Also, wenn man von oberer Mittelklasse spricht:
Ich war neulich gerade in der Provence unterwegs, als mein Auto bei 40° und ständigem Selbsttest feststellte, dass einer der glasfaser- gekoppelten Sensoren für den Aufprall von Fußgängern nicht mehr wirklich verlässlich sei und die Fußgänger-in-die-Luft-spreng-Maschine daher als kaputt zu bewerten sei. Das gibt's wirklich. Keine Satire, oder doch, Realsatire.
Da gibt es Sprengstoff-Pakete an der Motorhaube, die sie steiler machen, wenn sich ein Fußgänger drauf ablegt. Der soll dann nicht durch die Frontscheibe rutschen, sondern zur Optimierung des Fahrerlebnisses über das Dach geleitet werden.
Motorhaube selber ausbauen ist nicht mehr, man braucht eine Umgangs- berechtigung für Sprengstoff, aber wegen des Airbags ist das ja beim Lenkrad schon seit Jahren genauso.
Ha, wenn die wüssten, was ich als Teenie so gebaut habe, da hätte ich noch heute die geheime Staatspolizei im Haus, oder wie sich die jetzt nennt.Silvester bei uns war lustig, Polenböller sind allenfalls Schall und Rauch.
Ich schweife ab. Bei BMW in Avignon konnte man mir einen Servicetermin schon in 3.5 Wochen anbieten, wenn ich sicher wieder außer Landes bin. Bis dahin, Motorhaube nur unter sachkundiger Aufsicht öffnen, auch wenn das Scheibenwaschwasser ausgeht.
Ich hab's dann zuhause bei Müller-Dynamik repariert bekommen. Nur eine Woche Vorlaufzeit, aber schließlich war die Karre dort direkt vor Südfrankreich für 'nen 1000er in der Inspektion. Äh, eher mehr.
Die Aktivität des Sprengstoffberechtigten und der Scheiß-Sensor haben dann nochmal knapp 400 Euro gekostet. Die Sprengstoffkacke auszubauen geht nicht, kommt dann nicht mehr übern TÜV. Die Anzahl der rettungs- halber übers Dach geschossenen Fußgänger muss Legion sein.
Als Fahrzeug-Benutzer ist man in .de grundsätzlich Opfa #1. Aber lange bleiben in Ingolstadt, Wolfsburg und Sindelfingen die Tore eh nicht mehr offen. Nur Melken und absolut keine Alternativen anbieten geht halt auf Dauer nicht. Hat sich im öffentlichen Personen- Verkehr in den letzten 40 Jahren irgendwas verbessert?
I R G E N D W A S?
Ich sehe nur, das Bundesbahnstrecken zu Fahrradwegen umgewidmet wurden.
Und wenn sich's anbot, etwa zwischen Stuttgart und Frankfurt, und ich sogar ein 1.Klasse Ticket gebucht habe damit nur ja nix anbrennt, und ich dann erstklassig gestanden habe, auf etwa 0.3 Quadratmeter mit großflächigem Körperkontakt zu den Nachbarn, da kommt unmittelbar die Gier auf, das bei nächster Gelegenheit wieder zu tun. Man kann immerhin nicht umfallen.
In Nepal werden für den Eingeborenenbus immerhin nicht mehr Plätze verkauft als da sind. Auf dem Dach inclusive, das sind aber Sitzplätze. Das war der unmittelbare Kontrast, 5 Tage später.
Schiebt euch eure Bahn in den, ja, genau.
Der angesagte Lall ist, dass man die Selbstversorger nur noch etwas mehr ausquetschen muss. Dann wird der öffentliche PV ganz toll. Sollen sie mal den Feinstaub in der Stuttgarter U-Bahn wegmachen, bevor sie vom Neckartor labern. Dort ist Feinstaub kein Thema mehr.
Gruß, Gerhard.