Gestern rief ich den Notruf 110 vom Handy an, als ich vor einer unbesetzten Polizeiwache stand. Da teilte mir ein freundlicher Herr klar und deutlich verständlich mit, daß er mich nicht hören kann und ich meinen Standort ändern sollte. Das hat dann auch geklappt, ist aber nicht meine Frage:
Wie kann es sein, daß mein Anruf vom Handy an 110 zwar angenommen wird, ich mich danach aber nicht vernehmbar machen kann?
DoDi
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H
Holger Schieferdecker
Am 16.05.2024 um 08:07 schrieb Hans-Peter Diettrich:
Ist Dir das bisher noch nie passiert? Kam bei mir schon mal vor, daß ich wo anrufe (nicht 110) und ich nicht gehört werde, oder andersrum, ich werde angerufen, und es geht nur einseitig. Die genaue Ursache kann ich Dir aber nicht sagen. Man probiert es halt nochmal, und dann klappt es normalerweise.
Holger
H
Hergen Lehmann
Am 16.05.24 um 08:07 schrieb Hans-Peter Diettrich:
Signalisierung und Nutzdatenübertragung erfolgen auf teilweise getrennten Wegen. Erstere ist darauf optimiert, auch unter widrigen Empfangsbedingungen noch zu funktionieren, Letztere heutzutage mehr auf hohen Datendurchsatz für Werbung, Videostreaming, Gaming&Co als auf maximale Zuverlässigkeit. Voice ist nur noch eine Nischenanwendung.
Hinzu kommen ggf. Macken im Endgerät selbst. Das Zusammenspiel der Mikrofone beim Noise Cancelling ist tricky, es kann bei ungünstigen Hintergrundgeräuschen schon mal passieren, das die Sprachverständlichkeit auf der Strecke bleibt.
E
Eric Bruecklmeier
Am 16.05.2024 um 08:07 schrieb Hans-Peter Diettrich:
Du weißt ja nicht, wo es passiert. Der Großteil der Strecke wird reiner IP Verkehr sein, da kann man eh nicht mehr wirklich von Full/Halfduplex sprechen.
M
Marco Moock
Am 16.05.2024 schrieb Hans-Peter Diettrich snipped-for-privacy@aol.com:
Telefonie ist praktisch immer Halbduplex, denn wenn beide Reden, kann keiner was verstehen.
Technisch natürlich i.d.R. Vollduplex.
Bei VoIP kamen solche von dir genannten Effekte schon öfter vor. Vor allem, wenn es über mehrere Telcos geht.
F
Falk Dµebbert
Bis 1. Juli 2009 waren Notrufe absolut priorisiert, die Antennen der Netzbetreiber schmissen solange andere Teilnehmer aus dem Netz bis ein Zeitschlitz für das Notrufgespräch frei war. Nach dem Datum sind Notrufe aus Netz-Sicht normale Gespräche bis auf dass Notrufe auch bei hohen Fehlerraten nicht abgebrochen werden.
Normalerweise würde das Gespräch abgebrochen, wenn Deine 0,8 bis 2 Watt Sendeleistung nicht bis zur BTS reichen und Deine TDMA-Frame vermangelt ankommen.
Falk D.
F
Frank Scheffski
Falk Dµebbert schrieb am Thu, 16 May 2024 11:37:18 +0200:
Nur ist die 110 auf GSM-Endgeräten (üblicherweise) kein Notruf, sondern nur die Kurzwahl für ein normales Gespräch.
Ansonsten hätte ich auch den Eindruck, daß die Verständlichkeit von Mobiltelefonaten in den letzten Jahren signifikant abgenommen hat.
MfG
Frank
F
Falk Dµebbert
Zumindest bei Betreibern mit einer deutschen Lizenz ist sie das (sollte sie sein) - sicher geht man aber in dem man die Notruffunktion des Mobiltelefon nutzt. Ggf. klappt je nach Zentrale dann auch die automagische Übermittlung von GPS-Position etc.
Man kann jeden Codec schlecht implementieren.
Aber etliche Provider stuften ihre Basis- und Prepaid-Tarife auf Linear Predictive Coding (GSM Fullrate) herunter, was einem G.711a mit drei verworfenen Bits entspricht, um Preisaufschläge für LTE-HD-Call oder das komplette Abladen des Betriebsaufwands ins WLAN der Kunden (WiFi-Call mit "HD-Voice") zu verargumentieren zu können. (Ist mittlerweile wieder etwas besser.)
Davon abgesehen, dass "HD" meist nichts weiter als die Nutzung von G.722 ist, ISDN das schon in 1992 beherrschte und die Post das damals spröde "7kHz Netzfernsprechen" nannte, besteht das Problem des double-samplings, wenn das Gespräch auf einer Teilstrecke aus einer ITU-T konformen 160ms LPC samples auf iLBC oder G.729 mit 10ms Samples gewandelt wird.
Wenn dann noch ANC-Algorithmen und Bluetooth-Codecs in Smartphones, KFz-Freisprecheinrichtungen und Headsets jeweils weitere S-Transformationen mit einbringen erwischt es halt auch die Tonanteile, die für die Verständlichkeit benötigt werden.
Falk D.
K
Kay Martinen
Am 16.05.24 um 11:06 schrieb Marco Moock:
Telefonie war noch nie Halbduplex, weder Praktisch noch Theoretisch. Vielleicht sagt dir der Alte Begriff "Gegensprechen" etwas mehr. Und dann suche auch mal in Richtung Sprachtelefonie über frühe Satelliten-Strecken. Die aufgrund der großen verzögerung Effekte produzierten die beispielsweise damaliges Ethernet mit Jamming und zufälligem Retransmit-Delay ausgleicht.
Richtig. Allerdings oft mit begrenzter Bandbreite. Früher bis 3,5kHz und seit es Modems gibt evtl. ein bisschen mehr. Ähh, du weißt das Modems ebenso sprachkanäle nutzen für Datenkommunikation?
Mir scheint eher das Remote-Echos oder von anfang an Tote Leitungen zugenommen hätten. Ersteres öfter mal nur in den ersten Sekunden. Vermutlich greift dann erst die Echounterdrückung zu. Und zweitens könnte auch an einem Carrier der marke Billigheimer liegen. Solche die Rest-kontingente nutzen und vermutlich keine Qualität garantieren (oder im QoS-Ranking ganz unten liegen).
Bye/ /Kay
M
Marco Moock
Am 16.05.2024 schrieb Kay Martinen snipped-for-privacy@martinen.de:
Zumindest ist es mir bisher nicht gelungen, den Vollduplexbetrieb in der Praxis zu nutzen. Dir?
Dass das technisch eine Leitung ist auf der beide Seiten gleichzeitig plappern können, ist mir klar.
Da müssen immer wieder menschliche Fehlerkorrekturmaßnahmen zum Einsatz kommen und die Worte wiederholt werden. :-)
Kennt man doch aus der Frühzeit von VoIP mit hohen Latenzen.
Ja. Was nichts daran ändert, dass die gleichzeitige Nutzung der gleichen Frequenzbereiche von beiden Seiten nicht sinnvoll möglich ist.
Letzteres passiert in der Verwandtschaft öfter mal. Speziell bei Verbindungen mit Teilnehmern im Telekom-Netz.
Kann ich nicht beurteilen, weil so viele Stellen beteiligt sind. Jedenfalls habe ich nicht den Eindruck, dass es ein lokales Problem ist. Passiert ebenfalls mit analogen Telekomanschlüssen, dass deren Netz selbst dafür zu ausgelastet ist, glaube ich erstmal nicht. Könnte aber wenn es zu nem anderen Carrier geht auch am Peering/Transit liegen, der dann ggf. in einer Richtung überlastet ist.
K
Kay Martinen
Am 16.05.24 um 15:09 schrieb Marco Moock:
Siehe unten...
Es soll Leute geben die das besser können. Andere können es eben nicht oder schlecht. ;) Und Modems sind keine Menschen!
Ein Großteil der schnelleren Modems macht sich aber genau das zunutze, das man mit mehreren unterschiedlichen Frequenzen relativ störungsarm Daten in beide Richtungen zugleich übertragen kann.
Und das einfachste ist da noch das A für eine Null f1 nimmt, f2 für eine Eins und B dann eben f3 für die null und f4 für die eins. Und das sind nur vier schmalbandige Frequenzen und zudem hörbar im Basisband. Da geht noch mehr und mit Modulationsarten nochmals mehr.
Klar, das ist dann keine Menschliche (Laut)kommunikation mehr. Aber es nutzt den Vollduplex-Sprachkanal aus.
Via FeFe gefunden:
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Glasfasern der Anbindung durch Waldbrand weg = Alles weg. Kein Telefon, kein Internet, kein Bargeldloses Bezahlen... AFAIR sogar nicht mal lokales Telefonieren möglich. Wie auch, bei VoIP hat die Vermittlung selbst ja nix mehr zu sagen/melden, die ist wohl nur noch Edge-router.
Früher hätte eine Vermittlung mit Analogen Endgeräten noch lokal Gespräche vermitteln können, selbst wenn die Fernleitungen ausfielen.
In solchen Fällen ist die mit VoIP einhergehende Zentralisierung dann ein Totalausfall.
Bye/ /Kay
M
Marc Haber
Und das reicht, um § 164 (1) TKG zu entsprechen? Da steht immerhin ausdrücklich drin, dass Notrufverbindungen vorrangig herzustellen sind.
Grüße Marc
M
Marc Haber
Das kommt _sehr_ auf das Endgerät an. Die Verbindungen mit meinem Android-Mobiltelefon mit einem anständigen Headset stehen hinter den HD-Verbindungen des heimischen Festnetzes in nichts nach, besonders natürlich wenn sie netzintern sind.
Schon der Verzicht auf das Headset macht die Verständlichkeit merkbar schlechter.
Grüße Marc
M
Marc Haber
Das ist halt erst 20 Jahre später in signifikante Benutzung gekommen. In ISDN ging das nur mit dazu passenden Endgeräten, und die hatte jenseits von Rundfunkanstalten niemand.
Grüße Marc
F
Falk Dµebbert
Ein bisschen mehr findet schon noch statt:
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Aber die Absolutheit, mit der die Telekom quasi von jeder Antenne mit BTS eine ab-Notrufleitung vorsah, fiel 2009 dann auch weg und die Anbindung ging nicht mehr an die lokalen Notrufzentralen sondern an regionale Leitstellen und der Notruf bleibt solange wie möglich im jeweiligen Netz, während man zuvor so früh wie möglich die Verbindung abgeben wollte.
Der Notruf wird immer noch priorisiert geroutet und eine 2G-Zelle würde auch Halfrate aktivieren, wenn die Timeslots knapp werden, allerdings auch ohne Notruf und es wird niemand mehr aus dem Netz geschmissen. Das entscheidende Argument war, dass der rausgeschmissene Teilnehmer bei einer Großlage ebenfalls ein Notrufbedürfnis haben könnte.
Bei 3G gab es keine UE-Gespräche und bei LTE ist es technisch nicht möglich, durch Anzahl der Teilnehmer das Netz so zu sättigen, dass kein Gespräch mehr stattfinden kann, wobei Notrufe derzeit größtenteils per CSFB - Circuit Switched Fall Back - noch auf 2G stattfinden, bis die AML-Umstellung durch ist.
Falk D.
T
Thomas Einzel
Am 16.05.2024 um 15:09 schrieb Marco Moock:
Frauen können das.
K
Kay Martinen
Am 16.05.24 um 17:32 schrieb Thomas Einzel:
Frauen ja. Die sind auch Multitassing- äähh Multitasking-fähig.
Bye/ /Kay
W
Wolfgang Allinger
Pah, Männer können sich leicht auch auf 2 Sachen gleichzeitig konzentrieren! . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . TITTEN :)
Saludos (an alle Vernünftigen, Rest sh. sig) Wolfgang
S
Stefan Wiens
[...]
de.alt.herren.jokes ist nebenan.
A
Andreas Bockelmann
Kay Martinen schrieb:
Nein, nur dass Frauen bei allem was sie tun permanent quasseln müssen ist kein Multitasking!
An"Duck&Weg"dreas
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