Datenklo war doch "Akustikkoppler" -- eben die Klomuffe auf schwarzem Gummi, akustisch dicht über der Hörer geschoben? Eventuell nachts in der Telefonzelle, eben wegen dem Verbot.
Waren die auch verboten? Ich mein mich dunkel daran zu erinnern, das die auch böse waren. Versteh ja wenn die Post (damals "der Gilb") sich galvanische Ankopplung verbietet. Aber den über die Leitung zu übertragenden Ton zu reglementieren Bedarf ja einer eigenen Begründung: rücksichtslose Ausnutzung des Spektrums? Da könnte ja jeder kommen? Verschleiß der Verstärker?
Waren ja auch die Zeiten, wo (istr) man längere Kabel zum Telefon von der Post bekam, aber dafür monatlich Miete zahlte.
Ich meine es gab noch einen Hack, den 16 kHz (?) Ton des Gebührenimpulszählers einzuspeisen, der dann keine Flanken mehr erkannte und nicht weiterzählte. Hatte das einen Namen, red/blue boxing war es nicht... Wenn ich mich richtig erinnere, wurden Filter großflächig nachgerüstet.
Thomas Prufer
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E
Eric Bruecklmeier
Am 11.02.2025 um 09:02 schrieb Thomas Prufer:
Selbstverständlich, alles ohne FTZ Nummer durfte nicht am Gilbnetz betrieben werden - nicht mal an privaten Nebenstellen.
Das POTS Spektrum war ja ohnehin auf 0,3 bis 3,4kHz beschränkt - es ging wohl nur ums Prinzip!
Sowas gabs in Gilbland nicht, nur USAnien und Fronkreisch (IIRC)...
V
Volker Bartheld
Korrekt, zumindest lt. Bastelanleitung. Es war aber auch direkt anschließbar. Und, wenn man Heise glauben darf [1], beides illegal. Mangels FTZ-Nummer. Für mich war der AM7910/7911 aber ohnehin zu teuer und auch am Computerstrich in der Schillerstraße ("Schillicon Valley") ewig nicht verfügbar.
1200 Baud hätte ich zwar schon gerne gehabt, aber es reichte dann nur zu einem weitestgehend konventionell aufgebauten Akustikkoppler, dessen Oszillatorfrequenzen man dann per Frequenzzähler (utopisch) oder Oszi (ebenfalls utopisch, da nur in der Physikvorbereitung des Gymnasiums verfügbar) abstimmen mußte.
Also ätzte ich mir noch einen Frequenz-zu-Spannungswandler aus irgendeinem ELV- ELO-WTF-Bausatz und iterierte mich ans optimale, aber dennoch unbefriedigende Ergebnis.
Glücklicherweise waren USR Sportster & Co sehr bald als (Grau)Importware verfügbar, die krallte ich mir dann natürlich umgehend und landete schließlich beim damals wohl unausweichlichen US-Robotics Courier vEverything [2], von dem ich immer noch zwei funktionsfähige Exemplare im Geriatronikmuseum habe, zusammen mit meinem ersten, handgelöteten Modem, das ich mit in Z80-Assembler geschriebener Terminalsoftware am ZX Spectrum betrieb, weil es so Zeugs natürlich nicht auf dem freien (deutschen) Markt zu kaufen gab.
Das war relativ unwahrscheinlich bzw. wenig plausibel, denn anno 1980-85 war das mit den mobilen Computern keineswegs ein einfaches Unterfangen. Meinen Sinclair konnte ich natürlich an einer Autobatterie betreiben, entsprechende Röhrenmonitore waren aber Raritäten oder zumindest so gut wie nicht transportabel. Ich gehe also davon aus, daß die meisten Datenklos und ihre zahllosen Brüder und Schwestern vermutlich im Stationärbetrieb daheim ihren Dienst taten.
Böse waren die natürlich auch, allein schon der Gedanke an eigenverantwortlichen Datenaustausch.
Das sind wir *räusper* im Jahr 2025 *hüstel* natürlich schon *hust* viel weiter: Mit Chatkontrolle^WDatenvorratsspeicherung^WMindestspeicherung von IP-Adressen [3], Cyanoacrylat als Passivbewaffnung [4], Gefährdern (also Menschen, die bisher nicht straffällig wurden, denen man weder begangene noch geplante Straftaten nachweisen kann, aber vermutet, sie könnten irgendwie, irgendwo, irgendwann mal was Böses tun) die abgeschoben werden sollen [5] oder Klimaaktivisten, die bei der Regierung von Schwaben gegen die illegale Abholzung von Wald demonstrieren und wegen "Bedrohung der öffentlichen Ordnung und Sicherheit" in den Jugendknast einfahren, bis das ungesetzliche Treiben der Justiz vom Bundesverfassungsgericht gestoppt wird [6].
Versuche, für meine o. g. Pressefundstücke eine sinnvolle Erklärung zu finden. Oder weswegen ein Aufschrei durch die deutsche Bevölkerung geht, die zwar kein Problem mit Alkohol als Grundnahrungsmittel hat, aber schnell noch ein paar Kinderspielplätze durchdrücken will, damit diese asozialen Kiffer sich nicht vor aller Augen einen Joint reinziehen [7].
Mia san Mia! Oder, ausgedrückt mit den bayrischen Grundprinzipien:
Des hamma scho ollawei so g'macht.
Des hamma no nia ned so g'macht.
Da kannt ja jeder kemma.
Du wirst Dich noch wundern, was wir zum Obstmesserverbot [8] in nicht allzu ferner Zukunft noch kriegen werden, um vom Totalversagen [9] unserer Behörden abzulenken. Der Industrielobbyist [10] und Frauenfeind [11][12] Merz hat ja mit dem hinlänglich bekannten "Entschließungsantrag" zur Verschärfung des Asylrechts [13] bereits die Marschroute vorgegeben und befindet sich vom Narrativ her in guter Gesellschaft mit Frau Weidel. Aber der amtierende Folterkanzler [14] mit Cum-Ex-Demenz [15] ist natürlich keinen Deut besser.
Wir dürfen uns also am 23.2. entspannt zurücklehnen und die Show genießen.
Das Einzige, was ich erinnere, war, daß man die Wahlimpulse in öffentlichen Telefonzellen auch durch Manipulation am Hörer einspeisen konnte. Ohne Einwurf von Geld. Das hat die Bundespest natürlich recht schnell gespannt und manipulationserschwerende Schrauben nachgerüstet. Das übliche Spielchen halt.
Volker
[1]
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A
Alexander Schreiber
Die PTT scheint ja ordentlich einen an der Waffel gehabt zu haben, herrschaftliches Denken vom Feinsten.
Man liest sich, Alex.
A
Axel Berger
Ich sehe das etwas anders. Ein Medium hat einen Herausgeber, eine Redaktion und einen Verantwortlichen. Die "social media" sind keine, das sind technische Ablagen, in die jeder reinschreiben kann, grob vergelichbar zu den Hinterhofdruckereinen im Flugblattzeitalter. Verantwortlich für Inhalte sind Autor und Verteiler.
Aus diesem Grund wollte Zuckerberg, als Facebook nochj führend war, eine Anmeldung mit Realnamepflicht einführen. Ich hielt und halte das wie er für notwendig und für den einzigen Weg, solche "Medien" verantwortbar zu nutzen. Für Flugblätter gilt seit jeher richtigerweise eine Impressumspflicht. Was geschah? Die deutsche Regierungspolitik und die Meute der deutschen Qualitätsmedien erklärten das anonyme Pöbeln und Denunzieren zum Menschenrecht.
Verantwortlich für Inhalte ist nicht mehr der anonyme Autor sondern ein vom technischen Medium auf seine Kosten zu installierender Zensor. Wenn der, um den wirtschaftlichen Ruin zu vermeiden, übervorsichtig ist ubnd vollkommen Legales löscht, können die Behörden doch nichts dafür, oder? Eine (staatliche) Zensur findet nicht statt, was Privatunternehmen in Bereich des eigenen Hausrechts tun geht die Verteidiger der Bürgerrechte nichts an.
Und natürlich hat der Staat großes Interesse daran, daß Anonymität nur vorgetäuscht wird und er und von ihm Privilegierte, aber sonst keiner, die Autoren von allem ihm nicht Genehmen doch identifizieren kann.
H
Hartmut Kraus
Am 06.02.25 um 15:50 schrieb Rupert Haselbeck:
Ist doch ganz einfach: Beide Adressen unkenntlich machen. ;)
M
Marc Haber
Es ging damals darum, dass die Verbindungen zwischen den Vermittlungsstellen und das Fernnetz für die durchschnittliche Dauer eines Telefonats zwischen Menschen und das Gesprächsaufkommen der Menschen dimensioniert waren. Computer sprechen länger miteinander, halten länger durch und telefonieren, wenn sie auch automatisiert wählen können (das war der entscheidende Unterschied zwischen galvanisch angeschlossenem Modem und Akustikkopppler) ein Gespräch nach dem anderen.
Grüße Marc
M
Marc Haber
Die Deutsche Bundespost war da keinen Deut anders.
Grüße Marc
V
Volker Bartheld
Du beschreibst das Bild, das sich mir im ÖPNV und auch sonst im öffentlichen Raum bietet, eigentlich ganz gut. Entweder sind die Menschen also zwischenzeitlich extrem gut im Training oder wurden alle durch Cyborgs ersetzt.
Volker
T
Thomas Prufer
(...)
Ich kenne die "blue box" und "red box" aus USA, sowie der Ur-Hack von Capt'n Crunch. (Da wurde ein 2600 Hz-Plastikpfeiferl aus den gleichnamigen Frühstückflocken verwendet, um eine Fernleitung frei und in den Operator Mode zu schalten.)
Ich meine mich zu erinnern, das in Deutschland findige Köpfe 16 kHz in die heimische Telefonleitung einspeisten, womit der Gebührenzähler im Amt anzog und nicht mehr abfiel, für die gesamte Dauer des Gesprächs.
Da kann ich mich aber täuschen; und: ich finde nix dazu im Netz.
Zu der Zeitgab es pro Anschluß einen Zähler, auf einer großen Tafel. Diese wurde periodisch photographiert, und auf dem Photo die Zählerstäne ausgewertet. Damals(tm) erkannte man noch an den ersten zwei (?) Stellen das Amt, also die ungefähre Adresse des Anschlusses. Deshalb mein ich es muß, wenn, dann in D gewesen sein, es könnte aber auch eine rein theoretische Überlegung am Stammtisch gewesen sein. (War es ja sowieso immer nur, keiner hat jemals an Plomben des Gilb gefummelt, oder Schlimmeres.)
Thomas Prufer
A
Alexander Schreiber
Ich weiss. Ich kenne noch die Geschichten aus der Guten Alten Zeit, wo einen die Bundespost für das Anschliessen eines nicht offiziell gesegneten Modems am Liebsten für immer weggesperrt hätte.
Auf der anderen Seite der Grenze waren Modems damals eher kein Thema, aber zumindest das Telefon war nicht fest verkabelt, sondern hing per Stecker dran ;-)
Allerdings gab es da das andere Problem, überhaupt erstmal einen Telefonanschluss zu bekommen. In unserem Fall damals gab es AFAIK die Flurtelefone[0] nur, weil das ein Wohnheim für medizinisches Personal[1] vom örtlichen Wismut[2]-Krankenhaus war und damit diese Leute irgendwie erreichbar[3] sein mussten.
Man liest sich, Alex. [0] Ja, auf dem Flur, von allen "Fluranliegern" geteilt. Nix mit privatem Anschluss im Zimmer. [1] von Schwestern bis zu leitenden Ärzten [2] Ok, die Wismut hatte eh eine Sonderstellung ;-) [3] Reitender Bote fiel aus, zu langsam. Ausserdem: Hast Du eine Ahnung, was so ein Gaul im Unterhalt kostet? ;-)
M
Marc Haber
Es ist selten mehr als ein telefonierender Depp in Reichweite. Die anderen benutzen paketvermittelte Dienste auf heutiger Infrastruktur. Das ist was anderes als analoge Telefonverbindungen auf analoger Technik.
Grüße Marc
E
Eric Bruecklmeier
Nach meinem Kenntnisstand wurde das in D nicht inband übertragen.
Ja, alles soweit richtig - hat aber nichts mit der Übertragung der Gebühreninformation zu tun.
E
Eric Bruecklmeier
Das klärt aber doch nicht, warum die Kisterl mit FTZ erlaubt waren...
M
Marc Haber
Modems hatten eine Wahlsperre. Akustikkoppler? kann ich nur so erklären dass es einfach weniger waren als wenn jeder einen hätte. Ansonsten vermutlich ein Fall von "da könnte ja jeder kommen".
Grüße Marc
E
Eric Bruecklmeier
Verstehe ich immer noch nicht. Wo ist denn diesbezüglich der Unterschied zwischen einem Akustikkoppler mit und ohne Wapperl mit Posthorn oder Bundesgeier?
E
Eric Bruecklmeier
Am 12.02.2025 um 13:16 schrieb Eric Bruecklmeier:
Ich denke, der Gilb wollte ganz einfach grundsätzlich die Hoheit über
*ALLES* haben. Selbst die kleinen externen DTMF Kastl (AKA Codesender 1) brauchten eine FTZ Nummer und das kann man nun wirklich nicht mehr sinnvoll begründen...
H
Heiner Hass
Axel Berger snipped-for-privacy@Berger-Odenthal.De schrieb:
ja, da gab es nette Spielchen. Als ich vor langer Zeit den Telefonanschluss meiner Mutter gekündigt habe (der lief offiziell auf meinen Namen), haben die tatsächlich in Folgemonat eine Rechnung allein für den Zusatzwecker geschickt. Haben wollten sie den von mir daraufhin abmontierten Wecker im T-Punkt aber auch nicht mehr. Ob ich ihn vielleicht behalten möchte?
T
Thomas Prufer
Die Gebührenzähler (möglicherweise korrekt "Gebührenanzeige") am Telefon beim Teilnehmer wurden aber auch mit 16 kHz weitergeschaltet?
Meinjanur -- und: lang ist's her...
Für die Jüngergeborenen:
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(Telefon in hellpostgrau mit einem mechanischen Rollenzählwerk, mit einem Schlüssel auf Null rückstellbar. Dazu wurde gelegentlich auch noch ein Schloß in ein Wählscheibenloch gesteckt, oft in die "2". Damit war dann im Notfall noch die 112 wählbar, sonst aber nicht viel.)
Thomas Prufer
A
Axel Berger
Soweit ich mich erinnere und es weiß konnte man den Zählpieps auf Wunsch übertragen lassen und von der Post einen passenden Zähler mieten. Was mir vor allem bei älteren Leuten immer wieder auffiel, teils noch auffällt, war, daß sie den Ton wohl noch hatten aber kein passendes Endgerät mit Filter mehr. Das gibt im Gespräch dann sehr störedne, periodische, kurze Aussetzer.
Wie Du meine ich aber auch, es war eine reine Infomation an den Kunden ohne techische Funktion.
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