In article , Rafael Deliano writes: |> Das Einkommen orientiert sich an der niedrigen |> Produktivität dieser Jobs. Jedoch: wenn die Steuern |> und Lebenshaltungskosten in USA niedrig sind kann |> man davon bequem leben.
Angeblich beträgt das Durchschnittseinkommen des US-Amerikaners $30,000.
Gemessen an den durchschnittlichen Preisen im Supermarkt entspricht das etwa DM30,000. Bei Autos und Jubelelektronik hingegen sind die Preise wiederum betraglich unseren Euro-Preisen gleich.
Die "social security" beträgt IIRC 18%, die man im übrigen auch als Selbständiger voll latzen darf. Krankenversicherung will man *privat* nicht abschließen sondern hat sie hoffentlich über den Arbeitgeber -- oder man ist Deutscher im Ausland und kann eine der supergünstigen Versicherungen für "Deutsche Wissenschaftler unter 40 im Ausland" bzw. die immer noch angenehm niedrigen Expat-Versicherungen abschließen.
Gehen wir mal das "1040 Income Tax Form" (*) durch:
Einkommen $30,000
-Arbeitsweg (36ct pro einfacher Meile)
-Pauschale $ 3,000
------------------------ $27,000
*0.9 $24,300
Aus der Tabelle errechnet sich also eine Steuer von 600+15%*(24300-6000)=4155.
Bleiben also von den $30,000 als Angestellter $25845 nach Steuern (zzgl State Tax, die ich in dem Beispiel außen vor gelassen habe), nochmal $2700 runter für Social Security, bleiben $23145.
Krankenversichert ist der Gute allerdings auch noch nicht. Vorbehaltlich dieser Abzüge bleiben ihm (oder ihr) $1928.75/Monat.
Davon noch $900 für die Miete ab (2 Zi mit Wohnküche), bleiben satte ~$1030 zum Leben (und die Hoffnung, daß man keine Kinder hat, die Krankenversicherung benötigen).
(*) Steuertabelle 2003: bis $5999 10% auf alles
6000-28399 600 + 15% auf alles über 6000
28400-68799 3960 + 27% auf alles über 28400
68800-143549 14868 + 30% auf alles über 68800
143500-311949 37728 + 35% auf alles über 143500 ab 311950 96235,50 + 38,8% auf alles über 311950
|> Hierzulande werden auf jeden Job erstmal Steuern |> und Sozialabgaben direkt aufgeschichtet.
Ist in den USA nicht wirklich anders. Nur daß die Sozialabgaben nicht ganz so unverschämt sind. Aus der "social security" kommen aber auch die Amis nicht raus, solange das Geld durch "Arbeit" verdient wurde. Nur bei Geld-Erträgen (Zinsen, Aktien) fällt diese m.W. nicht an.
|> Indirekt werden die Lebenshaltungskosten durch |> Ökosteuer auf Sprit, Konzessionsabgabe auf Strom |> usw. dann nochmal hochgetrieben.
Der Strom ist in den USA auch nicht wirklich billiger und liegt bei >15ct pro kWh (zumindest in NJ). In Verbindung mit mangelnder Hausdämmung und kompensierenden Klimaanlagen sowie überproportionierten Kühlschränken und ständig durchlaufenden Mega-Fernsehern wird da auch eine erkleckliche Summe draus.
Der Spritpreis liegt derzeit bei $1.70-$2 pro Gallone, je nach Staat. Nachdem dort 10-15l/100km noch eher die Regel sind, relativiert sich der Spritpreis ebenfalls.
|> Da bleibt dann für Jobs mit niedriger Produktivität nichts übrig. |> "Niedriglohnsektor" ist bei den hiesigen Rahmen- |> bedingungen eine Fiktion wenn man davon nicht |> vernünftig leben kann.
Vernünftig kannst Du auch in den USA nicht mit einem Niedriglohn leben.
Rainer