Posttechnik zu verschenken

Jan 16, 2025 Last reply: 1 year ago 244 Replies

Er sagt doch überhaupt nicht, dass das nicht jeder für sich entscheiden dürfe!?

Aber es ist IMHO schon etwas schizophren, wenn Dritte glauben, sie dürften nicht unangemeldet anrufen, weil der Angerufene das gerade unpässlich empfinden könnte. Der Einzige, der aktuell weiß, ob es passt oder nicht, auch ohne Störung durch eine zusätzliche Textnachricht, ist der Möchtegern-Angerufene. Und dieser tut nunmal gut daran, selbst dafür zu sorgen, dass er nicht gestört wird. Das geht durchaus auch ohne unsinnigen Aufwand für noch mehr störende Kommunikation über einen weiteren Kanal. Wenn ich nicht angerufen werden will, so gehen die Anrufe, ggfls. bestimmter Anrufer nach Blacklist/Whitelist, eben auf die Mailbox und gut. Oftmals ist das Ziel des Anrufs damit dann ja auch schon erreicht. Ansonsten bietet sich ein Rückruf an. Warum muss man sich das Leben unnötig verkomplizieren? Nur, weils möglich ist, statt einfach auch maximal umständlich zu verfahren?

MfG Rupert

Ja, und gleich kommst Du wieder mit der VIP-Liste. Natürlich hätte ich alle Nachbarn meiner Mutter präventiv aufnehmen können, oder auch nicht, denn auch die hatten damals schon Mobilgeräte, deren Nummern ich nicht kannte. Und dann gibt es Notärzte und Krankenhäuser.

Ein Gerät für Notfälle erfüllt den Zweck nur, wenn es Notfällen auch erreichbar ist. Du rufst bestimmt auch bei jeder ausgefallenen Straßenlaterne die 112.

Siehst Du, ich hatte es geahnt.

Stellst Du auch nachts Deine Wohnungsklingel ab? Wenn es brennt möchte ich schon von Nachbarn sturmklingelnd geweckt werden. Das heißt aber nicht, daß jeder nachts um drei fragen soll, ob er ein Ei leihen kann. Beim Telephon ist es genauso. Wenn jemand abseits vom Festnetz unterwegs ist, dann stört ein Anruf immer. Das gilt axiomatisch.

Ich denke es ist keine schwarz-weiß-Sache. Ich habe in den letzten Jahren in Firmen mit vielen Softwareentwicklern gearbeitet, die in Großraumbüros oder mittelgroßen Büros gesessen sind (5-40 Leute oder so). D.h. weder die Art der Tätigkeit (Programmieren) noch die physische Umgebung ist fürs Telefonieren besonders gut geeignet. Da gewöhnt man sich schnell an, zuerst mal auf Slack/Teams/Matrix/whatever zu schreiben, und erst dann anzurufen. Und ja, manche Leute die in so einer Arbeitssituation wegen auch nicht-zeitkritischen Dingen anrufen, die empfinde ich manchmal als anstrengend bis aggressiv. Noch dazu sind viele Inhalte besser fürs schriftliche geeignet. Ich will eigntlich keine Hostnamen buchstabieren, sondern sie mit Copy&Paste rüberkopieren.

/ralph

Geht nicht, Axel hat die Faxen dicke! SCNR

Saludos (an alle Vernünftigen, Rest sh. sig) Wolfgang

Ralph Aichinger schrieb:

Ack, allmählich scheinen wir der Sache näher zu kommen. Es gibt verschiedene Situationen mit verschiedenen Optionen bei der Herangehensweise. Nur, weil jemand die eine oder andere Vorgehensweise bevorzugt, warum auch immer, und die eigene Sicht der Dinge regelmäßig als allgemeingültigen "Standard" ansieht, kann es durchaus Menschen geben, die völlig anders ticken und Gründe dafür haben. Und garnicht selten haben ein und dieselben Menschen situationsabhängig (z.B. Arbeit - Freizeit) auch deutlich unterschiedliche Herangehensweisen. Nicht jeder mag sich zum Sklaven des "Ich bin wichtig und muss rund um die Uhr an 7 Tagen/Woche erreichbar sein" machen (wirklich wichtige Leute sind ohnehin nicht direkt erreichbar...). Sitze ich im Auto, so gehe ich auch nicht ans Telefon (trotz Freisprechanlage) wenn ich nicht etwa gelangweilt auf der Autobahn dahincruise. Da lese ich noch nichtmal eine Textnachricht... Eine Verabredung abends zum Essen gehen oder zum Kegeln erst auf vorherige schriftliche Anmeldung anfragen zu dürfen, würde den Teilnehmerkreis womöglich übersichtlicher gestalten.

Der Mensch darf, kann und soll seine Entscheidungsfreiheit auch zum situationsabhängigen Entscheiden nutzen. Man muss sich nicht jeder sinnfreien Vorstellung Dritter beugen. Wer sich aber gerne selbst beschränkt, dem sei das freilich auch unbenommen.

MfG Rupert

Marc Haber, 2025-02-03 17:33:

Es darf auch jeder einzelnen Benutzer jammern, dass er durch Anrufe auf seiner Mobilnummer gestört wird - nur zu ;-)

Axel Berger, 2025-02-03 19:04:

[...]

Das tut in der Regel ja auch niemand - eben weil Leute wissen, dass es eher nicht so positiv ankommt, wenn man nachts um drei klingelt, um sich ein Ei zu leihen.

Bei mir nicht. Mich darf jeder, der meine Mobilnummer hat, auch jederzeit anrufen. Sonst würde ich die Nummer nicht weitergeben. Wenn ich nicht gestört werden will, schalte ich das Ding stumm. Dann sehe ich halt später, wer mich erreichen wollte.

Siehst Du, da sind wir uns endlich mal einig. Wenn es sich in der Gesellschaft allgemein durchsetzt "wenn da eine Klingel ist, dann darf ich die jederzeit drücken" -- und das hat es, seit das Mobiltelephon das "normale" geworden ist -- mache ich es genau so. Blöderweise hat die Nummer auch jeder, mit dem ich nur oder auch über Whatsapp verkehre und unangebnehm viele begreifen das mit den zwei Nummern nicht. Als wäre es auf dem Smartphone mehr Arbeit die eine anzurufen als die andere.

Gerade getestet: In meiner Telephonapp werden zuerst die Telephonnummern gezeigt, in der Reihenfolge, wie sie in den Contacts eingetragen sind, und erst danach die verschiedenen Messenger Voice Calls.

Nö. Stundenweise leere Einfamilienhäuser existieren.

Gruß, ULF

Axel Berger, 2025-02-05 12:43:

Deswegen benutze ich kein WhatsApp ;-)

Axel Berger, 2025-02-03 15:52:

Dann geht man halt nicht dran - Problem gelöst. Und wenn einen das Klingeln stört, drückt man den Anruf halt weg.

Natürlich, das bißchen Klingeln stört tatsächlich kaum. Mir ging es um die Gedanken- und Rücksichtslosigkeit mancher Menschen. "Ich bin ungehauer wichtig und ich will den *jetzt* sprechen. Wie kann er es wagen, einfach mit einem anderen zu telephonieren?"

Einmal klingeln lassen würde reichen, damit Du siehst, wer da Gesprächskontakt wünscht.

Oder länger klingeln lassen, wenn der Anrufer davon ausgehen kann, daß Du ihn hochpriorisierst.

Gibt ja immerhin auch gelegentlich Anklopffunktion bei nur einem Anschluß.

Gruß, ULF

Richtig. Ist hier bewußt ausgeschaltet. Ich bin kein Notarzt und der zweite Anrufer soll halt warten und/oder es später versuchen. Wäre ich gerade nicht zu Hause, müßte er das ja auch.

Ja das gibt's auch. Meine Tochter würde es nur tun, wenn's wirklich dingend ist und dann reagiere ich entsprechend. Andere sind der Erfahrung nach einfach nur unhöflich und selbstüberschätzend.

Wie man's macht man machts verkehrt. Andere regen sich darüber auf wenn man es nur ein, zweimal klingeln lässt: "Gib mir doch eine Chance ans Telefon zu kommen!"

Alles das kann man vermeiden indem man sich vorher kurz in Textform absprcht.

Grüße Marc

Ich bin aufs Höchste Fasziniert, was man für Probleme haben kann...

Am 06.02.2025 um 08:41 schrieb Eric Bruecklmeier:

Ich auch :-D Ich kenne auch den Telefonanruf "Ich hab Dir eine Mail geschickt!". Vermutlich mit der Ankündigung einer Anfrage nach einem Telefonat per Postkarte.

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(anläßlich der Eröffnung des Museums für Kommunikation in Berlin am 13. März

2000)

Thomas Prufer

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