterm Strich für *mich* wirklich ökonomischer, mir alle 3 Jahre eine neue integrierte Stereoanlage für 50 Euro zu kaufen, oder kaufe ich mir lieber einmal "was recht's" und das tut's dann 20, 25 und noch mehr Jahre, weil das schlimmste, was passiert, vielleicht mal ein ausgeleierter Riemen oder ein ausgetrockneter Elko ist.

Ist es für die *Gesamtwirtschaft* ökonomischer, wenn man unreparierbare Jubelelektronik baut und somit einen ganzen Berufszweig (Radio-/Fernseh- techniker und Artverwandte) ausradiert?

Rainer

Sorry, das klingt etwas nach den üblichen Sozialneidparolen.

Ein Assistenzarzt bekommt ungefähr das Gehalt eines guten Facharbeiters, und das nach jahrelanger Ausbildung.

Dto. hat es einen Grund, warum auch Hausarztpraxen immer weniger werden: Der Doc. darf sich erstmal ordentlich verschulden und dann das Haftungsrisiko für vermeindlich zuviel verschriebene Medikamente übernehmen, auch das bei einem Praxengewinn, der in keinster Weise den "fetten Daimler" finanziert. Die Zeiten sind vorbei.

Ein "Schreibtischtäter" lebt da um einiges bequemer, mit wesentlich mehr Gehalt ...

Gruß Oliver

Oliver Bartels + Erding, Germany + obartels@bartels.de http://www.bartels.de + Phone: +49-8122-9729-0 Fax: -10

In article , Oliver Bandel writes: |> Mal schaun, ob es leicht besser wird... diesmal vielleicht wirklich, |> nachdem die letzten Jahre dies immer nur daher geredet wurde (immer im |> Januar hiess es "der Markt zieht an" und bevor das erste Quartal sich |> dem Ende entgegenneigte war die Luft wider draussen.)

Genau das Gerede ist doch das Problem.

So wie die Presse die letzten Jahre nicht müde wurde, zu betonen, wie schlecht es der Industrie ginge und in welch schwierigen Zeiten wir leben, so bläst sie nun ins "alles wird gut!"-Horn.

Man kann sich des Eindrucks nicht erwehren, daß da mal wieder jemand virtuos auf dem Presseinstrument spielt...

Rainer

Matthias D. schrieb:

Hier braut sich was zusammen - es brodelt ;)!

Grüße, Benjamin

In article , "Matthias D." writes: |> Nix, nur das dies Gerede der Ärzteschaft und der hörigen |> Gesellschaft ausgesprochen lächerlich ist [...]

So? Kann es sein, daß Du da ein zu Fernsehserien-lastiges Bild von der werten Ärzteschaft hast?

Vergiß "Professor Brinkmann", das ist Fiktion. Unterhalte Dich dagegen mal mit niedergelassenen Hausärzten und wie es da mittlerweile aussieht.

Fakten statt Klischees.

Rainer

Falk Brunner schrub:

Und zu 90% (oder mehr?) designed in Fernost.

Ansgar

Mails an die angegebene Adresse erreichen mich - oder auch nicht! Gültige Adresse gibt's bei Bedarf! Mails to the given address may or may not reach me - valid return address will be given when required!

Uwe Hercksen wrote: =20

z.b. Pharmaindustrie. Ja, auch da wird ziemlich viel Mist verkauft :-/

Gru=DF Michael

Thomas Huebner schrieb:

Komisch, woher kenn ich das nur? Ahhh, jetzt ja! Ex-DDR, da entschieden die Parteisekretäre, was ökonomisch/technisch sinnvoll ist. Das Ende vom Lied ist beannt.

MfG Falk

Ich habe die Quotierung mal bereiningt, weil ich vermute, du sprichst von Ärzte-Gehältern. Da mußt du aber ganz klar unterscheiden zwischen den niedergelassenen Ärzten und Klinik-Ärzten. Letztere sind die mit den niedrigen Gehältern und langen Arbeitszeiten. Den anderen gehts blendend. Das einzige Problem, das die haben, ist die Konkurrenz, bzw. die allgemein zu gute Gesundheit der Menschen. Es gibt nämlich immer mehr niedergelassene Ärzte pro Einwohner (IIRC hat sich der Schnitt in den letzten 20 Jahren verdoppelt). Wobei das regional stark schwankt. In einer Großstadt wie München (mit vielen Gutverdienern/Privatpati- enten) gibt es deutlich mehr Ärzte pro Kopf als in einem kleinen Kaff in Mecklenburg mit 30% (bereinigt, real 50%) Arbeitslosen. Warum wohl?

Zum Thema Arbeitszeit: hier um die Ecke ist eine Praxis von zwei Medizinern. Denen geht es so gut, daß die (zusammen!) bloß 3 1/2 Tage in der Woche Sprechstunde haben. Ich war da genau einmal, um mir die Impfung vor dem Asien-Urlaub abzuholen. Der Doc (mit Spezialisierung auf "ganzheitliche Heilmethoden") hat mich, bevor er mir die Spritze von der Schwester geben ließ, durch ein Stück Glas betrachtet und mir versichert die Energieflüsse wären ausgeglichen und ich würde die Impfung sicher gut vertragen. Ich hoffe, ich werde nie so krank, daß ich es nicht mehr zu einem *richtigen* Arzt schaffe.

XL

Oliver Bartels schrub:

Was bin ich froh, da zu arbeiten, wo ich bin. Kleiner Laden, kundenorientiert, wirtschaftlich altmodisch (es wird aus Prinzip nicht auf Pump gelebt), technisch up-to-date und qualitativ gute Ware, keine Hierarchie (Doppelspitze - 2 Chefs), motivierte Leute, Raum für Eigeninitiative. Ja, sowas gibt's in D auch noch. Ich glaube, ich bleibe noch ein Weilchen.

Ansgar

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