Warum nur 1 Stromversorger?

Mar 02, 2023 Last reply: 3 years ago 649 Replies

Heinz Schmitz, 2023-03-24 08:51:

Bestimmte Verhaltensweisen sind *immer* belastend für die Umwelt.

Wo genau verbieten die Grünen denn den Konsum von Fleisch, warmes Duschen oder die Verwendung des generischen Maskulinum?

Wenn es funktioniert - alle.

Heinz Schmitz, 2023-03-24 08:51:

[...]

Einwohnerzahl und Anteil an der Welbevölkerung (auf Basis von angenommenen 8.020.000.000 auf der Welt)

China: ca. 1.412.000.000 / 17,61% Deutschland: ca. 83.200.000 / 1,03%

Rechnerisch müsste also etwa um Faktor 17 weniger CO2 ausstoßen, damit es anteilig nicht mehr hat, wie China - denn in Deutschland leben auch

17,09 mal weniger Menschen

Faktisch ist der CO2-Ausstoss in Deutschland aber nur um Faktor 14 geringer, d.h. pro Einwohner hat Deutschland *mehr* CO2-Ausstoß als China.

Arno Welzel schrieb:

Vielleicht nicht immer. Wirtschaftlich wohl schwer einsehbar, aber in Bereichen in denen zeitweise Strom im Überfluss produziert wird kann ich mir vorstellen in dieser Zeit Wasserstoff zu erzeugen.

Gerd Schweizer, 2023-03-25 15:48:

Doch, immer. Denn den Strom, die man da reinsteckt, kann man auch gleich direkt in die Akkus laden, statt erst Wasserstoff zu erzeugen und dann daraus "E-Fuel". Am Ende bleibt kaum mehr als 30% der reingesteckten Energie als nutzbare Leistung übrig. Verluste von 70-90% sehe ich nicht als sinnvoll an.

Auch Wasserstoff hat einen bescheidenen Wirkungsgrad.

Nein, bloß nicht, ich bin kein Hetzer.

Jedoch aktuell: |Dudenhöffer: "Energiebilanz von E-Fuels ist grausig" |Für die europäische Autoindustrie sei das schlecht, sagt Mobilitätsexperte Ferdinand Dudenhöffer. |E-Fuels seien wahre "Energievernichter", die sich nie durchsetzen würden.

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: |Nachteilig ist, dass für die Herstellung von einem Liter E-Diesel 27 Kilowattstunden Strom erforderlich sind. |Mit dieser Energie fahren große Elektroautos über 100 Kilometer weit. |Daneben muss der Kraftstoff 14.000 Kilometer über den Atlantik transportiert werden |und die Raffinerie muss genauso wie die Tankschiffe _mit fossiler Energie_ betrieben werden. |Während Chile 550 Millionen Liter e-Fuel exportiert, werden gleichzeitig Mineralölprodukte importiert, die |etwa 10 Milliarden Liter Benzin entsprechen. |Für die Klimabilanz wäre es nach Angaben der taz besser, das E-Fuel in Chile zu lassen |und Öl für Deutschland aus der nahen Golfregion zu importieren.

E-Fuels werden nicht verboten, sondern eher das Gegenteil!

Ich hätte nichts dagegen, wenn _E-Fuels für PKW_ z.B. von 2035..2040 einen Übergang schaffen, bis das E-Auto voll etabliert ist.

Letzteres geht annähernd. Nämlich gibt es bereits konkret großtechnisches Recycling von Lithium-Akkus. Ich sah vor etwa einem Jahr eine entsprechende Fabrikanlage im TV.

Der Strom für E-Autos wird überwiegend von den Erneuerbaren kommen. Bereits 2030 sollen die 80% Anteil haben.

Ja, jedoch bereits heute wesentlich weniger stark als Verbrenner-Konzepte. E-Autos haben grundsätzlich _keine_ lokalen Emissionen! Siehe oben.

"Helmut Schellong" schrieb:

Wenn ab 2024 nur noch Elektroheizungen eingebaut werden dürfen und dazu die E-Autos auch noch zunehmen ist es kaum zu glauben daß sich da so viel Energie erneuern kann...

In 7 Jahren wird man das kaum schaffen.

Frank

Arno Welzel hat geschrieben:

Der Ausdruck „direkt“ erscheint mir da unangemessen tendenziös. Sowohl so ein Herstellen von Kraftstoff als auch das Laden einer Batterie ist ein Umwandeln in chemische Energie.

Dass die Sache mit dem elektrisch hergestellten Kraftstoff für die meisten Anwendungen vergleichsweise ineffizient und unsinnig sein mag, steht auf einem anderen Blatt. Ich selber bin nicht dafür, diese Technologie zu verbieten, glaube jedoch nicht, dass sie quantitativ große Relevanz entwickeln wird. Das Laden von Batterien ist aber gleichermaßen indirekt in dem Sinne, dass Energie von einer Form in eine andere umgewandelt wird.

Am 25.03.23 um 18:46 schrieb Frank Müller:

Häh? Eine Wärmepumpe ist keine Elektroheizung! Sie braucht etwas Strom für die Pumpen, den braucht allerdings auch deine Ölheizung, und die bezeichnest du sicher auch nicht als Elektroheizung.

Nachtspeicheröfen sind Elektroheizungen. Die sind allerdings in Deutschland eher eine Ausnahmeerscheinung.

Die Sonne liefert weit mehr Energie, als die Menschheit jemals verbrauchen kann. Bei der Nutzbarmachung gibt es allerdings noch Engpässe (zunehmend nicht mehr technischer, sondern politischer Natur).

Bereits heute werden an guten Tagen zur Mittagszeit die 100% überschritten und es müssen Solar- und Windkraftanlagen abgeschaltet werden, um das Netz stabil zu halten.

E-Autos als Energiesenke haben den großen Vorteil, das man sie (meist) nicht zu einer ganz bestimmten Zeit laden muss, sondern die Kundschaft über den Strompreis ermuntert werden kann, bevorzugt die ertragreichen Tageszeiten zu nutzen.

Frank Müller hat geschrieben:

„Elektroheizungen“ – als Begriff für Wärmepumpen ist das entweder propagandistisch konstruiert oder unreflektiert abgeschrieben oder nachgesprochen.

Freilich reden wir auch vom „elektrischen Kühlschrank“. Da wird elektrische Energie ebenfalls nur als Hilfsenergie eingesetzt. Beim Kühlen gibt es aber auch (im hier Wesentlichen) nichts anderes. Bei Heizungen dagegen steht das Wort der Elektroheizung eigentlich für das Umwandeln elektrischer Energie durch ohmschen Widerstand in Wärme. Eine Wärmepumpe bezieht die Wärme aber aus der Umwelt. Dazu existiert die Rede von der „Elektroheizung“ ursprünglich nur zum Zweck der Irreführung.

Die kommt „nur“ von der Sonne, die abbrennt. Aber die Formen, in der wir deren Energie zugänglich haben, erneuern sich so in der Tat, in vielfachem Maß unseres Bedarfs. Das kann man glauben oder recherchieren. Wann wir wie weit in der Lage sind, das für unsere Zwecke zu nutzen, ist eine andere Frage. Die Energie steht jedenfalls stets erneuert zur Verfügung.

"Hergen Lehmann" schrieb:

In der effektivsten Variante rechnet man mit Faktor 4, also für 4 kWh Heizleistung zieht die Wärmepumpenheizung

1 kWh Strom.

Ich habe eine Gasheizung, da braucht die Umwälzpumpe mit der ganzen Steuerung rund 50 Watt...

Bei -20°C Außentemperatur und einer Luft-Wärmepumpe mutiert die Wärempumpenheizung zur Elektro-Direktheizung...

Das Problem bei deiner Sichtweise ist daß die -20°C meist zu einer Zeit sind wo die Sonne bei uns nicht scheint...

Wäre schon schön wenn man nur mittags Strom braucht, und bis dahin haben unsere grünen Vordenker erst mal die alten Braunkohlekraftwerke reaktiviert...

Es haben natürlich dann alle, in 7 Jahren, einen Arbeitgeber der für jeden Angestellten einen Parkplatz mit Lademöglichkeit bietet, damit man Mittags, wenn die Sonne scheint, sein Auto laden kann...

Frank

[...]

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werden darin mehrere andere Projekte/Möglichkeiten angesprochen.
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[...]

Das wäre mir neu, daß E-Fuels verboten werden. Auch, daß der Verbraucher E-Fuel-KFZ lieber hätte.

"Die Grünen" ist hier sicher als polemische Verallgemeinerung zu verstehen. Ein AStA, ich habe vergessen welcher, also eine gesetzlich vorgeschriebene Zwangsvertretung, aus der kein Student austreten oder ihr die Beiträge verweigern kann und mit der Pflicht, alle Studenten zu vertreten, hat gerade beschlossen, nicht korrekt gegenderte Anträge weder anzunehmen noch zu bearbeiten.

Es wird darauf hinauslaufen und nicht nur im Verkehr. Nichtfossile Versorgung wird ohne Kernenergie nicht ohne Saisonspeicher auskommen. Das geht nicht nur aus Kosten- sondern auch Materialgründen nicht mit Akkus, das wird chemisch sein müssen.

Doch ist sie.

Die Pumpen und bei Öl das Gebläse brauchen maximal einige hundert Watt. Wir heizen hier im extrem gedämmten Neubau bei nur 40 kWh/m2a im Winter mit im Monatsmittel mehr als 10 kW für 12 Wohnungen. Das sind bei einer Arbeitszahl drei 3.5 kW elektrisch oder 2500 kWh im Monat.

Klar, elektrische Direktheizung hätte das Dreifache, aber eine elektrische Heizung bleibt es trotzdem.

Autos stehen vor allem dann und fahren nicht, wenn die Menschen im Bett liegen und schlafen. Bei einer Bewegung hin zu Carsharing und anderen Intensivierungen der Nutzung, die bei weiterer massiver Verteurung des Fixkostenanteils ganz von alleine kommt, wird die Konzentration auf die Nachtstunden nur noch größer.

Da wird nichts "in großem Stil" gespeichert... Es gibt einige wenige recht teure und recht ineffiziente Demonstrations-Anlagen, deren Hauptzweck, was die Batteriespeicher betrifft, zu sein scheint, die fehlende, bzw. zu teure und zu umweltschädliche, vor allem zu energieaufwändige, Möglichkeit eines Recyclings von LiIon-Speichern zu kaschieren.

Der einzelne Speicher mit dem "heißen Vulkangestein" ist bei den paar Megawattstunden schlichtweg lachhaft.

Interessantes Projekt. Der Wirkungsgrad liegt demnach noch ein gutes Stück unter dem Wirkungsgrad bei Herstellung und Verwendung von SynFuels. Ein toller Fortschritt! Eine tolle Alternative!

MfG Rupert

Also PV-Anlagen sofort verbieten! Die haben ja auch nur einen Wirkungsgrad von 15% bis 20%...

Nur so nebenbei - Akkus _sind_ chemische Energiespeicher...

Aber du hast natürlich recht. Es wird letztlich wohl darauf hinauslaufen, dass die Golfstaaten statt Erdöl in einigen Jahrzehnten Wasserstoff und/oder SynFuels exportieren, welche wir dann wieder teuer kaufen, weil unsere Energieversorgung ansonsten nicht aufrechtzuerhalten sein wird.

Aber es mag natürlich auch anders laufen. Nachdem ja jetzt unsere überaus klugen regierungsamtlichen Umweltschützer anstelle der bösen Kernkraftwerke, welche bekanntlich kein CO2 ausstoßen, eine Reihe altertümlicher Kohlekraftwerke wieder angefeuert haben, wird die Welt vielleicht ganz einfach durch ein neues Gesetz von Herrn Habeck gerettet, welches deutschen Kohlekraftwerken den CO2-Ausstoß verbietet, so dass diese problemlos und klimafreundlich weiterbetrieben werden können. Dann brauchen wir auch den Braunkohleabbau nicht einzustellen. Vorteile aller Orten also - Lob sei den Grünen :->

MfG Rupert

Am 25.03.23 um 21:12 schrieb Axel Berger:

Wie wäre anno 2023 es mal mit einem Newsreader, der Umlaute kann?

Nein. Ein Verbraucher wird nach dem Energieträger benannt, aus dem er den Löwenanteil seiner Energie bezieht. Alles andere ist Schwachsinn, weil es dann heute nur noch "Elektro" gibt.

Autos stehen auch dann und fahren nicht, wenn die Menschen auf Arbeit sind oder anderen Tagesgeschäften nachgehen. Die allermeisten PKW stehen überhaupt >95% des Tages nutzlos herum.

Erlass' eine gesetzliche Verpflichtung zur Aufstellung von Ladesäulen in allen gewerblich betriebenen Parkhäusern, Tiefgaragen und Parkplätzen, gewähre diesen eng an den Börsenpreis gekoppelte Einkaufspreise, und du hast die regenerative Stromproduktion optimal an den Mann gebracht ohne riesige Speicherkapazitäten zu brauchen.

Ja, bei Carsharing und anderer Intensivnutzung funktioniert das nicht, die werden ggf. auch mal teuren Spitzenlaststrom tanken müssen. Dafür bringt Elektro dort einen anderen wesentlichen Vorteil durch die Null-Emissionen am Einsatzort.

Am 25.03.23 um 20:47 schrieb Frank Müller:

Woher kommen jetzt diese 7 Jahre? Hatte der Wissing nicht gerade durchgesetzt, das du auch jenseits 2035 noch einen Verbrenner kaufen kannst?

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