Ich habe gerade mit einer schadhaften Deckenleuchte zu tun. Sie ist ans allgemeine Niederspannungsnetz angeschlossen und enthält ein Netzteil sowie einige Leuchtdioden. Sie leuchtet nur noch flackernd.
Es ist ein Schaden am Netzteil zu vermuten.
Das Netzteil, schutzisoliert, ist zugeschraubt. Lohnt es sich, reinzusehen? Oder sollte man gleich ein neues besorgen?
Die Leuchte hat drei Module mit Platinen mit je 6 SMD-Leuchtdioden. Die drei Module sind aufgereiht. Wie die einzelnen Leuchtdioden auf den Platinen verschaltet sind, habe ich noch nicht untersucht. Ich vermute, dass sie in Reihe geschaltet sind, sodass alle 18 Leuchtdioden in Reihe sind und das Netzteil den Strom planmäßig auf 20 mA oder 40 mA oder sonst irgendeinen festen, für eine LED sinnvollen Wert regelt. Das bedeutete einen sehr einfachen Platinenaufbau und die Tauglichkeit eines Netzteiltyps für verschieden große Leuchten. Ist das eine typische Bauart?
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N
Nico Hoffmann
Hannes Kuhnert schreibt:
Hatte ich neulich bei meiner Leuchte auch vermutet. Zerlegen und Messen ergab eine Unterbrechung in der Leitung vom Netzteil zur LED-Platine.
Das entscheidest du, wenn du das Ding aufgeschraubt und dir die Preise von Ersatznetzteilen angesehen hast.
N.
F
Falk Dµebbert
Also 40mA sind arg wenig für eine LED in einer Deckenleuchte.
Das Netzteil wird eine entweder eine Netzteil - LED-Treiber-Kombination sein also ein Stromgeregeltes Netzteil oder die LED-Module wirken wie in Reihe haben aber intern eine Strombegrenzung.
Achte auf SMD-Spulen oder Drosseln und gekühlte SMD Bauteile. Die können auch klein und unter Vergussmasse sein.
Ich würde versuchen, anhand der Beschriftungen des Netzteils herauszubekommen, wo die Stromregelung stattfindet.
Wenn das Netzteil eine Kombination ist: Nach Stromwert neu kaufen (Google "LED-Treiber"), ggf. diesen mit einem Labornetzteil vorher verifizieren. Die Teile gibt es auch von westlichen Hersteller_innen Tridonic, Osram, TCI, Hadler für schmales Geld.
Falk D.
J
Joerg Niggemeyer
Es gibt eine Reihe von LED Treibern, die, wenn die LEDs altern und hochohmig werden, also z.B. 3,8V pro W-LED, erreicht haben dann den Treiber aussteigen lassen, so dass es anfängt zu flackern.
Mess dann halt mal die Spannung der LED Ketten nach mit DMM dioden Tester Strom
So einen Murks muss man natürlich nicht entwickeln, man kann wie bei den von mir lizensierten auch einfach, dann nicht mehr den Nenn Strom ereichen und es wird dann eben einfach weniger Licht, aber eben ohne so ein nervi- Geflacker.....
H
Hannes Kuhnert
Nico Hoffmann hat geschrieben:
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Nun besorg ich Ersatz.
H
Hannes Kuhnert
Falk Dµebbert hat geschrieben:
Ich habe viele Versorgungsgeräte, die 280 mA oder 300 mA liefern, gesehen. An der vorliegenden 18-LED-Leuchte komm ich mit 280 mA und dem von Joerg genannten Spannungsabfall von 3,8 V an jeder Leuchtdiode recht genau auf die Nennleistung der Leuchte von 19,2 W. Da fehlt allerdings der Verlust des Netzteils.
A
Axel Berger
Die braunen Flecken sind noch vom Löten. Sichtbar kaputt ist nichts. Ich würde zuerst den Elko wechseln und dann testen.
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M
Manuel Reimer
Das dürfte ein linear geregeltes Netzteil sein. Da spricht aber erstmal nichts dagegen. Sieht man oft bei LED-Leuchten. Wenn man das so konstruiert, das wenig Spannung am Linearregler "vernichtet" werden muss, sind solche Konstruktionen recht effizient.
Ich glaube über Spannungen wurde bisher nichts geschrieben, aber ich gehe davon aus bei dem Netzteil ist das eine lange Kette aus LEDs. Die Spannung über der gesamten LED-Kette dürfte deutlich über 200 Volt liegen. Nicht galvanisch getrennt aber hier löblicherweise komplett berührungsgeschützt.
Bei solchen Konstruktionen kann der Defekt generell an zwei Stellen liegen. Am Treiber, aber auch an den LEDs. Habe bei einem Bekannten vor kurzem erst eine flackernde Leuchte repariert bei der der Treiber komplett OK war.
Gruß
Manuel
M
Manuel Reimer
Nachtrag: Eventuell wäre sowas für die Reparatur eine Option:
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Gruß
Manuel
M
Marcel Mueller
Am 17.05.24 um 10:32 schrieb Hannes Kuhnert:
Kann sein, muss nicht.
Elkoinsuffizienz wäre natürlich denkbar.
Gerne verrecken aber auch mal die LEDs, einfach weil die oft viel zu heiß werden. Miss mal die Vorwärtsspannung der einzelnen LED-Module. Die sollten alle sehr ähnlich sein. Wenn es bei einem deutlich mehr ist, ist darauf eine LED verreckt. Dass kann schon der Grund sein, warum es das Netzteil nicht mehr auf Nennstrom schafft.
Reingucken kann man immer. Aber vorbehaltlich einfacher Schäden wäre ein Oszi schon angesagt.
Marcel
H
Hannes Kuhnert
Ich hatte schon geschrieben, eine reine Reihenschaltung zu vermuten. Seit der näheren Ansicht meine ich erst recht, dass alle Leuchtdioden in Reihe sind.
Kannst Du das plausibilisieren?
Meine erste Betrachtung: Für eine weiße hat Joerg beispielhaft 3,8 V angegeben. In der Wikipedia ist von 2,7–3,5 V zu lesen. 18 Leuchtdioden sind es. An denen müssten zum Beispiel 18 · 3,8 V = 68,4 V abfallen.
Verstehe ich richtig, dass es sich bei dem Versorgungsgerät um einen Stromregler handelt, an den ich im Extrem auch nur eine einzige Leuchtdiode betreiben kann? … zumindest probeweise? Er setzte damit sehr viel Energie in Wärme um, aber für einen kurzen Komponententest geht das, oder?
H
Helmut Schellong
[...]
In dem Fall setze doch einfach temporär einen Leistungswiderstand ein. Oder einen Stelltrafo. Merke: Maximum Ratings wirken per Definition sofort, sobald sie überschritten sind. Halbleiter können auch 'angeschlagen' sein, sie erfüllen dann das Datenblatt nicht mehr. Solche fallen dann beispw. 10 Monate später völlig aus.
J
Joerg Niggemeyer
Die 3.8 V haben sie EOL
Du könntest jetzt falls einzelne LEDs erreichbar sind zwei LEDs der Kette brücken und dann einfach mal schauen, ob der Treiber mit gekürzter Kette flackerfrei läuft ;-)
Das Problem der steigenden LED Vf ist ja, dass die Verluste in der LED ansteigen und den Hitzetod entsprechend beschleunigen ;-O
H
Hannes Kuhnert
Joerg Niggemeyer hat geschrieben:
Indem ich erst Dreiergruppen und dann einzelne Leuchtdioden schlicht mit meinem Strommessgerät überbrückte, stieß ich auf eine schadhafte.
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Da ich keinen passenden Ersatz habe und es bei der Qualität der Leuchte nicht auf eine Leuchtdiode mehr oder weniger ankommt, möchte ich die kaputte durch einen schlichten Leiter ersetzen.
H
Hannes Kuhnert
Hannes Kuhnert hat geschrieben:
Das ist nun erledigt. Die Leuchte funktioniert, mit 17 von 18 Leuchtpunkten. Bei Gelegenheit werde ich sie der Eigentümerin wieder an die Decke bauen, aufdass die Raumbeleuchtung sich nicht mehr auf Arbeitsflächenleuchten beschränken muss.
Danke für alle Hinweise! Meine letzte Elektronik-Arbeit ist eine Weile her; daher war es mir sehr nützlich, ein paar Überlegungen von anderen zu lesen.
A
Andreas Bockelmann
Manuel Reimer schrieb:
Cool, die Dinger kannte ich gar nicht.
H
Hannes Kuhnert
Manuel Reimer hat geschrieben:
Das ist eine plausible Lösung, falls sich die vorhandene Technik einer Leuchte überhaupt unreparierbar zeigt.
Ansonsten hilft sowas ja zum Verbessern alter Leuchten. Unter anderem dieses Leuchtmodul sah ich neulich, als ich eine Glühlampenleuchte technisch modernisieren wollte.
Letztlich entschied ich mich für ein anderes:
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Obwohl es nicht die ideale Kreisform hat, war es die beste Lösung. Es ist im Weißton zwischen 2700 K, 3000 K und 4000 K umschaltbar und dimmbar – bei diesem niedrigen Preis wundersam.
Am Licht hatte ich bis jetzt nichts auszusetzen. Im Aufbau ist es sehr solide, in einer anderen Kategorie als die in dieser Diskussion eigentlich zur Reparatur betrachtete Leuchte. Für die Befestigung hätte sich in meinem Fall eine ideale Anschraub-Lösung erarbeiten lassen. Aber in Aufwand und Ergebnisqualität erschien mir dann der Gebrauch der Magnetsockel als Optimum. Die halten das Leuchtmodul zuverlässig an einem Platz, nur typischerweise nicht an einem genau bestimmten und spurlos geht das kaum. In die Anschraubung der Magnetfüße am Leuchtmodul setzte ich Scheiben nach DIN 125 Form A für M 6. Die passen perfekt rein. Sie dienten hier dem Zweck, dem Leuchtmodul im Stromversorgungs-Steuerungs-Mittelbereich mehr Abstand von der Grundplatte der Leuchte zu geben, damit die Decken-Befestigungschrauben der Leuchte samt Unterlegscheiben drunter passen.
Es gibt noch preisgünstigere Varianten dieser EGB-Module, auf 3000 K oder 4000 K festgelegt und nicht dimmbar. Wer wie ich weiß, eh stets
4000 K zu wollen, braucht die Umschaltung nicht, aber wenn es (auch) für andere Leute ist, ist es toll, ausprobieren und sich später noch umentscheiden zu können. Die Option der Helligkeitseinstellung ist auch nicht zu unterschätzen. In einer Leuchte, die vormals eine Glühlampenfassung mit Zulassung bis 60 W hatte, sind bei gleichartigem Einsatz der Leuchte 1800 lm heftig und wohl zu viel, aber als Maximum einer einstellbaren Helligkeit mitunter sehr gut zu gebrauchen.
M
Manuel Reimer
Ich hab ein paar SMD-LED hier die ich aus einem defekten LED-Leuchtmittel ausgebaut habe. Auch da war ein Linearregler im Einsatz. Diese SMD-LED haben eine Durchlassspannung von etwas über 9 V.
Es ist durchaus üblich das in einer einzigen "SMD LED" eigentlich mehrere vereint sind. Wenn man annimmt, dass es eigentlich 18 * 3 LED sind, kommt man bei irgendwas um 200 V raus.
Bei Linearen Reglern macht es Sinn möglichst viele LED in Serie zu verbauen und die Spannung der LEDs möglichst nahe an die gleichgerichtete Netzspannung zu bekommen. In so einer Konstruktion weniger LEDs zu verwenden reduziert nur die Lichtausbeute aber nicht die Stromaufnahme.
Ich würde die einzelnen LED lieber am Labornetzteil testen. Ist auch deutlich sicherer, denn dein Vorschaltgerät ist nicht galvanisch getrennt! 1k Vorwiderstand in Serie und dann Spannung langsam hochdrehen bis die einzelne LED zu leuchten beginnt.
So kann man im Prinzip jede LED für sich testen.
Gruß
Manuel
A
Andreas Bockelmann
Ich würde die LEDs mit dem LED-Tester testen.
Ist nicht teuer, kann man kaufen.
M
Manuel Reimer
Klar. Kann man. Wenn man sowas da hat. Oft kann man LED sogar im Diodentest des Multimeters zumindest grob testen (besonders hell werden sie so üblicherweise nicht).
Ich versuche meinen Gerätepark übersichtlich zu halten und wenn ich mal LEDs zu testen habe, dann klappt das mit dem Labornetzteil plus Vorwiderstand schon recht gut.
Gruß
Manuel
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