steinalte FETs mit modernen ersetzen

Mar 23, 2007 193 Replies

Hallo Heinz,

Wie und wann hast Du denn das geschafft? Und bei welchem Autovermieter? Ich habe inzwischen aufgegeben, nach Schaltung zu fragen. Das letzte Mal, dass Sie noch einen hatten, war 1988. Einen Passat, aber sie sagten mir, dass die Kupplung ab und zu rupfen wuerde und sie ihn mir nicht geben koennten, bis eine neue drin ist. Ich sagte, das Rupfen mache mir nichts, ich braeuchte sie eh nur zum Anfahren. Nee, is nich, haben sie gesagt. Und danach wuerde er ohnehin verkauft. Wie die Leute eine Kupplung mit 20000 Meilen verschleissen koennen, war mir ein Raetsel.

Bei meinem ist da noch ein schoener Bowdenzug drin.

So ist es. Habe nicht mal ABS. Als hinter mir ein BMW trotz ABS nicht zum Stehen kamen, verstand der Fahrer ueberhaupt nicht, wie mein Auto ohne ABS so eine Bremsung hinlegen konnte. Er musste von der Fahrbahn runter, um die ganze Episode knitterfrei zu halten. Das Mitsubishi-Logo kam zu schnell in Richtung seiner Kuehlerhaube. Wir haben dann gemeinsam die Grasbueschel unter dem BMW rausgepuhlt.

Gruesse, Joerg http://www.analogconsultants.com

"Joerg" schrieb:

[...]
  1. ABS verkuerzt keineswegs den Bremsweg, sondern haelt das Fahrzeug nur weiterhin lenkbar.
  2. Die Wenigsten bremsen richtig *voll*, schon garnicht mit ABS (Instruktor: *...versucht die Rueckenlehne abzubrechen!*

Obwohl ich sonst keinen *elektronischen Schnickschnack* im Auto mag ist ABS was /sehr/ Sinnvolles - aber man muss damit umgehen koennen (und die Grenzen, zB auf Schnee kennen)

[...] Rudi Fischer
...and may good music always be with you.

Rudi Fischer schrieb:

Es gibt einen Unterschied zwischen Theorie und Praxis. Sehr gute Rennfahrer bremsen wahrscheinlich ohne ABS genauso gut wie Normalfahrer mit. Der Rennfahrer hat Erfahrung. Normalfahrer eher nicht, weil er sich nur selten an die Grenzen der Physik heran wagt und sich deshalb gar nicht traut, richtig aufs Pedal zu treten. Mit dem Gefühl, einen elektronischen Aufpasser dabei zu haben, traut man sich in Grenzsituationen dann doch wieder eher. Darum vermute ich, dass statistisch der Bremsweg MIT ABS sehr wohl kürzer sein wird als ohne. Weniger aus physikalischen, sondern vielmehr aus psychologischen Gründen.

Servus Christoph Müller

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Das ist richtig. Ich denke das ich in Situationen wo ich Zeit zum ueberlegen habe einem ABS weit ueberlegen bin weil ich den Wagen auch ohne kurz vor dem blockieren halten kann. Wenn man aber keine Zeit zum denken hat weil etwas unvorgesehenes passiert dann ist ABS sicher immer besser weil man gedankenlos reintreten kann. Das macht einiges wett.

Ausserdem gibt es solches und solches ABS. Ich denke das das ABS in meinem aktuellen Volvo eher zu den schlechteren gehoert. Wenn man da stark bremst, aber noch ohne ABS, und dann staerker wird so das das ABS einsetztm, passiert etwas interessantes. Fuer einen kurzen Augenblick ist die Bremswirkung weg, bis das typische Rattern einsetzt. Ich vermute mal das liegt daran das am ABS ein Elektromotor sitzt der erst hochfahren muss. Dagegen war z.B das ABS eines XMs, das immer aus dem vollen Schoepfen kann, um laengen besser.

Ich gehoer zu dem im Zweifel Vollbremsern. :-) Ich hatte deshalb frueher eine Menge Auffahrunfaelle von Leuten die nicht mit ihrem Auto umgehen konnten. Seitdem aber ABS so stark verbreitet ist hat das stark nachgelassen. So gesehen eine gute Sache.

Absolut richtig!

Olaf

Hallo Olaf,

In diesem Fall war es ein vom Ruf her gutes ABS in einem dicken BMW und der Fahrer hatte Erfahrung (Vertriebsmitarbeiter). Er sagte, er haette voll druafgetreten. Meine Reifen hatten bei der Sache auch teilweise ein bisschen blauen Rauch abgelassen, aber nur so viel, dass das Auto in der Spur blieb. Das tat der BMW auch, nur hatte der Fahrer erkannt, dass es nicht gereicht haette. Super reagiert hat er schon. Kurz vor der Knitterphase losgelassen, auf das Gras (bei uns gibt es statt Mittelplanke einen breiten Grasstreifen) und dann ganz sachte weitergebremst. Also ausser Grasklumpen rauspuhlen nichts passiert.

Gruesse, Joerg http://www.analogconsultants.com

Da (und ebenfalls an dem was Christoph schrieb) ist sicher was dran.

Viele sind aber (IMHO durch die Servoauslegung ueberwiegend, wenn nicht ausschliesslich in Richtung *Komfort*) garnicht mehr gewoehnt (in der Lage?) da richtig *mit Schmackes* draufzutreten.

Wer noch ABS-freie Fahrzeuge (evtl sogar ganz ohne Servo) kennt/betreibt hat da wohl wesentlich weniger *Hemmungen*.

So etwas sollte sich durch Einfuehrung der Keilbremse erledigen, da sorgen allein Motoren/Aktoren fuer den Bremsvorgang, ganz ohne Umweg ueber Hydraulik.

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Ob man einem solchen System (Zuverlaessigkeit, Wartungs- Aufwand) allerdings mehr vertraut als dem guten alten Kolben ist wieder eine /ganz/ andere Frage;-)

Rudi Fischer

...and may good music always be with you.

|> So etwas sollte sich durch Einfuehrung der Keilbremse erledigen, |> da sorgen allein Motoren/Aktoren fuer den Bremsvorgang, ganz |> ohne Umweg ueber Hydraulik.

Und wenn dann endlich gleich in jedem Rad ein E-Motor für den Antrieb sitzt, braucht man kein ABS mehr.

Georg Acher, acher@in.tum.de http://www.lrr.in.tum.de/~acher "Oh no, not again !" The bowl of petunias

"Christoph Müller" schrieb im Newsbeitrag news:4673e665$0$6394$ snipped-for-privacy@newsspool2.arcor-online.net...

So isses.

Yupp.

Vermuten ist immer schlecht, heisst naemlich nur, das du keine Ahnung hast. Und das zeigt sich dann auch gleich im Nachsatz:

Umgekehrt.

Aus physikalischen.

Ich hatte bisher keine gefaehrlichen Situationen mit dem Auto.

Ausser im ersten Jahr nach dem Umstieg auf ein Auto mit ABS, gleiches Modell wie zuvor, nur eben 'moderner'.

Da hat das ABS zwei mal ueberraschend den Bremsdruck weggenommen, und das Auto kam an Stellen, an denen es ohne ABS locker gepasst haette, nicht zum stehen.

Ein mal als das Auto beim Bremsen vor dem Abbiegen eine kleine Stufe runterfuhr, da hat das ABS in dem Moment, in dem beide Vorderraeder in der Luft waren, den Brensdruck weggenommen, und gleich noch mal in dem Moment, in dem beide Hinterraeder in der Luft waren, und ich haette als Fahrer durch Tieferdruecken des Bremspedals wieder die alte Bremsverziegerung aufbauen muessen. Bis ich das aber gerafft hatte, wurde es verdammt knapp,

Und ein mal auf einer abschuessigen Autobahnabfahrt im (dort) nicht geraeumten Schnee, da bremste der Wagen mit ABS gar nicht sondern rollte 50m auf die Querstrasse zu, und wurde dabei sogar schneller. Genau das war nach spaeterer Analyse (in der Werkstatt geprueft ob das ABS heile ist) mein Glueck: Der ABS Kontroller bemerkte, das der Wagen trotz Bremsen schneller wurde, schaltet sich ab, Warnlampe ging an, und der Wagen bremste ohne ABS. Es waren auch nur noch 20m Platz. Ein sehr schoener Vergleich, denn die Strasse hatte identische Verhaeltnisse in dem Stueck in dem ABS wirkte, und in dem Stueck in den es aus war: Mit ABS hat er es in 50m nicht geschafft, den Wagen langsamer zu machen, ohne ABS stand der Wagen im Schnee innerhalb von einer Wagenlaenge (weil sich endlich Schnee vor den Raedern aufhaeufen konnte) DAS war deutlich. DAS war lebensrettend. ABS ist toedlich.

Ich hab jetzt einen Schalter mit dem ich das ABS abschalten kann als Lebensversicherung. Manchmal ist ABS sogar an.

Manfred Winterhoff, reply-to invalid, use mawin at gmx dot net homepage: http://www.geocities.com/mwinterhoff/ de.sci.electronics FAQ: http://dse-faq.elektronik-kompendium.de/ Read 'Art of Electronics' Horowitz/Hill before you ask. Lese 'Hohe Schule der Elektronik 1+2' bevor du fragst.

"Georg Acher" schrieb im Newsbeitrag news:f510gq$99h$ snipped-for-privacy@news.lrz-muenchen.de...

Wohl wahr, und endlich Allradantrieb, neben BAS auch ASR und ESP grstis, endlich Rueckgewinnung der Bewegungsenergie beim Bremsen, endlich Freizuegigkeit beim Autoaufbau weil kein Antriebsstrang vorgibt, was wo hin muss.

Auf solche Autos warte ich seit 20 Jahren, und wenn es so weiter geht mit den Betonkoeppen des deutschen Automobilbaus werde ich noch weitere

20 Jahre drauf warten oder die Zukunft gar nicht mehr erleben.

Die Keilbremse als Notbremse wird es aber auch dann immer noch geben.

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Mit funktionierendem ABS haette er eben nicht den Fuss von der Bremse nehmen muessen, das Auto waere auch gebremst voll steuerbar geblieben.

Gerrit

Nette Idee... Muesste dann aber so konstruiert werden, dass sie wie die Federspeicher beim Lastwagen funktionieren. Nur wenn die Anlage funktioniert macht die Bremse auf und man kann losfahren... Beim Ausfall der Anlage muss der eingenommene Fehlermodus 'gebremst' sein. Alles andere halte ich fuer zu gefaehrlich.

Spart nebenbei die Handbremse :)

Gerrit

"MaWin" schrieb:

[...]

Wie ich schon schrieb sollte man im (frischen) Schnee besser ohne ABS bremsen ->(aut.) abschalten oder sich eben (wie nicht nur bei elektronischen Helferlein) der Grenzen bewusst sein. Sonst kann's mal sehr eng werden, das ist richtig. Daraus eine grundsaetzlich Ablehnung herzuleiten halte ich aber fuer unbegruendet. IMHO gibt es kein reales Sicherheitssystem ohne Ausfallgefahr in irgendeinem Extrem.

BTW: Bei /antauendem/ Schnee hatte ich mal ein vergleichbares Erlebnis und stand (ohne ABS) aus ca 25km/h nach ca 120m - mit ABS waeren's vielleicht ja 119m gewesen und das haette der Fahrerin vor mir schon viel besser gefallen...

(Nein, passiert ist auch so nix - T3-Bulli-Stahl gegen Fiesta-Plastik war wohl die ideale Kombi :))

Rudi Fischer

...and may good music always be with you.
*Christoph Müller* wrote on Sat, 07-06-16 15:32:

Vermuten kann man viel, beweisen ist schwer. Trotzdem vermute ich ganz dreist das Gegenteil. Früher bestand das Problem, daß die dressierten Paviane am Steuer auch für Korrekturen den Fuß nicht vom Pedal bekamen und unkontolliert irgendwohin rutschten. Heute werden dieselben Leute, die von ABV bestenmfalls den Namen kennen aber nicht die Funktion verstehen vom pulsierenden Pedal so erschreckt, daß sie Kraft wegnehmen. Übrigens, Bremswegmessungen habe ich nicht gemacht, aber ich bin immer wieder erschrocken und überrascht wie früh das Abregeln einsetzt - meine traditionellen Autos würden bei den Verzögerungen noch lange nicht zu blockieren anfangen.

Hallo Gerrit,

Auf Asphalt schon. Er war sich wohl nicht sicher, ob das auf dem Gras auch funktioniert haette. Da hatten sich ziemliche Klumpen in die Radkaesten gepackt. War auch egal, dort hatte er Rollstrecke genug und er wollte auf jeden Fall den Brueckenpfeiler umgehen. Das Auto haette sich sonst da drum geschlungen.

Gruesse, Joerg http://www.analogconsultants.com

Hallo Manfred,

Gab es mal (Porsche?) vor dem Krieg. War letztens hier im Fernsehen. Jedes Rad hatte einen lokalen Antrieb. Doch das setzte sich nicht durch und der Berichterstatter sagte, es koennte an der Hoehe der ungefederten Masse gelegen haben.

Gruesse, Joerg http://www.analogconsultants.com

Joerg schrieb:

Damals wohl schon, das wäre aber heute kein Problem mehr, zumindest für angemessen motorisierte Autos.

Gruß Dieter

"Joerg" schrieb im Newsbeitrag news:v7Zci.40765$ snipped-for-privacy@newssvr21.news.prodigy.net...

"der allradgetriebene Lohner-Porsche von 1900, der vier Elektro-Radnabenmotoren besaß. " Neodym-Magnete gibt es erst jetzt, Umrichter auch erst jetzt. Man muss den Motor nicht mitfedern lassen.

Manfred Winterhoff, reply-to invalid, use mawin at gmx dot net homepage: http://www.geocities.com/mwinterhoff/ de.sci.electronics FAQ: http://dse-faq.elektronik-kompendium.de/ Read 'Art of Electronics' Horowitz/Hill before you ask. Lese 'Hohe Schule der Elektronik 1+2' bevor du fragst.

|> Gab es mal (Porsche?) vor dem Krieg. War letztens hier im Fernsehen. |> Jedes Rad hatte einen lokalen Antrieb. Doch das setzte sich nicht durch |> und der Berichterstatter sagte, es koennte an der Hoehe der ungefederten |> Masse gelegen haben.

Ja, damals...

Aber wo soll denn heute noch das Problem sein? Wenn man das Volumen des Felgeninneren nimmt (mal "Leichtmetallfelgen" ausgelassen), müsste da doch locker ein >10kW-E-Motor reinpassen. Sicher muss man sich dann von gewissen Traditionen und mechanischen Standards trennen, aber dem Fahrer kann das doch wurscht sein.

Ich finde das Konzept eines Verbrennungsmotors zum Antrieb nach >100 Jahren eigentlich ziemlich überholt. Nur weil das Interieur jetzt Ledersitze, Wurzelholz und allen möglichen Schnickschnack hat, kann das nicht drüber hinwegtäuschen, dass das grundlegende Prinzip immer noch derselbe Mist ist wie damals bei Daimler und Otto. Da helfen auch die ganzen Notlösun...äh.. High-tech-Fahrzeugtechnologien (Getriebe, Differential, 4WD, Bremsen, ...) nicht weiter.

Georg Acher, acher@in.tum.de http://www.lrr.in.tum.de/~acher "Oh no, not again !" The bowl of petunias

Hallo Manfred,

Das ist es ja gerade. Jede 100 Gramm mehr an ungefederter Masse macht das Erreichen eines guten Fahrkomforts schwieriger. Und ein paar Kilo wird er schon wiegen muessen. Sonst haette man vier Antriebswellen und dann sind wir schon fast bei schweren Gelaendewagen.

Ueberbrueckung des Differentials wird auch knifflig, mangels selbigem. Das kann in dieser Gegend im Winter ungemuetlich werden.

Gruesse, Joerg http://www.analogconsultants.com

Hallo Georg,

nicht

Wenn Du eine Alternative hast, nur zu. Kannst Du stinkereich bei werden, wenn es klappt. Hybrid haben wir ja schon, ist hier gerade der Renner. Aber 4-5l/100km brauchen auch die noch und das hatte bereits meine Ente aus den 60ern geschafft.

Gruesse, Joerg http://www.analogconsultants.com

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