Am 13.07.2023 um 08:18 schrieb Bernd Mayer:
Weiß ich, deshalb "schönrechnen"
Das ist ein guter Punkt. Diese Einschränkung muss noch ins Video rein. Mit meinem Headset funktioniert es, aber allgemeingültig ist das nicht.
Am 13.07.2023 um 08:18 schrieb Bernd Mayer:
Weiß ich, deshalb "schönrechnen"
Das ist ein guter Punkt. Diese Einschränkung muss noch ins Video rein. Mit meinem Headset funktioniert es, aber allgemeingültig ist das nicht.
Und mir ging es darum, den Unterschied zum von Dir beschriebenen professionellen Gerät herauszuarbeiten, der bei einer Kleinserienfertigung zu Deiner Variante marginal ist und mit einem zusätzlichen Wald-und-Wiesen-Microcontroller nebst etwas Software bewerkstelligt werden kann.
Ich kenne mich mit dem MAX9814 nicht aus, aber bei vielen (Vor)Verstärkern kann man die Verstärkung statt mit festen Widerständen auch über die Digitalausgänge eines Microcontrollers schalten.
Weswegen ich schrieb, man könne diese Funktion im MAX9814 auch ignorieren.
Was Du bei Einsatz eines nackten ATmega328 ohnehin bräuchtest.
Volker
Du könntest auch noch mit der Attack Time experimentieren. Welche Zeit (bzw. welcher Wert von Cct) ist denn konfiguriert? WIMRE schriebst du weiter oben im Thread mal von 500ms release time, was dann 1ms attack entsprechen sollte, bei 1:500 A/R ratio.
Im Datenblatt des MAX9814 steht: "Use a short attack time for the AGC to react quickly to transient signals, such as snare drum beats (music) or gun shots (DVD)." Klingt als wäre es einen Versuch wert, um deine "snare drum beats" auch zu entschärfen.
Release wird auch entsprechend schneller und schon ist die AGC keine Ausrede mehr, um die Lautstärkeanzeige mit dem Arduino nicht zu realisieren ;-)
Gruß, Enrik
So mal als blöde Idee: wie wär's mit zwei solchen Mikrophonen, und dann in Stereo auf den Kopfhörer?
Einerseits ist der Gehör auf Triangulation ausgelegt, also auf Orten der Richtung aus dem ein Geräusch kommt. (Und der OP mag vielleicht eher ein 1:1 Duplikat aus Resten+Überschuß bauen, als für ein gelöstes Problem neu weiterzuentwickeln...)
Anderseits, braucht's dazu Laufzeitunterschiede, und die sind in Luft 330 m/s gegenüber irgendwas von 1000 bis 3000 m/s (geraten) im Erdreich halt deutlich größer. Dafür kann man die Mikros weiter auseinander Stellen als die Ohren, bei mir zB sind im Abstand fest angebracht.
Thomas Prufer
Die 1ms-Attack-Time ist auf dem fertig gekauften MAX9814-Board voreingestellt. Die Release-Time kann man über den A/R-Pin des PCBs einstellen. Da hatte ich zuerst die 4 Sekunden und das war dann doch ziemlich lahm und lästig. Steht jetzt auf 500ms und ist kaum wahrnehmbar.
Es hört sich vermutlich aus folgendem Grund so krass an: Die AGC regelt auf einen Ausgangspegel am Kofhörer von z.B. 0,7Vrms (wie genau das auf dem fertigen PCB umgesetzt wurde, weiß ich nicht) Das Grundrauschen und Rauschen des Rohrbruchs bleibt trotz maximalem Gain von 60dB aber unter 100mV, weil es halt leise ist. Wenn ich das Mikrofon nun auf den Boden aufsetze, dann begrenzt die AGC den Pegel auf 0,7V, was halt 7mal lauter ist als das Grundrauschen.
Um das laute Knacken zu entschärfen, könnte ich den Zielpegel der AGC von 0,7Vrms auf z.B. 100mV runtersetzen. Dann wären Knacken und Grundrauschen und Rohrbruch gleich laut. Will ich das?
Verstehe ich nicht.
Gute Arbeit, hab das Video nochmals ganz geschaut. Gefällt mir. Danke.
Saludos (an alle Vernünftigen, Rest sh. sig) Wolfgang
Am 13.07.2023 um 10:56 schrieb Wolfgang Allinger:
Ich danke
Müsstest halt einen Kondensator wechseln.
Spannungsteiler, der die threshold-Spannung vorgibt. Zumindest im Datenblatt so beschrieben.
Soweit würde ich nicht gehen, sondern auf jeden Fall sicherstellen, dass der Limiter das Rohrbruch-Rauschen noch nicht beeinflusst, aber das Knacken so wirksam wie möglich begrenzt wird. Am Ende wäre der Schalter/Taster am Shutdown-Eingang des MAX wohl die bessere Lösung.
Je früher und kürzer der Limiter wirkt, desto weniger beeinflusst die AGC deine Lautstärkemessung.
Am witzigsten finde ich BTW, dass man im Signal anscheinend deinen Puls hört. Hältst du das Mikro während der Messung mit den Fingern am Kabel?
Gruß, Enrik
Am 13.07.2023 um 14:58 schrieb Enrik Berkhan:
Das geht aber nur so lange, so lange der Rohrbruch relativ leise ist. Nicht jeder Rohrbruch ist so leise wie der aktuelle. Ohne aktive AGC habe ich ja vielleicht nur ne nutzbare Dynamik von 20dB oder so. Ein lauter Rohrbruch würde die AGC triggern. Ab da bleibt die Lautstärke am Ausgang des MAX dann konstant.
Wie gesagt, treibt mich nicht um. Ist am PC beim Youtube-Schauen wohl am nervigsten, weil an der Stelle jeder die Lautstärke hochgedreht hat, um im lauten Büro/Familienumfeld das Rauschen zu hören und es einen dann vom Stuhl haut, wenn Michael das Mikrofon aufsetzt. Mit dem schalldichten Headset ist das nicht so dramatisch. Aber vielleicht optimiere ich da noch das Video ein wenig.
Ich bin mir unsicher, ob das wirklich mein Puls sein kann. Die Aufnahmen liefen so: Action-CAM im Headset und Headset mit der linken Hand zusammengehalten, damit die Action-CAM nicht rausfällt. In der rechten Hand das Handy und das Kabel zum Mikrofon. (Man kann es an einer Stelle im Video am Schatten erahnen) Den Ton des Handys habe ich im Video entfernt.
Wenn, dann ist der Puls eher direkt am Kopfhörer in die Action-CAM eingekoppelt worden. Was ich aber eher glaube, ist, dass das z.B. die Schreibzugriffe der Action-CAM auf die SD-Karte oder ähnliches sind.
Gar nicht blöd die Frage. Könnte über den Laufzeitunterschied ganz gut klappen.
Genau.
Das stimmt. Könnte man mit Audacity, Kopfhörern und entsprechend fabrizierten Klicks ja mal ausprobieren.
Genau. Macht die Sache zwar ein wenig unhandlicher (Bluetooth und WIFI dürften wegen Jitter usw. wohl ausscheiden), aber man kann das ja modular mit irgendwelchen Industriesteckern gestalten.
Ist alles eine Frage der Mühe, die man sich gibt. ;-)
Volker
Hallo Michael,
Du schriebst am Thu, 13 Jul 2023 07:21:05 +0200:
Und die hat keinen "LineIn" oder sonstigen Audio-Eingang?
Hallo Enrik,
Du schriebst am Thu, 13 Jul 2023 07:56:39 -0000 (UTC):
...
Uhhh. Das gibt dann diesen "schönen" akustischen Lochfraß, der bei MP3- Stücken, Videos oder sonstigem totkomprimierten Audio-Material oft so charakteristisch zu hören ist
Ja, das klingt mit einem solchen Verhältnis dann so: Da kommt ein kurzes übersteuerungsgefährliches Signal, wird noch vor Erreichen des Maximums auf "ungefährlichen" Pegel begrenzt und dann - ist erstmal ein paar 100ms Totenstille nix zu hören. Dann kommt das "Hintergrundsignal" zaghaft wieder durch, allmählich wieder deutlicher werdend, und kaum meint man, wieder normal hören zu dürfen, geht der Zirkus wieder los. Grausam, grauenhaft, unerträglich bei Musik und unbrauchbar für jede Geräuschbeurteilung.
AGC und Lautstärkeanzeige sind einander widersprechende Funktionen.
Am 13.07.2023 um 22:00 schrieb Sieghard Schicktanz:
meine nicht.
Michael
Das taugt natürlich nur wenn der threshold entsprechend eingestellt ist, das ist ja wohl klar. Bis sagen wir mal 6 oder 10dB über dem Nutzsignal sollte da kein Eingriff erfolgen. Wenn doch, dann gebe ich dir Recht.
Mein Ansatz zielt ausschließlich darauf ab, gegenüber einem sehr leisen Nutzsignal (das Rauschen der Leckstelle) sporadisch auftretende sehr laute Störgeräusche (das Aufsetzen des Mikros auf dem Boden) etwas abzumildern. Das kann das Livehören etwas entspannter machen.
Da wir leider keine Aufzeichnung direkt vom Ausgang des MAX9814 haben, sondern nur die Aufnahme der Actioncam, ist das aktuelle Verhalten des Limiters eh nicht mehr so genau zu erkennen.
Nicht so grundsätzlich, wie du das schreibst.
Leider hat der MAX9814 keinen Ausgang, um z.B. direkt eine LED aufleuchten zu lassen, wenn der "Übesteuerungsfall" vorliegt.
Gruß, Enrik
Vielleicht sollten wir uns langsam der Unterschiede zwischen automatischer Aussteuerungsregelung, Dynamikkompression und Lautstärkenbegrenzung (AGC, Compressor, Limiter mit Sonderform Maximizer) gewahr werden und die Vorurteile nicht alle in einen Topf werfen. Wenn man etwas schlampig oder übertrieben macht, ist es immer Scheiße, da stellt Audiobearbeitung keine Ausnahme.
Zur Technik dahinter gibt es viel spannende Lektüre und ein nahezu unüberschaubare Menge von Software und Hardware. Der MAX9814 ist sicher nicht der Star unter den signalbearbeitenden Vorverstärkern, man kann ihn aber mit großer Sicherheit so hinfummeln, daß einem beim Aufsetzen des Mikros nicht die Ohren explodieren und trotzdem leise Strömungsgeräusche fein genug aufgelöst werden.
Das mag hohe audiophile Ansprüche evtl. nicht befriedigen, steht aber auch nicht im Lastenheft. Und ob ein Teil der im Video vetretenen Poltergeräusche nicht auch auf Konto des Mikros in der Actioncam nebst dranhängender Elektronik geht, wäre auch noch zu klären.
Ich schrieb bereits vom
Volker
Bittesehr:
Thomas Prufer
Gab's da nicht den "Knackschutz" in alten Telefonen?
Zwei Zenerdioden, oder noch simpler...
Thomas Prufer
Hallo,
meine erste Wahl wäre der MAX9814 sicher auch nicht. Einziger Vorteil ist, das es eine fertige Platine dafür gibt und diese mit einer einfachen Stromversorgung funktioniert.
Wenn die AGC ungünstig eingestellt ist, dann ist der Plopp vermutlich schon vorbei bis der MAX reagiert. AGC ist dafür eh nicht gedacht.
Das Ohr mit Hilfe des Gehirns kann 20 dB Unterschied beim Rauschpegel noch selbst verarbeiten.
Hochinteressant wäre sicherlich eine Aufnahme des Signals von der verdächtigen Stelle. Dieses kann man dann etwa mit Audacity analysieren oder mit einem Digitaloszilloskop eine FFT-Analyse durchführen und Ähnliches mehr.
Diverse Programme zur Audioanalyse für die Nutzung mit der Soundkarte gibt es reichlich für diverse Betriebssysteme.
Das Wissen um den interessanten Frequenzbereich kann man dann vorteilhaft nutzen um die Verstärkungsbandbreite anzupassen. Damit wird auch das Rauschen minimiert und die Empfindlichkeit erhöht. Selbst das Ploppen beim Aufsetzen kann durch ein passendes Hochpassfilter abgeschwächt werden.
Lohnend ist der Extraaufwand besonders, wenn wenn man weitere Rohrbrüche erwartet und öfters mal danach suchen muss.
Bernd Mayer
Michael S. schrieb:
Ist das wirklich ein Profi? Die Sonde gehört in den roten Kreis und nicht die Person.
*duck*Michael S. schrieb:
Je mehr Rauschen desto weniger Bit brauchst du. Statistik erledigt das dann. Man muss halt ggf 10 Sek messen.
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