Wie gefährlich ist Isopropylalkohol?

Nov 19, 2019 80 Replies

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Heinz Schmitz

H. PS In manchen Apotheken bekommt an das nicht, weil es irgendwer mal bei der Herstellung irgenwelcher Drogen benutzt hat.

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Hallo allerseits!


Mir ist 1 l 99 %iger Isopropylalkohol zugeflogen. Nun habe ich aufgeschnappt, dass das „nicht ohne“ sein soll.



Fliegt mir hier bald alles um die Ohren? Kann man das noch zu etwas Anderem benutzen, als Fensterputzen und Desinfektion?



TIA



Gregor


Am 19.11.2019 um 23:57 schrieb Gregor Szaktilla:

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H.

PS In manchen Apotheken bekommt an das nicht, weil es irgendwer mal bei der Herstellung irgenwelcher Drogen benutzt hat.

Woran machst Du das fest?

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liest sich jetzt nicht so, als würde jedem beim geringsten Kontakt gleich ein drittes Auge auf der Stirn wachsen.

Ach die Sache mit den Peroxiden. Ich hoffe nicht, daß Du 2-Propanol in Deinem Kaminofensimulator oder fürs Raclette benutzt. Dazu ist er nämlich zu teuer und auch ungeeignet. Wenn Du also nicht iditotischerweise daran herumdestillierst (was soll bei 99%igem 2-Propanol auch groß passieren?), dann fehlt sich da nix. Bei Aufbewahrung in PE-Flaschen solltest Du an die Verdunstugsverluste denken. Die sind aber geringer als z. B. bei Bremsenreiniger, Aceton oder Waschbenzin.

Klar. Du kannst Deinen Kamerasensor (bzw. das Deckglas aus Lithiumniobat) oder Objektivlinsen damit schrubben *). Es eignet sich als vergleichsweise mildes Lösungsmittel bei Verschmutzungen auf Oberflächen, die polare oder aromatische Lösungsmittel nicht vertragen. Du kannst es als Frostschutz in Deinen Scheibenwaschwasserbehälter kippen oder einen DIY-Türschloßenteiser damit bauen. Diverse Fette (bspw. lithumverseiftes Mehrzweckfett) und Wachse lassen sich damit verdünnen und dringen damit besser in die Glieder von Fahrradketten. Du kannst damit in Volumenverhältnis 40:40:20 (2-Propanol, Ethanol, Wasser) quasi alle gängigen Desinfektions- und Hygienesprays ersetzen. Es hilft bei der Silikonentfernung vor dem Lackieren.

Du kannst - Vorsicht: Ontopic! - Flußmittelrückstände von Platinen damit entfernen oder es zum Ultraschallreinigungsbad geben.

Isopropylamin wirst Du vermutlich eher nicht synthetisieren.

Ciao, Volker

*) weil in Ethanol meist kontraproduktives Vergällungsmittel enthalten ist, so Du nicht zum branntweinbesteuerten Apothekerpreis kaufst. Methanol geht natürlich auch, ist aber schon ein wenig heikler:
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Ersteres verträgt kaum jemand, letzteres manche in erstaunlichen Mengen. ;-)

Warum eignet sich Iso-Propanol einklich besser zum Reinigen von Elektronik/Feinmechanik u.a.m. als Ethanol? Weil letzteres als Brennspiritus relativ preiswert zu haben ist und nicht immer mit Benzin vergällt wird. Ich habe Plexiglasteile mit verschiedenen Sorten Spiritus geputzt: manche Sorten (mit Benzin/Kampfer vergällt?) führten zur Eintrübung, andere nicht.

Spiritus ist ein ganz übles Gemisch aus allen möglichen Kohlenwasserstoffen und weit von Ethanol der Reinheitsklasse "rein" oder gar "reinst" bzw. p. a. entfernt. Je nachdem, was da aus der Destille für Bioabfälle rauskommt und als Vergällungsmittel zugemischt wurde, roch das bei mir schon nach Aceton, Nitroverdünnung, Methanol, benzin- oder petroleumartig. Mit so einem Dreck würde ich jedenfalls nicht meine Scheiben putzen, den Spritzwasserbehälter im Auto auffüllen oder gar an den Sensor meiner DSLR gehen. Zum Grillanzünden taugt das - entgegen den Warnungen der Feuerwehr - noch einigermaßen. Stinkt nicht so wie diese Briketts, man muß halt auf die Augenbrauen und die Scalplocke aufpassen.

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als auch
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da schon eine bessere und vor allem konstantere Qualität zu haben, überall, wo es unbedingt Ethanol sein muß. Wegen der Vergällung (1% Methylethylketon und 1 Gramm Bitrex pro 100 Liter) ist das Produkt auch keine Empofehlung für empfindliche Optiken.

Deswegen eben Isopropanol mit möglichst hohem Reinheitsgrad.

Mit der Verträglichkeit von Ethanol/2-Propanol und "Plexiglas" also Acrylglas (PMMA) ist das so eine Sache und es besteht immer die Gefahr von Spannungsrißkorrosion, zumindest bei längerer Exposition:

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der Verfasser aber von Einwirkzeiten im Bereich vieler Stunden bis Tagen. Die Eintrübung nach kurzer Zeit liegt also mit hoher Wahrscheinlichkeit an den Verunreinigungen, Aceton und auch Ethylmethylketon machen PMMA ziemlich schnell den Garaus.

Polykarbonat ("Makrolon") ergibt da keinen großen Unterschied, zumindest, was die Beständigkeit gegenüber Aceton, Ethylmethylketon und Methanol anbelangt. Mit reinem Ethanol funktioniert es besser - wäre ja auch ziemlich peinlich, wenn die Abdeckscheiben von Autoscheinwerfern nach Betätigung der Waschanlage noch schneller blind würden, als sie es ohnehin schon tun.

Ciao, Volker

Spiritus ist ein ganz übles Gemisch aus allen möglichen Kohlenwasserstoffen und weit von Ethanol der Reinheitsklasse "rein" oder gar "reinst" bzw. p. a. entfernt. Je nachdem, was da aus der Destille für Bioabfälle rauskommt und als Vergällungsmittel zugemischt wurde, roch das bei mir schon nach Aceton, Nitroverdünnung, Methanol, benzin- oder petroleumartig. Mit so einem Dreck würde ich jedenfalls nicht meine Scheiben putzen, den Spritzwasserbehälter im Auto auffüllen oder gar an den Sensor meiner DSLR gehen. Zum Grillanzünden taugt das - entgegen den Warnungen der Feuerwehr - noch einigermaßen. Stinkt nicht so wie diese Briketts, man muß halt auf die Augenbrauen und die Scalplocke aufpassen.

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als auch
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da schon eine bessere und vor allem konstantere Qualität zu haben, überall, wo es unbedingt Ethanol sein muß. Wegen der Vergällung (1% Methylethylketon und 1 Gramm Bitrex pro 100 Liter) ist das Produkt auch keine Empofehlung für empfindliche Optiken.

Deswegen eben Isopropanol mit möglichst hohem Reinheitsgrad.

Mit der Verträglichkeit von Ethanol/2-Propanol und "Plexiglas" also Acrylglas (PMMA) ist das so eine Sache und es besteht immer die Gefahr von Spannungsrißkorrosion, zumindest bei längerer Exposition:

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schreibt der Verfasser aber von Einwirkzeiten im Bereich vieler Stunden bis Tagen. Die Eintrübung nach kurzer Zeit liegt also mit hoher Wahrscheinlichkeit an den Verunreinigungen, Aceton und auch Ethylmethylketon machen PMMA ziemlich schnell den Garaus.

Polykarbonat ("Makrolon") ergibt da keinen großen Unterschied, zumindest, was die Beständigkeit gegenüber Aceton, Ethylmethylketon und Methanol anbelangt. Mit reinem Ethanol funktioniert es besser - wäre ja auch ziemlich peinlich, wenn die Abdeckscheiben von Autoscheinwerfern nach Betätigung der Waschanlage noch schneller blind würden, als sie es ohnehin schon tun.

Ciao, Volker

Ersteres wird trotzdem gern bei indischen Hochzeiten gereicht.

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"17. Dezember 2011 Der gepanschte Alkohol in Indien fordert immer weitere Todesopfer."

Propanol hat eine Methylgruppe mehr und ist daher lipophiler (similia similibus solvuntur). Organisch-fettiges wird daher leichter gelöst.

Grüße, H.

Es war auch bei der NVA Thema. Für irknwas verwendete die gelegentlich Methanol in Fässern. Ein paar versoffene Soldaten haben an dem Zeug geschnuppert und prompt für trinkbaren Alk gehalten.

Das ist ein Argument. Benzin löst z.B. Fett viel besser als Ethanol, greift aber auch viele Kunststoffe an. Isopropanol nicht.

WIMRE sind es um die 98% Ethanol.

Campher verwendet. Methanol meines Wissens nicht mehr verwendet, in findet sich eine Liste von in .de zugelassenen Stoffen, da ist es nicht

niemanden, der beides am Geruch unterscheiden kann.

evtl. empfindlicher.

Vor allem sollte man es nicht aus der Flasche direkt in die Flamme/Glut kippen.

Methylethylketon steht in der o.g. Liste. Ist das evtl. das Zeug, was so benzinartig riecht? Oder das Cyclohexan, was wohl ebenfalls mit rein muss.

Apothekenpreis im Vergleich zu Spiritus.

wundert mich nicht, wenn es die schlappen 1..2% benzinartigen

kriegt so ziemlich jeden Kunststoff kaputt:

Auf Spiritus war ich gekommen, weil ich davon ausgehe, dass

noch keine entsprechenden Erfahrungen gemacht. Hinzu kam, Spiritus hatten wir literweise in der Werkstatt. Isopropanol kenne ich erst seit

Hausgebrauch.

CU Chr. Maercker.

Ethanol siedet azeotrop bei so 95% - um das restliche Wasser rauszubekommen müßte man schon Trocknungsmittel einsetzen. Das Ergebnis davon heißt dann "absoluter Alkohol".

Will sagen: Auch ohne anderen Dreck hast du selten reineren Ethanol als

95% - alleine wegen des Wassergehalts.

Hanno

Hanno Foest schrieb:

Ein wenig mehr ist es schon, das Azeotrop liegt bei 96,6 Vol% Ethanol. Um wasserfreies Ethanol zu erhalten, muss man schon mit Natriumdraht destillieren.

Für wasserfreies Chloroform ist von dem Verfahren abzuraten :-).

Gruß Willi

Willi Marquart schrieb:

96,5 Vol%

Am 21.11.2019 um 18:58 schrieb Willi Marquart:

Geht auch mit ternärem Azeotrop.

Freund Staudinger...

OK, das stimmt, ich hatte nur mal gelesen, die Vergällungsmittel würden

1..2% ausmachen. An den Rest Wasser hatte ich nicht mehr gedacht.

Am 21.11.2019 um 17:53 schrieb Chr. Maercker:

Im freien Handel ist IMHO nur noch MEK+Bitrex zulässig.

Am 21.11.19 um 18:58 schrieb Willi Marquart:

Ich finde auf die Schnelle 95,58 % Ethanol und 4,42 % Wasser, unter

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Man findet aber auch andere Angaben. Gemerkt hab ich mir daraufhin "irgendwo zwischen 94% und 96%", muß reichen :)

Hanno

Am 21.11.2019 um 23:46 schrieb Hanno Foest:

Das sind mol%.

Massenprozent wäre auch noch gängig.

Eben.

Hörensagen. Mir klingt noch irgendetwas von „Explosionsgefahr“ im Ohr.

Stimmt. Demnach ist das nicht gefährlicher als das Zeug, das ich in mein Zippo kippe.

Fein, der Sensor meiner Knipse hat eine Reinigung dringend nötig.

Gruß

Gregor

Alkohol würde ich auch nur dann über Natrium destillieren, wenn ich meine Bude abfackeln wollte. Chloroform kann bei der Destillation über Natrium auch noch einen dazu passenden Knall erzeugen.

Grüße, H.

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