Dead Bug für BGA?

Sep 10, 2007 88 Replies

Nachdem ich letztens hier von der Dead Bug Technik zum Schaltungsaufbau gelesen habe (Bauteile mit dem "Rücken" auf eine Unterlage kleben und dann die Beinchen per Wirewrap o.ä. verdrahten), frage ich mich, ob man damit nicht sogar BGA Bauteile verdrahten kann. Hat damit schon einer Erfahrung gemacht? Gibt ja mittlerweile einige schöne Teile in dieser und ähnlich hobby-feindlichen Bauformen.



Oder sollte man lieber doch eine normale Platine entwerfen und es dann zu einem professionellen Einlötdienst geben? Ich habe da schon gute Erfahrungen mit einem gemacht, ist allerdings nicht billig.


Frank Buss, fb@frank-buss.de http://www.frank-buss.de, http://www.it4-systems.de

Ich hab mich am FT232RQ versucht. Die 17 pads die ich brauchte im 0.5 mm Raster waren echt nervig. Gut dass es zumindest den Chip auch in SO gibt.

MFG Gernot

Hallo Frank,

Ich kann Gernot nur zustimmen, lass es sein. BGA nehme ich selbst fuer Kundendesigns nur, wenn absolut unumgaenglich (bisher ein Mal). Wenn beim Bestuecker das Temperaturprofil nicht gut gestimmt hat, kannst Du kaum erkennen, wie gut es verloetet ist. An BGA unter RoHS mag ich gar nicht denken.

Kannst Du das Bauteil nicht in einem vernuenftigen Gehaeuse bekommen?

Gruesse, Joerg http://www.analogconsultants.com

Nimm' einen Bestücker, der weiß was er tut und das nicht zum ersten Mal macht, dann geht das in Serie problemlos - deutlich besser als QFP mit

0.4mm-Pitch, was bei größeren Pinanzahlen dann die Alternative wäre. Ja, auch mit RoHS.

Für Hobby-Prototypen ist es allerdings ekelhaft.

cu Michael

Some people have no respect of age unless it is bottled.

Ich erinnere mich an einen der Autoren hier, der seinen eigenen BGA-Lötautomaten baute. Wie gut der ist und ob der noch funktioniert, weiß ich allerdings nicht. Hobbytechnisch ist BGA ein Teufelszeug, weil du auch mit Bügeleisen und Backofen, Heißluft und Flußmittel nicht wirklich sicher sein kannst, daß deine Lötstellen okay sind. Du hast pro Bauteil auch nur einen Versuch, das Ding draufzukriegen. Danach ist es vorbei. Platine versaut, BGA für die Tonne. Ist mir zu ekelhaft.

Holger

Geht völlig problemlos.

Wenn man einen professionellen Bestücker nimmt und keine Bastelbude. Wobei "professionell" hier nix mit Größe zu tun hat, sondern mit Profession, also einem der weiß, was er macht.

Und man sollte darauf achten, dass das Landing Pattern sauber definiert ist. Wenn man nicht zehn Jahre alte Versionen hernimmt, aus Zeiten, als es kein BGA gab, dann klappt das sogar mit dem Autorouter, unserer erkennt die Bausteine vollautomatisch als solche.

Wir setzen BGA in diversen Serienprodukten ein, anders sind große Prozessoren (z.B. Dual Core DSP) und Com-Bausteine garnicht mehr verfügbar, das geht völlig ohne Probleme. Außerdem sind die parasitären Induktivitäten bei BGA und auch bei vielen QFN mangels Bonddraht _deutlich_ kleiner als bei xQFP und (S)SOP.

Hat er doch, BGA ;-)

Gruß Oliver

Oliver Bartels + Erding, Germany + obartels@bartels.de http://www.bartels.de + Phone: +49-8122-9729-0 Fax: -10

Hallo Oliver,

Wir haben BGA schon Anfang der 90er gemacht, da war die zehn Jahre alte Version noch nicht mal in Arbeit 8-D

Das haben wir spaeter, als es nicht mehr gar so geheim war, der Oeffentlichkeit vorgestellt:

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Das war das Projekt, wo sie uns in Europa haben abblitzen lassen mit "so praezise kann man das nicht machen". Man konnte, haben wir den Bonder eben selbst gebaut und selbst betrieben. Das Dingen laeuft heute noch, hat allerdings aufgrund von steigendem Produktionsvolumen noch zwei Bruederchen danebengesetzt bekommen. Maschinenbau "Made in America", gibt's auch ;-)

Nee, ich nehme sie nur, wenn das absolut nicht anders geht. Wie bei obigem Katheter.

Gruesse, Joerg http://www.analogconsultants.com

Meinst du das hier?

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Sieht schon ein wenig abenteuerlich aus und ich weiß nicht, ob ich dem Gerät z.B. ein Stratix oder Virtex im Wert von 'nem Kiloeuro anvertrauen würde :-)

Frank Buss, fb@frank-buss.de http://www.frank-buss.de, http://www.it4-systems.de

Frank Buss schrieb:

Hallo,

wenn das BGA Teile mit höherer Taktfrequenz sind die über mehrere VCC und GND Anschlüsse verfügen und in den Unterlagen genau beschrieben wird welche Abblockkondensatoren wo zu plazieren sind wird das so schwierig bis unmöglich die Stromversorgung genügend induktionsarm hinzukriegen.

Früher bei kleinen ICs und nur einigen 10 MHz Taktfrequenz ging das ja wunderbar mit Wirewrap. Man konnte sich sogar spezielle Wirewrap Platinen nur mit VCC und GND für spezielle Bauteile im PLCC Gehäuse selbermachen. Alle Anschlüsse VCC und GND über die Platine gelötet, der Rest gewrapt.

Bye

Oliver Bartels schrieb:

Spezialbauelement für Jörg: LDO-Regler mit integrierten Tantalelkos im BGA-Gehäuse nach RoHS, verpackt in Polystyroltrays.

CNR, Dieter

... mit schnellem internem DSP-digitalisierten Regler und externer 8051-untauglicher SerDes-like-Bus-Schnittstelle sowie besonderen Vorkehrungen zur Unterstützung von Designs mit getrennter Analog- und Digitalmasse, angeboten von einem europäischen IC-Hersteller mit DOS- untauglicher Website, nicht auf Lager bei Digikey ;-))

Ciao Oliver

Oliver Bartels + Erding, Germany + obartels@bartels.de http://www.bartels.de + Phone: +49-8122-9729-0 Fax: -10

Dieter Wiedmann schrieb:

Das war jetzt aber gemein. :-)

SCNRe Henning

henning paul home: http://home.arcor.de/henning.paul PM: henningpaul@gmx.de , ICQ: 111044613

War das auch. Heul ...

Gruesse, Joerg http://www.analogconsultants.com

Hallo Oliver,

Welches nur per Software unter Vista konfigurierbar ist ;-)

Gerade wieder ein Design losgelassen. (Fast) alles analog, alles auf Lager bei Digikey, funzt! Dann vor einer halben Stunde neuen Kunden bekommen, moderne digitale Chose funzt nicht, es rauscht und spratzelt. Schon wieder Bay Area. Ich weiss nicht, was es ist, die ganze Welt redet davon, dass hier bald Land unter sein soll und im Umkreis von 40 Meilen um die San Francisco Bucht brummt das Business wie seit Dot Com nicht mehr. Diesmal aber Sachen mit Hardware, Hand und Fuss. Dinge, die auch bei Euch auftauchen werden.

Gruesse, Joerg http://www.analogconsultants.com

ann

Ungefaehr so? http://80.38.138.36/BGA_wired.jpg 0.5mm pitch ;^)

Zuverlaessig oder ratsam ist sowas aber nicht.

Gruss, Marc

Hallo Marc,

Ich glaube, mir wir schlecht ...

Gruesse, Joerg http://www.analogconsultants.com

Joerg schrieb:

Würde es jemanden verwundern, wenn ich sagen würde, ich hätte es genau so gemacht? Das Lochraster darunter finde ich ja tres charmant. :-)

Gruß Henning (der so etwas mit einem QFN vorhat)

henning paul home: http://home.arcor.de/henning.paul PM: henningpaul@gmx.de , ICQ: 111044613

Hallo Henning,

Der Vorgaenger in meinem ersten Job hatte dafuer einen trefflichen Ausdruck: Crosstalk City.

Gruesse, Joerg http://www.analogconsultants.com

Henning Paul schrieb:

Nö...

Du willst die Drähte ja auch irgendwo anschließen. Da ist ein nahegelegenes Pad höchst willkommen.

_Das_ ist eine recht einfache Sache:

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Tip: Die Drähte aus einer Litze lassen sich prima löten und festhalten, solange die Litze noch dran ist.

Falk

Hallo Falk,

Das mache ich bei Prototypen mit Kleinst-SMD wie SC-75 oder 0402 auch so. Oefter kam schon mal die Frage "Ja, wo sind denn dort jetzt die Jumpers?" Die Leute konnten sie auf Anhieb nicht sehen. Ich auch nur mit #3 Brille, man wird eben nicht juenger.

Gruesse, Joerg http://www.analogconsultants.com

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